Händler an der Frankfurter Börse
Marktbericht

DAX schwächelt Sorgen vor der dritten Corona-Welle

Stand: 18.02.2021 22:32 Uhr

Der DAX verzeichnete heute den dritten Verlusttag in Folge. Zwar kein Ausverkauf, aber die Sorge der Investoren vor einer Verschärfung der Corona-Lage bremst die Risikobereitschaft der Anleger.

Am Aktienmarkt setzte sich die Konsolidierungsphase auch am Donnerstag fort. Der Leitindex DAX bewegte sich kaum und gab am Ende leicht nach auf 13.886 Punkte. Das war ein Tagesverlust von 0,2 Prozent und der dritte Verlusttag in Folge.

Was sich dramatischer anhört als es ist, denn von einem Ausverkauf kann keine Rede sein. Schließlich bleibt der Index in Schlagweite seines Rekordhochs von 14.169 Punkten und damit auf hohem Niveau. Aber umgekehrt gibt es auch keine Aufbruchstimmung mehr. "Neue Impulse blieben zuletzt aus", merkte Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba an.

Angst vor der dritten Welle

Grund für die Zögerlichkeit der Anleger, neue Risiken einzugehen, ist die Sorge um die hochansteckenden Mutationen des Coronavirus, die derzeit umgehen und in aller Munde sind. Damit schwebt eine dritte Corona-Welle mit all ihren Folgen wie ein Damoklesschwert über der Börse. Hohe Infektionszahlen der neuen Mutanten im Ausland zeigen, wie gefährlich die Lage immer noch ist, gerade weil es mit den Impfungen nur schleppend voran geht.

Nach Einschätzung der Analystin Carol Kong von der Commonwealth Bank sind die Anleger auf Richtungssuche. Auf der einen Seite schürten die geplanten zusätzlichen Corona-Staatshilfen in den USA Hoffnungen auf frischen Wind für die Weltwirtschaft. Gleichzeitig bereite Anlegern die Ausbreitung von Coronavirus-Mutanten Sorgen.

Inzidenz stagniert

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI bundesweit geringfügig höher als am Vortag bei 57,1. Schon in den Tagen zuvor hatte es keinen deutlichen Rückgang der Inzidenz mehr gegeben. Bund und Länder streben zunächst eine Inzidenz von 50 an. Öffnungen etwa des Einzelhandels werden aber erst in Aussicht gestellt, wenn der Wert 35 erreicht wird.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat die derzeitige Lage in der Pandemie mit einem Wettrennen zwischen Impfungen und dem Auftreten neuer Virusvarianten verglichen. "Je schneller wir impfen, desto schneller können wir das natürlich eindämmen", sagte Lothar Wieler am Donnerstag bei WDR5.

VW an der DAX-Spitze

Gerüchte um einen geplanten Börsengang der Konzerntochter Porsche hievten VW Vorzüge an die DAX-Spitze. Das Unternehmen erwäge Möglichkeiten, den Börsenwert des Konzerns zu erhöhen, dazu gehöre mittelfristig auch eine Erstnotiz des Gewinnbringers Porsche, schrieb das "Manager Magazin" heute unter Berufung auf Konzerninsider. Allerdings werde VW in einem solchen Fall höchstens 25 Prozent der Anteile abgeben.

Für ein solches Paket kalkuliere man mit einem möglichen Wert von 20 bis 25 Milliarden Euro. Investoren spekulieren schon seit Jahren, dass die Ertragsperle Porsche (nicht zu verwechseln mit der Konzernholding Porsche SE) vom Konzern zu Geld gemacht werden könnte, das die Wolfsburger angesichts des Umbruchs in der Branche gut gebrauchen könnten. Tagesverlierer waren MTU Aero nach schwach aufgenommenen Geschäftszahlen.

Wall Street grenzt Verluste ein

Ein eher ungewöhnliches Bild bot sich am Donnerstag den zuletzt so erfolgsverwöhnten Anlegern an der Wall Street. Denn alle führende Aktienindizes notierten zum Handelsschluss im Minus, wenngleich sie sich im Handelsverlauf von ihren Tiefstständen aus dem frühen Geschäft gelöst haben.

Am besten hielt sich noch der Leitindex der Standardwerte, der Dow Jones Industrial-Index. Er hätte es im Verlauf fast noch ins Plus geschafft, ging aber letztlich bei 31.493 Punkten um 0,3 Prozent leichter aus dem Markt.

Auch die anderen großen Indizes schlossen über Tagestief leichter. Der breiter aufgestellte S&P-500-Index beendete den Handel um 0,4 Prozent schwächer bei 3913 Punkten. Im Tagestief hatte er bei 3.885 Zählern gelegen. An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite-Index 0,7 Prozent, der Auswahlindex 0,45 Prozent auf 13.637 Punkte.

Schwache Walmart-Zahlen und enttäuschende Daten vom Arbeitsmarkt lasteten auf den Kursen. Zudem geht die Inflationsdebatte weiter, angeheizt durch steigende Rentenrenditen, was stets Gift für den Aktienmarkt ist. Immerhin rund 1,3 Prozent werfen zehnjährige Staatsanleihen in den USA ab. Davon können die Anleger hierzulande nur träumen angesichts festgefügter Minuszinsen.

Eine stark steigende Geldmenge, das von US-Präsident Joe Biden geplante Konjunkturpaket und die nach oben springenden Rohstoffpreise sind einige der Zutaten für einen "explosiven Inflationscocktail", wie die Experten des Bankhauses Metzler am Donnerstag schrieben.

Der Arbeitsmarkt kommt nicht in die Gänge

Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung nahmen konkret um 13.000 auf 861.000 zu und bleiben damit auf hohem Niveau. Erwartet worden waren nur 773.000. "Von Normalität am Arbeitsmarkt kann nicht gesprochen werden", lautete das Fazit von Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg. In der Pandemie gingen in den USA bislang unter dem Strich an die zehn Millionen Jobs verloren.

Walmart mit viel Umsatz, aber trotzdem Verlust

Unter den Einzelwerten enttäuschen Walmart nach neuen Geschäftszahlen. Die im Dow Jones enthaltene Aktie gibt fast fünf Prozent nach.

Zwar ließen boomende Online-Verkäufe die Geschäfte beim größten US-Einzelhändler in der Pandemie brummen, doch hohe Kosten und Ausgaben verhageln die Bilanz. In den drei Monaten bis Ende Dezember fiel unterm Strich ein Verlust von 2,1 Milliarden US-Dollar (1,7 Mrd Euro) an, nach einem Gewinn von 4,1 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. Die Erlöse wuchsen - angetrieben von einem 69-prozentigen Absatzplus im Online-Geschäft - um gut sieben Prozent auf 152,1 Milliarden Dollar.

Die Bilanz litt unter Belastungen von mehr als einer Milliarde Dollar. Zudem investierte Walmart in großem Stil in den Konzernumbau und gab viel Geld für Gehaltserhöhungen aus. Im ganzen abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Walmart den Umsatz um 6,7 Prozent auf 559,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn ging - auch wegen hoher Kosten durch die Pandemie - um 9,2 Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar zurück.

Gamestop-Anhörung im Fokus

Nervös blickten die Anleger auf den Beginn der Untersuchung der jüngsten Börsenturbulenzen im Repräsentantenhaus rund um die GameStop-Aktie, bei der heute die Hauptprotagonisten versammelt waren. Der Ausschuss für Finanzdienstleistungen untersucht, wie die Aktien von GameStop und anderen Titeln in schwindelerregende Höhen getrieben werden konnten.

Neben Hedgefonds-Managern und Firmenchefs muss auch der YouTuber "Roaring Kitty" aussagen. Gegen Keith Gill, der sich hinter dem Pseudonym verbirgt, läuft eine Klage. Ein Käufer von GameStop-Optionen wirft ihm vor, seine Finanzausbildung verheimlicht und Privatanleger zum Kauf von überteuerten Aktien gebracht zu haben.

Neben Gill müssen sich auch der Chef der Handelsplattform Robinhood, Vlad Tenet, und sein Kollege von der Internet-Plattform Reddit Steve Huffman den kritischen Fragen stellen. Das gilt auch für die Hedgefonds-Chefs Ken Griffin von Citadel und Gabriel Plotkin von Melvin Capital. Tenet hat Vorwürfe angeblicher Absprachen seines Unternehmens mit Großinvestoren vor dem US-Kongress zurückgewiesen.

Euro etwas höher

Der Euro hat am Donnerstag anfängliche Kursgewinne ausgeweitet. Die Gemeinschaftswährung erholte sich damit etwas von den Verlusten an den beiden Vortagen. Am späten Abend steigt der Kurs auf 1,2094 US-Dollar, nachdem der Euro am frühen Morgen noch bei 1,2036 Dollar gehandelt worden war. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2084 (Mittwoch: 1,2060) US-Dollar fest.

Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung. In der Eurozone wurden zunächst keine wichtigen Konjunkturdaten veröffentlicht. Die schwachen Arbeitsmarktdaten lasten auf der US-Valuta. Auch solide Daten vom Baumarkt und dem Konjunkturindex für den Großraum Philadelphia, dem Philly-Fed-Index, helfen da nicht.

Ölpreise können Gewinne nicht halten

Der Anstieg bei den Ölpreisen setzte sich zunächst weiter fort, ehe die Preise im späten Geschäft stärker ins Minus drehten. Am Donnerstag stiegen die Notierungen für Rohöl aus den USA und für Nordsee-Öl zunächst auf den jeweils höchsten Stand seit über einem Jahr. Abermals wurden die Ölpreise dabei durch einen extremen Wintereinbruch in den USA mit massiven Ausfällen bei der US-Ölproduktion angetrieben.

Derweil sind die US-Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche erneut deutlich gefallen. Die Vorräte sanken um 7,3 Millionen Barrel auf 461,8 Millionen Barrel, wie das Energieministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten mit einem Rückgang um nur 2,1 Millionen Barrel gerechnet.

RWE-Gewinnwarnung wegen Extremwetter in Texas

Am späten Abend hat der Energiekonzern RWE eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Das extreme Wetter im US-Bundesstaat Texas werde das Ebitda für das laufende Jahr mit einem niedrigen bis mittleren dreistelligen Euro-Millionenbetrag belasten, hieß es. Windkraftanlagen seien ausgefallen und um Lieferverpflichtungen zu erfüllen, mussten Strommengen "zu außergewöhnlich hohen Preisen" zugekauft werden, hieß es in einer Pflichtmitteilung. Eine abschließende Bewertung sei noch nicht möglich, so das Unternehmen weiter.

Daimler verdient deutlich mehr

Der Auto- und Lastwagenbauer Daimler hat das vergangene Jahr weitaus besser überstanden als erwartet. Der Konzern verbuchte unter dem Strich einen auf die Aktionäre entfallenden Gewinn von 3,6 Milliarden Euro, die Hälfte mehr als im Jahr zuvor. Für 2021 geht Daimler davon aus Absatz, Umsatz und operatives Ergebnis deutlich zu steigern. Die Aktie gehörte heute im DAX zu den größten Gewinnern.

Gewinneinbruch bei MTU

Der Triebwerksbauer MTU hat wegen der schweren Krise der Luftfahrtbranche im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang um 14 Prozent auf knapp vier Milliarden Euro verbucht. Der Gewinn brach um 70 Prozent auf 147 Millionen Euro ein. Aktionäre sollen eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie erhalten. Im laufenden Jahr rechnet das DAX-Mitglied wieder mit besseren Geschäften.

Untersuchung von 787 "Dreamliner" angeordnet

Boeing droht wegen möglicher Mängel beim Langstreckenflugzeug 787 "Dreamliner" neuer Ärger. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA ordnete am Mittwoch Inspektionen von rund 222 Maschinen an, weil die Gefahr von Schäden an sogenannten Dekompressionspaneelen zur Abtrennung des Passagierbereiches bestehe. Der Defekt könnte der Behörde zufolge fatale Folgen haben, etwa wenn Luftfracht Feuer fängt.

Spohr nennt Lage bei Lufthansa weiter dramatisch

Die Corona-Krise hat mit vielen Reisebeschränkungen weltweit die Lufthansa noch fest im Griff. "Die Lage ist dramatisch immer noch für uns", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr beim SZ-Gipfel-Salon. Am Donnerstag zum Beispiel hätte die Airline gerade neun Prozent der Passagiere im Vergleich zum Normalbetrieb vor der Krise befördert.

Über 500 von 800 Flugzeugen seien noch immer geparkt, weil sie nicht gebraucht würden. Es gebe viele Flüge mit nur 20, 30 Gästen an Bord, allein um Luftfracht zu befördern. Nach wie vor verliere der Konzern eine Million Euro alle zwei Stunden. Bis Jahresende sei schon jeder fünfte Mitarbeiter ausgeschieden, so dass die Gruppe 111.000 Beschäftigte habe.

Milliardenverlust bei Airbus

Airbus hat im vergangenen Jahr wegen der Krise in der Luftfahrtbranche einen Verlust von 1,1 Milliarden Euro verbucht. Damit schnitt Airbus besser ab als von Analysten erwartet. Die Aktionäre sollen aber wie schon für 2019 auch für 2020 auf eine Dividende verzichten. Für 2021 peilt Airbus-Chef Guillaume Faury die Auslieferung von ähnlich vielen Flugzeugen wie im Vorjahr an. Der Hersteller hatte 566 Maschinen an seine Kunden übergeben.

Gewaltiges Minus bei Air France-KLM

Die europäische Fluggesellschaft Air France-KLM ist im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Verlust von 7,1 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 290 Millionen ein Jahr zuvor. Das Unternehmen rechnet in Kürze mit einer Einigung auf weitere Staatshilfen. "Es ist eine Frage von Wochen, nicht Monaten", sagte Finanzchef Frederic Gagey anlässlich der Vorlage der Jahreszahlen in Paris. Derzeit sprächen die Regierungen von Frankreich und den Niederlanden mit der EU-Kommission über weitere Finanzspritzen.

Hochtief leidet unter Corona

Die Corona-Pandemie hat beim Baukonzern Hochtief im vergangenen Jahr tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Umsatz und operative Ergebnisse gingen 2020 deutlich zurück. Vor allem liefen die Geschäfte des spanischen Autobahnbetreibers Abertis, an dem Hochtief rund 20 Prozent hält, wegen der Krise viel schlechter. Aufgrund der Lockdowns wurden Mautautobahnen deutlich weniger genutzt.

2020 ging der um Sondereffekte bereinigte Gewinn des MDAX-Konzerns im Jahresvergleich um mehr als ein Viertel auf 476,7 Millionen Euro zurück. Rechne man den Beitrag aus der Finanzbeteiligung an dem spanischen Autobahnbetreiber Abertis heraus, dann sei dasr operative Nettoergebnis um knapp 10 Prozent gesunken. 2020 schmälerte Abertis den Hochtief-Gewinn um 17 Millionen Euro, ein Jahr zuvor steuerte der spanische Konzern noch 122 Millionen Euro zum Ergebnis bei.

Für das laufende Jahr peilt Hochtief einen bereinigten Gewinn von 410 bis 460 Millionen Euro an. Dies sei ein Zuwachs von elf bis 25 Prozent, wenn man das Ergebnis von 2020 um den 50-prozentigen Thiess-Anteilsverkauf auf 368 Millionen Euro bereinige, hieß es.

Thyssenkrupp einigt sich nicht mit Liberty

Der Industriekonzern Thyssenkrupp beendet die Gespräche mit dem Konkurrenten Liberty Steel über einen Verkauf seiner ungeliebten Stahlsparte. Wie Thyssenkrupp am Mittwoch weiter mitteilte, lagen die Vorstellungen über den Unternehmenswert weit auseinander, die Zukunftsfähigkeit des Stahlgeschäfts solle nun aus eigener Kraft sichergestellt werden.

K+S wird außer der Reihe überprüft

Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S muss auf Druck der Finanzaufsicht BaFin Bilanzprüfern Einblick in seine Bücher gewähren. Die BaFin habe die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) mit der Prüfung des Konzernabschlusses zum 31.12.2019 nebst zugehörigem Konzernlagebericht sowie des verkürzten Abschlusses zum 30.06.2020 nebst zugehörigem Zwischenlagebericht beauftragt, teilte das MDAX-Unternehmen mit.

Der Vorstand gehe davon aus, die Anhaltspunkte der BaFin entkräften zu können. Als Grund habe die BaFin der DPR mitgeteilt, es lägen "konkrete Anhaltspunkte" vor, dass "Vermögenswerte, insbesondere das Anlagevermögen, zu hoch bemessen sein könnten", hieß es. Die K+S-Aktie brach prozentual zweistellig ein.

Umsatzsprung bei Varta

Der Batteriehersteller Varta hat im vergangenen seinen Umsatz um 140 Prozent auf 870 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Grund war unter anderem die große Nachfrage nach Batterien für Bluetooth-Kopfhörer. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 145 Prozent auf 239 Millionen Euro. Für 2021 erwartet Varta ein organisches Umsatzwachstum auf 940 Millionen Euro und ein prozentual deutlich zweistelliges Ergebniswachstum. Die Marge soll auf bis zu 30 Prozent steigen. Anleger reagieren dennoch enttäuscht auf den Ausblick.

Gerresheimer will schneller wachsen

Der für die Pharma- und Kosmetikindustrie produzierende Verpackungshersteller will nach einem Rekordquartal zum Jahresabschluss sein Wachstum in 2021 beschleunigen. Mittelfristig sollen hohe einstellige Wachstumsraten erzielt werden. Im vergangenen Jahr hatte das MDAX-Mitglied bei einem Umsatzanstieg um knapp vier Prozent auf 1,4 Milliarden Euro ein bereinigtes Konzernergebnis von 124 Millionen Euro erreicht. Die Aktionäre sollen eine um fünf Cent auf 1,25 Euro angehobene Dividende je Aktie erhalten.

Anleger honorieren Sieg beim BVB

Im SDAX gehören die Aktien des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund zu den stärksten Werten. Der 3:2-Sieg im Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Sevilla hilft dem Wert auf die Sprünge.

Carrefour will noch mehr sparen

Der französische Einzelhandelskonzern Carrefour hat in der Krise kräftig zugelegt. Bei einem Umsatzanstieg um acht Prozent auf 78,6 Milliarden Euro legte das Betriebsergebnis 2020 um 17 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu. Vorstandschef Alexandre Bompard kündigte an, bis 2023 jährlich zusätzliche Kosten in Höhe von 2,4 Milliarden Euro einsparen zu wollen. Das Einsparziel von zuletzt drei Milliarden Euro wurde bereits im Vorjahr erreicht.

Tierfutter läuft bei Nestle gut

Beim Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle hat sich das Wachstumstempo im vierten Quartal 2020 erhöht. Aus eigener Kraft legten die Erlöse im Gesamtjahr um 3,6 Prozent zu, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Wachstumstreiber war dabei unter anderem die Tierfuttermarke Purina. In den ersten neun Monaten hatte Nestle noch ein um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe bereinigtes Umsatzplus von 3,5 Prozent verzeichnet.

Tesla ruft ältere Modelle zurück

Der US-Elektroautobauer Tesla ruft nun auch in Deutschland wegen Problemen mit Computerchips Fahrzeuge zurück. Betroffen sind vor 2018 gebaute Limousinen vom Typ Model S und der Elektro-SUV Model X, wie ein Sprecher des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamtes am Donnerstag bestätigte.

Der Zentralbildschirm, über den zahlreiche Fahrzeugfunktionen gesteuert werden, drohe bei einem vollen Speicherchip auszufallen. "Das Speicher-Element in der MCU (Media Control Unit) des Fahrzeugs erlaubt eine begrenzte Zahl von Schreibvorgängen." Tesla habe die Halter der Fahrzeuge angeschrieben und werde das Problem durch ein Softwareupdate beheben. Es handele sich nicht um einen von der Zulassungsbehörde angeordneten Rückruf.

Zuvor waren bereits in den USA auf Druck der für Straßen- und Fahrzeugsicherheit zuständigen Bundesbehörde NHTSA rund 135.000 zwischen 2012 und 2018 gebaute Fahrzeuge der beiden Baureihen wegen des gleichen Problems in die Werkstätten beordert worden.

Facebook blockiert Inhalte in Australien

Im Streit um ein geplantes Online-Mediengesetz in Australien blockiert Facebook seit Donnerstag für Nutzer in dem Land den Zugang zu journalistischen Nachrichten. In Australien können Internetnutzer mit der Blockade nicht mehr Links zu journalistischen Artikeln auf ihre Facebook-Seiten stellen oder die Facebook-Seiten einheimischer und ausländischer Medien ansehen.

Das Gesetz zur Regulierung des digitalen Nachrichtenmarkts wurde am Mittwoch vom australischen Unterhaus verabschiedet und liegt nun dem Senat vor. Mit dem Gesetz will die Regierung Facebook ebenso wie Google vorschreiben, den australischen Medienhäusern Nutzungsgebühren für die Verbreitung von deren journalistischen Inhalten zu zahlen. Der Entwurf sieht bei Verstößen Geldbußen in Millionenhöhe vor. Auf diese Weise soll ein Teil der Werbeeinnahmen der US-Onlineriesen an die traditionellen Medienhäuser weitergereicht werden. 

Biontech/Pfizer wollten im Sommer 54 Euro je Dosis

Die Pharmaunternehmen Pfizer und Biontech sollen Medienberichten zufolge im Juni für den von ihnen entwickelten Corona-Impfstoff von der EU 54,08 Euro pro Dosis verlangt haben. Bei einer Abnahme von 500 Millionen Dosen, was für rund die Hälfte der Bevölkerung der EU reicht, hätten die Unternehmen in ihrem ursprünglichen Angebot insgesamt etwa 27 Milliarden Euro verlangt. Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, sagte dem Rechercheverbund von NDR, WDR und SZ, er halte einen solchen Preis für "unseriös" und sehe "darin ein Profitstreben, das in der jetzigen Situation der Pandemie in keiner Weise gerechtfertigt ist".

Über dieses Thema berichtete am 18. Februar 2021 B5 aktuell um 09:15 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.