Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel

Konjunkturprognose der Bundesregierung Noch bessere Aussichten

Stand: 22.04.2015 11:58 Uhr

Die Wirtschaft wächst, stärker als erwartet. Laut Frühjahrsprognose von Wirtschaftsminister Gabriel legt die Konjunktur in diesem Jahr um 1,8 Prozent zu, ebenso im nächsten Jahr. Auch die Beschäftigung dürfte einen Rekordstand erreichen.

Die Bundesregierung rechnet in diesem und im nächsten Jahr mit einem noch stärkeren Wirtschaftswachstum. Für beide Jahre wird ein Plus von 1,8 Prozent erwartet. Bislang waren es 1,5 Prozent für dieses und 1,6 Prozent für nächstes Jahr. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte, die deutsche Wirtschaft befinde sich im Aufwind, warnte allerdings zugleich vor Selbstgefälligkeit. "Wirtschaftlicher Erfolg ist kein Selbstläufer", sagte er bei der Vorstellung der Konjunkturprognose in Berlin. Sie fällt vorsichtiger aus als die Berechnungen der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute. Sie hatten in der vergangenen Woche ihre Wachstumsprognose für 2015 auf 2,1 Prozent angehoben.

Niedriger Ölpreis und schwacher Euro

Die günstigen Aussichten sind unter anderem auf niedrigere Ölpreise und den schwächelnden Euro zurückzuführen, der den Export erleichtert. Deutlich nach oben korrigierte die Regierung auch die Export- und Importerwartungen. Sie erwartet für das laufende Jahr einen Zuwachs der Ausfuhren von 4,7 Prozent nach bislang 3,6 Prozent. Die Einfuhren dürften sich um 5,7 Prozent erhöhen. 2016 sollen die Exporte um 4,5 Prozent und die Importe um 5,1 Prozent wachsen.

Rekord bei den Erwerbstätigen erwartet

Wegen der guten Wirtschaftsaussichten erwartet die Bundesregierung auch einen Beschäftigungsrekord. Dieses Jahr dürfen im Jahresdurchschnitt 43 Millionen Menschen erwerbstätig sein. 2016 wird sogar mit 43, 1 Millionen gerechnet. Auch die Zahl der Arbeitslosen könnte sinken auf 2,79 Millionen 2015 und 2,77 Millionen im Jahr 2016.

Auch die privaten Einkommen dürften deutlich zulegen und so den Privatkonsum ankurbeln. Bund, Länder und Gemeinden können sich demnach auch auf stärker sprudelnde Steuereinnahmen einstellen.