Sonnenuntergang über der Akropolis in Athen | null

Griechenland in der Krise EFSF will Kredite nicht zurück - vorerst

Stand: 03.07.2015 16:38 Uhr

Weil Griechenland seine IWF-Rate nicht zahlte, könnte der Rettungsfonds seinen 145-Milliarden-Kredite zurückfordern. Trotz aller Sorge tut er dies aber vorerst nicht. Regierungschef Tsipras warb erneut für ein "Nein" beim Referendum.

Der Eurorettungsfonds EFSF/ESM wird seine Milliarden-Kredite vorerst nicht von Griechenland zurückfordern. Dies stünde ihm eigentlich zu. Der Verwaltungsrat bewertete die jüngst ausgebliebene griechischen Überweisung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zwar als offiziellen Fall von Zahlungsausfall. Auf mögliche scharfe Sanktionen wie die sofortige Rückforderung aller Verbindlichkeiten verzichtete er aber.

"Dieser Zahlungsausfall gibt Anlass zu großer Sorge", kommentierte Rettungsschirm-Chef Klaus Regling. Griechenland habe damit seine Verpflichtungen verletzt und riskiere ernsthafte Konsequenzen für Wirtschaft und Bevölkerung.

Der EFSF könnte laut aktuellen eigenen Angaben Gelder in Höhe von rund 145 Milliarden Euro sofort zurückfordern. Wie er weiter verfährt, werde später in enger Abstimmung mit den Euro-Staaten, der EU-Kommission und dem IWF entschieden.

Tsipras: Referendum keine Entscheidung über Euro

Unterdessen geht auch die Debatte über das für Sonntag angesetzte griechische Referendum und seine möglichen Konserquenzen weiter. Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras sieht laut eigenen Worten in dem Referendum zum Sparkurs seines Landes keine Entscheidung über einen Abschied aus der Eurozone. Bei der Volksabstimmung am Sonntag gehe es vielmehr um die Frage, ob sein Volk weiter verarme und verelende, sagte er in einer Fernsehansprache.

Die Griechen nähmen am Sonntag ihre Zukunft in die eigene Hand, wenn sie gegen die Sparprogramme der Gläubiger stimmten. Ein "Nein" werde nicht den Abbruch, sondern die Fortsetzung der Verhandlungen bedeuten, versicherte er seinen Landsleuten.

Er forderte auch erneut Erleichterungen bei Griechenlands Schuldenlast. Die jüngste IWF-Analyse bestätige seine Position, dass die Schulden untragbar seien. Es sei deshalb sinnlos, weiter harte Ausgabenkürzungen bei Gehältern und Renten durchzusetzen, nur um die Kredite zu bedienen. Laut IWF braucht Griechenland bis 2018 noch einmal 50 Milliarden Euro sowie Erleichterungen bei seinen Altschulden. Die Kreditgeber müssten Griechenland verbilligte Zinsraten und mehr Zeit zur Rückzahlung zugestehen, heißt es in der Analyse.