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Russland und Ukraine legen Gasstreit bei Gazprom liefert wieder nach Europa

Stand: 20.01.2009 18:03 Uhr

Nach fast zwei Wochen hat Russland die Gaslieferungen über die Ukraine nach Europa wieder aufgenommen. Ein Sprecher des Staatskonzerns Gazprom erklärte, seit dem Vormittag ströme wieder Gas. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko bestätigte, dass russisches Gas in die Transit-Pipeline gepumpt werde. Auch der größte slowakische Gasversorger SPP in Bratislava bestätigte, dass russisches Gas durch die Leitungen ströme. Bis es bei allen Kunden in Europa ankommt, dürfte laut Experten noch etwas Zeit vergehen.

Russland hatte die Erdgaslieferungen in die Ukraine am 1. Januar gestoppt. Am 7. Januar wurde auch der Erdgastransit in die EU-Länder eingestellt. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, für das Dilemma verantwortlich zu sein.

Ukraine muss mehr zahlen

Timoschenko und Putin bei der Übergabe der Vertragsdokumente in Moskau.
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Timoschenko und Putin bei der Übergabe der Vertragsdokumente in Moskau. Der Streit sei beigelegt, versicherten beide.

Gestern hatten Russland und die Ukraine ein Abkommen zur Beendigung ihres Gasstreits unterzeichnet und damit den Weg für eine Wiederaufnahme der Lieferungen in die EU frei gemacht. Hintergrund des Lieferstopps war ein Streit um die Gaspreise. Die vom russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin und der ukrainischen Ministerpräsidentin Timoschenko erzielte Einigung sieht vor, dass die Ukraine künftig deutlich mehr für Gas aus Russland zahlt, wenn auch in diesem Jahr noch 20 Prozent weniger als der europäische Marktpreis. Ab 2010 wird die Ukraine dann den in Europa üblichen Gaspreise bezahlen.

Die Auswirkungen des Lieferstopps waren in Ländern auf dem Balkan und in Osteuropa zu spüren. Dort mussten Fabriken geschlossen werden, Millionen Menschen froren in ihren ungeheizten Wohnungen.

Gas Europa Pipeline Russland
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