GDL-Chef Claus Weselsky spricht auf einer Pressekonferenz. | dpa

Tarifkonflikt bei der Bahn GDL stellt Bahn Ultimatum

Stand: 09.09.2021 19:39 Uhr

Die Lokführergewerkschaft GDL erhöht den Druck: Sie fordert von der Bahn ein "verhandlungsfähiges Angebot" bis Anfang kommender Woche - ansonsten gebe es weitere Streiks. Soweit will es der Konzern offenbar nicht kommen lassen.

Die Lokführergewerkschaft GDL hat der Deutschen Bahn ein Ultimatum für ein neues Angebot gestellt. "Wenn nicht bis Anfang nächster Woche ein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt, beginnt die GDL am kommenden Montag mit der Vorbereitung des nächsten Arbeitskampfes", teilte GDL-Chef Claus Weselsky mit. "Wir hatten der Deutschen Bahn nach dem letzten Ausstand Zeit zum Nachdenken eingeräumt, doch mir scheint, dass der Bahnvorstand ein bisschen lange zum Überlegen braucht."

Nun gibt es offenbar Bewegung im Tarifstreit. Laut Nachrichtenagentur dpa will die Bahn der GDL bis zum Wochenende ein "neues und verbessertes" Angebot vorlegen. Inhalte des geplanten Angebots wurden zunächst nicht bekannt. Das Unternehmen prüfe intensiv, an welchen Stellen sich beide Seiten weiter annähern können, sagte eine Bahn-Sprecherin. "Im Interesse unserer Kundinnen und Kunden müssen wir jetzt dringend zu einer Einigung kommen."

Drei Streikrunden im aktuellen Konflikt

Die GDL hat in der laufenden Tarifrunde schon drei Mal für ihre Ziele gestreikt, zuletzt im Personenverkehr fünf Tage lang. In dem Tarifkonflikt geht es um eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Dabei will die Gewerkschaft auch ihren Einflussbereich im Konzern ausdehnen.

Trotz monatelanger Tarifauseinandersetzung konnten sich die Bahn und die Lokführergewerkschaft bislang nicht auf einen Abschluss verständigen. Die GDL fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn will die Tariferhöhung über einen längeren Zeitraum strecken und hatte zuletzt eine Laufzeit von 36 Monaten angeboten. Zudem stimmte sie der Corona-Prämie zu.

Die GDL kämpft außerdem gegen geplante Änderungen am Betriebsrentensystem der Bahn. Sie will überdies nicht nur Lokführer und Zugbegleiter vertreten, sondern auch Rahmentarifverträge für Beschäftigte in den Werkstätten und in der Infrastruktur sowie für Auszubildende schließen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. September 2021 um 19:35 Uhr.