Nach Protesten in Athen brennen Häuser

Demos gegen Sparpaket Schwere Ausschreitungen bei Protesten

Stand: 12.02.2012 21:44 Uhr

Angesichts der Abstimmung über das Sparpaket im griechischen Parlament ist es in Athen und Thessaloniki zu schweren Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben der Polizei gingen am Abend etwa 100.000 Demonstranten auf die Straße.

Die Polizei gab die Zahl der Demonstranten in Athen mit insgesamt etwa 80.000 Menschen an, in Thessaloniki mit etwa 20.000. In beiden Städten gab es schwere Zusammenstöße mit der Polizei. Demonstranten warfen mit Steinen und Brandsätzen, worauf die Polizei mit Tränengas reagierte.

Mindestens 80 Verletzte

In Athen setzte die Polizei vor dem Parlamentsgebäude Tränengas gegen Demonstranten ein. Gruppen von Demonstrationsteilnehmern versuchten die Polizeiketten zu sprengen, die das Gebäude abschirmten. Mindestens 80 Menschen, darunter 30 Polizisten wurden verletzt.

Zudem sind nach Angaben der Feuerwehr etwa 40 Brände gelegt worden. Zivilschutzminister Christos Papoutsis sprach in einer Mitteilung von "extremen Faktoren", die zu Brandstiftungen und "Vandalismus" in der Hauptstadt geführt hätten. Die meisten Feuer wurden nach Angaben der Feuerwehr durch Molotowcocktails verursacht.

Mehrere Gebäude niedergebrannt

Die Feuerwehr hatte wegen der Menschenmassen auf den Straßen nach eigenen Angaben zudem Schwierigkeiten, zu brennenden Gebäuden zu gelangen. Im Stadtzentrum seien ein einstöckiges Haus mit einem Geschäft für hochwertigen Schmuck und ein benachbartes Kino vollständig niedergebrannt. Bei den Ausschreitungen in Athen hatte es am Abend schwere Zusammenstöße mit der Polizei gegeben. Demonstranten warfen mit Steinen und Brandsätzen, worauf die Polizei mit Tränengas reagierte. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Regierungschef kritisiert Ausschreitungen

Der griechische Regierungschef Lucas Papademos verurteilte die schweren Ausschreitungen. "Die Gewalt und die Ausschreitungen haben in einer Demokratie keinen Platz", sagte er. "Zu dieser entscheidenden Zeit können wir uns den Luxus dieser Art von Protest nicht leisten. Ich glaube, jedem ist bewusst, wie ernst die Lage ist."