Geschäftsfrau mit Aktenordner und Laptop | picture alliance / ZB

Zweites Führungspositionen-Gesetz Mehr Frauen an die Spitze

Stand: 12.08.2021 13:26 Uhr

In großen Unternehmen sollen künftig noch mehr Frauen in Spitzenpositionen arbeiten. Dafür ist heute das Zweite Führungspositionen-Gesetz in Kraft getreten. Frauenministerin Lambrecht sprach von einem "Meilenstein".

Für große Unternehmen sind heute neue Bestimmungen zur Besetzung von Spitzenpositionen mit Frauen in Kraft getreten. Das sogenannte Zweite Führungspositionen-Gesetz war bereits vor der Sommerpause verabschiedet worden. Börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten und mehr als drei Vorständen müssen künftig bei Nachbesetzungen in der Top-Management-Etage sicherstellen, dass mindestens eine Frau im Vorstand vertreten ist.

Bei Verstößen drohen Bußgelder

Auch für andere börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen, die nicht unter die Mindestvorgabe zur Vorstandsbesetzung fallen, ändern sich die Regeln: Sie müssen nun begründen, wenn sie für ihren Vorstand ohne Frauen planen. Geschieht das nicht, drohen Bußgelder.

Für Unternehmen mit einer Mehrheitsbeteiligung des Bundes gilt zudem künftig unabhängig von einer möglichen Börsennotierung bereits ab einer Vorstandsgröße mit mehr als zwei Mitgliedern eine Mindestbeteiligung von je einer Frau und einem Mann. Die Quote von mindestens 30 Prozent Frauenanteil wird außerdem auch auf die Aufsichtsräte dieser Unternehmen übertragen.

Lambrecht: Frauen mit Vorbildfunktion

Bundesfrauenministerin Christine Lambrecht (SPD) nannte das Gesetz einen "Meilenstein für die Frauen in Deutschland". Mehr hochqualifizierte Frauen könnten nun ins Top-Management aufsteigen. Diese bereicherten die Wirtschaft und hätten auch eine Vorbildfunktion, sagte Lambrecht.

Eine erste Version des Führungspositionen-Gesetzes gilt bereits seit 2015. Seither hat sich laut Justizministerium in den aktuell 106 von der Quote betroffenen Unternehmen der Frauenanteil in den Aufsichtsräten von 25 auf 35,9 Prozent erhöht. In den Vorständen sitzen demnach 14,1 Prozent Frauen - der Wert hat sich vervierfacht.

Der Bund hängt hinterher

Der Bund selbst erreicht seine Ziele allerdings noch nicht: Im öffentlichen Dienst beträgt der Frauenanteil an Führungskräften laut Justizministerium 35 Prozent, in fast allen Dienststellen des Bundes sind weniger Frauen als Männer in Leitungsfunktionen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. August 2021 um 12:05 Uhr in den Nachrichten.