Zwei kleine Flaggen von Japan und Großbritannien in der Börse vom Tokio (Archivbild) | Bildquelle: AFP

Freihandelsvertrag Briten mit Japan handelseinig

Stand: 11.09.2020 10:38 Uhr

Die Verhandlungen der Briten mit der EU über ein Freihandelsabkommen stecken in der Sackgasse, die mit Japan waren erfolgreich. 99 Prozent der britischen Exporte nach Japan sollen ab 2021 zollfrei sein.

Großbritannien und Japan haben sich laut offiziellen Angaben aus London auf ein Handelsabkommen geeinigt. Es sei das erste größere Abkommen des Vereinigten Königreichs als "unabhängige Handelsnation", teilte zuständige das britische Ministerium mit. Es soll demnach ab dem 1. Januar 2021 gelten und sicherstellen, dass 99 Prozent der britischen Exporte nach Japan zollfrei sind.

Das Abkommen mit Japan ist eine Grundsatzvereinbarung, abgeschlossen per Videokonferenz, und muss noch unterzeichnet werden. Es baut auf dem Handelsabkommen zwischen der EU und Japan auf, das im vergangenen Jahr in Kraft getreten war - für Großbritannien aber nicht mehr gilt. 

Die britische Handelsministerin Liz Truss während der Videokonferenz mit Japans Außenminister Toshimitsu Motegi  zum Beginn der Verhandlungen im Juni. | Bildquelle: AFP
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Die Verhandlungen über das Abkommen hatten im Juni begonnen. Dieses Bild zeigt die britische Handelsministerin Liz Truss während der Videokonferenz mit Japans Außenminister Toshimitsu Motegi.

Ministerium: Geht "weit" über EU-Abkommen hinaus

Der Handel mit Japan könne mit der Vereinbarung um etwa 15,2 Milliarden Pfund (etwa 16,5 Milliarden Euro) jährlich wachsen, hieß es. Die Digital- und Datenvereinbarungen gingen "weit" über die Bestimmungen des EU-Handelsabkommens mit Japan hinaus und unterstützten britische Fintech-Firmen, die in dem asiatischen Land tätig sind, erklärte das Ministerium.

Sowohl Japan als auch Großbritannien zählen zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Im Zuge der schwierigen Brexit-Verhandlungen ist das Abkommen für Großbritannien daher sowohl wirtschaftlich als auch politisch von großer Bedeutung.

Verhandlungen mit der EU in einer Sackgasse

Großbritannien hatte die EU am 31. Januar verlassen, bis zum Jahresende gilt ein Übergangsabkommen. Die Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und der EU über ein Freihandelsabkommen nach Ende dieser Übergangsphase stecken derzeit in einer Sackgasse.

Die britische Regierung hatte diese Woche überraschend angekündigt, einseitig den im Januar verabschiedeten Brexit-Vertrag ändern zu wollen. Aus der EU, den EU-Staaten aber auch aus den Reihen der britischen Regierungspartei war Premierminister Boris Johnson dafür scharf kritisiert worden.

Briten schließen Post-Brexit-Abkommen mit Japan ab
Thomas Spickhofen, ARD London
11.09.2020 11:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. September 2020 um 12:00 Uhr.

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