Rekord in der EU Griechische Schuldenquote wächst

Stand: 22.07.2013 12:00 Uhr

Proteste in Athen
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Die griechische Schuldenquote dürfte weiter wachsen - auch, weil die Wirtschaft schrumpft.

Die griechische Schuldenquote wird größer. Der öffentliche Schuldenstand des Landes betrug nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat am Ende des ersten Quartals 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ein Jahr zuvor hatte der Wert erst bei 136 Prozent gelegen, im Vorquartal waren es knapp 157 Prozent gewesen.

Griechenland führt im Euroraum und in der EU die Negativliste der Staaten mit dem höchsten Schuldenstand an, gefolgt von Italien mit 130 Prozent, Portugal mit 127 Prozent und Irland mit 125 Prozent. Diese Länder meldeten auch die stärksten Anstiege. Portugal und Irland erhalten ebenso wie Griechenland Milliardenhilfen der internationalen Geldgeber von EU und Internationalem Währungsfonds IWF.

Wert soll bis 2020 auf 120 Prozent sinken

Bei der Rettung Griechenlands wird vor allem um diese Schuldenquote des Landes gerungen, die bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent sinken soll. Sie bezeichnet den Anteil der Schulden an der Wirtschaftsleistung. Erst bei 120 Prozent kann sich ein Land nach gängiger Meinung wieder selbst an den Kapitalmärkten langfristig refinanzieren. Wegen der schrumpfenden griechischen Wirtschaft dürfte die Schuldenquote Griechenlands zunächst aber weiter steigen.

Laut Eurostat stieg auch der Schuldenstand der Euro-Länder insgesamt. Im ersten Quartal wuchs der Wert gegenüber dem Vorquartal von 90,6 auf 92,2 Prozent. Die Schuldenquote Deutschlands sank laut Statistik leicht von 81,9 auf 81,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Juli 2013 um 20:00 Uhr.

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