Demonstranten vor der griechischen Parlament

Vor Abstimmung im Parlament Griechen streiken gegen Jobabbau

Stand: 16.07.2013 15:11 Uhr

In Griechenland haben Zehntausende Bürger gegen die geplanten Massenentlassungen im öffentlichen Dienst protestiert. Einen Tag vor der entscheidenden Parlamentsabstimmung über das Entlassungsgesetz folgten viele Staatsbedienstete dem Aufruf der Gewerkschaften zum landesweiten Streik unter dem Motto "Wir sind Menschen, keine Zahlen".

Proteste vor dem Parlament

Viele Museen, Sehenswürdigkeiten und Behörden blieben geschlossen. Züge fuhren nicht. Auch einige Buslinien in Athen sowie die U-Bahn zum Flughafen wurden bestreikt. Der Müll wurde vielerorts nicht abgeholt. Zeitweise legten zudem Journalisten die Arbeit nieder.

Schätzungen zufolge zogen am Mittag bis zu 30.000 Menschen vor das Parlamentsgebäude in Athen, um gegen den geplanten Stellenabbau zu protestieren. Kommunalpolizisten, die ganz oben auf der Entlassungsliste stehen, erzeugten mit Hupkonzerten ohrenbetäubenden Lärm. Mit Auto- und Motorradkorsos sorgten sie zudem für ein Verkehrschaos.

Protestierender Kommunalpolizist in Athen

Kommunalpolizisten setzten sich an die Spitze der Proteste.

15.000 Staatsbedienstete sollen ihren Job verlieren

Die Regierungskoalition aus Konservativen und Sozialisten will morgen beschließen, bis 2014 insgesamt 15.000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zu entlassen. 4000 sollen bereits bis Ende 2013 ihren Job verlieren. Weitere 25.000 Staatsbedienstete sollen Teil einer sogenannten Mobilitätsreserve werden. Das bedeutet, dass sie in eine Transfergesellschaft wechseln müssen. Dort bekommen sie acht Monate Zeit, um eine neue Stelle zu finden. Gelingt das nicht, werden sie entlassen.

Die Regierung will die Einschnitte trotz des Widerstands durchsetzen, um damit die Sparauflagen der internationalen Geldgeber zu erfüllen. Die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds wollen die nächste Kredittranche aus dem zweiten Rettungspaket nur auszahlen, wenn Griechenland weitere Reformen umsetzt, um seine Schuldenprobleme in den Griff zu bekommen. Der Auszahlung der Tranche von 6,8 Milliarden Euro hatten die Euro-Finanzminister vorige Woche unter Auflagen zugestimmt.