Uterne Solar Power Station, Alice Springs, Northern Territory, Australien | picture alliance / dpa

Produktion in Australien Grüner Wasserstoff für Covestro

Stand: 17.01.2022 14:26 Uhr

Der Chemiekonzern Covestro hat große Pläne, um in Zukunft CO2-Emission zu vermeiden. Er will in gewaltigem Ausmaß grünen Wasserstoff einsetzen, der in Australien produziert werden soll.

Der Leverkusener Chemiekonzern Covestro will in seinen Werken in Asien, Nordamerika und Europa künftig umweltfreundlich produzierten Wasserstoff aus Australien einsetzen. Geplant ist eine langfristige Liefervereinbarung mit dem australischen Hersteller Fortescue Future Industries (FFI). Die Unternehmen haben sich dazu auf eine unverbindliche Absichtserklärung geeinigt, die in eine "umfassendere strategischen Partnerschaft" münden soll. FFI gehört zum australischen Bergbaukonzern Fortescue Metals Group.

Hunderttausend Tonnen im Jahr

Die Lieferungen von FFI könnten sich auf bis zu 100.000 Tonnen grünem Wasserstoff und Wasserstoffverbindungen wie etwa Ammoniak pro Jahr belaufen. Erste Lieferungen soll es im Jahr 2024 geben. Über das mögliche finanzielle Volumen der Lieferungen machten die Unternehmen keine Angaben. Offen blieb auch, wann der Vertrag unterzeichnet werden könnte.

Zum Vergleich: Die deutsche Chemieindustrie benötigt nach Angaben des Branchenverbandes VCI jährlich gut eine Million Tonnen Wasserstoff, hieß es 2020 in einem Positionspapier. Ein Tonne Wasserstoff hat einen Energieinhalt von rund 33.000 Kilowattstunden.

Der Wasserstoff soll danach mit Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden. Der dafür benötigte Strom soll aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen und mit Spezialschiffen transportiert werden.

Idealer Standort

Australien dürfte wegen der bisher riesigen ungenutzten Landflächen geradezu ideal sein, um die für die Wasserstoffherstellung benötigten großen Energiemengen zu produzieren. Auf dem Kontinent gibt es nicht nur wegen des günstigeren Klimas bedeutend mehr Sonnenstunden im Jahr als in Deutschland. Auch scheint die Sonne aufgrund der Nähe zum Äquator deutlich intensiver.

"Allein aufgrund der klimatischen Unterschiede müsste in Deutschland laut Max-Planck-Institut für Chemische Energie-Konversion dreimal so viel Leistung installiert werden wie in Australien, um dieselbe Menge Energie produzieren zu können", heißt es dazu beispielsweise beim Bundesbildungsministerium.

Hingegen dürfte der in Deutschland produzierte Strom aus Erneuerbaren Energie viel zu wertvoll sein, um ihn für die Produktion von Wasserstoff einzusetzen, denn bei der Elektrolyse gehen rund 40 Prozent des eingesetzten Strom verloren. Daher bietet es sich an, den in Deutschland produzierten Solarstrom aus Gründen der Effizienz direkt zu verbrauchen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. Januar 2022 um 11:37 Uhr.