Händlerin an der Börse Frankfurt
Marktbericht

Hürde bei 14.000 Punkten DAX verliert den Schwung

Stand: 21.01.2021 23:11 Uhr

Dem DAX ist es am Donnerstag nicht gelungen, die Widerstandsmarke von 14.000 Zählern zu überwinden. Etwas besser sieht es an der Wall Street aus, wo vor allem Tech-Aktien gefragt bleiben.

Technologieaktien stehen in der Gunst der amerikanischen Anleger weiter ganz oben. Nach dem Rekordlauf des Vortages lagen die Indizes an der Nasdaq auch am Donnerstag wieder im Plus, wenn auch nicht ganz so stürmisch wie zuletzt. Kaum vom Fleck kamen hingegen der Leitindex Dow Jones und der breiter aufgestellte S&P-500-Index, der im Verlauf allerdings sein bisheriges Rekordhoch mit 3.861 Zählern um einen Punkt überwand und bei 3853 Zählern aus dem Handel ging. Der Dow ging bei 31.176 Punkten aus dem Handel, ein Mini-Verlust von 0,04 Prozent.

An der Nasdaq legten sowohl der Composite- mit 0,5 Prozent auf 13.530 Punkte als auch der Auswahlindex Nasdaq 100 mit plus 0,8 Prozent auf 13.404 Punkte etwas stärker zu.

US-Anleger etwas zurückhaltender

Dass es nicht ganz so euphorisch weiterging wie am gestrigen Amtseinführungstag des neuen Präsidenten Joe Biden liegt daran, dass die Anleger etwas zögerlicher agierten. Die Bewertungen seien inzwischen recht hoch, warnte Chris Osmond, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Prime Capital. Daher könnten Pannen bei den Coronavirus-Massenimpfungen schnell zu Rücksetzern führen. Außerdem müsse der neue US-Präsident Joe Biden nicht nur bei Republikanern, sondern auch bei einigen Demokraten mit Widerstand gegen sein geplantes billionenschweres Hilfspaket zur Abfederung der Pandemie-Folgen rechnen.

Die Kauflaune dämpfe außerdem die weiterhin angespannte Lage am US-Arbeitsmarkt, sagte Ryam Detrick, Chef-Anlagestratege beim Vermögensverwalter LPL Financial. "Aus wirtschaftlicher Sicht sind wir noch nicht über den Berg."

Die Grundstimmung der Anleger bleibe aber positiv, warf Shamik Dhar, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters BNY Mellon, ein. "Der Nutzen der zusätzlichen Konjunkturhilfen wiegt aus ihrer Sicht die Beeinträchtigungen durch höhere Steuern und eine strengere Regulierung mehr als aus. Außerdem wird die Geldpolitik wohl weiter locker bleiben."

Berichtssaison nimmt Fahrt auf

Hinzu kommt, dass die Börse sich immer mehr den Zahlenausweisen der Unternehmen zuwendet, die Berichtssaison nimmt damit Fahrt auf. Nach Börsenschluss legten Intel und IBM noch ihre Zahlen für das vierte Quartal vor.

Intel über Erwartungen

Der Chipkonzern hat im vergangenen Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen. Mit einem Umsatz von 20 Milliarden Dollar nahm Intel rund 2,6 Milliarden Dollar (2,14 Mrd Euro) mehr ein als zuvor in Aussicht gestellt. Das war zugleich ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im gesamten Jahr stiegen die Erlöse um acht Prozent auf den Rekordwert von 77,9 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn fiel um 15 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar. Geholfen hat in der Corona-Krise eine deutlich höhere Nachfrage nach PCs, Laptops und Servern.

Intel steht vor einem Wechsel an der Firmenspitze: Zum 15. Februar soll der erfahrene Tech-Manager Pat Gelsinger den Chefposten übernehmen. Der Konzern war zuletzt unter anderem durch Verzögerungen beim Start einer neuen Prozessor-Technologie zunehmend unter Druck geraten. Die Aktie war während des regulären Handels schon über sechs Prozent auf 62,46 Dollar gestiegen, gibt nachbörslich dann etwas nach.

IBM-Umsätze enttäuschen

Abwärts geht es nachbörslich mit der Aktie des IT-Urgesteins IBM. Das Papier gibt über sechs Prozent nach auf gut 122 Dollar, nachdem es im regulären Handel noch 1,1 Prozent auf 131,65 Dollar zugelegt hatte.

Der Computer-Dino hat zum Jahresende überraschend deutliche Geschäftseinbußen hinnehmen müssen. Im Schlussquartal sank der Umsatz im Jahresvergleich um gut sechs Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar (16,8 Mrd. Euro), erwartet waren 20,7 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn fiel aufgrund hoher Kosten beim Konzernumbau um 66 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen nach Börsenschluss mitteilte.

IBMs lukratives Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet wuchs zuletzt deutlich langsamer als noch im Vorquartal. Wegen der Schwächen im traditionellen Hardware-Kerngeschäft etwa mit Servern und Großrechnern ist der konzernweite Umsatz insgesamt ohnehin schon lange auf Talfahrt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gingen die Erlöse um fünf Prozent auf 73,6 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn sank um 42 Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar.

IBM will sein Geschäft mit IT-Infrastruktur abspalten und eigenständig an die Börse bringen. Der Fokus liegt künftig auf den Cloud-Diensten und Geschäftsfeldern wie Datenanalyse und künstlicher Intelligenz, die mehr Wachstum bringen sollen.

Erfolgreicher Börsengang von Mytheresa

Der Luxus-Onlinemodehändler Mytheresa aus Aschheim bei München ist an der New Yorker Börse mit kräftigen Kursgewinnen gestartet. Am Donnerstag wurden die Aktien des Unternehmens erstmals gehandelt. Die ersten Kurse lagen mit schwankenden Werten um 34 US-Dollar deutlich über dem Ausgabekurs von 26 Dollar (21,46 Euro). Dieser hatte sich bereits am oberen Ende der Spanne bewegt.

Nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld soll das Angebot 27-fach überzeichnet gewesen sein. Beim Börsengang wird nur knapp ein Fünftel des Unternehmens angeboten. Er soll insgesamt bis zu 467 Millionen Dollar (385 Mio Euro) einsammeln, von denen bis zu 370 Millionen (305 Mio Euro) dem Unternehmen zugute kommen.

Dass das Unternehmen aus dem Münchner Raum nicht in Deutschland, sondern den USA an die Börse geht, begründete Beer unter anderem mit der globalen Ausrichtung. Zudem verspreche man sich davon auch eine Steigerung der Markenbekanntheit im wichtigen Markt USA.

DAX scheitert an der Marke von 14.000 Punkten

Am Ende eines zwar nicht ereignislosen, dafür aber wenig bewegenden Handelstages schloss der deutsche Leitindex DAX bei 13.906 Punkten, ein leichter Tagesverlust von 0,1 Prozent. Die erste Zinssitzung der EZB im Neuen Jahr, das eigentliche Hauptthema heute, brachte wenig Neues. Entsprechend scheuten sich die Investoren, größere Positionen einzugehen oder zu bereinigen.

Der DAX konsolidiert damit weiter auf hohem Niveau und knapp unterhalb der Marke von 14.000 Punkten. Im Tageshoch hatte der Index bei 14.026 Zählern zwar kurz die Nase über die runde Marke gehoben, konnte das Niveau aber nicht halten. Entsprechend waren die Schwankungen auch bei den Einzelwerten gering. Autoaktien waren gefragt, Tagessieger war aber das Papier von Delivery Hero. Triebwerksbauer MTU Aero zierten das Ende des Index mit einem Abschlag von über vier Prozent.

EZB ohne Überraschungen

Obwohl Thema des Tages, konnte EZB-Chefin Christine Lagarde auf ihrer Pressekonferenz keine neuen Impulse setzen. Sie bestätigte überwiegend den erst im Dezember formulierten eingeschlagenen geldpolitischen Kurs, neue Maßnahmen kündigte sie nicht an.

Die Notenbank hält sich angesichts der erneuten Pandemiewelle aber die Tür für weitere Konjunkturhilfen weit offen. Die Währungshüter teilten mit, sie seien nach wie vor bereit, alle ihre Instrumente nötigenfalls anzupassen. Den Leitzins beließen sie auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) liefere keine Impulse, da sie wie erwartet an ihrer Geldpolitik nicht rüttele, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. "Die EZB ist zu Recht bedächtig. Sie wird ihre Geldpolitik wohl erst wieder justieren, wenn sich die Pandemie entspannt. Das dürfte aufgrund wärmerer Temperaturen und fortschreitender Impfquote frühestens im Sommer der Fall sein", kommentierte Otmar Lang von der Targobank.

Sorgenvoller Blick auf die Pandemie

Lagarde blickt jedoch mit zunehmender Sorge auf die Entwicklung der Corona-Pandemie. Diese laste weiter schwer auf der Konjunktur der Eurozone. Angesichts der Lockdown-Maßnahmen in vielen Ländern sei die Wirtschaftsaktivität gestört, so die EZB-Chefin weiter.

Die Wirtschaftsleistung in der Eurozone dürfte demnach im vierten Quartal 2020 geschrumpft sein, die Folgen der Pandemie dürften überdies auch das erste Quartal 2021 konjunkturell belasten.

Euro etwas höher

Am Devisenmarkt hat der Euro am Abend seine Gewinne ausgebaut und wird im späten Geschäft bei 1,2165 Dollar gehandelt. Die europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2158 (Mittwoch: 1,2101) US-Dollar fest. Dass der deutsche Aktienmarkt der Wall Street etwas nachhinkt und nur nahe seines Rekords steht, hat laut Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets auch mit dem zuletzt starken Euro zu tun.

US-Arbeitsmarkt hinkt hinterher

Konjunkturdaten aus den USA fielen derweil uneinheitlich aus. Während der Stimmungsindikator aus dem Großraum Philadelphia, der Philly-Fed-Index, mit 26,5 Punkten deutlich besser ausfiel als erwartet, hinkt der Arbeitsmarkt weiter hinterher. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung lagen mit 900.000 kaum verändert auf weiterhin hohem Niveau.

"Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe in der Region Philadelphia hat sich deutlich verbessert. Ein anderes Bild zeigt sich hingegen für den Arbeitsmarkt. Bereits in den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass der Trend rückläufiger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zum Erliegen gekommen ist", kommentierte Patrick Boldt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

"Dies wird mit den heutigen Zahlen nochmals untermauert und die fortsetzende Corona-Krise wird noch Zeit in Anspruch nehmen, bis von Normalität am Arbeitsmarkt gesprochen werden kann."

Von der Krise weiterhin kaum betroffen ist der US-Immobilienmarkt. Im Dezember legten die Baubeginne um 5,8 Prozent zu, deutlich mehr als erwartet. Am Markt wirken sich die niedrigen Zinsen immer deutlicher aus.

Ölpreise fallen zurück

Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gesunken. Die deutlichen Kursgewinne der vergangenen Handelstage konnten damit vorerst nicht fortgesetzt werden. Für Preisdruck sorgten Lagerdaten aus den USA. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Anstieg der Lagerbestände an Rohöl um 2,56 Millionen Barrel verzeichnet hatte. Steigende Ölvorräte belasten in der Regel die Preise am Ölmarkt.

Trotz der aktuellen Verluste hielten sich die Ölpreise in der Nähe ihrer Höchststände seit knapp einem Jahr. Für Auftrieb sorgen Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung durch flächendeckende Corona-Impfungen. Der Goldpreis tendierte nahezu unverändert bei 1870 Dollar je Feinunze.

Der Bitcoin fällt

Die Digitalwährung Bitcoin hat am Donnerstag einen herben Kursrückschlag hinnehmen müssen. Trotz positiver Nachrichten für die älteste Kryptowährung der Welt fiel ihr Kurs um mehr als zehn Prozent. Auf der Handelsplattform Bitstamp sank der Preis für einen Bitcoin bis auf knapp 31.000 US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Anfang Januar. Auch andere Digitalwährungen wie Ether gaben spürbar nach.

Handfeste Gründe für den Rücksetzer waren zunächst nicht ersichtlich, allerdings hatte sich die neue US-Finanzministerin Yellen zuvor kritisch zu den Kryptowährungen geäußert. Starke Kursschwankungen sind für Digitalwährungen aber keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Dabei hätte der Nachrichtenfluss eigentlich für den Bitcoin gesprochen: Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte am Mittwochabend berichtet, der große Vermögensverwalter Blackrock habe Bitcoin-Terminkontrakte in zwei seiner Fonds aufgenommen. Eine Sprecherin von Blackrock wollte die Nachricht allerdings nicht kommentieren.

Siemens besser als erwartet

Der Technologiekonzern Siemens hat im ersten Quartal operativ über den Erwartungen abgeschlossen. Vor allem die Automatisierungs- und Softwaregeschäfte der Sparte Digital Industries und der Bereich Smart Infrastructure hätten sich stark entwickelt und deutlich höhere Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr geliefert, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss in München mit. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) lag in der Industrieautomatisierungs-Sparte mit 848 Millionen Euro sogar 43 Prozent über dem Schnitt der Analystenprognosen.

Zudem habe Siemens ein stärker als erwartetes Wachstum in China erzielt. Siemens werde den Ausblick für das Geschäftsjahr 2020/21 überprüfen, hieß es. Konsolidierte Zahlen - mit den Ergebnissen der Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers - will der Konzern zur Hauptversammlung am 3. Februar nennen.

VW verfehlt CO2-Ziele

Der Volkswagen-Konzern hat trotz Offensive bei Elektroautos und Plug-In-Modellen die Klimaschutzvorgaben der EU im vergangenen Jahr knapp verfehlt. Nach vorläufigen Zahlen sank der Durchschnittswert der CO2-Emissionen der Pkw-Neuwagenflotte im Vergleich zu 2019 um rund ein Fünftel auf 99,8 Gramm pro Kilometer. Für die knappe Verfehlung von rund einem halben Gramm habe der Konzern bereits frühzeitig Rückstellungen gebildet, teilte Volkswagen am Donnerstag mit. Das Ergebnis des vierten Quartals werde daher nicht belastet.

Telekom meldet Funkturm-Allianz

Die Deutsche Telekom und der spanische Telekommunikationsdienstleister Cellnex wollen ihre Funktürme in den Niederlanden zusammenlegen. Unter dem Namen Cellnex Netherlands sollen so die rund 3150 Dachstandorte und Funktürme der Telekom-Tochter T-Infra sowie rund 1000 Cellnex-Masten gebündelt werden. Dafür erhält die Telekom eine Barzahlung von 250 Millionen Euro sowie eine Beteiligung im Umfang von 400 Millionen Euro an der neuen Firma.

Lufthansa braucht Staatshilfe vielleicht nicht komplett

Die Lufthansa braucht im Kampf gegen die Corona-Krise Vorstandschef Carsten Spohr zufolge die neun Milliarden Euro Staatshilfe womöglich nicht vollständig. Bisher seien erst drei Milliarden abgerufen worden. Es könne sein, dass die Lufthansa die Summe nicht ganz brauche, sagte er am Donnerstag bei einer Online-Veranstaltung mit der europäischen Flugsicherungsbehörde Eurocontol.

Zum Höhepunkt der Krise flossen bei der Lufthansa im Frühjahr 2020 eine Million Euro pro Stunde ab. Noch immer sei es eine Million Euro alle zwei Stunden, bekräftigte Spohr. Das erste Quartal werde mit weniger als 20 Prozent der angebotenen Kapazität bei den Passagierflügen so verlaufen wie geplant, erklärte der Vorstandschef weiter. Ab Sommer sei eine starke Erholung zu erwarten, wenn das Impfen gegen Corona vorankomme und keine Quarantänepflichten mehr das Reisen hemmten. Für das Gesamtjahr habe sich die Lufthansa darauf eingestellt, 40, 50 oder 60 Prozent der Vorkrisenkapazität zu erreichen.

Salzgitter will 2021 wieder schwarze Zahlen schreiben

Der Stahlkonzern Salzgitter hat im vergangenen Jahr besser abgeschnitten als erwartet. Nach vorläufigen Zahlen sank der Vorsteuerverlust auf 200 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss in Salzgitter mitteilte. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag noch bei 253 Millionen Euro gelegen. Salzgitter hatte zuletzt mit einem Vorsteuerverlust auf dem Niveau von 2019 gerechnet.

Im vierten Quartal habe Salzgitter eine "aufwärtsgerichtete" Entwicklung bei Flachstahl, Handel und Technologie verzeichnet. Der Beitrag aus der Aurubis-Beteiligung belief sich auf knapp 102 Millionen Euro. Insgesamt habe sich das Umfeld aufgehellt. Zudem seien die Walzstahlpreise zuletzt stark gestiegen. Salzgitter gehe daher für 2021 von einem Vorsteuergewinn von 150 Millionen bis 200 Millionen Euro aus. Der Umsatz soll sich von 7 Milliarden auf mehr als 8,5 Milliarden Euro erhöhen. Allerdings sei das Risiko im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie weiter immanent und kaum quantifizierbar, hieß es. Der Geschäftsbericht soll am 15. März vorgelegt werden.

Kupfer gefragt, Aurubis erhöht die Prognose

Europas größte Kupferhütte Aurubis erhöht wegen gut laufender Geschäfte ihre Gewinnziele. Für den bis Ende September laufenden Zeitraum stellte der Hamburger Konzern am Donnerstag ein operatives Ergebnis vor Steuern zwischen 270 und 330 Millionen Euro in Aussicht. Zuvor war Aurubis von einem Ergebnis in einer Spanne zwischen 210 und 270 Millionen Euro ausgegangen.

Im Auftaktquartal von Oktober bis Dezember fuhr Aurubis nach vorläufigen Zahlen ein operatives Vorsteuerergebnis von 82 (Vorjahr: 31) Millionen Euro ein. Das Quartalsergebnis entspreche damit den Markterwartungen, hieß es. Das Vergleichsquartal des Vorjahres war durch für einen geplanten Wartungsstillstand in Hamburg belastet. Die endgültigen Zahlen für das erste Quartal will Aurubis am 5. Februar veröffentlichen.

Mediaset erhöht bei ProSiebenSat.1

Der italienische Konzern Mediaset hat seine Beteiligung am deutschen Medienunternehmen ProSiebenSat.1 um weitere 3,4 Prozentpunkte aufgestockt. Insgesamt kommt Mediaset über die Mediaset Espana nun auf eine direkte Beteiligung von 13,18 Prozent am Münchener Konzern. Auf weitere Anteile hat das Unternehmen über Derivate Zugriff.

Das Unternehmen hat derweil das vergangene Jahr besser abgeschlossen als erwartet. Der Umsatz sank von 4,13 Milliarden Euro im Vorjahr auf 4,04 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn von 872 auf 700 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstagabend in Unterföhring mitteilte. Im November hatte ProSiebenSat.1 noch schlechtere Zahlen erwartet, obwohl es bereits damals von der Rückkehr seiner Werbekunden profitierte und seinen Verlust vom zweiten Quartal schon ausgebügelt hatte.

Hohe Nachfrage nach Schutzmasken treibt Drägerwerk

Die Aktien des Medizin- und Sicherheitstechnikherstellers Drägerwerk fallen im TecDAX mit überdurchschnittlichen Kursgewinnen auf. Die Politik hatte im Zuge der jüngst beschlossenen Lockdown-Verlängerung das Tragen der besser schützenden FFP2- oder OP-Masken in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften angeordnet. Drägerwerk erziele damit zwar nur niedrige Margen, doch die Preise müssten nun erhöht werden, weil die Produktionskapazität ausgeschöpft sei, sagte ein Händler.

Hellofresh empfohlen

Zu den stärksten Werten im MDAX gehört die Hellofresh-Aktie. Die Citigroup hat das Kursziel für den Wert von 53 auf 80 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Dem zuständigen Analysten Alastair Birkby haben es dabei die seiner Meinung nach langfristigen Wachstumsaussichten angetan.

Rational heruntergestuft

Rational-Aktien standen zeitweise unter Druck. Analyst Alexander Neuberger vom Bankhaus Metzler rät zum Verkauf des Titels mit einem Kursziel von 500 Euro. Der Aktienkurs des Großküchenausstatters spiegele inzwischen die beste aller Welten wider, während dessen Kunden mit der größten Krise seit Jahrzehnten zu kämpfen hätten, schrieb der Experte in seiner aktuellen Studie.

Qiagen versucht es erneut

Das Biotech-Unternehmen Qiagen will im ersten Quartal in den USA erneut einen Antrag auf Notfallzulassung für den QIAreach Sars-CoV-2-Antigen-Test stellen. Die Entscheidung erfolge, nachdem Qiagen den im November 2020 eingereichten Antrag zurückgezogen habe, um ein in Zusammenhang mit verwendeten Reagenzien aufgetretenes Problem zu adressieren, teilte das im MDAX notierte Unternehmen am späten Mittwochabend mit. Man gehe davon aus, das Problem behoben zu haben.

Online-Apotheken-Aktien weiter gefragt

Gute Zahlen des Schweizer Versandapothekenunternehmens Zur Rose ("Doc Morris") treiben die Papiere der Shop Apotheke an. Die Aktien des MDAX-Mitglieds legen erneut auf ein Rekordhoch zu.

Heidelberger Druck setzt auf Ladesäulen

Die Aktien von Heidelberger Druck legen erneut stark zu. Wieder sorgt das Thema Elektromobilität für viel Fantasie. So will das Unternehmen laut einer Mitteilung vom Mittwoch seine Produktionskapazitäten für sogenannte Wallboxen verdoppeln, um die hohe Nachfrage nach solchen Ladelösungen für Elektrofahrzeuge im privaten Bereich zu bedienen. Die Aktie hat eine lange Talfahrt hinter sich, die schon mehr als ein Jahrzehnt andauert. Jahrelang litt das Unternehmen darunter, dass Druckmaschinen im digitalen Zeitalter nicht mehr so stark nachgefragt werden.

Lob treibt Adva-Aktie

Adva-Aktien gehören zu den stärksten Papieren im SDAX. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat den Wert von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 7,00 auf 10,50 Euro angehoben. Analyst Paul Froment rechnet mit einem starken ersten Quartal des Anbieters von Telekominfrastruktur.

Google einigt sich mit Verlagen in Frankreich

Google hat sich mit französischen Verlagen auf eine Regelung zu Urheberrechten geeinigt. Abhängig von verschiedenen Kriterien, wie etwa den monatlichen Zugriffen, der Höhe der Auflagen der Zeitungen und dem "Beitrag zur politischen und allgemeinen Information" muss die Tochter des US-Technologiekonzerns Alphabet für Inhalte der Zeitungen auf seiner Plattform bezahlen. Google hatte bisher nur Übereinkommen mit einzelnen Zeitungen wie etwa "Le Monde" oder "Le Figaro" erzielt, nicht mit der gesamten Branche.

Facebook lässt Trump-Sperre prüfen

Facebook lässt die unbefristete Sperre des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump von einem unabhängigen Gremium prüfen, das für Streitfälle zwischen dem Online-Netzwerk und seinen Nutzern eingerichtet wurde. "Wir glauben, dass unsere Entscheidung notwendig und richtig war", betonte Facebooks Politikchef Nick Clegg bei der Ankündigung des Schritts am Donnerstag.

Entscheidungen des Gremiums sind bindend für das Unternehmen und können auch nicht von Gründer Mark Zuckerberg überstimmt werden. Facebook hatte Trump nach dem Sturm seiner Anhänger aufs Kapitol in Washington bis auf Weiteres gesperrt - und mindestens für zwei Wochen bis zur Amtseinführung seines Nachfolgers Joe Biden.

Mehr Staatshilfe für Norwegian Air Shuttle

Die angeschlagene Fluggesellschaft Norwegian kann nach Vorlage eines Sanierungsplans auf weitere finanzielle Hilfe der norwegischen Regierung hoffen. Industrieminister Iselin Nyboe erklärte, Norwegen sei bereit, sich an der Refinanzierung zu beteiligen. Zum Umfang der Finanzspritze äußerte er sich nicht. "Die Unterstützung der Regierung erhöht unsere Chancen, neues Kapital zu beschaffen und uns durch den Wiederaufbauprozess zu bringen, erheblich", sagte Airline-Chef Jacob Schram.

Deutsche Börsengänge in Sicht

Der Online-Luxusmodehändler Mytheresa geht heute an die New Yorker Börse NYSE. Das Münchener Unternehmen wird dabei mit mehr als 2,2 Milliarden Dollar bewertet. Der Ausgabepreis für die US-Hinterlegungsscheine (ADS) liegt bei je 26 Dollar. Insgesamt werden Papiere mit einem Volumen von bis zu 467 Millionen Dollar ausgegeben.

Auch der Online-Autohändler Mobility Holding strebt an die Börse. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters peilt das Unternehmen aus Oberhaching bei München einen Börsengang in Frankfurt in der ersten Jahreshälfte 2021 an. Der Betreiber der Plattform MeinAuto.de, der dem britischen Finanzinvestor Hg gehört, könnte demnach einschließlich Schulden mit 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro bewertet werden.

InPost mit milliardenschweren Gang an den Kapitalmarkt

Der polnische Paketdienstleister InPost steht vor einem der größten Börsengänge in Europa in diesem Jahr. Das Unternehmen will mit seinem Gang an die Börse in Amsterdam zwischen 2,8 und 3,2 Milliarden Euro einnehmen. Die Aktien werden in Preisspanne von 14 bis 16 Euro angeboten. Insgesamt kommt die Firma damit auf einen Börsenwert von sieben bis acht Milliarden Euro. Der erste Handelstag ist für den 29. Januar geplant.