Einkaufswagen in Sarasota, Florida, USA | picture alliance / ZUMAPRESS.com

Teuerung im November US-Inflation steigt auf 6,8 Prozent

Stand: 10.12.2021 16:12 Uhr

Explodierte Energiekosten haben die Teuerung in den USA im November auf den höchsten Stand seit 1982 getrieben. Das dürfte den Ausstieg der Notenbank aus ihrer lockeren Geldpolitik beschleunigen.

Die Inflation in den USA ist im November auf 6,8 Prozent geklettert, der höchste Wert seit Juni 1982. Ökonomen hatten mit diesem Schub gerechnet, nachdem die Inflationsrate im Oktober 6,2 Prozent betragen hatte. Lieferprobleme, Materialengpässe und explodierende Energiekosten sind die Ursache für die Teuerung.

Die Rate liegt damit deutlich über dem Inflationsziel der US-Notenbank Fed von zwei Prozent. Die Federal Reserve hat die erhöhte Teuerung lange als von Corona-Sonderfaktoren bestimmte, vorübergehende Entwicklung betrachtet. Notenbankchef Jerome Powell hat zuletzt aber durchblicken lassen, dass diese Sichtweise nicht mehr uneingeschränkt haltbar sei.

Damit gerät die Fed zunehmend unter Druck, ihren lockeren geldpolitischen Kurs früher zu verlassen als zunächst geplant. "Wenn es noch eines Arguments bedurft hatte, um die US-Notenbank von der Notwendigkeit eines zügigeren Ausstiegs aus der ultra-lockeren Geldpolitik zu überzeugen, dann wurde dieses durch die heutigen Inflationsdaten geliefert", erklärte LBBW-Analyst Elmar Völker. Das hohe Tempo der Energiepreise steche mit plus 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr besonders hervor.

Wann hebt die Fed die Zinsen an?

Auf der Zinssitzung der Fed am kommenden Mittwoch wird erwartet, dass die Notenbank den Geldhahn früher zudrehen könnte. Sie dürfte das Tempo beim Abbau ihrer monatlichen Käufe im Rahmen ihres Anleihenprogramms beschleunigen. Dieser bereits im November eingeleitete Prozess der geldpolitischen Normalisierung ist im Fachjargon als Tapering bekannt und gilt als Voraussetzung für eine Zinswende. "Wir rechnen mit einer Verdoppelung des Tapering-Tempos auf 30 Milliarden Dollar pro Monat. Dies würde die Käufe bis Ende März auf null zurückführen", so Commerzbank-Experte Christoph Balz. Danach wäre die Bahn frei für eine Leitzinsanhebung, mit der noch im zweiten Quartal 2022 zu rechnen sei.

Im Zuge der Erholung von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind die Preise auch in Europa stark gestiegen. Grund sind unter anderem höhere Energiepreise und Probleme in den internationalen Lieferketten. In Deutschland erreichte die Inflationsrate im November 5,2 Prozent.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Dezember 2021 um 14:00 Uhr.