Eine Frau trägt eine Tasche der Tasche der Europäischen Zentralbank (EZB)

Athen erhält Geld und zahlt Schulden zurück 13 Milliarden hin, 3,2 Milliarden zurück

Stand: 20.08.2015 10:19 Uhr

Die Zeit beim dritten Hilfspaket drängte unter anderem auch deshalb, weil Griechenland heute Schulden bei der EZB zurückzahlen muss. Das hat die Regierung prompt erledigt: Am Morgen kam das erste Geld vom ESM, wenig später überwies Athen an die EZB.

Griechenland hat die ersten 13 Milliarden Euro aus dem neuen Hilfsprogramm der Euro-Partner erhalten. Das Geld sei am Morgen überwiesen worden, teilte der Eurorettungsfonds ESM in Luxemburg mit.

Einen Teil des Geldes überwies die griechische Regierung unmittelbar weiter - und zwar an der Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt/Main. Sie beglich damit Schulden in Höhe von 3,2 Milliarden Euro bei der EZB plus Zinsen. "Die Zahlung wurde getätigt, die Gelder sind auf dem Weg", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Vertreter der Regierung in Athen.

Hätte Griechenland diese Zahlung nicht leisten können, wäre der EZB voraussichtlich nichts anderes übrig geblieben, als dem Land den Geldhahn zuzudrehen. Dies hätte den Zusammenbruch der Wirtschaft zur Folge haben können.

Zehn Milliarden Euro für Bankensanierung reserviert

Das neue Paket zur Rettung des Krisenlandes vor der Staatspleite hat einen Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro und ist auf drei Jahre angelegt. Im Gegenzug verpflichtet sich die griechische Regierung zu Reformen und Einsparungen. Die Euro-Finanzminister hatten gestern Abend eine erste Kreditrate in Höhe von insgesamt 26 Milliarden Euro freigegeben.

Das griechische Finanzministerium hatte gestern erklärt, zwölf Milliarden Euro sollten sofort für die Rückzahlung von Schulden an die EZB und den Internationalen Währungsfonds (IWF) überwiesen werden. Eine Milliarde Euro solle für die Begleichung von Schulden verwendet werden, die der Staat in Griechenland habe. Zehn Milliarden Euro der ersten Tranche hat der ESM noch nicht überweisen. Sie sind für die Bankensanierung reserviert. Drei Milliarden Euro sollen erst im Herbst nach Griechenland fließen.

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KOMMENTARE

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atzen 20.08.2015 • 17:40 Uhr

@gman, 16:16 Uhr

"Solange der Schuldner kreditwürdig ist, d. h. u.a. Zins und Tilgung tragfähig sind, ist das in Ordnung!" In diesem Beitrag stimme ich Ihnen zu. Allerdings offenbart der hier zitierte Satz von Ihnen auch die Schwachstelle. Denn was gilt als "kreditwürdig"? Hier sind durch Banken, Versicherungern und Staaten immer wieder und immer noch riesige Fehler gemacht worden. Und deshalb hat auch "Bill Hicks" recht. Wie sonst hätte es zur Finanzkrise 2008 kommen können? Wie sonst hätte sich diese Krise zu einer "Staatsschuldenkrise" entwickeln können? Und wie kann es sein, dass ein Staat mit 200% Staatsverschuldung/BIP als "kreditwürdig" gilt, ein Land mit 120% aber nicht? Bei Griechenland vor 2008 wurde angenommen, und bei Japan (vlt. sogar bei den USA) wird gerade jetzt noch angenommen, dass alles schon irgendwie so weiterlaufen wird und man schon noch ein paar Kredite geben kann. Bis zum Knall...? Ich vermute, in der irrationalen Analyse der "Kreditwürdigkeit" liegt der Fehler.