Schild am Eingang der griechischen Zentralbank

Regierung in Athen hofft auf drei Milliarden Euro Überweisung an Zentralbank - per Erlass

Stand: 20.04.2015 17:35 Uhr

Laut Medien benötigt die griechische Regierungen schnell knapp drei Milliarden Euro, um Renten und andere Verpflichtungen bezahlen zu können. Staatliche Institutionen werden deshalb nun verpflichtet, ihre Geldeinlagen an die Zentralbank zu überweisen.

Die griechische Regierung zwingt alle staatlichen Institutionen und öffentlich-rechtlichen Betriebe per Erlass, ihre Geldeinlagen an die griechische Zentralbank (Bank of Greece) zu überweisen. Damit sollen fällige griechische Schulden an den Internationalen Währungsfonds und andere Verpflichtungen in den kommenden Wochen bezahlt werden. Der Erlass war schon länger diskutiert worden. Er wurde jetzt veröffentlicht.

Schild am Eingang der griechischen Zentralbank

Staatliche Institutionen sollen Geldeinlagen an den Zentralbank überweisen.

Die griechische Regierung hofft auf Einnahmen in Höhe von rund drei Milliarden Euro. Laut Berichten der Griechischen Finanzpresse benötigt die Regierung in Athen rund 1,1 Milliarden Euro für Gehälter, 850 Millionen für Renten und knapp eine Milliarde für Verpflichtungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF).

IWF sieht Hoffnungsschimmer

In dieser Woche soll es weitere Verhandlungen über Hilfen für Griechenland geben. Der IWF sieht im Vorfeld einen Hoffnungsschimmer. "Seit einigen Tagen ist ein wenig mehr Schwung in die Verhandlungen zwischen den drei Institutionen und der griechischen Regierung gekommen", so Poul Thomsen, Europa-Chef des IWF. Das sei eine gute Entwicklung, man sei aber noch "weit vom Ziel entfernt", sagte er dem "Handelsblatt". Die drei Institutionen sind die EU-Kommission, der Europäische Zentralbank und der IWF.

Die Finanzminister der Euro-Zone wollen am Freitag im lettischen Riga erneut über die Reformauflagen für Griechenland sprechen, die im Gegenzug für weitere Hilfskredite verlangt werden. Zur Vorbereitung des Treffens beraten die Staatssekretäre bereits am Mittwoch.

Bisher hat die griechische Regierung keine Vorschläge gemacht, die die Billigung der Geldgeber finden. Die Regierung in Athen ist dringend auf Geld angewiesen, um ihre Verbindlichkeiten weiter bezahlen zu können.