Eine Frau sprüht Unkrautvernichtungsmittel der Marke Roundup auf eine Pflanze. | Bildquelle: REUTERS

Glyphosat-Prozess Kläger akzeptiert geringere Summe

Stand: 01.11.2018 15:07 Uhr

Im Glyphosat-Prozess in den USA hat der krebskranke Kläger einer niedrigeren Entschädigung von Bayer zugestimmt - von 289 Millionen Dollar auf rund 79 Millionen Dollar. Bayer will weiter Berufung einlegen.

Im ersten US-Prozess um angeblich verschleierte Krebsrisiken von Bayers Unkrautvernichter Glyphosat hat der Kläger einen vom Gericht festgesetzten millionenschweren Schadensersatz akzeptiert.

Ursprünglich hatte eine Geschworenen-Jury dem an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Dewayne Johnson 289 Millionen Dollar (255 Millionen Euro) zugesprochen. Die zuständige Richterin hatte diese Summe dann in der vergangenen Woche auf rund 79 Millionen Dollar reduziert. Bayer hatte zudem einen neuen Prozess beantragt - dem gab die Richterin nicht statt.

Kläger Dewayne Johnson bei der Urteilsverkündung | Bildquelle: AP
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Kläger Dewayne Johnson ist unheilbar an Krebs erkrankt.

Die Reduzierung des Schadensersatzes sei zwar nicht angemessen, teilten die Anwälte von Johnson mit. Allerdings akzeptiere ihr Mandant das Urteil. Er habe Hoffnung, noch in seiner Lebenszeit eine endgültige Lösung in dem Streit zu finden.

Bayer will Berufung einlegen

Bayer bekräftigte, gegen das Urteil vorgehen zu wollen. Der Konzern ist nach wie vor davon überzeugt, dass das Urteil im Widerspruch zu den im Prozess vorgelegten Beweisen steht. Das erklärte ein Sprecher. Beim California Court of Appeal soll Berufung eingelegt werden.

Für Monsantos Konzernmutter Bayer, die den US-Saatgutriesen mit Sitz in St. Louis erst Mitte des Jahres für rund 63 Milliarden Dollar übernommen hatte, ist der Ausgang des Prozesses von großer Bedeutung. Denn in den USA laufen rund 8700 Klagen wegen möglicher Erkrankungen durch Glyphosat gegen Monsanto.

Verkaufsschlager Roundup

Angestellter räumt in einem US-Geschäft das Glyphosat-Produkt Roundup in ein Regal. | Bildquelle: AFP
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In den USA werden Glyphosatprodukte zum Beispiel unter dem Namen Roundup verkauft.

Es geht vor allem um Monsantos Verkaufsschlager Roundup, ein Unkrautvernichtungsmittel. Ob das Mittel Krebs verursacht, ist hoch umstritten. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation stufte den Unkrautvernichter 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" für Menschen ein.

Monsanto und Bayer weisen dies vehement zurück und verweisen auf "mehr als 800 wissenschaftliche Studien, die US-Umweltbehörde EPA, die Nationalen Gesundheitsinstitute und Aufseher weltweit", die dem Unternehmen zufolge besagen, dass Glyphosat keine Krebsrisiken birgt.

Der Fall Johnson ist besonders brisant, da es sich um das erste Urteil handelt, das richtungsweisend für die zahlreichen weiteren Klagen sein könnte.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 01. November 2018 um 06:13 Uhr.

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