Skyline des Londoner Finanzdistrikts Canary Wharf | Bildquelle: dpa

Folgen der Finanzkrise EU verhängt Milliardenstrafe gegen Banken

Stand: 16.05.2019 16:40 Uhr

Während der Finanzkrise trafen sie illegale Absprachen und richteten massiven Schaden an. Dafür müssen fünf Großbanken nun abermals die Zeche zahlen. Die EU-Kommission belegte sie mit einer Milliardenstrafe.

Fünf internationale Großbanken werden wegen illegalen Verhaltens während der internationalen Finanzkrise abermals zur Kasse gebeten. Nach Milliardenstrafen in den USA und der Schweiz werden sie nun auch von der EU-Kommission mit Strafzahlungen von insgesamt gut einer Milliarde Euro belegt.

Betroffen sind die US-Banken J.P. Morgan und Citigroup, die britischen Geldhäuser Barclays und Royal Bank of Scotland sowie die japanische Mitsubishi UFG. Brüssel sieht es als erwiesen an, dass sie von 2007 bis 2013 mit illegalen Währungsgeschäften massive Schäden angerichtet haben.

Im Zentrum standen Währungshändler

Dreh- und Angelpunkt der dubiosen Aktivitäten an den Finanzmärkten waren Währungshändler. Mit ihnen arbeiten Großbanken zusammen, wenn sie große Summen von einer Währung in eine andere umtauschen wollen. Eigentlich stehen diese Händler im Wettbewerb miteinander.

Laut EU-Kommission trafen sie aber illegale Absprachen: Unter anderem verständigten sie sich heimlich über ihre Strategien, tauschten sensible Informationen über Kunden oder geplante Deals aus und ermöglichten einander so bessere Geschäfte. Durch die so entstandenen Devisenkartelle wurden Zins- und Wechselkurse stark beeinflusst. Das ist einer der Mosaiksteine, die zur internationalen Finanzkrise 2008 führten.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager | Bildquelle: dpa
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EU-Wettbewerbskommissarin Vestager: "Werden Verhaltensabsprachen in keinem Finanzsektor tolerieren"

"Integrität untergraben"

Die Tragweite des Betrugs macht EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager deutlich: "Das Verhalten der Banken hat die Integrität des Sektors auf Kosten der europäischen Wirtschaft und der europäischen Verbraucher untergraben." Denn beim Umtausch von Geld für Auslandsgeschäfte seien Unternehmen und Privatpersonen auf Banken angewiesen.

Die Royal Bank of Scotland zeigte sich reumütig. Ein Sprecher ließ wissen: "Diese Strafe erinnert daran, wie sehr sich die Bank in der Vergangenheit verrannt hat, und wir verurteilen das Verhalten der Verantwortlichen." Die Kultur des Geldhauses und die Kontrollen hätten sich in den vergangenen zehn Jahren fundamental verändert.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Mai 2019 um 17:00 Uhr im Wirtschaftsressort.

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