Eurogruppenchef Dijsselbloem und Griechenlands Finanzminister Varoufakis

Eurogruppe zeigt Härte gegenüber Griechen Hartes Pokern um Athens Milliarden

Stand: 17.02.2015 18:31 Uhr

Die neue griechische Regierung beißt im Schuldenstreit bei der Eurogruppe bislang auf Granit. Die Reaktion auf die Vorstöße von Finanzminister Varoufakis ist eine Frist bis Freitag. Finanzminister Schäuble betont, er lasse sich nicht erpressen.

Von Kai Küstner, NDR-Hörfunkstudio Brüssel

Wenn das ein Pokerspiel ist, das da zwischen Griechenland und den anderen Eurostaaten stattfindet, dann ist Wolfgang Schäuble der perfekte Spieler: keine Spur von Nervosität bezüglich des so viel diskutierten "Grexit", Griechenlands möglichen Austritt aus der Eurozone. Betont gute Laune verströmt der Bundesfinanzminister vor den Journalisten. Er ist aber eiskalt in der Sache.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
galerie

Bundesfinanzminister Schäuble bezweifelt, ob die griechische Regierung weiß, was sie will.

"Die entscheidende Frage ist und bleibt: Will Griechenland eigentlich dieses Programm oder nicht? Niemand der Kollegen hat bisher verstanden, was Griechenland am Ende will", sagt er. Und es sei die Frage, ob Griechenland das wirklich selbst wisse.

Das Programm: Das ist jenes milliardenschwere und Ende des Monats auslaufende Hilfspaket, das die Regierung in Athen nicht verlängern möchte und das in Griechenland deshalb so verhasst ist, weil es mit seinen Sparauflagen dem Finanzminister Yanis Varoufakis zufolge die Menschen ins Elend stürzt und das Wachstum stranguliert.

Griechenland wehrt sich gegen Frist der EU-Finanzminister
tagesschau 20:00 Uhr, 17.02.2015, Christian Feld, ARD Brüssel

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Schäuble: Varoufakis überzeugt nicht

Schäuble kommentiert die Auftritte seines neuen griechischen Widerparts in der Runde der Finanzminister so: "Bisher ist er nicht sehr wirkungsvoll, die anderen zu überzeugen. Ich kenn' ja meine Kollegen auch und weiß, wie sie reagieren. Also: Da hat er noch Luft nach oben."

Griechenlands Finanzminister Varoufakis
galerie

Griechenlands Finanzminister Varoufakis versucht, Optimismus zu verbreiten

Varoufakis hingegen ist fest davon überzeugt ist, dass er nicht nur seinen Griechen, sondern ganz Europa einen Gefallen tut, wenn er es schafft, den Sparzwang ein wenig zu lindern. "Wir in Europa wissen, wie man beratschlagt, um einen sehr guten, einen ehrenwerten Ausweg aus anfänglichen Meinungsverschiedenheiten zu finden", sagte Varoufakis und versuchte damit, Zuversicht zu verbreiten. Die Botschaft der Eurogruppe lautet eher: "Athen, wenn Du denkst, Du kannst pokern, dann verzockst Du Dich!"

Drohung mit Frist bis Freitag

Aus Sicht des Eurogruppen-Chefs Jeroen Dijsselbloem hängt jetzt alles an den Griechen. Das Ergebnis des gestrigen Treffens war ja eine unmissverständliche Drohung an die Adresse Athens: "Ihr habt bis Freitag Zeit, eine Verlängerung des laufenden Milliarden-Hilfsprogramms zu beantragen - danach schließt sich der Rettungsschirm" - mit nicht absehbaren Folgen.

Der britische Finanzminister George Osborne, dessen Land gar nicht Mitglied der Eurozone, sehr wohl aber der EU ist, zeigt sich besorgt. "Es gibt immer noch erhebliche Unstimmigkeiten zwischen Griechenland und den anderen Eurozonen-Ländern", sagt er. "Es geht jetzt ans Eingemachte: Wenn wir keine Lösung erzielen, wären die Auswirkungen auf das europäische Wirtschaftssystem erheblich." Weil eigentlich jeder weiß, dass der "Grexit" teuer wird - und zwar für alle - müsste es eigentlich ausreichend Interesse an einem Kompromiss geben.

Schäuble lässt keine Zweifel an Geschlossenheit aufkommen

Während der luxemburgische Vertreter Pierre Gramegna forderte, es müssten sich jetzt beide Seiten ein bisschen bewegen, machte Schäuble hingegen auf seine Weise klar, was er von Spekulationen hält, die felsenfest scheinende Front der Eurogruppe gegenüber Athen könnte am Ende doch noch zerbröckeln: "Sie nützen nichts", sagte er. "Ich hab' das früher schon mal in ganz anderem Zusammenhang gesagt: Da hat auch jemand versucht, mich zu erpressen. Dann hab ich ihm erklärt: 'Ich bin so blöd, ich merk's gar nicht, wenn man mich erpressen will.' Und deshalb nützt es nichts. Es nützt einfach nix. Full stop."

Schäuble bleibt hart im Schuldenstreit mit Griechenland
K. Küstner, NDR Brüssel
17.02.2015 18:10 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: