Arbeiter verlassen das Ford-Werk in Bridgend in ihren Autos. | Bildquelle: AFP

1700 Arbeitsplätze betroffen Ford schließt Werk in Großbritannien

Stand: 06.06.2019 16:58 Uhr

Es ist ein weiterer Rückschlag für die britische Autoindustrie: Der US-Autobauer Ford will sein Werk in Wales mit 1700 Beschäftigten schließen. Die Gewerkschaft sprach von einem "echten Hammerschlag".

Der US-Autobauer Ford hat angekündigt, sein Motorenwerk im walisischen Bridgend schließen zu wollen. Der Standort soll laut einer Mitteilung des Unternehmens bis September 2020 aufgelöst sein. Von der Schließung wären 1700 Arbeitsplätze betroffen.

Als Gründe wurden geänderte Kaufgewohnheiten und zu hohe Fertigungskosten genannt. Der geplante EU-Austritt Großbritanniens wurde in dem Zusammenhang nicht erwähnt.

Einer der großen Arbeitgeber der Region

Das Werk in Bridgend war 1980 eröffnet worden und ist einer der großen Arbeitgeber in Wales. Die Gewerkschaft GMB sprach von einem "echten Hammerschlag für die walisische Wirtschaft". Der frühere walisische Regierungschef Carwyn Jones zeigte sich überrumpelt. "Das kam alles sehr plötzlich. Es gab überhaupt keine Warnung", sagte er. Ford solle mit der Regionalregierung sprechen, um zu sehen, was man für die Angestellten tun könne.

Der Autobauer selbst kündigte an, man werde den Mitarbeitern helfen, nach der Schließung neue Arbeitsplätze zu finden oder sich selbstständig zu machen. Ford hat noch zwei weitere Fabriken in London und Halewood bei Liverpool.

Talfahrt der britischen Autoindustrie

Es ist nur der jüngste einer Reihe von Rückschlägen für die britische Autoindustrie. In den vergangenen Monaten gab es mehrere Hiobsbotschaften: Nissan verzichtete auf die Fertigung von Crossover-Wagen in Sunderland, Honda kündigte für 2021 die Schließung eines Werks in Swindon an und Jaguar Land Rover gab die Streichung von 4500 Stellen bekannt.

Ein Grund für die Talfahrt ist die Unsicherheit durch den geplanten Brexit. Aber auch die schwächere Nachfrage unter anderem in China und der Trend vom Verbrennungsmotor weg hin zu alternativen Antrieben wie Elektro machen der Automobilbranche massive Probleme.

Auch Ford Deutschland ist auf lange Sicht auf personellem Schrumpfkurs, wie Vertreter des Unternehmens am Mittwoch in Düsseldorf berichtet hatten. Der Autobauer hat bundesweit 24.000 Mitarbeiter. In der Elektromobilität hängt Ford hinterher; derzeit kann man kein neues rein elektrisches Fahrzeug kaufen. 2020 soll ein neuer Elektro-Pkw auf den Markt kommen, der in den USA gebaut wird.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Juni 2019 um 18:00 Uhr.

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