Standard & Poor's senkt Bewertung Glaube an Griechenlands Bonität schwindet

Stand: 09.05.2011 15:18 Uhr

Schriftzug der Ratingagentur Standard & Poor's an einem Bürogebäude
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Standard & Poor's zweifelt an der Kreditwürdigkeit Griechenlands

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands abermals herabgestuft. Sie senkte die Bonitätsnote für das hoch verschuldete Land um zwei Stufen von BB- auf B. Griechische Staatsanleihen sind damit nur noch zwei Stufen von einer Bewertung als "extrem spekulative" Anlage mit substanziellem Ausfallrisiko entfernt. Die Ratingagentur drohte weitere Herabstufungen an.

"Nach unserer Meinung gibt es ein steigendes Risiko, dass Griechenland Maßnahmen für eine Umschuldung ergreift", schrieb Standard & Poor's zur Begründung seiner Entscheidung. Um die Schuldenlast des Staates auf ein erträgliches Niveau zu senken, müssten die Gläubiger auf mindestens 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Am Freitagabend hatten Euro-Staaten auf einem Krisentreffen in Luxemburg über die Lage in Griechenland beraten. Eine Umschuldung lehnen sie offiziell aber ab.

Sparziele verfehlt

Griechenland habe zudem sein Defizitziel für den Staatshaushalt von 9,6 Prozent im vergangenen Jahr verfehlt, erklärte Standard & Poor's. Tatsächlich habe das Defizit bei 10,5 Prozent gelegen. Es sei zudem fraglich, ob Griechenland sein Sparziel für das Jahr 2011 erreichen werde. Das Mittelmeerland hat bereits Schulden in Höhe von 330 Milliarden Euro angehäuft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass der Schuldenberg bis 2013 auf 160 Prozent der Jahres-Wirtschaftsleistung (BIP) wächst.

Um das Land vor der Pleite zu retten, stellten der IWF 30 Milliarden und die Euro-Partner 80 Milliarden Euro bereit. Deutschland garantiert für 22,4 Milliarden Euro der Kreditsumme. Nach den Beschlüssen des jüngsten EU-Gipfels werden für die Hilfskredite rund vier Prozent Zinsen fällig. Für die Tilgung der Kredite bleiben Griechenland siebeneinhalb Jahre Zeit. Bis zum Ende dieses Jahres sollen von der Gesamtsumme rund 78 Milliarden Euro an Griechenland ausgezahlt werden.

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