Germania-Maschine in Dresden | Bildquelle: AP

Insolvente Airline Keine Rettung für Germania

Stand: 25.03.2019 14:25 Uhr

Die Rettung der insolventen Fluggesellschaft Germania ist gescheitert. Alle seriösen Bieter seien abgesprungen, sagte der Insolvenzverwalter. Damit sei eine Stilllegung nicht mehr abzuwenden.

Für die insolvente Airline Germania gibt es keine Zukunft mehr - die Rettungsversuche sind gescheitert. Alle seriösen Bieter seien abgesprungen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg mit. Eine Stilllegung sei nicht mehr abzuwenden. "Die Mitarbeiter erhalten nun in den nächsten Tagen die Kündigungen und werden zusätzlich zum Anfang April freigestellt", hieß es in der Mitteilung weiter.

Die bevorstehende Sommersaison und die Tatsache, dass die Branche dringend Flugzeugkapazitäten braucht, hätten den Investorenprozess zusätzlich erschwert. Auch die Boeing-Krise hat daran Anteil: "Das Flugverbot für die 737 MAX hat die Situation zuletzt nochmal deutlich verschärft, weil dadurch Flugzeuge noch knapper wurden", sagte Wienberg. Nach zwei Abstürzen mit fast 350 Toten dürfen derzeit weltweit keine Maschinen dieses Typs fliegen.

Deadline am 31. März

Bis zuletzt hatte es für die Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft noch einen Hoffnungsschimmer gegeben. Es gab nach Angaben Wienbergs sowohl Interessenten für große Teile der Germania als auch für den Bereich Wartung und Technik. Sie alle zogen sich aber aus dem Bieterprozess zurück, wie es nun hieß. Ein Problem sei der enge Zeitrahmen gewesen, denn zum 31. März endet der Insolvenzgeldzeitraum für die Mitarbeiter.

Das eigentliche Insolvenzverfahren ist bislang noch nicht eröffnet worden, wie ein Sprecher Wienbergs mitteilte. Momentan läuft noch die Phase des vorläufigen Insolvenzverfahrens. Über den Eröffnungstermin entscheidet ein Gericht auf Grundlage eines Gutachtens des Insolvenzverwalters.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Germania | Bildquelle: picture alliance / Martin Schutt
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Die Maschinen der Germania waren nur geleast.

Gute Aussichten für Angestellte

Im Februar hatte die Airline mit fast 1700 Mitarbeitern Insolvenz angemeldet - fast eineinhalb Jahre nach der spektakulären Pleite der Air Berlin. Für die Mitarbeiter sieht Wienberg gute Chancen, einen neuen Job zu finden: "Der Arbeitsmarkt saugt derzeit noch viel auf." Denn zahlreiche Unternehmen bräuchten Fachkräfte. "Piloten werden händeringend gesucht." Dies gelte auch für Techniker.

Germania steuerte viele Reiseziele im Mittelmeerraum an. Jährlich beförderte die viertgrößte deutsche Airline nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Passagiere. Die Flugzeuge blieben mit der Insolvenz am Boden.

Eigene Maschinen hatte die Fluggesellschaft nicht, die annähernd 30 Flugzeuge waren zuletzt nach Angaben des Insolvenzverwalters alle geleast. Nun könnte es anderen Airlines verstärkt darum gehen, an die begehrten Start- und Landerechte an den einzelnen Flughäfen heranzukommen. So hatte direkt nach der Germania-Pleite die Lufthansa-Tochter Eurowings Interesse an den Slots am Flughafen Düsseldorf gezeigt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. März 2019 um 14:00 Uhr.

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