Kühlregal mit veganen und vegetarischen Produkten | picture alliance / dpa

Tofuwust, Veggie-Burger & Co. Fleischersatz boomt in Deutschland

Stand: 09.05.2022 12:05 Uhr

Der Markt für vegetarische oder vegane Alternativen zum Fleisch in Deutschland wächst. Die Hersteller produzieren deutlich mehr Produkte dieser Art als noch vor einem Jahr. Auch die Zahl der Unternehmen steigt.

2021 produzierten die Unternehmen in Deutschland 97.900 Tonnen Fleischersatzprodukte - und damit fast 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das teilte das Statistische Bundesamt unter anderem via Twitter mit. Im Vergleich zum Jahr 2019 erhöhte sich die Erzeugung sogar um 62,2 Prozent.

Immer mehr Produzenten von Fleischalternativen

Und auch finanziell gab es ein dickes Plus: Der Wert der vegetarischen und veganen Produkte nahm im vergangenen Jahr um 22,2 Prozent auf 458,2 Millionen Euro zu. Die Zahl der Unternehmen, die in Deutschland produzieren, legte zugleich von 34 auf 44 zu.

Rückgang im Wert von Fleischprodukten

Und dennoch falle der Anstieg des Wertes dieser Fleischersatzprodukte im Vergleich zu Fleischprodukten "verhältnismäßig gering" aus, betonten die Statistiker. So betrug der Wert von in Deutschland produziertem Fleisch und Fleischerzeugnissen 2021 35,6 Milliarden Euro - und damit rund das 80-fache des Wertes der Ersatzprodukte.

Seit 2019 ist jedoch - das zweite Jahr in Folge - beim Wert der Fleischprodukte ein Rückgang zu beobachten: 2021 betrug das Minus 7,8 Prozent.

Menschen in Deutschland essen weniger Fleisch

In Deutschland wurde zuletzt immer weniger Fleisch gegessen: Der Pro-Kopf-Verzehr lag nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im vergangenen Jahr bei 55 Kilogramm pro Kopf. Das war ein Rückgang um zwölf Prozent verglichen mit 2011 und der niedrigste Wert seit Beginn der Berechnung im Jahr 1989.

Die Datengrundlage

Der Wert der zum Absatz bestimmten Produktion wird laut dem Statistischen Bundesamt unter Zugrundelegung des im Berichtszeitraum erzielten oder zum Zeitpunkt des Absatzes erzielbaren Verkaufspreises ab Werk berechnet - dem Verkaufswert. Dieser Wert enthält auch die Kosten der Verpackung, auch wenn sie gesondert in Rechnung gestellt wird.

Nicht einbezogen sind dagegen die in Rechnung gestellte Umsatz- und Verbrauchssteuer und gesondert in Rechnung gestellte Frachtkosten und Rabatte.   

Über dieses Thema berichtete WDR 5 am 20. März 2022 um 14:00 Uhr.