Eine Maschine der Fluggesellschaft Easyjet | Bildquelle: AFP

Klimaschutz und Fliegen Easyjet-Chef befürwortet höhere Abgaben

Stand: 03.10.2019 17:19 Uhr

Die Politik debattiert über teurere Flugreisen im Sinne des Umweltschutzes. Nun kommt Zuspruch aus einer unerwarteten Ecke: Der Chef des Billigfliegers Easyjet befürwortet höhere Abgaben.

Der Klimaschutz ist derzeit das politische Kern- und Streitthemen - und im Fokus steht dabei auch der Flugverkehr. Denn Fliegen ist nach wie vor die klimaschädlichste Art zu reisen. Mit diesem Aspekt vor Augen hat nun auch der Chef der Fluggesellschaft Easyjet, Johan Lundgren, Verständnis für mögliche höhere Abgaben auf Flugreisen gezeigt.

Im Interview mit der "Wirtschaftswoche" schlug Lundgren jedoch ein anderes Konzept vor, als die jüngst debattierten Aufschläge auf Flugticketpreise:

"Ein Ansatz wäre eine Abgabe nicht auf Tickets pro Person, sondern auf den Kerosinverbrauch und Flugzeugbewegungen. Dann gibt es weniger Flüge, aber auf denen verkehren dann größere, gut ausgelastete Maschinen."

Umweltministerin für höhere Ticketpreise

Für höhere Ticketpreise hatte sich unter anderem auch Umweltministerin Svenja Schulze ausgesprochen. In Frankreich sind sie schon beschlossene Sache: Ab kommenden Jahr soll je nach Art des Tickets eine Umweltsteuer zwischen 1,50 und 18 Euro erhoben werden. Das dadurch erwirtschaftete Geld will die französische Regierung vor allem in die Sanierung und den Ausbau des Schienennetzes investieren.

Auch die Bundesregierung will mehr Anreize für das Bahnfahren schaffen und es billiger machen. Dieses Ziel hat sie auch in ihrem jüngst verabschiedeten Klimapaket festgeschrieben.

Einnahmen in technische Innovation investieren

"Die Abgaben müssen, anders als heute, umweltschädliches Verhalten stärker belasten als umweltfreundliches", betonte Lundgren:

"Ich bin kein Fan davon. Aber wenn wir nur damit genug Geld für Innovationen sammeln können, akzeptiere ich das."

Der Konzernchef forderte, die durch solche Abgaben erzielten zusätzlichen Einnahmen sollten künftig nicht in den öffentlichen Haushalt, sondern direkt in die Förderung von innovativer und klimafreundlicher Technologie fließen.

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