Ein Bauer besprüht sein Feld.  | dpa

EU-Zulassung Hendricks will Glyphosat verhindern

Stand: 13.07.2017 10:01 Uhr

Bundesumweltministerin Hendricks will die von der EU-Kommission vorgeschlagene Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat verhindern. Damit stellt sie sich gegen Landwirtschaftsminister Schmidt - und die Bundeskanzlerin.

Umweltministerin Barabara Hendricks stemmt sich gegen den Vorschlag der EU-Kommission, den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat für weitere zehn Jahre in Europa zuzulassen. Die Brüsseler Behörde ignoriere komplett die Schäden für die Tier- und Pflanzenwelt. "Deshalb bleibe ich bei meinem Nein", sagte die SPD-Politikerin der "Bild"-Zeitung. "Wir haben seit Beginn der Glyphosat-Debatte darauf hingewiesen, dass jede Neuregelung nachteilige Folgen für die biologische Vielfalt verhindern muss. Leider geht der neue Vorschlag der EU-Kommission darauf nicht ein."

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, SPD | dpa

Bundesumweltministerin Hendricks kritisiert den Vorschlag der EU-Kommission, die Zulassung für Glyphosat für zehn Jahre zu verlängern. Bild: dpa

Anders sieht es dagegen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt: Der CSU-Politiker ist für eine Verlängerung der Genehmigung. Er verweist dabei auf wissenschaftliche Untersuchungen der zuständigen deutschen und europäischen Behörden und sieht keine rechtliche Grundlage, eine Genehmigung zu verweigern.

EU-Kommission will Zehn-Jahres-Zulassung

Der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat soll nach dem Willen der EU-Kommission für weitere zehn Jahre in Europa zugelassen werden. Die Behörde hatte den Schritt bereits im Mai angekündigt, allerdings jetzt erst einen detaillierten schriftlichen Vorschlag ausgearbeitet.

Die Entscheidung darüber sollen Vertreter der EU-Staaten treffen, bevor zum Jahresende die aktuelle Genehmigung ausläuft. Um mit Ja oder Nein stimmen zu können, muss sich die Bundesregierung - anders als jetzt - einig sein. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich zuletzt klar pro Glyphosat ausgesprochen.

Nicht offiziell krebserregend, aber giftig

Das auch auf deutschen Feldern breit eingesetzte Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Allerdings kam die europäische Chemikalienagentur Echa im März zu dem Schluss, dass verfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse nicht die Kriterien erfüllten, um Glyphosat als krebserregend zu bewerten. Die Substanz schädige indes ernsthaft die Augen und sei giftig für Organismen im Wasser.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Juli 2017 um 05:30 Uhr.

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KOMMENTARE

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michel56 13.07.2017 • 18:01 Uhr

Wie sie ist zu was gut?

Bisher hatte ich nicht den Eindruck das diese so wie manch andere Ministerbesetzungen was anderes sind als gut für den Bürger sondern für die Lobbys u. Interessen. Aber Gift bleibt Gift u. wenn das Gift sich in uns allen schon kommuliert vorkommt so will ich das als Bürger nicht nur weil der Bauer was bei der Ernte spart oder der Ertrag auf Kosten von Umwelt u. Mensch höher ist. Keine Insekten mehr ;Vögel;Bienen;Reephühner;Frösche usw.in Wüsten voller Monokulturen damit die Überproduktion die Märkte in Afrika oder sonst wo ruiniert. Nein Glyphosat oder was da sonst im Umlauf ist ist nicht das Mittel der Wahl die wir nur noch haben. Es ist oder kann der Sargnagel wenn auch nur einer sein!