Der Tagebau Hambach und der Hambacher Forst aus der Luft betrachtet. | Bildquelle: dpa

Rodungsstopp im Hambacher Forst RWE muss Kohleförderung drosseln

Stand: 09.10.2018 11:55 Uhr

Der Rodungsstopp für den Hambacher Forst hat Folgen für RWE: Laut eigener Aussage muss der Konzern seine Braunkohleförderung im angrenzenden Tagebau deutlich zurückfahren.

Nach dem Rodungsstopp für den Hambacher Forst muss der Energiekonzern RWE seine Braunkohleförderung im angrenzenden Tagebau deutlich zurückfahren. Nach ersten Berechnungen könnten jährlich zwischen zehn und 15 Millionen Tonnen weniger gefördert werden, sagte eine Sprecherin. Dies seien gemessen an der bisherigen Menge von rund 40 Millionen Tonnen etwa 25 bis 38 Prozent weniger.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte zuerst über den vom Konzern erwarteten Rückgang der Förderung in Tagebau Hambach berichtet. RWE hatte den Wald ursprünglich ab Mitte Oktober roden wollen, um den vorrückenden Tagebau vorzubereiten. Dazu wird es nun aber vorerst nicht kommen.

Laut RWE-Angaben könnte die Stromerzeugung in den vom Tagebau Hambach belieferten Kraftwerken Neurath und Niederaußem in der Folge vorerst um neun bis 13 Terawattstunden zurückgehen. In Neurath werden laut "Spiegel" derzeit etwa 18 Millionen Tonnen pro Jahr aus dem Standort Hambach zur Stromerzeugung eingesetzt, im Kraftwerk Niederaußem jährlich etwa zehn Millionen Tonnen.

Noch rund ein Braunkohle-Förderung?

Durch den gedrosselten Betrieb erwarte RWE offenbar, in Hambach noch rund ein Jahr weiter Braunkohle fördern zu können, berichtete der "Spiegel". RWE schätze, dass "Ende 2019" die Kohlebagger allmählich zum Stillstand kommen könnten.

In der am Freitag veröffentlichten Schätzung, wonach der Versorger durch die Betriebseinschränkungen ab 2019 jährlich mit einem wirtschaftlichen Schaden in niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Höhe rechne, seien die Förderkürzungen bereits enthalten.

Entscheidung erst bis Ende 2020?

Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hatte am Freitag die Rodung untersagt, ehe nicht eine weitere Klage der Naturschutzorganisation BUND in diesem Zusammenhang entschieden sei. RWE zufolge könnte dies bis Ende 2020 dauern. Den Tagebau selbst hatte das Gericht nicht untersagt, solange der Hambacher Forst unangetastet bleibt. Zwischen der Abbruchkante und dem Wald liegen noch mehrere hundert Meter.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. Oktober 2018 um 11:15 Uhr und 12:15 Uhr in den Nachrichten.

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