Akropolis und eine Euro-Münze

Regierung bestätigt Verfehlen der Haushaltsziele Griechisches Defizit schickt Börsen auf Talfahrt

Stand: 03.10.2011 12:01 Uhr

Die EU-Kommission hatte es schon im Frühjahr prognostiziert, das griechische Parlament ging spätestens seit Anfang September davon aus - und dennoch sorgte die nun auch offizielle Bestätigung der griechischen Regierung, die Haushaltsziele in diesem und im kommenden Jahr zu verfehlen, für einen Kursrutsch an den Börsen weltweit.

Statt des mit der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) vereinbarten Defizitis in Höhe von 7,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werde Griechenland in diesem Jahr mit einem Minus in Höhe von 8,5 Prozent abschließen, hatte die Regierung mitgeteilt. Im kommenden Jahr soll das Defizit statt bei 6,5 Prozent nun bei 6,8 Prozent liegen.

Wirtschaft schrumpft um 5,5 Prozent

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos
galerie

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos macht die schrumpfende Wirtschaft für das hohe Defizit verantwortlich.

Als Grund gab das Finanzministerium an, dass die Wirtschaft des Landes in diesem Jahr um 5,5 Prozent schrumpfen werde. 2,0 bis 2,5 Prozent werde das Minus im kommenden Jahr betragen. Dies deckt sich zwar mit den im September veröffentlichten Weltwirtschaftsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF). In den Verhandlungen über das Rettungspaket im Juli war jedoch ein Wachstum für 2012 einkalkuliert worden.

Um die Ausgaben zu drücken, will die Regierung in Athen zudem erstmals seit mehr als 100 Jahren Staatsbedienstete entlassen. Sie beschloss, bis zum Jahresende 28.000 Staatsbedienstete bei reduzierten Bezügen zu beurlauben. Offiziell werden sie in die sogenannte Arbeitsreserve versetzt. In den meisten Fällen läuft dies wohl auf eine Frühverrentung der Betroffenen hinaus, da die Maßnahme offenbar vor allem für ältere Beschäftigte gilt, die kurz vor dem Renteneintritt stehen.

Griechische Regierung verfehlt vereinbarte Haushaltsziele
tagesschau 16:00 Uhr, 03.10.2011, Stephanie Strauss, ARD Athen

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Ihre Zahl wird in Medienberichten mit 20.000 angegeben. Weitere 1000 Stellen sollen im Zuge von Behördenschließungen gestrichen werden. Und 6000 bis 7000 befristet Beschäftigte sollen auch gehen. 3000 Angestellte bei Betrieben, die vom Staat abhängig sind, sollen ebenfalls entlassen werden, hieß es.

Die Betroffenen bekommen noch ein Jahr 60 Prozent ihres bisherigen Gehalts. Haben sie dann keine neue Stelle gefunden, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit endgültig entlassen. In den kommenden vier Jahren sollen im öffentlichen Dienst sogar bis zu 150.000 Stellen abgebaut werden.

Griechenland verpasst Sparziel
S. Wurzel, ARD Istanbul zzt. Athen
03.10.2011 06:30 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Troika entscheidet über weitere Milliardenzahlung

Die sogenannte Troika aus Experten der EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) soll diesem Schritt zugestimmt haben. Gleichwohl ist ungewiss, ob dieser Plan tatsächlich umgesetzt werden kann. Beobachter rechnen mit zahlreichen Klagen gegen die Versetzung in die Arbeitsreserve.

Das hoch verschuldete Griechenland steht derzeit unter erheblichem Druck, weil die Troika prüft, ob das Land die für die Auszahlung einer weiteren Tranche des Rettungsschirms geforderten Bedingungen erfüllt. Ohne die Auszahlung der acht Milliarden Euro wäre Griechenland bis Monatsende pleite. Die seit Monaten immer wieder verschärften Sparmaßnahmen bedeuten harte Einschnitte für die griechische Bevölkerung. Erst im September hatte die Regierung ein weiteres Sparpaket angekündigt.

Darstellung: