Flugzeuge von Germania stehen auf dem Rollfeld | Bildquelle: REUTERS

Nach Insolvenz Keine Staatshilfe für Germania

Stand: 05.02.2019 13:46 Uhr

Deutschlands viertgrößte Fluglinie Germania ist pleite. Auf Hilfe vom Staat können die etwa 1700 Mitarbeiter jedoch nicht hoffen. Wirtschaftsminister Altmaier will nicht eingreifen. Die Lage sei anders als bei Air Berlin.

Die Mitarbeiter der insolventen Fluglinie Germania können nicht auf Staatshilfe hoffen. "Das ist ein Anwendungsfall von Marktwirtschaft", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Erfolg und Misserfolg seien Teil der Marktwirtschaft. Wenn der Staat "willkürlich" Firmen rette, komme es zu "Fehlallokationen" und hohen betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten, mahnte der Minister.

Altmaier rechtfertigte die Absage damit, dass man auch im Fall von Air Berlin nicht versucht habe, das Unternehmen zu retten. Damals habe man nur geholfen, damit gestrandete Passagiere zurückkommen. Bei Germania gehe es um einen Fall "von viel begrenzterer Dimension", sagte Altmaier. Den allermeisten Passagieren könne wohl von Veranstaltern und Reisebüros geholfen werden.

Nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin im Sommer 2017 hatte die Bundesregierung dem Unternehmen einen Überbrückungskredit gewährt, um den Flugbetrieb zunächst noch aufrechtzuerhalten. Damals saßen zahlreiche Air-Berlin-Kunden an Flughäfen außerhalb Deutschlands fest.

Airline Germania ist insovlent
tagesschau 20:00 Uhr, Esther Neumeier, RBB

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Kleinere Flughäfen von Insolvenz betroffen

Die grün-weiße Airline hatte am späten Montag einen Insolvenantrag gestellt und den Flugbetrieb eingestellt. Vor allem kleinere Flughäfen sind zum Teil massiv betroffen. Stark betroffen war zum Beispiel der Flughafen Rostock-Laage. Auswirkungen waren auch auf den Flughäfen Erfurt und Friedrichshafen zu spüren.

Nach den Worten von Germania-Geschäftsführer Karsten Balke war es nicht gelungen, die finanziellen Schwierigkeiten des 1986 gegründeten Unternehmens in den Griff zu bekommen. Die Airline begründet den finanziellen Engpass mit massiven Steigerungen der Kerosinpreise und mit einer "außergewöhnlich hohen Anzahl technischer Serviceleistungen an der Flotte".

Hilfe von anderen Fluglinien

Balke bedauerte die Auswirkungen der Pleite für die rund 1700 Mitarbeiter, die ihr Bestes für einen zuverlässigen Flugbetrieb gegeben hätten. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Rüdiger Wienberg sind Löhne und Gehälter zunächst für drei Monate gesichert, da die Arbeitsagentur das sogenannte Insolvenzgeld zahlt.

Die etwa 60.000 betroffenen Fluggäste bat Balke um Entschuldigung. Mehrere Fluglinien boten Germania-Passagieren, die sich im Ausland befinden, verbilligte Tickets für die Rückflüge an. Der Geschäftsbetrieb der Schweizer Germania Flug AG und der Bulgarian Eagle geht dagegen weiter.

Ein Mann geht mit seinem Koffer am Flughafen Münster/Osnabrück an einem leeren Germania-Schalter vorbei | Bildquelle: dpa
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Leerer Germania-Schalter in Osnabrück. Die Fluglinie war vor allem an kleineren Airports vertreten.

Bekannt für Ferienflüge

Die Airline Germania ist bei vielen Touristen wegen ihrer Ferienflüge in den Mittelmeerraum bekannt. Die Fluggesellschaft setzte aber auch auf die Nische - mit Zielen wie Irak und Iran. Das galt in der Branche als ein Alleinstellungsmerkmal. Nach Unternehmensangaben beförderte Germania mehr als vier Millionen Passagiere jährlich. Zu den großen Zielländern zählten Spanien, Griechenland, Türkei und Ägypten.

Laut Branchenangaben ist Germania die viertgrößte deutsche Fluggesellschaft nach der Lufthansa Gruppe, Condor und Tuifly. Zusammen mit der Schweizer Germania Flugbetrieb AG und der Bulgarian Eagle betrieb Germania zuletzt 37 Flugzeuge.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Februar 2019 um 12:00 Uhr.

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