"General Motors" GM | Bildquelle: dpa

US-Autokonzern General Motors streicht Tausende Stellen

Stand: 26.11.2018 22:07 Uhr

General Motors hat ein massives Sparprogramm angekündigt. Tausende Arbeitsplätze sollen wegfallen, mehrere Fabriken könnten geschlossen werden. Entsprechend enttäuscht reagierte US-Präsident Trump.

Im Rahmen eines drastischen Sparprogramms will der US-Autobauer General Motors (GM) 15 Prozent seiner Stellen in Nordamerika streichen. Zudem könnten mehrere Fabriken stillgelegt werden, wie das Unternehmen mitteilte. Etwa 14.700 Arbeitsplätze sollen betroffen sein.

Zur Begründung sagte GM-Chefin Mary Barra, sie wolle das Unternehmen auf veränderte Marktbedingungen einstellen und für langfristigen Erfolg positionieren. Bis Ende 2020 will GM jährlich sechs Milliarden Dollar einsparen. Die Kosten sollen dabei um 4,5 Milliarden Dollar und Investitionen um 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr sinken.

Dadurch sollen Mittel frei werden, um in die Entwicklung und Produktion von Elektroautos und autonomen Fahrzeugen zu investieren. Außerdem soll die Produktion zukunftsorientierter ausgerichtet werden: Weg von Limousinen, die in den USA kaum noch gefragt sind, hin zu SUV, Trucks und Mini-Vans.

Verhandlungen mit Gewerkschaften

Die zur Disposition stehenden Fabriken könnten geschlossen werden oder Aufträge zum Bau anderer Modelle bekommen. Darüber soll in Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften im kommenden Jahr gesprochen werden. Betroffen sind zwei Werke in Detroit, eines in Ohio, eines in Baltimore und eines im kanadischen Bundesstaat Ontario.

Trump reagiert verärgert

Die Ankündigung von GM ist ein Schlag für US-Präsident Donald Trump. Er hatte im Wahlkampf eine neue Blüte der Auto-Produktionsstandorte im sogenannten Rostgürtel in Michigan und Ohio versprochen.

Entsprechend fiel seine Reaktion aus. In einem am Montag veröffentlichten Interview des "Wall Street Journal" forderte Trump das Unternehmen auf, die Autoproduktion in China einzustellen. GM solle seine Fahrzeuge lieber in den USA produzieren.

Zu Reportern sagte Trump, dass er nicht glücklich mit der Entscheidung GMs zur Stilllegung einer Anlage in Lordstown in Ohio sei. Er habe dies GM-Chefin Barra mitgeteilt. Barra habe ihm versichert, dass die Maßnahme nichts mit den jüngst verhängten Schutzzöllen zu tun habe. Der Beschluss sei auf magere Absatzzahlen zurückzuführen. Trump riet ihr daraufhin nach eigenen Angaben, ein Auto auf den Markt zu bringen, das sich gut verkaufe.

Trump kritisiert General Motors wegen Sparprogramm
Thilo Kößler, DLF
27.11.2018 13:44 Uhr

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Mit Informationen von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

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