Händlerin an der Börse Frankfurt
Marktbericht

DAX grenzt Verluste ein Inflation wieder ein heißes Thema

Stand: 22.02.2021 22:21 Uhr

Zwischen Konjunkturhoffnungen und Zinssorgen. An der Börse scheinen sich die Post-Corona-Gewichte langsam zu verschieben. Ein alter Bekannter spielt dabei eine zentrale Rolle - die Inflation.

Es war heute kein Tag für schwache Nerven. Denn sowohl für die Börsenbullen als auch für die Bären war genug dabei, um sich bestätigt zu fühlen. Am Ende neutralisierten sich die beiden Lager (fast), der DAX ging bei 13.950 Punkten aus dem Handel, ein moderater Tagesverlust von 0,3 Prozent. Das Tagestief lag dabei bei 13.802 Punkten, das Hoch bei etwas über 13.970 Zählern.

Delivery Hero am DAX-Ende

Tagessieger unter den Einzelwerten waren dabei Deutsche Bank, größter Verlierer der Online-Essensdienst Delivery Hero, der deutlich 6,8 Prozent schwächer schloss. Händler führten die Kursverluste unter anderem auf einen Bericht des "Wall Street Journal" zurück.

Demnach versuchen in den USA immer mehr Restaurants, die dort aktiven Essenslieferdienste wie DoorDash, Uber Eats und Grubhub und deren hohe Gebühren zu umgehen. Unterstützt werden sie dabei von den Behörden vor Ort, die teilweise bereits Obergrenzen für die Gebühren eingeführt haben. Nach Börsenschluss gab Delivery Hero dann noch bekannt, dass im Rahmen eines Mitarbeiter-Aktienoptionsprogramms neue Aktien auf den Markt gebracht werden, das Kapital also verwässert wird.

Ifo überrascht positiv

Die Trendwende zum Besseren leitete am Vormittag der überaschend positiv ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex für den Februar ein, der traditionell an der Börse viel Beachtung findet. Der heimische Stimmungsindikator ist auf 92,4 Punkte geklettert, nachdem er im Januar gefallen war. Die Konsensschätzung hatte bei 90,5 Punkten gelegen. Schwächere Daten der deutschen Industrieproduktion im Jahr 2020, die zunächst für Abgaben gesorgt hatten, traten danach in den Hintergrund.

"Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verbessert sich und liegt über den Erwartungen", schreibt Patrick Boldt, Volkswirt bei der Helaba. Besonders die Erwartungen deuteten auf eine Erholung der Wirtschaft hin. Die Lageeinschätzung verbesserte sich ebenfalls.

Wehe, wenn die Zinsen steigen

Derzeit treibt die Anleger aber neben der weiter brisanten Corona-Lage auch ein anderes Thema mit Sprengkraft um, das viele Jahre eigentlich keines mehr war. Tatsache ist nämlich, dass die Rentenrenditen anziehen. Erfahrene Börsianer wissen, was passieren kann, wenn diese erst mal ins Rollen kommen. Es ist das pure Gift für die Aktienmärkte, zumal auf dem hohen Niveau der festverzinslichen Papiere schon geringe Renditeanstiege reichen, um in den Portfolios für empfindliche Verluste zu sorgen.

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen lag mit minus 0,278 Prozent in der Spitze so hoch wie seit acht Monaten nicht mehr. In der vergangenen Woche war sie um fast zwölf Basispunkte gestiegen und legte damit so stark zu wie zuletzt im Juni.

Inflation plötzlich wieder ein Thema

Hintergrund sind Spekulationen auf eine Konjunkturerholung und damit verbunden eine anziehende Inflation, nicht zuletzt auch wegen der Unsummen, die von Notenbanken und Regierungen in die Märkte gepumpt werden. "Steigende Finanzierungskosten schlagen unmittelbar auf die Unternehmensgewinne durch", warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Gleichzeitig werden Anleihen damit wieder eine echte Anlagealternative."

Zugegebenermaßen, das Ganze findet auf historisch weiter niedrigem Zinsniveau statt und sicherlich steht auch keine unmittelbare Zinserhöhungsrunde der Notenbanken vor der Tür. Für Nervosität am Markt reicht es aber allemal, zumal die Sorgen vor den unberechenbaren Mutationen des Coronavirus die Lockerungsszenarien für die Wirtschaft ebenfalls in Frage stellen.

Lagarde beruhigt

Das Bekenntnis der Europäischen Zentralbank (EZB) zu ihren Anleihekäufen ließ Anleihe-Anleger aber wieder etwas aufatmen. Sie griffen wieder zu und drückten die Rendite der zehnjährigen Bundestitel binnen Minuten auf minus 0,352 von minus 0,326 Prozent.

Der Grund: EZB-Chefin Christine Lagarde betont, ihr Haus beobachte die Entwicklung der Bond-Renditen genau. "Es ist immer noch höchst ungewiss, wie die Pandemie weiter ablaufen wird", sagte Lagarde. Daher werde die EZB alle Sektoren der Wirtschaft unterstützen, indem sie weiterhin für günstige Finanzierungsbedingungen sorge. Mit dieser Beruhigungspille im Gepäck wurden die Anleger zum Handelsschluss dann auch am Aktienmarkt wieder etwas mutiger, der DAX grenzte seine Verluste ein.

Dow dreht ins Plus, Verluste an der Nasdaq

Der Ausverkauf an den US-Anleihemärkten macht auch die US-Aktienanleger nervös. Einige von ihnen gingen am Montag auf Nummer sicher und machten Kasse. Der breit gefasste Index S&P 500 und der technologielastige Nasdaq fielen um 0,77 Prozent auf 3876 Punkte beziehungsweise 2,4 Prozent auf 13.533 Zähler. Der US-Standardwerteindex Dow Jones konnte seine anfänglichen Verluste dagegen wettmachen und schloss 0,1 Prozent im Plus bei 31.521 Punkten. In der Spitze reichte es bei 31.653 Zählern sogar für ein neues Rekordhoch, das der Index aber nicht behaupten konnte.

Themenwechsel an der Börse?

"In einem deflationären Umfeld, wie wir es beschleunigt durch die Corona-Krise erleben, fanden Anleger gerade in Technologieaktien bislang einen sicheren Hafen", erläuterte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. "Wenn dann aber plötzlich die Inflationserwartungen und die Zinsen steigen, flüchten sie folgerichtig aus jenen Aktien, die am besten gelaufen sind."

Apropos Inflation: Das Inflationsszenario beschäftigt auch die Wall Street schon eine Weile und sorgt immer wieder für Irritationen. Zumal die US-Notenbank bereit ist, zumindest einen kurzzeitigen Inflationsanstieg zu tolerieren, solange sich der Arbeitsmarkt nicht wirklich erholt.

"Investoren richten sich auf einen Anstieg der Inflation ein", sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses CFRA. Wachstumsstarke Werte profitierten von niedrigen Zinsen, daher machten steigende Finanzierungskosten diese Firmen unattraktiver. Die Verkäufe am Anleihemarkt trieben die Rendite der zehnjährigen T-Bonds zeitweise auf ein Zwölf-Monats-Hoch von 1,394 Prozent.

Ölpreise steigen immer weiter

"Die Inflation wird von zwei Faktoren getrieben", sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Der erste sei die ultra-lockere Geldpolitik der Notenbanken und der zweite die steigenden Preise für Rohstoffe, vor allem Öl. Die Sorte Brent aus der Nordsee gewann knapp 3,0 Prozent auf 64,99 Dollar je Barrel (159 Liter) und war damit mehr als 50 Prozent teurer als Anfang November 2020.

Rohstoffexperten der US-Investmentbank Goldman Sachs erwarten in den kommenden Monaten einen weiteren Anstieg der Ölpreise. Demnach könnte der Brent-Preis im zweiten Quartal bis auf 70 Dollar je Barrel steigen und in den Sommermonaten 75 Dollar erreichen. Damit hat Goldman Sachs die bisherige Prognose um zehn Dollar ja Fass nach oben geschraubt.

Euro im Aufwind

Der Kurs des Euro ist am Montag nach dem robusten Ifo-Geschäftsklima gestiegen. Am späten Abend handelt die Gemeinschaftswährung am Tageshoch bei 1,2153 Dollar, nachdem sie am Morgen zeitweise unter 1,21 Dollar gefallen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2133 (Freitag: 1,2139) Dollar fest.

Das Pfund ist nicht zu stoppen

Erneut Gewinne am Devisenmarkt gab es für das britische Pfund. Die Währung wurde heute bei 1,4083 Dollar gehandelt und legt ein weiteres halbes Prozent zu. Die Impffortschritte in Großbritannien sind weiter der Hauptgrund für die Hausse.

Die britische Regierung will bis zum 21. Juni alle Beschränkungen in der Coronavirus-Pandemie in England aufheben. Das sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Montag bei der Vorstellung seines Lockdown-Fahrplans im britischen Unterhaus in London. Die Infektionszahlen in Großbritannien sind in den vergangenen Wochen dramatisch gesunken. Gleichzeitig wurden in dem Land bereits mehr als 17,5 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft.

Conti zahlt keine Dividende

Zu den schwächsten Werten im DAX gehörte die Conti-Aktie. Wegen der schwierigen Geschäftslage sollen die Aktionäre des Autozulieferers für das Corona-Jahr 2020 keine Dividende erhalten. Das Unternehmen stellte nach Prüfung der Bücher ein negatives Konzernergebnis fest. Daher werde man bei der Ende April anstehenden Hauptversammlung den Verzicht auf eine Ausschüttung vorschlagen. Für das Jahr davor hatte es noch 3,00 Euro je Anteilsschein gegeben, trotz ebenfalls roter Zahlen. Finanzvorstand Wolfgang Schäfer hatte bereits im vergangenen November angedeutet, dass eine Wende zum Gewinn nicht mehr gelingen könnte.

Adidas zahlt wieder Dividende

Weniger als ein Jahr nach einer großen Liquiditätskrise wegen der Corona-Pandemie fühlt sich Adidas wieder dividendenfähig. Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern kündigte für das abgelaufene Jahr am Montag eine Ausschüttung von 3,00 Euro je Aktie an, insgesamt also 585 Millionen Euro.

Die Dividende liegt allerdings unter den 3,85 Euro je Aktie, die Adidas eigentlich für 2019 ausschütten wollte. Weil Finanzchef Harm Ohlmeyer aber in der Corona-Krise einen milliardenschweren Überbrückungskredit von der Staatsbank KfW brauchte, nachdem die Geschäfte in der ersten Corona-Welle wochenlang geschlossen waren, musste die Dividende nachträglich gestrichen werden.

Wie viel Adidas 2020 an Gewinn erwirtschaftet hat, ist noch unklar. Damit ist offen, ob die Dividende aus der Substanz gezahlt wird. Nach neun Monaten lag das Nettoergebnis allerdings schon bei 577 (2019: 646) Millionen Euro. Operativ hatte Adidas für das vierte Quartal weitere 100 bis 200 Millionen Euro Gewinn eingeplant.

Porsche verschärft Sparprogramm, Skoda in Ägypten

Die VW-Tochter Porsche AG verschärft ihr Sparprogramm. "In den nächsten fünf Jahren planen wir nun insgesamt rund zehn Milliarden Euro, die das Ergebnis absichern. Ursprünglich waren es sechs Milliarden Euro gewesen", sagte Vorstandschef Oliver Blume der "Automobilwoche". Über Bugatti und Rimac werde im ersten Halbjahr im Konzern entschieden. Die Tochter Skoda will mehr Wachstum durch den Markteintritt in Schwellenländern wie Ägypten erreichen. "10.000 Verkäufe im Jahr sind für ein Land mit 100 Millionen Einwohnern zu wenig. Das könnten wir mittelfristig verzehnfachen", sagte Skoda-Chef Thomas Schäfer der "Automobilwoche". Zudem kündigte Schäfer ein weiteres Elektroauto an.

Schaeffler lehnt Aufspaltung ab

Der Auto- und Industriezulieferer lehnt eine Aufspaltung nach dem Vorbild von Continental, Siemens oder Daimler ab. "Trennen nur um des Trennens willen ist kein schlüssiges Konzept, auch wenn die Börse so etwas gelegentlich toll findet", sagte der Schaeffler-Vorstandsvorsitzende Klaus Rosenfeld der "Süddeutschen Zeitung". "Schaeffler ist eben kein Konglomerat im klassischen Sinn, sondern ein integrierter Technologiekonzern, der verschiedene Sektoren bedient", fügte er an.

Knorr-Bremse hat sich 2020 gut geschlagen

Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse aus dem MDAX hat im abgelaufenen Jahr mehr Free Cashflow erwirtschaftet, als Marktexperten seiner Darstellung zufolge erwartet hatten. Dieser habe 2020 bei 700 Millionen Euro gelegen, teilte das Unternehmen am Montagabend in München mit. Die aktuellen Markterwartungen gemäß dem Konsensus von Vara Research lägen hingegen bei 500 Millionen Euro.

Beim Umsatz rechnet Knorr-Bremse mit Erlösen am oberen Ende des prognostizierten Korridors von 5,9 bis 6,2 Milliarden Euro und einer Ebitda-Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) leicht oberhalb der Prognose von 16,5 bis 17,5 Prozent. Die genauen Zahlen werden am 4. März veröffentlicht, zusammen mit einem Ausblick auf das laufende Jahr. Die Aktie legte nachbörslich zu.

CeWe erhöht Dividende zum zwölften Mal in Folge

Das lukrative Online-Geschäft sowie die starke Nachfrage nach Fotobüchern und -kalendern in der Corona-Pandemie helfen dem Druck-Spezialisten aus dem SDAX. Der Umsatz sei 2020 leicht auf 727,3 (2019: 720,4) Millionen Euro gestiegen, teilte Cewe in Oldenburg mit. Viele Kunden hätten angesichts geschlossener Läden im Weihnachtsgeschäft online bestellt. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) legte dank eines Sparprogramms um 40 Prozent auf 79,7 Millionen Euro zu. Die Dividende soll deshalb zum zwölften Mal in Folge auf 2,30 (2,00) Euro je Aktie erhöht werden.

Varta weiter auf dem Rückzug

Die im MDAX notierten Papiere von Varta setzen heute ihren jüngsten Kursrutsch fort und verlieren zuletzt über elf Prozent. Seit dem Rekordhoch Ende Januar bei 181,30 Euro verloren die Anteile des Batterieherstellers damit ein Drittel. Inzwischen votiert kein Experte mehr mit "Kaufen", nachdem auch die Berenberg-Expertin Charlotte Friedrichs ihre Empfehlung gestrichen hat. Christian Sandherr von Hauck & Aufhäuser rät den Anlegern gar mit einem Kursziel von unter 100 Euro zum Verkauf. Der Ausblick in der Vorwoche habe klar enttäuscht, so Sandherr.

Schon eine BioNtech-Pfizer-Dosis senkt das Infektionsrisiko signifikant

Nach Beobachtungen der britischen Gesundheitsbehörden führt bereits eine einzige Dosis des BioNtech-Pfizer-Impfstoffs zu einem erheblichen Rückgang bei Neuinfektionen. So sei bei Gesundheitspersonal, das die erste von zwei Impfungen erhalten habe, ein Infektionsrückgang um rund 70 Prozent verzeichnet worden. Krankenhausaufenthalte und Todesfälle durch Covid-19 bei älteren Menschen, die eine erste Dosis erhalten hätten, würden um mehr als 75 Prozent reduziert.

Die Behörden stützen sich bei ihren Angaben auf erste Ergebnisse von zwei unterschiedlichen Datensätzen: eine noch laufende Studie zu Mitarbeitern im Gesundheitswesen und die Auswertung von Testdaten von Menschen, die mindestens 80 Jahre alt sind.

Apple dank 5G-Smartphones wieder größter Hersteller

Dank des neuen 5G-fähigen iPhone 12 hat sich Apple nach Daten der Marktforscher von Gartner zum ersten Mal seit vier Jahren wieder zum weltgrößten Hersteller von Smartphones aufgeschwungen. Im vierten Quartal überholte der US-Konzern mit einem Marktanteil von 20,8 Prozent den südkoreanischen Rivalen Samsung, der nur noch auf 16,2 Prozent kam, wie Gartner am Montag mitteilte.

Ein Jahr zuvor hatte Samsung mit 17,3 Prozent gegenüber 17,1 Prozent die Nase knapp vorn. Die Nachfrage nach Geräten für den neuen Mobilfunkstandard 5G half der Branche 2020, den Einbruch der Verkaufszahlen im Endspurt abzufedern. Weltweit wurden zwischen Oktober und Dezember laut Gartner 384,6 Millionen Smartphones verkauft, 5,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Für das laufende Jahr ist Gartner-Marktforscher Anshul Gupta zuversichtlicher: "Die wachsende Nachfrage nach erschwinglichen 5G-Smartphones außerhalb von China wird die Verkaufszahlen 2021 in die Höhe treiben."

Die Front gegen Facebook wird mächtiger

Der US-Softwareriese Microsoft plädiert zusammen mit europäischen Verlegern dafür, dass Internetplattformen wie Facebook und Google nach australischem Vorbild künftig auch in Europa Geld für journalistische Inhalte zahlen sollten. Man arbeite gemeinsam an einer Lösung, die sicherstelle, "dass europäische Presseverleger für die Nutzung ihrer Inhalte durch marktbeherrschende Gatekeeper bezahlt werden", teilten Microsoft und verschiedene Verbände mit.

Ein geplantes Gesetz in Australien soll Plattformen wie Facebook und Google dazu zwingen, ihre mit Nachrichteninhalten erwirtschafteten Werbeeinnahmen mit Medienhäusern zu teilen. Facebook hat jüngst aus Protest in Australien sämtliche Medienlinks gesperrt und damit weltweit Kritik ausgelöst. Australiens Regierung hat sämtliche Anzeigen bei Facebook zurückgezogen.

Goodyear haussieren nach Übernahmeankündigung

Die 2,8 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Konkurrenten Cooper Tire gibt Goodyear Auftrieb. Die Aktien des Reifen-Herstellers und Continental-Konkurrenten stiegen an der Nasdaq um gut 21 Prozent auf 16,82 Dollar. Cooper-Titel verbuchten mit einem Plus von knapp 30 Prozent den größte Kurssprung seit fast acht Jahren und erreichten ein Rekordhoch von 57,65 Dollar.

Oscar Health will beim IPO eine Milliarde Dollar einsammeln

Das von der Google-Mutter Alphabet mitfinanzierte Krankenversicherungs-Startup Oscar Health könnte beim Börsengang mit 6,7 Milliarden Dollar bewertet werden. Ziel sei es, bis zu 1,05 Milliarden Dollar einzusammeln, geht aus Unterlagen für die US-Börsenaufsicht hervor. Der Ausgabepreis soll zwischen 32 und 34 Dollar je Aktie liegen.

Das 2012 gegründete Unternehmen erlaubt es Patienten, Arztbesuche zu vereinbaren, Laborergebnisse einzusehen, Video-Gespräche zu führen und Rezepte nachzubestellen - über eine App oder die Web-Plattform. Inzwischen kommt Oscar Health auf fast 530.000 Mitglieder. Im vergangenen Jahr machte die Firma einen Verlust von fast 407 Millionen Dollar. Einer der Gründer ist Josh Kushner, der Bruder des Schwiegersohns des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Durch die Corona-Krise hat sich die Digitalisierung im Gesundheitswesen beschleunigt.

Xos geht an die Börse

Nach Nikola und Lion geht mit Xos ein weiteres Start-up an die Börse, das sich auf die Entwicklung und den Bau von Elektro-Lastwagen konzentriert. Der Schritt an den Aktienmarkt erfolgt durch eine Verschmelzung mit der Mantelgesellschaft NextGen Acquisition Corp, wie Xos mitteilte. Die daraus entstehende Einheit wird mit zwei Milliarden Dollar bewertet. Der Deal bringt Xos 575 Millionen Dollar Bruttoeinnahmen ein, einschließlich einer privaten Investition in Höhe von 220 Millionen Dollar. Auch die etablierten Lkw-Hersteller wie Daimler oder Scania planen Lastwagen mit Stromantrieb.

Bitcoin auf dem Rückzug

Bitcoin geht auf seiner Rekordjagd erst einmal die Puste aus. Der Kurs fällt am Nachmittag um mehr als sechs Prozent auf 53.450 Dollar. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise hatte am Sonntag auf der Handelsplattform Bitstamp ein Rekordhoch von 58.354 Dollar markiert. Am Freitag waren laut Datenanbieter CoinMarketCap alle im Umlauf befindlichen Bitcoins erstmals zusammen mehr als eine Billion Dollar wert gewesen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Februar 2021 um 17:00 Uhr.