Nur wenige Menschen sind morgens in der Innenstadt von Düsseldorf unterwegs. | dpa

Omikron-Variante Einzelhandel fürchtet um Innenstädte

Stand: 26.12.2021 13:32 Uhr

Die Einzelhändler sind wegen der sehr ansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus besorgt: Der Handelsverband Deutschland fürchtet, dass wieder weniger Menschen in die Innenstädte kommen, wenn die Inzidenzen ansteigen.

Die Ausbreitung der besonders ansteckenden Corona-Variante Omikron könnte dem Einzelhandel in den deutschen Innenstädten noch einmal einen Schlag versetzen - das befürchtet der Handelsverband Deutschland (HDE).

"Wenn die Inzidenzzahlen in die Höhe schnellen, werden wahrscheinlich wieder weniger Menschen in die Innenstädte kommen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) Stefan Genth, der Nachrichtenagentur dpa. Auch viele Geimpfte und Genesene, die eigentlich shoppen gehen könnten, würde sich den Weg in die Fußgängerzonen dann wohl zweimal überlegen.

Warnung vor neuem Lockdown

Genth warnte nachdrücklich vor einem neuen Lockdown im Einzelhandel zur Bekämpfung der Pandemie: "Zu sagen, wir schließen jetzt mal die Läden und damit haben wir Omikron im Griff, das wäre absolut falsch." Die Hygienekonzepte des Handels und die Maskenpflicht beim Einkauf böten weiterhin sehr guten Schutz vor einer Ansteckung.

Bei einer Trendumfrage des HDE hätten rund 50 Prozent der befragten Nicht-Lebensmittelhändler angegeben, dass sie ihre Existenz schon durch die geltenden Zugangsbeschränkungen gefährdet sähen, sagte Genth. Die Einführung von 2G habe im betroffenen Handel im Schnitt zu einem Rückgang der Besucherzahlen um über 40 Prozent und zu einem Drittel weniger Umsatz geführt.

Mittelständischer Handel "stirbt leise"

Schon heute stünden immer mehr Läden leer. "Gerade der mittelständische Einzelhandel stirbt leise. Da wird keine Insolvenz angemeldet, sondern das Unternehmen wird einfach abgewickelt", sagte Genth. "Jeder sieht, dass in seiner eigenen Stadt auf einmal Läden verschwinden. Die Lücken wieder zu schließen, wird schwer werden."

Mit Blick auf die Tage nach Weihnachten zeigte sich der HDE-Geschäftsführer aber gedämpft optimistisch. "Wir hoffen, dass die Menschen Gutscheine und Geldgeschenke in die Läden tragen und gehen schon davon aus, dass die Besucherzahlen in den Innenstädten ganz ordentlich sein werden. Aber vom Vorkrisenniveau etwa im Jahr 2019 wird das wohl weit entfernt sein."

Hoffnung auf 2022

Mit gemischten Gefühlen sieht Genth auch auf das Jahr 2022. Niemand könne sagen, wie sich die Corona-Krise weiterentwickeln werde, sagte er. Da sei eine Prognose kaum möglich. "Aber die Leute wollen sich etwas gönnen. Und es ist oft auch genug Geld da. Deshalb glaube ich schon, dass der Einzelhandel 2022 eine gute Chance hat."

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 am 26. Dezember 2021 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.