Forschungsprojekt Loon des Unternehmens Alphabet, zur Versorgung abgelegener Gebiete mit Internet |

Globales Internet Alphabet gibt Ballon-Projekt auf

Stand: 22.01.2021 11:12 Uhr

Entlegene Gebiete über Ballons mit Internet versorgen: so lautete der Plan des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Jetzt ist das Projekt gestoppt. Offenbar lässt sich damit nicht genug Geld verdienen.

Google-Mutter Alphabet verabschiedet sich von einem großen Ziel: das Internet und damit letztlich auch Google und seine Dienste in entlegeneren Weltregionen zu verbreiten. Die dafür gegründete Tochterfirma Loon wird geschlossen. Nach Angaben von Loon gibt es auf mehr als der Hälfte der irdischen Landmasse keinen Zugang zum Internet. Rund 3,8 Milliarden Menschen, also die Hälfte der Weltbevölkerung, hätten keinen Zugang zum Internet -und noch mehr Menschen keinen angemessenen Anschluss.

      

Loon sollte ein Netz von in der Stratosphäre stationierten Ballons werden, um Menschen in ländlichen und entlegenen Gebieten weltweit mit Internet zu versorgen. Die Ballons sollten umherschweben und untereinander Daten übermitteln.

Google hatte die Idee im Jahr 2013 vorgestellt. Geplant war, dass entlegene und dünn besiedelte Gegenden sich auf diese Weise günstiger mit Internet versorgen lassen könnten als mit herkömmlicher Telekommunikations-Infrastruktur. Offenbar war die Annahme unzutreffend: "Wir haben keinen Weg gefunden, die Kosten so weit zu senken, dass ein langfristig nachhaltiges Geschäft möglich wird", schrieb Loon-Chef Alastair Westgarth in einem Blogeintrag.

Forschungsprojekt Loon des Unternehmens Alphabet, zur Versorgung abgelegener Gebiete mit Internet |

Forschungsprojekt Loon: Im Ergebnis unprofitabel.

Auch Drohnen zu teuer  

Google hatte zuvor bereits ein ähnliches Projekt unter Verwendung von Drohnen aufgegeben und ist damit in illustrer Gesellschaft. Auch Facebook verfolgt diesen Weg nicht mehr. Im Juni 2018 hatte das soziale Netzwerk mitgeteilt, das eigene Drohnen-Projekt zu beenden.  

Die Fluggeräte mit der Spannweite einer Boeing 737 sollten monatelang autonom in großen Höhen kreisen, um für die Netzanbindung in entlegenen Gebieten zu sorgen. Zur Begründung gab Facebook seinerzeit an, dass auch Unternehmen aus der Luftfahrtbranche bei dieser Technik aktiv seien. Deshalb wolle man lieber mit Partnern zusammenarbeiten.

Test in Kenia war geplant

Bei den Ballons hatte Google dagegen noch Hoffnung auf ein gutes Geschäft. Im vergangenen Jahr startete Loon in Kooperation mit einem lokalen Netzbetreiber die Versorgung einer Region in Kenia. Ziel war es in Kenia ein 4G/LTE-Mobilfunknetz zu etablieren. Das Projekt ist damit ebenfalls Geschichte.

Trotz des durchaus noch bestehenden Mangels wurden Internet-Zugänge in den vergangenen Jahren in immer mehr Regionen verfügbar. Deshalb sei er zu dem Schluss gekommen, dass Loon nie einen Beitrag zu den Gewinnen des Konzerns leisten werde, sagte der Chef des Alphabet-Innovationslabors X, Astro Teller, dem Magazin "Wired".

Alphabet lässt sich Zukunftswetten wie Loon Jahr für Jahr Milliarden kosten, während das Google-Kerngeschäft mit Online-Werbung nach wie vor das Geld dafür liefert.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. Januar 2021 um 13:38 Uhr.