Stechuhr zur Arbeitszeitmessung

Abkehr vom Acht-Stunden-Tag? Handwerk fordert flexible Arbeitszeiten

Stand: 03.04.2018 05:55 Uhr

Zu starr und unflexibel: Das Handwerk erwartet von der neuen Bundesregierung eine Lockerung des Arbeitszeitgesetzes. Darin solle nur noch eine maximale Wochenarbeitszeit festgeschrieben werden.

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer fordert eine Lockerung der gesetzlichen Arbeitszeit-Regelungen. Seine Branche hoffe, dass der neue Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bereit sei, mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und im Arbeitsrecht zuzulassen, sagte Wollseifer der "Rheinischen Post".

Die Digitalisierung wirke sich auch auf die Arbeitszeiten aus, erklärte er zur Begründung. "Ein zu enges Arbeitszeit-Korsett und zu starre und unflexible arbeitsrechtliche Vorschriften tun der Wirtschaft nicht gut." Die Arbeitgeber dringen darauf, statt der bislang höchstens acht Stunden pro Tag nur noch eine maximale Wochenarbeitszeit im Gesetz festzuschreiben.

Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). | Bildquelle: dpa
galerie

Hans Peter Wollseifer ist der Meinung, dass sich die Digitalisierung auch auf die Arbeitszeiten auswirke.

Abkehr vom Acht-Stunden-Tag?

Heils Vorgängerin Andrea Nahles (SPD) hatte sich offen für eine Diskussion über die Lockerung des starren Acht-Stunden-Tages gezeigt. Union und SPD wollen laut Koalitionsvertrag "Experimentierräume" für tarifgebundene Unternehmen schaffen. Damit solle eine Öffnung für mehr selbstbestimmte Arbeitszeit der Arbeitnehmer und mehr betriebliche Flexibilität erprobt werden.

Die FDP hatte jüngst in einem Antrag im Bundestag neue Möglichkeiten gefordert, vom Acht-Stunden-Werktag in Tarifverträgen abweichen zu können - indem eine "wöchentliche Höchstarbeitszeit von durchschnittlich 48 Stunden" festgelegt wird. Auch die Wirtschaftsweisen sprachen sich für eine Lockerung des Arbeitszeitgesetzes aus.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. April 2018 um 06:00 Uhr.

Darstellung: