Handelssaal der Frankfurter Börse
Marktbericht

DAX auf Rekordniveau Aktien weiter voll im Trend

Stand: 11.03.2021 22:26 Uhr

Positive Impulse von der EZB und aus New York haben heute den heimischen Aktienmarkt gestützt. Der DAX setzte seine Rekordjagd fort, wenn auch nicht mehr ganz so stürmisch wie zuletzt.

Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete heute den vierten Rekordtag in Folge und blieb damit weiter auf Rekordkurs. Wenn auch heute nur in kleinen Schritten, nachdem es zuletzt deutlicher bergauf gegangen war. Am Ende schloss der Index so hoch wie noch nie bei 14.569 Punkten, ein Tagesgewinn von 0,2 Prozent. Im Verlauf war es bis auf das Rekordniveau 14.595 Zählern bergauf gegangen.

Über 600 Punkte hat der deutsche Leitindex damit in den vergangenen Handelstagen gut gemacht. Bedenkliche Corona-Zahlen, insbesondere auch aus dem europäischen Ausland, wurden wie schon zuletzt ignoriert. Der Tag stand dafür ganz im Zeichen der Notenbank.

Lagarde schiebt die Börse an

Nach zunächst verhaltenem Handelsbeginn war es nämlich EZB-Chefin Christine Lagarde, die dem Markt am Nachmittag wieder mehr Dynamik einhauchte. Vor allem ihre Aussage, dass die Anleihekäufe der EZB im zweiten Quartal deutlich höher als im ersten ausfallen würden, kamen an der Börse gut an. Denn das bedeutet tendenziell mehr Geld für den Kapitalmarkt und Druck auf die Zinsen. Zuletzt hatten sich die Märkte angesichts anziehender Renditen besorgt gezeigt. Die Aussagen der Notenbankchefin waren daher im Vorfeld mit großer Spannung erwartet worden.

Inflation nur kurzzeitig höher erwartet

Erwartungsgemäß blieben der Leitzins und der Umfang der laufenden Anleihekäufe unverändert. Lagarde betonte, dass die Notenbank die Inflationsentwicklung weiter genau beobachte und mit ihrem Instrumentarium bereit stehe. Sie rechne wegen Einmalbelastungen für das laufende Jahr mit einer Erhöhung des Preisauftriebs auf 1,5 Prozent, bisher hatte die Notenbank eine Rate von 1,0 Prozent veranschlagt. Danach sollte sich die Entwicklung aber wieder beruhigen. Der grundsätzliche Preisauftrieb sei nach wie vor gedämpft. Experten erwarten sogar temporär noch höhere Raten bis zu 3,0 Prozent, allerdings primär aufgrund von Basiseffekten.

Ihre Prognosen für das wirtschaftliche Wachstum in der Eurozone veränderte die Notenbank kaum. Für dieses Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von 4,0 (bisher 3,9) Prozent erwartet, 2022 dürfte die Euroraum-Wirtschaft um 4,1 (bisher 4,2) Prozent wachsen. 2023 wird ein Wachstum von 2,1 Prozent erwartet.

"Heute hat EZB-Chefin Christine Lagarde in der Pressekonferenz für klare Verhältnisse gesorgt. Zur Begrenzung des Renditeanstiegs will die Europäische Zentralbank ihr Anleiheankaufprogramm für die nächsten drei Monate forcieren. Diese Linie macht Sinn. Denn nicht jeder Renditeanstieg ist ein geldpolitisches Problem, welches einer scharfen geldpolitischen Antwort mit Langzeitwirkung bedarf", erklärte Otmar Lang, der Chefvolkswirt der Targo Bank.

Euro auf Erholungskurs

Am Devisenmarkt hat der Euro am späten Abend seine Gewinne ausgebaut und wird bei 1,1987 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1969 (Mittwoch: 1,1892) Dollar fest.

In den USA fielen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung derweil mit einem Rückgang auf 712.000 etwas besser aus als erwartet. Sie bleiben damit aber auf hohem Niveau. Die Erholung am Arbeitsmarkt, für die US-Notenbank das entscheidende Kriterium einer nachhaltigen Wirtschaftserholung, bleibt damit der Flaschenhals der Auftriebskräfte. Diese hatten sich zuletzt verstärkt.

Kräftige Gewinne an der Wall Street

Auch die freundliche Tendenz an der Wall Street hat heute die europäischen Märkte gestützt. Alle großen Aktienindizes an der New Yorker Börse verbuchten zum Teil deutliche Kursgewinne. Der Leitindex Dow Jones setzte seinen Rekordlauf der jüngsten Tage fort und markierte eine weitere Bestmarke bei 32.661 Punkten. Auch der breit aufgestellte S&P-500-Index, der als Benchmark-Index sowohl Standard- als auch Technologieaktien enthält, stand nicht zurück und markierte sein Rekordhoch bei 3960 Punkten.

"Die Marktstimmung wird optimistischer, da wir bessere Ergebnisse mit Impfstoffen erzielen, die zu einer schnelleren Herdenimmunität beitragen", sagte Art Hogan, Chef-Marktstratege beim Vermögensverwalter National Securities.

Am Ende schlossen der Dow unter Tageshoch bei 32.485 Punkten um 0,6 Prozent, der S&P-500 bei 3939 Punkten um gut ein Prozent höher. Dass auch der breite Markt bei der Rekordjagd mitzieht, ist vor allem markttechnisch ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass der Aufschwung stabil untermauert ist und nicht nur von wenigen, meist hochkapitalisierten Aktien getragen wird.

Nasdaq fährt weiter Achterbahn

An der Nasdaq ging es überdurchschnittlich kräftig bergauf. Der Composite-Index gewann 2,5 Prozent auf 13.398, der Auswahlindex Nasdaq 100 2,3 Prozent auf 13.052 Punkte hinzu. Damit setzten die Indizes ihren unsteten und volatilen Zick-Zack-Kurs der vergangenen Handelstage fort.

Nachdem die Nasdaq gestern und am Montag deutlich schwächer tendiert hatte als der Leitindex Dow Jones, erholte sie sich damit heute wieder stark. Den Technologiewerten haben zuletzt besonders die steigenden Zinsen zu schaffen gemacht, zudem schichten Investoren angesichts der erwarteten Konjunkturerholung derzeit vermehrt in Standardwerte der "Old Economy" um.

Unter den zyklischen Einzelwerten im Dow stach erneut das Papier des Flugzeugbauers Boeing heraus, nach Gerüchten über einen bevorstehenden Großauftrag für die 737 MAX von Southwest. Unter den Tech-Aktien legten Tesla nach der jüngsten Korrektur wieder zu, auch Börsenneuling Roblox blieb gefragt. SAP-Konkurrent Oracle litt hingegen unter Gewinnmitnahmen, trotz guter Zahlen am Vorabend nach Börsenschluss.

Kursfeuerwerk dank Konjunkturpaket?

Übergeordnet könnte es neben der weiteren Entwicklung der Inflation und der Langfristzinsen schon bald einen frischen Kurstreiber für die internationalen Aktienmärkte geben. Denn durch das fast zwei Billionen schwere Konjunkturpaket der US-Regierung von Joe Biden erhalten viele US-Bürger einen Scheck über 1400 Dollar. Umfragen zufolge will ein erheblicher Teil der Empfänger das Geld direkt am Aktienmarkt investieren. Laut einer Analyse von Reuters könnten im Extremfall bis zu 150 Milliarden Dollar zusätzlich an die Märkte fließen.

Präsident Joe Biden hat das vom Kongress verabschiedete billionenschwere Corona-Hilfspaket mittlerweile mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt. Biden wollte den Text ursprünglich am Freitag unterzeichnen, zog dies nun aber um einen Tag vor. 

Auch in Europa werden Effekte erwartet, wie Christine Lagarde auf ihrer heutigen Pressekonferenz erklärte. "Da wird es einige Auswirkungen geben", sagte Lagarde nach der Zinssitzung in Frankfurt. "Das ist ziemlich klar." Das treffe beispielsweise auf den Außenhandel zu, aber auch auf die Inflationserwartungen. Das werde die EZB bei ihren künftigen Prognosen berücksichtigen.

Hohe Nachfrage nach Autos in China

Eine wichtige Nachricht für die deutsche Autobranche kam heute aus China. Der Autoabsatz im Reich der Mitte ist im Februar um 365 Prozent im Vergleich zum stark von der Pandemie betroffenen Vorjahresmonat gestiegen. Nach Zahlen des chinesischen Branchenverbandes wurden im vergangenen Monat 1,46 Millionen Fahrzeuge verkauft. Das war der elfte Anstieg in Folge. Einen besonders deutlichen Anstieg mit einem Plus von 585 Prozent oder 110.000 Fahrzeugen verzeichneten Autos mit alternativen Antrieben, wie Elektroautos oder Hybridmodelle. China ist für die deutsche Schlüsselindustrie der wichtigste Auslandsmarkt.

Infineon holt Verluste wieder auf

Mit der steigenden Nasdaq im Rücken legte auch die Infineon-Aktie wieder stärker zu und gehörte zu den größten Gewinnern im DAX. Verluste des Vortages werden damit wieder wettgemacht. Auch Tagessieger Delivery Hero und Adidas waren gefragt. Autoaktien können nicht von den guten Nachrichten aus China profitieren und geben nach. Schlusslicht war das Bayer-Papier, die Anleger diskutierten weiter die gestern veröffentlichten Mittelfristziele des Konzerns. Nachdem diese zunächst positiv aufgenommen wurden, war der Markt heute mit den Perspektiven für das Pharma-Geschäft noch nicht im Reinen.

BMW holt auf

Der Autobauer BMW hat im Schlussquartal viel Boden gutgemacht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag im vierten Quartal bei 2,2 Milliarden Euro und damit 5,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. In den ersten neun Monaten hatte BMW operativ wegen der Pandemie einen Einbruch um die Hälfte verzeichnet. Unter dem Strich stieg der Gewinn zwischen Oktober und Ende Dezember sogar um ein knappes Fünftel auf 1,68 Milliarden Euro. Hier kommt bei den Münchenern auch das wieder schwungvoll laufende China-Geschäft des dortigen Gemeinschaftsunternehmens zum Tragen. Der Umsatz wuchs im Schlussquartal leicht auf 29,5 Milliarden Euro.

Deutsche Bank holt VW-Finanzchef in den Aufsichtsrat

Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner holt den scheidenden VW-Finanzchef Frank Witter in das Kontrollgremium. Der 61-Jährige soll Nachfolger von Alexander Schütz werden, der zur Hauptversammlung im Mai ausscheidet.Der Hannoveraner bringt Erfahrung in der Finanzindustrie mit - er war einige Jahre Vorstandschef der Volkswagen Financial Services AG.

"Wir freuen uns, mit Frank Witter einen ausgewiesenen Finanzexperten und einen Vertreter eines führenden deutschen Industrieunternehmens zur Wahl in den Aufsichtsrat vorschlagen zu können", sagte Achleitner, der im Mai 2022 aufhören will. Als geeignete Nachfolger für den Österreicher gelten Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer und der frühere PwC-Deutschlandchef Norbert Winkeljohann, die bereits AR-Mitglieder sind. Grundsätzlich habe auch Witter das Potenzial für den Chefposten in dem Gremium, hieß es aus Insiderkreisen.

Mercedes ruft 264.000 Autos zurück, Renault verkauft Daimler-Anteil

Mercedes-Benz ruft wegen eines möglichen Fehlers an einem Brandschutzsystem weltweit mehr als 264.000 Autos zurück. Es geht um eine eventuell fehlerhafte Verbindung von Gasleitungen im sogenannten Inertisierungssystem, wie ein Sprecher am Donnerstag bestätigte.

Das dient dazu, bei einem Unfall Argon-Gas zu verteilen, damit das R1234yf-Kältemittel der Klimaanlage bei Kontakt mit heißen Motorteilen nicht in Brand gerät. Laut Kraftfahrt-Bundesamt sind weltweit exakt 264.393 C-Klasse- und GLC-Fahrzeuge der Baujahre 2016 bis 2020 betroffen, davon 120.766 in Deutschland. Die Autos sollen in der Werkstatt überprüft und mögliche Fehler an den Gasleitungen ausgebessert werden.

Wie zudem bekannt wurde, will Renault seinen 1,55-prozentigen Anteil am DAX-Konzern verkaufen. Die 16,45 Millionen Papiere haben zum Xetra-Schlusskurs von 72,09 Euro einen Wert von 1,18 Milliarden Euro. Sie sollten bei institutionellen Anlegern platziert werden, hieß es nach Börsenschluss. Renault will mit dem Geld Schulden abbauen.

Siemens begibt für Varian-Kauf Anleihen für 10 Milliarden Dollar

Der Technologiekonzern hat sich am Anleihemarkt zehn Milliarden Dollar für die Übernahme des US-Krebsspezialisten Varian durch die Tochter Siemens Healthineers besorgt. Sieben festverzinsliche Anleihen mit Laufzeiten von zwei bis 20 Jahren wurden mit Zinskupons von 0,4 bis 2,875 Prozent verkauft.

Die Zinskosten für Dollar-Anleihen seien so niedrig wie nie gewesen, teilte Siemens mit, das seit 2006 am US-Anleihemarkt aktiv ist. Siemens Healthineers hatte sich die 16,4 Milliarden Dollar für den Kauf von Varian bei der eigenen Muttergesellschaft besorgt. 2,73 Milliarden Euro hat der Erlanger Medizintechnik-Konzern inzwischen über eine Kapitalerhöhung refinanziert.

Lanxess hofft auf 2021

Nach dem Ergebniseinbruch im vergangenen Jahr soll es beim Spezialchemiekonzern Lanxess 2021 wieder aufwärts gehen. Lanxess setze "voll auf Wachstum", sagte Vorstandschef Matthias Zachert. Das Unternehmen rechnet damit, dass sich viele seiner Kunden erholen und erwartet daher für 2021 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen zwischen 900 Millionen und eine Milliarde Euro.

Keine Dividende bei K+S

Nach dem Milliardenverlust im vergangenen Jahr streicht der Salz- und Düngemittelhersteller K+S die Dividende für seine Aktionäre für 2020. Grund dafür sei auch der deutlich negativ erwartete freie Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft in diesem Jahr, zudem werde K+S den Erlös aus dem Verkauf seines amerikanischen Salzgeschäfts zum Abbau der Schulden und Stärkung der Bilanz nutzen, teilte das Unternehmen mit. Bereits für das Jahr 2019 hatte K+S die Dividende deutlich gekürzt und nur vier Cent je Aktie ausgeschüttet.

Großauftrag für Nordex

Der Windkraftanlagenbauer Nordex hat in Frankreich von der RWE-Tochter RWE Renouvelables France einen Auftrag über zehn Turbinen erhalten. Die Anlagen sind für zwei Windparks im Norden des Landes mit insgesamt 33 Megawatt (MW) bestimmt und sollen Anfang 2022 in Betrieb gehen. An der Börse kommen die Nachrichten gut an.

Hugo Boss hofft auf weiteren Jahresverlauf

Die Pandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen und Filialschließungen hat dem Modekonzern 2020 Hugo Boss ein kräftiges Minus eingebrockt. Bei einem Umsatzeinbruch um 31 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro fiel im operativen Geschäft ein Verlust von 236 Millionen Euro an, wie das Unternehmen mitteilte. 2019 erzielte Boss hier noch Plus von von 344 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen daher nur die Mindestdividende von vier Cent je Aktie erhalten. Die Auswirkungen von Covid-19 belasten Boss auch aktuell. Erst im Jahresverlauf rechnet der Vorstand mit einer Erholung.

Hannover Rück kürzt die Ausschüttung

Die Aktionäre der Hannover Rück sollen sich nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr mit einer niedrigeren Dividende begnügen. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer hebt zwar die Basisdividende von 4,00 auf 4,50 Euro je Aktie an, wie das im MDAX gelistete Unternehmen mitteilte. Eine Sonderdividende soll es aber nicht geben, weil der Konzern das Kapital angesichts steigender Preise für Rückversicherungsschutz lieber in den Ausbau seines Geschäfts stecken möchte. Für 2019 hatte die Hannover Rück ihren Aktionären noch eine Gesamtdividende von 5,50 Euro bezahlt.

Mutares verkauft STS

Die Beteiligungsgesellschaft Mutares hat schon ihr zweites Unternehmen im laufenden Jahr verkauft. Dabei handelt es sich um die Beteiligung an der STS Group AG, die an die Adler Pelzer Group geht. Der Verkaufspreis liegt bei sieben Euro je STS-Aktie, was allerdings unter dem Aktienkurs von gestern liegt.

Impfstopp für AstraZeneca in Dänemark

In Dänemark wird vorübergehend niemand mehr mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca geimpft. Grund dafür seien Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, die mit dem Mittel gegen Covid-19 geimpft worden seien, teilte die dänische Gesundheitsverwaltung am Donnerstag mit. Die europäischen Arzneimittelbehörden hätten vor dem Hintergrund eine Untersuchung des Impfstoffes eingeleitet. Ein Bericht beziehe sich auf einen Todesfall in Dänemark. Man könne jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe.

AstraZeneca-Aktien geben nach - Dänemark setzt Impfungen aus

Aktien des britisch-schwedischen Pharmakonzerns gaben heute an den beiden Haupthandesplätzen London und New York nach. Der Grund: Deutschlands nördlicher Nachbar Dänemark setzt die Covid-Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca für 14 Tage aus. Dies wegen Berichte über ungeklärte Todesfälle infolge von Blutgerinseln bei Menschen, die mit dem Impfstoff des Unternehmens geimpft wurden. Die Ursachen sollen jetzt genauer untersucht werden. Frankreich und Deutschland halten jingegen am Corona-Impfstoff von AstraZeneca fest.

EU lässt Johnson & Johnsons Covid-Impfstoff zu

Die Europäische Union hat einen vierten Corona-Impfstoff zugelassen: Auch das Mittel des US-Herstellers Johnson & Johnson kann ab sofort genutzt werden. Die EU-Kommission genehmigte dies am Donnerstag auf Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA. Bei dem Mittel reicht - anders als bei anderen Präparaten - eine Spritze, was Impfungen sehr beschleunigen könnte. Es ist zudem leicht handhabbar, weil es im Kühlschrank gelagert werden kann. Die ersten Impfdosen sollen im April kommen, bis Ende Juni dann insgesamt 55 Millionen für alle EU-Staaten. Der Hersteller hatte den Lieferstart im April zuletzt bestätigt.

Furioses Börsendebut von Coupang

Erfolgreiches Börsendebut für den südkoreanischen Onlinehändler Coupang in New York: Der Eröffnungskurs an der Wall Street lag am Donnerstag mit 61,50 Dollar mehr als 81 Prozent über dem Ausgabepreis. Damit wurde Coupang mit 109 Milliarden Dollar bewertet und nahm der Dating-App Bumble mühelos den Titel des größten Börsengangs des Jahres in den USA ab. Bei einer Finanzierungsrunde 2018 war der Marktwert von Coupang noch mit neun Milliarden Dollar veranschlagt worden.

Die Stimmung für Börsengänge ist in den USA aktuell so gut wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Investoren stehen vor allem Schlange bei Technologieunternehmen, die von der Corona-Pandemie profitieren. Coupang mit Sitz in Seoul profitiert vom Bestell-Boom in der Corona-Krise. Einen Namen hat sich Coupang als eines der ersten Unternehmen gemacht, dass Lieferungen noch am Tag der Bestellung oder am darauffolgenden Tag angeboten hat. Firmenchef Kim will sich zunächst weiter auf den Erfolg im eigenen Land konzentrieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. März 2021 um 07:35 Uhr.