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Griechenland besorgt sich Geld Kreative Auktionslösung statt Zahlungsausfall

Stand: 14.08.2012 15:22 Uhr

Griechenland hat mit einer Geldmarktauktion kurzfristig einen Zahlungsausfall und damit Notkredite abgewendet. Das Land besorgte sich bei Investoren den ungewöhnlich hohen Betrag von 4,063 Milliarden Euro. Die Laufzeit der Papiere beträgt 13 Wochen.

Allerdings war die Auktion für die Griechen teuer: Der Zinssatz liegt bei 4,43 Prozent - bei einer vergleichbaren Auktion im Juli hatte der Aufschlag nur bei 4,28 Prozent gelegen. Auch die Nachfrage war schlechter als im Juli: Sie hätte ausgereicht, um das 1,36-fache Volumen bei Anlegern zu platzieren. Im vergangenen Monat war noch ein Wert von 2,12 erreicht worden. An dem neuen kurzfristigen Kredit beteiligte sich hauptsächlich griechische Banken als Geldgeber.

Rückzahlung an die EZB am Montag fällig

Die Regierung in Athen braucht das Geld dringend, um Schulden bei der EZB zurückzuzahlen: Am kommenden Montag werden Anleihezinsen in Höhe von 3,2 Milliarden Euro fällig. Die EZB hatte das erste Rettungspaket für Griechenland mit Stützungskäufen von Staatsanleihen flankiert. Sie macht keine offiziellen Angaben über das ausstehende Volumen ihrer griechischen Schuldverschreibungen. Analysten schätzen aber, dass es um etwa 50 Milliarden Euro geht. Griechenland muss seine Schulden trotz aller Probleme weiter zurückzahlen.

Die Kassen in Athen sind leer, weil die Geldgeber seit Juni kein Geld mehr nach Athen überwiesen haben. Solange die politische Lage angesichts der neuen Regierung unklar ist, halten sie eine Hilfszahlung über 31,5 Milliarden Euro zurück.

Die Kontrolleure der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) wollen im September ihre Kontrollen fortsetzen, um festzustellen, ob Athen seine Verpflichtungen erfüllt. Zuletzt stellten die Prüfer zwar Fortschritte fest - doch kurzfristig dürfte auf keinen Fall Geld fließen.

Griechische Banken kaufen

Damit die Regierung in Athen dennoch die Schulden bei der EZB bezahlen kann, einigte hat man sich Berichten zufolge auf eine kreative Lösung: Kurzfristig anberaumte Geldmarktauktionen sollen das Geld einbringen.

Da internationale Investoren griechische Papiere meiden, kommen vor allem griechische Banken als Käufer in Frage. Weil viele Institute jedoch selbst nicht flüssig sind, haben Staatstitel für sie nur dann einen Wert, wenn sie als Sicherheit für Zentralbankgeld eingereicht werden können. Deshalb soll der EZB-Rat der griechischen Zentralbank gestattet haben, mehr kurzfristige Staatspapiere als Pfand anzunehmen.

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