Gebäude der US-Notenbank | picture alliance/dpa/XinHua

Erster Zinsschritt im März US-Notenbank leitet Zinswende ein

Stand: 26.01.2022 21:36 Uhr

Die US-Notenbank Federal Reserve hat eine baldige Erhöhung des Leitzinses signalisiert. Damit reagieren die Geldpolitiker auf die hohe Inflation. Der erste Zinsschritt wird im März erwartet.

Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat eine rasche Zinserhöhung signalisiert. Angesichts der hohen Inflationsrate und der guten Lage am Arbeitsmarkt werde es "bald angemessen sein", den Leitzins zu erhöhen, teilte die Zentralbank mit. Marktexperten deuten dies als klares Signal, dass der Leitzins schon bei der nächsten Sitzung am 16. März erhöht wird.

Einstweilen beließ die Notenbank den geldpolitischen Schlüsselsatz noch in der Spanne von 0,00 bis 0,25 Prozent. Auf dieses Niveau hatte die Fed den Leitzins im März 2020 gesenkt, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern.

Jetzt ist die Notenbank vor allem angesichts der hohen Teuerung zum Handeln gezwungen. Die Verbraucherpreise in den USA waren im Dezember um 7,0 Prozent gestiegen, das war der höchste Wert seit fast 40 Jahren.

Gleichzeitig signalisierten die Notenbanker, dass das in der Pandemie eingeführte große Anleiheaufkaufprogramm weiterhin rasch um 30 Milliarden Dollar pro Monat abgebaut werden soll. Damit wäre dieses als Tapering bekannte Manöver Anfang März abgeschlossen.

US-Märkte reagieren nervös

In New York bauten die Aktienmärkte ihre Gewinne zunächst aus, rutschten dann aber ins Minus. Experten bemängelten zu vage Aussagen von Notenbankchef Jerome Powell in der auf die Entscheidung folgenden Pressekonferenz. Im laufenden Jahr werden an den Märkten bis zu vier Straffungen um insgesamt einen ganzen Prozentpunkt erwartet. Powell wollte hierzu aber keine konkreten Aussagen machen.

EZB hält noch still

In der Eurozone ist trotz ebenfalls hoher Teuerungsraten noch keine Zinswende in Sicht. Die Geldpolitiker der Europäischen Zentralbank (EZB) betonten in den vergangenen Wochen mehrfach, die hohe Inflation sei temporären Effekten geschuldet, die im Jahresverlauf nachlassen dürften.

Sparer dürfen also trotz des nun eingeschlagenen Zinspfades für die kommenden Jahre nicht zu viel erwarten. Die Zinsen werden auch bei anhaltendem Inflationsdruck auf absehbare Zeit niedrig bleiben. Die Geldpolitik begibt sich mit Zinserhöhungen nämlich in hoch sensibles Terrain. Die hohe Verschuldung der Staaten und Privathaushalte, die sich in der Corona-Krise noch erheblich verschärft hat, lässt zu starke Zinssteigerungen gar nicht zu. Zuletzt hatte der IWF vor den gefährlichen Folgen steigender Zinsen insbesondere für die Schwellenländer gewarnt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Januar 2022 um 21:35 Uhr.