Donald Trump | Bildquelle: AP

Handelsstreit Ein "schöner Brief" aus China

Stand: 09.05.2019 19:52 Uhr

Obwohl US-Präsident Trump bei seinem harten Kurs gegenüber Peking bleibt und neue Strafzölle verhängt, zeigt er sich erfreut über Post aus China. Jetzt sagte er: Eine Einigung sei noch diese Woche möglich.

Donald Trump verbreitet kurz vor den Gesprächen mit China Zuversicht. Es sei möglich, noch diese Woche eine Vereinbarung im Handelsstreit zu erzielen, sagte der US-Präsident. Er habe einen "schönen Brief" von Chinas Präsident Xi Jinping erhalten. Darin habe dieser geschrieben, beide sollten zusammenarbeiten und sehen, ob man ein Ergebnis erreichen könne.

Gleichwohl hält das Weiße Haus am harten Kurs gegenüber Peking fest. Stand ist: Von Freitag an gelten Sonderzölle von 25 Prozent statt bisher zehn Prozent auf chinesische Ware. Die Entscheidung wurde vom US-Handelsbeauftragten im Bundesregister (Federal Register) veröffentlicht.

Neben dieser Erhöhung auf China-Importe droht Trump auch damit, die Zusatzzölle in dieser Höhe auf alle Importe aus China auszuweiten. Nach seiner Darstellung beträfe das noch einmal Waren im Wert von 325 Milliarden Dollar. Als Vergeltung kündigte China umgehend "notwendige Gegenmaßnahmen" an. Obwohl sich der Handelsstreit damit weiter zugespitzt hat, wollen sich Unterhändler zu einer neuen Gesprächsrunde in Washington treffen. Diese ist für 17.00 Uhr Ortszeit (23.00 MESZ) angesetzt.

Mehr zum Thema

"Kein Druck für Abkommen"

Seit fast einem Jahr überziehen sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt mit Sonderzöllen. Trump möchte das riesige Handelsdefizit mit China abbauen. Die USA beklagen den erzwungenen Technologietransfer, unzureichenden Marktzugang und unfaire Wettbewerbsbedingungen in China.

Eine Einigung scheint deshalb nur realistisch, wenn China seine Wirtschaft weiter öffnet und strukturelle Zugeständnisse macht. Doch der Widerstand in Chinas Machtapparat gegen ein solches Ansinnen ist erheblich.

"Sie haben das Abkommen gebrochen"

Schon im Vorfeld des nunmehr elften Treffens beider Staaten warf Trump der chinesischen Führung Wortbruch vor. "Sie haben das Abkommen gebrochen", sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida. "Das können sie nicht tun." Aus seiner Sicht habe China bei den Verhandlungen bereits gemachte Zusagen wieder zurückgenommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Mai 2019 um 22:00 Uhr.

Darstellung: