John McAfee

Antiviren-Pionier angeklagt McAfee droht lange Haftstrafe

Stand: 08.03.2021 09:56 Uhr

Antiviren-Pionier John McAfee ist in den USA wegen Betrugs mit Kryptowährungen über seinen Twitter-Account angeklagt. Dem Software-Entwickler wird vorgeworfen, Anleger in die Irre geführt zu haben.

Der Unternehmer John McAfee soll gemeinsam mit seinem Leibwächter und Berater Jimmy Gale Watson in den USA wegen Betrugs mit Kryptowährungen und Verschwörung zur Geldwäsche vor Gericht gebracht werden.

Der 75-Jährige war im Oktober auf Betreiben von US-Strafverfolgern in Spanien festgenommen worden, die bereits Anklage gegen ihn wegen Steuerhinterziehung und unlauterer Werbung für Kryptowährungen erhoben hatten. Den US-Behörden zufolge ist er weiter in Spanien in Haft.

"Pump and Dump"

US-Ermittler werfen dem Unternehmer und Watson vor, Millionen von Dollar durch Gaunereien mit Kryptowährungen erschwindelt zu haben. McAfee soll seinen erfolgreichen Twitter-Account genutzt haben, um zahlreiche Follower über die sogenannte "Pump-and-Dump"-Methode zu betrügen.

Durch übertriebene Anpreisung und Werbung wird dabei bei den Anlegern eine Nachfrage erzeugt, wodurch Kurse und Handelsvolumen künstlich in die Höhe getrieben werden. Wenn dann ein attraktives Preisniveau erreicht ist, macht der Betrüger Kasse und streicht die Gewinne ein - der Kurs fällt in sich zusammen. Das Schema funktioniert am besten mit Aktien oder anderen Anlagen, die von einem niedrigen Preisniveau ausgehen.  

Anklage in sieben Punkten

Wie das US-Justizministerium mitteilt, sollen McAfee und sein Partner mehr als 13 Millionen Dollar mit dieser Methode ergaunert haben. Die New Yorker Staatsanwältin Audrey Strauss sagte, McAfee and Watson hätten eine breit genutzte Social-Media-Plattform und den Enthusiasmus der Investoren ausgebeutet, um mit Lügen Millionen zu verdienen.

Über ihren Twitter-Account sollen sie Strauss zufolge hunderttausende Follower mit falschen und irreführenden Mitteilungen über verschiedene Kryptowährungen getäuscht haben. Die beiden sind in insgesamt sieben Punkten angeklagt, auf die laut Justizministerium jeweils maximale Haftstrafen von fünf bis 20 Jahren stehen.

McAfee hatte in den 1980er-Jahren das nach ihm benannte, auf Antiviren-Software spezialisierte Unternehmen McAfee gegründet, aus dem er sich in den 1990er-Jahren zurückzog. Es ist nicht das erste Mal, dass McAfee in Zusammenhang mit einer Kriminalgeschichte auffällig wird. Im Jahr 2012 machte er durch eine abenteuerliche Flucht durch den Dschungel Schlagzeilen, als nach einem Mord an seinem Nachbarn in Belize nach ihm gefahndet wurde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. November 2012 um 13:02 Uhr.