Die G7-Finanzminister und Notenbanker sitzen an einem runden Tisch. | Bildquelle: REUTERS

G7-Finanzministertreffen USA sind isoliert

Stand: 03.06.2018 00:44 Uhr

Nicht mal eine Abschlusserklärung - beim Treffen der G7-Finanzminister hat es keine Annäherung an die USA gegeben. Diese hatten mit Verkündung von Strafzöllen kurz vor Beginn des Treffens die Spannungen erhöht.

Die USA sind nach ihrer Entscheidung über die Einführung von Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte isoliert. Beim Treffen der G7-Finanzminister in Kanada gab es keine Annäherung. Anders als bei solchen Treffen üblich wurde auch keine gemeinsame Abschlusserklärung veröffentlicht.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire sprach nach dem Ende der Beratungen von einer "G6"-Gruppe, die dem siebten Land - den USA - eine gemeinsame Botschaft zu den Strafzöllen mitgegeben habe: "Wir sind bereit zu reagieren, aber wir bevorzugen einen anderen Weg."

Kanadas Finanzminister sagte, man habe dem Amtskollegen Steven Mnuchin "einhellige Sorge und Enttäuschung" zum Ausdruck gebracht. Bundesfinanzminister Olaf Scholz warf den USA einen Verstoß gegen gültige Vereinbarungen vor. Die Strafzölle seien "unverändert nach Sicht aller Beteiligten mit der Regulierung, mit den Regeln, die wir weltweit gefunden haben, nicht vereinbar und rechtswidrig".

Bundesfinanzminister Olaf Scholz beim G7-Treffen im kanadischen Whistler. | Bildquelle: REUTERS
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Bundesfinanzminister Olaf Scholz kritisierte die US-Strafzölle ungewohnt scharf.

USA wollen G7 nicht den Rücken kehren

Mnuchin zeigte nach Teilnehmerangaben in den Beratungen keine Bereitschaft zum Einlenken. Kanadas Finanzminister Morneau ließ in der geschlossenen Sitzung einen Finanzminister nach dem anderen zu Wort kommen, damit diese ihre Kritik direkt an Mnuchin richten konnten, wie aus kanadischen Kreisen verlautete. Mnuchin habe sich die Einwände angehört, aber wenig dazu gesagt, hieß es.

Vor Journalisten bemühte sich Mnuchin aber darzulegen, dass sein Land der G7-Gruppe nicht den Rücken kehren wolle. "Das waren hier nicht G6 plus eins, sondern G7", sagte Mnuchin zum Abschluss. "Das sind unsere wichtigsten Verbündeten oder einige unserer wichtigsten Verbündeten." Sein Land halte aber am Ziel eines "fairen und ausgeglichenen Handels" fest, betonte der US-Minister.

"Gegenmaßnahmen treffen USA hart"

Die Maßnahmen der EU gegen die Strafzölle nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Amerika hart treffen und auch Auswirkungen auf die Verbraucher dort haben. "Was da auf der Liste der EU-Maßnahmen steht, ist sehr sorgfältig ausgewählt. Zölle auf diese Waren sind keineswegs Peanuts für die Amerikaner und gehen weit über Peanutbutter hinaus", sagte Altmaier der "Welt am Sonntag".

Die US-Schutzzölle werden Altmaier zufolge hingegen kaum Auswirkungen auf die Konjunktur in Deutschland haben. Der Schaden für die hiesigen Stahlkocher werde sich in Grenzen halten, weil ihre Produkte von hoher Qualität seien.

Mehrere G7-Finanzminister verurteilen US-Einfuhrzölle
tagesthemen 23:30 Uhr, 02.06.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 02. Juni 2018 um 23:30 Uhr.

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