Händler an der Frankfurter Börse | dpa
Marktbericht

DAX und Dow Jones Anleger warten auf frische Impulse

Stand: 18.05.2021 22:25 Uhr

An der Wall Street blickten abwartende Anleger heute in Richtung US-Notenbank. Selbst gute Unternehmensbilanzen änderten daran nichts. Der DAX konnte anfänglich höhere Gewinne erneut nicht halten.

Das Handelsgeschehen an der New Yorker Aktienbörse lief am Dienstag in überwiegend ruhigen Bahnen ab. Im späten Geschäft weiteten die führenden Indizes dabei ihre Verluste aus und schlossen allesamt im Minus. Auch die Technologiebörse Nasdaq, die lange Zeit in einer Gegenbewegung auf die jüngsten Verluste zugelegt hatte, rutschte noch in die Verlustzone.

Konkret ging der Leitindex Dow Jones bei 34.060 Punkten aus dem Handel, ein Tagesverlust von 0,78 Prozent. Ähnlich der S&P-500-Index, der ebenfalls um 0,9 Prozent nachgab und bei 4127 Punkten schloss. An der Nasdaq bröckelten anfänglich stärkere Gewinne gegen Handelsschluss wieder ab. Am Ende ging es um 0,6 Prozent bergab, der Schlussstand lag bei 13.303 Punkten. Auch der Auswahlindex Nasdaq 100 beendete den Handel letztlich um 0,7 Prozent tiefer bei 13.217 Punkten.

Die Fed im Fokus

"Es wird viel über Inflation diskutiert und über die Frage, wie viel davon vorübergehend und wie viel dauerhaft ist", sagte Jordan Kahn, Chef-Anleger des Vermögensverwalters ACM. In Bezug auf die Einzelhändler verstärkten die Angebotsengpässe bei einigen Produkten den Preisdruck. "Dieser scheint aber vorübergehend zu sein, zumal die meisten Einzelhändler die steigenden Kosten wohl weitergeben können."

Vor diesem Hintergrund warteten Börsianer gespannt auf die Veröffentlichung der jüngsten Fed-Protokolle am Mittwoch, im Fachjargon "Minutes" genannt. Sie erlauben einen der wenigen Einblicke in das Innenleben der mächtigsten Notenbank der Welt und sind an der Börse entsprechend viel beachtet. Gerade in Umbruchzeiten wie diesen, in denen ein Wechsel des Zinsregimes diskutiert wird.

Immer mehr Investoren gingen offenbar davon aus, dass die US-Notenbank trotz der anziehenden Inflation an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik festhalten wird, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus Activtrades. Diese Aussicht belastet auch den Dollar, der gegenüber dem Euro heute auf den tiefsten Stand seit Februar fiel. Für einen Euro mussten mehr als 1,22 Dollar bezahlt werden.

Walmart gut gestartet

Apropos Einzelhändler: Unter den Einzelwerten stand in New York der weltgrößte Einzelhändler Walmart im Blick, der Geschäftszahlen für sein Geschäftsquartal zwischen Februar und April vorgelegte. Walmart ist gut gestartet und hat seine Jahresziele angehoben. Die im Dow Jones enthaltene Aktie legte zur Eröffnung fast vier Prozent zu, konnte das hohe Niveau aber nicht halten. Das Papier gewann am Ende noch 2,1 Prozent.

Im US-Heimatmarkt profitierte Walmart dabei stark von den billionenschweren staatlichen Hilfsprogrammen zur Bewältigung der Corona-Krise, die Konsumausgaben kräftig anschoben. Der flächenbereinigte Absatz wuchs um sechs Prozent - deutlich stärker als von Analysten erwartet. Das Betriebsergebnis legte im Jahresvergleich um gut 32 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) zu.

Home Depot boomt

Durch den anhaltenden Heimwerker-Trend in der Pandemie hat auch die US-Baumarktkette Home Depot, ebenfalls im Leitindex Dow Jones enthalten, besser abgeschnitten als erwartet. Der vergleichbare Umsatz kletterte im ersten Quartal des Bilanzjahres 2021/22 um 31 Prozent auf 37,5 Milliarden Dollar. Analysten hatten lediglich mit einem knapp 20-prozentigen Plus gerechnet. Der Nettogewinn verdoppelte sich beinahe auf 4,1 Milliarden Dollar.

"Walmart und Home Depot scheinen von den steigenden Konsumausgaben zu profitieren", sagte Sean O'Hara, Chef des Fondsanbieters Pacer ETFs. "Mit der Lockerung der Pandemie-Beschränkungen und der Rückkehr zur Normalität erwarten wir steigende Ausgaben im Einzelhandel."

E-Auto-Aktien im Aufwind

Die Aussicht auf 174 Milliarden Dollar schwere staatliche Hilfen zur Ankurbelung des Absatzes von Elektroautos beflügelte die Aktien der Hersteller. Die Papiere von Nikola, Tesla, Fisker, Lordstown oder Workhorse stiegen um bis zu 21 Prozent. US-Präsident Joe Biden stellte im Rahmen seines Besuchs einer Ford-Fabrik seine Pläne vor, in deren Mittelpunkt Kaufprämien im Gesamtvolumen von 100 Milliarden Dollar stehen. Außerdem soll der Bau von Batteriewerken gefördert werden.

China dürfe den Wettbewerb um E-Mobilität nicht gegen USA gewinnen, so der Präsident bei seinem Ford-Besuch. "Sie werden dieses Rennen nicht gewinnen. Wir können das nicht zulassen", sagte Biden und verwies darauf, dass 80 Prozent der Produktionskapazitäten für Akkus für Elektrofahrzeuge inzwischen in China lägen.

DAX kann Rekordhoch nicht halten

Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich aktuell keine klare Richtung ab. Zwar bleibt der deutsche Leitindex DAX auf hohem Niveau und hat heute auf sein altes Rekordhoch sogar noch ein paar Punkte auf 15.538 Zähler draufgesattelt, der Durchbruch nach oben ist beziehungsweise war das aber noch nicht. Wie schon am Montag gab der Index im weiteren Verlauf seine Gewinne komplett wieder ab und schloss am Ende bei 15.386 Punkten sogar leicht um 0,1 Prozent ins Minus.

Konjunkturhoffnungen dominieren

Ungeduld dürfte aber ein schlechter Ratgeber sein. Denn hinter dem hohen Niveau des Aktienmarktes steckt weiter die Hoffnung der Anleger auf eine deutliche Konjunkturerholung nach dem Überwinden der Pandemie. Rückenwind kommt dabei vom anziehenden Impftempo sowie einer überwiegend vielversprechend verlaufenden Berichtssaison der Unternehmen zum Jahresstart.

Zins- und Inflationssorgen stehen zwar im Gegenzug weiter im Raum, sie sind aber derzeit nicht so ausgeprägt wie in den USA. Die Lockerung der Pandemie-Restriktionen in einigen europäischen Staaten stütze die Einschätzung, dass die Normalisierung der Wirtschaft auf gutem Weg sei, sagte Volkswirtin Simona Gambarini vom Research-Haus Capital Economics. "Das wird konjunkturabhängigen Werten besonderen Schub geben."

Dies wiederum mache heimische Aktien im Vergleich zu US-Papieren attraktiver, ergänzte Anlagestratege Christian Stocker von der HVB-Mutter UniCredit. "Die Gewichtung zyklischer Werte ist in Europa relativ gesehen höher." Besonders auf dem deutschen Kurszettel finden sich genügend zyklische Industrieaktien, so dass die Börse perspektivisch nach unten derzeit gut unterstützt scheint.

Auto-Aktien gefragt

Bestes Beispiel sind immer wieder die Autoaktien. "Die Anleger setzen darauf, dass der deutsche Konjunkturmotor alsbald wieder rund läuft", kommentierte Marktanalyst Timo Emden. Die Aktienkurse von BMW, Daimler und Volkswagen legten heute zu. Tagessieger aber waren Deutsche Wohnen, die deutlich knapp fünf Prozent zulegten. Siemens standen am DAX-Ende.

Gerüchte um T-Mobile US und die Telekom

Auch die T-Aktie gab nach den Gewinnen der Vortage rund ein Prozent nach. Die Bonner wollen einem Pressebericht zufolge ihren Anteil am US-Mobilfunker T-Mobile US aufzustocken. Die Deutschen zielten auf eine Mehrheitsbeteiligung bei dem Unternehmen, berichtet das "Handelsblatt" am Dienstag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Derzeit hält die Telekom gut 43 Prozent der Aktien an T-Mobile US. Dem "Handelsblatt" zufolge will Telekom-Chef Timotheus Höttges seine Pläne, in die Mehrheit zu gehen, beim Kapitalmarkttag am Donnerstag vorstellen.

Ölpreise drehen ins Minus

Am Ölmarkt drehten die Notierungen im Verlauf ins Minus. Zuvor war der Brent-Preis bis auf 70,24 Dollar gestiegen. Die Notierung für Nordsee-Öl lag damit erstmals seit März wieder über 70 Dollar. Die Preise für die beiden führenden Sorten, Brent und die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) bleiben aber trotzdem auf hohem Niveau. Auch der schwache Dollar stützt tendeziell die Notierungen, denn Öl wird für Dollar-Ausländer damit billiger. Nicht zuletzt die stark steigenden Notierungen am Rohstoffmarkt haben Inflationsängste zuletzt immer wieder angeheizt. Eine Entspannung ist nicht in Sicht.

Siemens kauft Chip-Marktplatz Supplyframe

Siemens übernimmt den Elektronik-Marktplatzbetreiber Supplyframe aus Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien für 700 Millionen Dollar, wie der DAX-Konzern am Montagabend mitteilte. Auf den Plattformen von Supplyframe wie "findchips.com" finden Entwickler und Hersteller von Elektronik-Komponenten zusammen. Die Anleger reagierten jedoch wenig begeistert heute, die Siemens-Aktie stand am DAX-Ende.

Siemens Energy weist Gamesa-Spekulationen zurück

Der Energiekonzern Siemens Energy hat Spekulationen um eine Komplettübernahme des Windanlagenbauers Gamesa sowie um ein Delisting von der spanischen Börse zurückgewiesen. Siemens Energy plane derzeit kein Angebot für Gamesa, auch seien weder die Banken Morgan Stanley oder die Deutsche Bank dafür mandatiert worden, erklärte das Unternehmen am Dienstag gegenüber der spanischen Börsenaufsicht.

Die Spekulationen um eine Komplettübernahme von Gamesa durch Energy sind nicht neu und keimen seit der Ausgliederung des Energiegeschäfts aus dem Siemens-Konzern im vergangenen September. Am Dienstag hatte die spanische Zeitung Expansión über ein mögliches Delisting berichtet. Die Siemens-Gamesa-Aktie war daraufhin vom Handel in Madrid ausgesetzt worden. Später wurde das Papier dann wieder gehandelt.

Neue Betriebsratschefin bei VW jetzt auch offiziell im Präsidium bestätigt

Die neue Volkswagen-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat ihren langjährigen Vorgänger Bernd Osterloh jetzt auch im Präsidium des Aufsichtsrats offiziell abgelöst. Die übrigen Kontrolleure wählten die 46-jährige Gewerkschafterin in den engsten Zirkel des Gremiums, hieß es am Dienstag aus dem Konzern. Sie war als oberste Belegschaftsvertreterin vorgemerkt, weil Osterloh zum 1. Mai als Personalvorstand zur VW-Nutzfahrzeug-Holding Traton wechselte.

Cavallos Bestätigung in der Top-Funktion durch das zuständige Registergericht und die anderen Aufseher galt als Formsache. Ab sofort entscheidet sie direkt über zentrale strategische Fragen beim größten europäischen Autohersteller mit. Im Frühjahr 2022 soll sie zusammen mit IG-Metall-Chef Jörg Hofmann - dem Vizevorsitzenden des VW-Aufsichtsrats - auch bei den nächsten regulären Wahlen für die Beschäftigten-Vertretung die Arbeitnehmerbank in dem Kontrollgremium anführen. Mit Jens Rothe aus Sachsen zieht zudem voraussichtlich der erste Vertreter der ostdeutschen Standorte in den Aufsichtsrat ein.

Lufthansa drängt auf Öffnung des US-Flugmarktes

Angesichts einer steigenden Ticket-Nachfrage hat die Lufthansa Lockerungen im Flugverkehr mit den USA gefordert. Man benötige jetzt eine Perspektive, wie Reisen zwischen den USA und Europa wieder in größerem Umfang möglich werden könnten, erklärte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister.

Bei sinkenden Corona-Infektionszahlen und steigender Impfquote sei eine vorsichtige Öffnung möglich. Deutschland benötige eine "Öffnungsperspektive für den Transatlantik", sagte Hohmeister. In den vergangenen zwei Wochen seien auch die Buchungszahlen für USA-Flüge im Sommer zu den Zielen New York, Miami und Los Angeles um bis zu 300 Prozent gestiegen. Ab Juni werde Lufthansa weitere US-Ziele wie Orlando und Atlanta wieder anfliegen. Derzeit gelten beim generellen Einreiseverbot aus dem Schengenraum in die USA und umgekehrt nur wenige Ausnahmen.

Ergebnis von Grand City Properties stagniert

Der Wohnimmobilienkonzern Grand City Properties profitiert weiterhin von einer starken Nachfrage nach Wohnungen. Allerdings gingen die Mieterlöse im ersten Quartal 2021 aufgrund von Immobilienverkäufen etwas zurück. Dies drückte auch auf die Ergebnisse. Die Ergebnisgröße FFO I lag mit 47 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte das MDAX-Unternehmen am Dienstag in Luxemburg.

RTL mit großen Frankreich-Plänen

In Frankreich bahnt sich bis Ende 2022 die Fusion zweier großer TV-Gruppen an. Die privaten Senderunternehmen TF1 und M6 sollen zusammengelegt werden, dazu werden exklusive Verhandlungsgespräche aufgenommen, wie die Eigentümer und die TV-Gruppen am späten Montagabend mitteilten. Bouygues zahlt RTL 641 Millionen Euro für elf Prozent der Anteile am neu entstehenden Unternehmen. Ein Händler wertete den Barmittelzufluss positiv für RTL, ebenso wie die Aussicht auf Synergien in voraussichtlich dreistelliger Millionenhöhe.

K+S kündigt KfW-Kreditlinie

Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S braucht die Corona-Kreditlinie der Staatsbank KfW nicht mehr. Der Konsortialkredit über 350 Millionen Euro sei gekündigt worden, teilte K+S mit. "Wir mussten diesen erfreulicherweise nicht beanspruchen", sagte Finanzvorstand Thorsten Boeckers. Damit darf K+S wieder Dividenden zahlen. Der Kasseler Konzern hatte kürzlich mit dem Verkauf seines Salzgeschäfts in den USA 2,6 Milliarden Euro eingenommen. Das Geld soll zur Tilgung von Schulden eingesetzt werden.

Dermapharm profitiert von BioNTech

Das Arzneimittelunternehmen Dermapharm ist mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn in das neue Jahr gestartet. Dabei profitierte der Konzern unter anderem von der Corona-Impfstoffproduktion für BioNTech. Dazu kam die anhaltend gute Nachfrage nach Präparaten zur Immunstärkung wie Vitamin-D-Produkten. Ebenfalls zum Wachstum trug die Übernahme von Allergopharma bei. Der Umsatz nahm so im ersten Quartal um zehn Prozent auf 212 Millionen Euro zu. Das Konzernergebnis stieg von 27 Millionen auf 36 Millionen Euro.

Helmut Gottschalk als AR-Chef der Commerzbank bestätigt

Helmut Gottschalk bleibt nach einem positiven Votum der Hauptversammlung Aufsichtsratschef der Commerzbank. Die Aktionäre wählten den 69-Jährigen am Dienstag mit fast 99,4 Prozent Zustimmung in das Kontrollgremium. Der Aufsichtsrat hatte sich bereits vor dem Treffen festgelegt, den zunächst vorübergehend amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden in diesem Fall in seinem Amt zu bestätigen. Regulär läuft die Amtszeit bis zum Ablauf der Hauptversammlung 2023.

Die Commerzbank hatte sich Ende März für den ehemaligen Chefkontrolleur der genossenschaftlichen DZ Bank als Nachfolger für den krankheitsbedingt ausgeschiedenen Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter entschieden. Damit Gottschalk die online abgehaltene Hauptversammlung des Frankfurter MDAX-Konzerns leiten konnte, war er Mitte April per Gerichtsbeschluss bestellt und vom Aufsichtsrat übergangsweise zum Vorsitzenden gewählt worden.

Das neue Commerzbank-Management hat derweil die Aktionäre um Vertrauen beim Radikalumbau des Instituts gebeten. "Wir gehen die Transformation der Commerzbank schnell und entschlossen an", sagte der seit Jahresanfang amtierende Bankchef Manfred Knof. Commerzbank-Aktien legten 0,6 Prozent zu.

Stürmische Hauptversammlung bei der Aareal Bank

Der Hedgefonds Petrus Advisers ist mit seiner geplanten Machtübernahme im Aufsichtsrat der Aareal Bank gescheitert. Bei der online durchgeführten Hauptversammlung der Bank lehnten Anteilseigner mit rund 69 Prozent des vertretenen Kapitals Petrus' Anträge ab, Aufsichtsratschefin Marija Korsch und zwei weitere Mitglieder des Gremiums von ihren Posten abzuberufen. So konnte Petrus auch seine eigenen drei Kandidaten nicht durchsetzen.

Keinen Erfolg hatte die Aareal Bank mit dem geplanten neuen Vergütungssystem für den Vorstand. Nur Anteilseigner mit 37 Prozent des vertretenen Kapitals stimmten für den Vorschlag. Korsch hatte zuvor ausgiebig für das neue System geworben. Mehrere Großaktionäre hatten die geplanten Vergütungen für das Management jedoch für zu üppig befunden. Korsch kündigte nun einen veränderten Vorschlag an, über den die Aktionäre spätestens bei der nächsten ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2022 abstimmen sollen.

Grenke rehabilitiert

Die Aktien des Leasinganbieters Grenke schießen nach dem uneingeschränkten Testat seines Wirtschaftsprüfers KPMG für die Bilanz 2020 nach oben. Das Unternehmen war in den vergangenen Monaten mit Vorwürfen einer Bilanzfälschung konfrontiert worden.

Wasserstoff-Auftrag für ElringKlinger

Die Aktien von ElringKlinger laufen ebenfalls überdurchschnittlich. Das gemeinsam mit Plastic Omnium betriebene Gemeinschaftsunternehmen EKPO Fuel Cell Technolgies hat einen über mehrere Jahre laufende Bestellung mit einem Gesamtvolumen im hohen zweistelligen Millionenbereich erhalten. Dabei geht es um so genannte Brennstoffzellen-Stacks.

Adler Modemärkte erhalten Staatshilfe

Die finanziell gebeutelte Adler Modemärkte AG erhält in der Corona-Krise ein Darlehen in Höhe von zehn Millionen Euro vom Bund. Das sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Dienstag in Berlin. Adler selbst wollte sich zunächst nicht äußern.

Das Unternehmen aus Haibach bei Aschaffenburg hatte Anfang Mai öffentlich über mangelnde Unterstützung der Bundesregierung geklagt, obwohl die Finanzprobleme unverschuldet und durch die pandemiebedingten Schließungen der Geschäfte entstanden seien. Adler beschäftigt etwa 3200 Mitarbeiter, betreibt mehr als 140 Standorte bundesweit und befindet sich seit Januar im Prozess einer Insolvenz in Eigenverwaltung.

Das Unternehmen hatte sich nach eigenen Angaben wochenlang um ein Darlehen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds bemüht. Das ist der staatliche Rettungsschirm in der Corona-Krise. Auch Unternehmen wie die Lufthansa, der Reisekonzern Tui und der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof haben bereits Geld aus dem Fonds erhalten.

Vodafone-Aktie verliert deutlich

Ausgebliebene Einnahmen aus dem Roaming-Geschäft und ein geringerer Absatz mit Mobiltelefonen haben dem britischen Telekomkonzern Vodafone ein eher umsatzschwaches Geschäftsjahr eingebrockt. Vor allem in Mittel- und Osteuropa fehlten Roaming-Erlöse, weil nach wie vor deutlich weniger Menschen reisten, hieß es aus der Londoner Zentrale. Der Erlös des Geschäftsjahres 2020/21 bis Ende März ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 43,8 Milliarden Euro zurück. Zudem verkaufte Vodafone weniger Mobiltelefone. An der Börse riefen die Jahreszahlen keine Begeisterung hervor: Die Aktie des Telekom-Erzrivalen verlor deutlich über acht Prozent.

Greift Amazon nach MGM?

Laut Berichten der "Financial Times" ("FT") und weiterer Medien wie "The Information" und "Variety" soll Amazon am Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) interessiert sein. Amazon befindet sich demnach seit Wochen in Verhandlungen über einen Kauf für rund neun Milliarden US-Dollar. Mit dem Filmstudio könnte Amazon seinen Streaming-Dienst Prime Video im zunehmend harten Wettbewerb stärken. Amazon und MGM wollten sich gegenüber der "FT" und "Variety" dazu nicht äußern.

"Facebook News" in Deutschland gestartet

Facebook hat am Dienstag einen gesonderten Bereich für journalistische Inhalte in Deutschland gestartet. In den "Facebook News" wird ab sofort in der App und auf der Webseite des Online-Giganten eine Auswahl von Nachrichteninhalten von derzeit 35 Verlagen mit mehr als 100 Medienmarken präsentiert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Mai 2021 um 12:00 Uhr.