Silhouetten vor einer griechischen Fahne

Schuldenrückkauf offenbar erfolgreich Griechenland hat jetzt weniger Schulden

Stand: 11.12.2012 14:38 Uhr

Die zweite Frist für den Schuldenrückkauf Griechenlands ist abgelaufen - offenbar mit Erfolg: Dies berichtete das staatliche griechische Fernsehen unter Berufung auf Kreise des Finanzministeriums. Es habe Angebote für den Rückkauf von griechischen Staatanleihen von mehr als 30 Milliarden Euro gegeben. Zum Durchschnittspreis, den das Land zahlen musste, gibt es aber noch keine Angaben. Die Anleihenbesitzer hatten bis zum Mittag Zeit, um das Rücknahmeangebot zu akzeptieren. Die Frist war um anderthalb Werktage verlängert worden - bis zum ursprünglichen Termin waren nicht genug Anleihenbesitzer zum Verkauf bereit gewesen.

Griechenland will Bonds im Nennwert von 30 Milliarden Euro zurückkaufen und dafür zehn Milliarden Euro bezahlen. Den Investoren werden je nach Laufzeit zwischen 30 und 40 Prozent des Nennwerts offeriert. Manche machen damit satte Gewinne, da sie selbst die Papiere zu deutlich günstigeren Kursen gekauft hatten. Das gilt vor allem für Hedgefonds, die auf dem Höhepunkt der Griechenland-Krise in die Staatsanleihen eingestiegen waren - die Kurse hatten damals zum Teil unter 20 Prozent gelegen.

Ziel des Rückkaufs ist es, die Schuldenquote zu senken. Dies soll dazu beitragen, dass das Land seine Verbindlichkeiten auch auf längere Sicht schultern kann. Bis Ablauf der ersten Frist am Freitag waren laut Medienberichten Bonds im Nennwert von etwa 26,5 Milliarden Euro angeboten worden. Um noch die restlichen 3,5 Milliarden zusammenzubringen, wurde den Anlegern mehr Zeit gegeben.

Auch griechische Banken verkaufen

Schützenhilfe bekam die Regierung insbesondere von den heimischen Kreditinstituten. "Alle Banken werden den Rückkauf unterstützen", sagte ein Vertreter einer griechischen Großbank. "Das Ziel von 30 Milliarden Euro wird erreicht und könnte sogar übertroffen werden." Ein anderer Banker äußerte die Erwartung, dass am Ende Anleihen im Nennwert von 31 bis 32 Milliarden Euro offeriert werden.

Die griechischen Geldhäuser waren anfangs eher zögerlich, weil sie die Papiere schon länger besitzen und größere Verluste aus den Verkäufen vermeiden wollten. Einerseits waren die Wertberichtigungen aber zum Teil schon verbucht. Und andererseits sind gerade die griechischen Banken darauf angewiesen, dass die nächste Tranche des Hilfspakets an Griechenland ausgezahlt wird - und diese Auszahlung ist an einen erfolgreichen Rückkauf geknüpft.

Griechischer Schuldenrückkauf

Die Regierung in Athen will eigene Staatsanleihen zurückkaufen, um damit die überhöhte Schuldenquote zu drücken. Wie die zuständige Behörde PDMA mitteilte, wurden den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Werts gemacht. Sie läuft als "modifizierte holländische Auktion": Wer am wenigsten für seine Anleihen verlangt, erhält am ehesten den Zuschlag. Die Offerte endete am 11. Dezember.

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KOMMENTARE

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Doomhammer 11.12.2012 • 21:55 Uhr

@Kathgläubig

Es tut mir leid, dies so ausdrücken zu müssen: Aber exakt den selben Kommentar habe ich schon mehrfach von ihnen gelesen. Und mein Gedanke ist, auch wenn ich, glaube ich, noch nicht auf diesen Kommentar geantwortet hatte, wie üblich folgender: Wie es scheint, setzen sie sich nicht genug mit der Materie auseinander. Zwar stimmt es, dass die "Rettungsgelder" fast ausschließlich an Banken gehen, allerdings ist dies die Unfähigkeit unserer Politik, nicht die der Griechen. Eine Rückkehr zur Drachme würde die gesamte Eurozone auseinanderbrechen lassen, was auch für Griechenland nicht von Vorteil ist. Ein kollektiv finanziertes Infrastrukturprogramm sowie eine Neustrukturierung des griechischen Staates bringen da mehr. Im Übrigen: Griechenland ist als schwächstes Glied der Eurozone Opfer von Angriffen der Spekulationsindustrie geworden, die Probleme sind nicht alle hausgemacht. Gruß, Doomhammer