Wall Street New York
Marktbericht

Weiter warten auf die Fed Moderate Verluste an der Wall Street

Stand: 15.06.2021 22:20 Uhr

An der Wall Street haben die Anleger weiter fest den künftigen Zinskurs der Notenbank Federal Reserve im Fokus. Die Indizes bleiben auf hohem Niveau, gaben heute aber nach.

Die großen US-Aktienindizes sind heute mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Sie bewegten sich dabei aber in überschaubaren Bandbreiten, so dass der breiter aufgestellte S&P-500-Index zwischenzeitlich bei 4257 Punkten sogar ein Rekordhoch erreichen konnte, ehe er danach wieder zurückfiel. Am Ende stand der besonders für die Erfolgsmessung institutioneller Investoren wichtige Index bei 4246 Punkten, ein leichter Verlust von 0,2 Prozent. Der Leitindex Dow Jones verlor ebenfalls leicht 0,27 Prozent und ging bei 34.299 Punkten aus dem Handel.

Nasdaq: Wie gewonnen, so zerronnen

An der Technologiebörse Nasdaq drehte sich heute der Trend um. Hatte der Auswahlindex Nasdaq 100 gestern noch bei 14.129 Punkten ein Rekordhoch markiert, gab er heute 0,7 Prozent nach auf 14.030 Punkte. Auch der Composite-Index lag ebenfalls um 0,7 Prozent im Minus bei 14.072 Punkten. Die Schwankungen zeigen, wie nervös die Anleger an der Nasdaq derzeit sind, gelten die hochkapitalisierten Technologieunternehmen doch für höhere Zinsen als besonders verwundbar.

Gebannter Blick auf die Fed

Herausragendes Thema an der Street bleibt weiter der zukünftige Zinskurs der Fed. Experten rechnen zwar nicht mit einer Zinsänderung, warten aber mit Spannung auf Aussagen der Währungshüter zum Thema Inflation. Davor wollen sich die Anleger nicht mehr groß neu positionieren, die Indizes bleiben aber auf hohem Niveau.

Die Fed werde am Mittwoch vorerst nicht an ihrer Geldpolitik rütteln und den aktuellen Preisdruck erneut als vorübergehend bezeichnen, prognostizierte Dirk Steffen, Chefanlagestratege der Deutschen Bank.

"Dennoch könnten die Währungshüter damit beginnen, über ein mögliches Zurückfahren der Anleihekäufe und die Voraussetzungen dafür zu diskutieren." Außerdem könnten die neuen Zinsprojektionen eine erste Anhebung schon für 2023 statt 2024 signalisieren. Dies sei in den Kursen allerdings schon enthalten. Die zweitägige Sitzung beginnt heute, die Ergebnisse werden am Mittwoch ab 20:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit bekannt gegeben.

Weiterer Schlussrekord für den DAX

Im Vorfeld der Zinssitzung der Federal Reserve (Fed) zeigte sich der deutsche Aktienmarkt robust und bleibt damit weiter auf hohem Niveau. Der deutsche Leitindex beendete den Handel so hoch wie noch nie bei 15.729 Punkten, ein Tagesgewinn von 0,4 Prozent. Im Tageshoch ging es bis auf 15.792 Zähler und damit bis ganz knapp an das Rekordhoch bei 15.802 Punkten.

"Investoren warten nach der weiterhin locker agierenden Europäischen Zentralbank nun auf ein entsprechendes Signal der US-Notenbank, dass auch jenseits des Atlantiks von einem frühzeitigen Ende der ultralockeren Geldpolitik noch keine Rede ist", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi. Bis dahin will sich trotz der zuletzt verstärkten Inflationssignale niemand aus dem Markt verabschieden.

Einigung zwischen USA und EU wegen Airbus und Boeing

Rückenwind gab es bei den Einzelwerten heute für die Luftfahrtbranche. Denn im jahrelangen Streit zwischen den USA und der EU über staatliche Subventionen für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing haben sich beide Seiten auf ein Fünf-Jahres-Abkommen zur Aussetzung der milliardenschweren Strafzölle geeinigt.

Damit werde ein neues Kapitel aufgeschlagen in den Beziehungen - mit Kooperation statt Gerichtsstreitigkeiten, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyern bei EU-USA-Gipfel in Brüssel. Die Zölle könnten wieder eingeführt werden, falls US-Unternehmen nicht in der Lage seien, fair mit denen in Europa zu konkurrieren, fügte die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai hinzu. Im DAX gehörten hinter Tagessieger Siemens die Papiere des Triebwerkbauers MTU zu den größten Gewinnern

Wenig Bewegung am Devisenmarkt

Am sonst so schnelllebigen Devisenmarkt heißt es ebenfalls Warten auf die Fed. Der Euro wird im US-Handel mit 1,2127 US-Dollar gehandelt und damit ganz leicht höher als in Europa. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2108 (Montag: 1,2112) Dollar fest.

Selbst neue Inflationszahlen aus Deutschland und den USA ändern an der derzeitigen Lethargie vor dem Fed-Entscheid nichts. Es gilt mehr denn je, morgen genau zwischen den Zeilen zu lesen. Auch das politische Comeback der USA in NATO und G7 nach dem Ende der Präsidentschaft von Donald Trump helfen dem Dollar nicht. Morgen trifft US-Präsident Joe Biden Russlands Staatschef Wladimir Putin. Traditionell gilt der Greenback in politisch unsicheren Zeiten als "sicherer Hafen".

Deutsche Inflation legt zu

Steigende Kosten für Energieprodukte wie Benzin haben die deutsche Inflationsrate im Mai auf den höchsten Stand seit annähernd zehn Jahren getrieben. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 2,5 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte und damit eine frühere Schätzung bestätigte. "Damit erhöhte sich die Inflationsrate den fünften Monat in Folge", hieß es.

US-Erzeugerpreise steigen

Aus den USA mehren sich derweil ebenfalls die Vorboten einer steigenden Inflation. Im Mai stiegen die Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,6 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte.

Das war nicht nur stärker als der von Analysten erwartete Anstieg von im Schnitt 6,2 Prozent. Auch war es der stärkste Zuwachs seit Beginn der Aufzeichnungen gegenüber dem Vorjahresmonat im Jahr 2010, wie das Ministerium erklärte. Im Monatsvergleich stiegen die Preise, die Produzenten für ihre Waren erhalten, um 0,8 Prozent. Auch dieser Zuwachs fiel stärker aus als erwartet.

Einzelhandelsumsätze steigen nicht so stark

Die US-Einzelhandelsumsätze sind im Mai hingegen stärker als erwartet gefallen. Die Umsätze seien um 1,3 Prozent zum Vormonat gesunken, teilte das Handelsministerium in Washington mit. Analysten hatten im Mittel nur einen Rückgang um 0,8 Prozent erwartet.

Allerdings war die Entwicklung im April deutlich positiver als zunächst berichtet. Damals waren die Umsätze um revidierte 0,9 Prozent gestiegen, nachdem zunächst nur eine Stagnation berichtet worden war. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat ergibt sich ein deutliches Plus von 27,7 Prozent. Im Mai 2020 war der Einzelhandel stark durch die Corona-Krise belastet worden.

Eurobonds stark gefragt

Bei der ersten Auktion gemeinsamer europäischer Anleihen hat die EU 20 Milliarden Euro eingenommen. Die Emission sei siebenfach überzeichnet gewesen, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag mit. Das bedeutet, dass Papiere im Volumen von rund 140 Milliarden Euro Abnehmer gefunden hätten. Den begleitenden Banken zufolge lag die Rendite der Bonds bei 0,086 Prozent.

Die EU hatte im vergangenen Jahr ein Wiederaufbauprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro beschlossen - 800 Milliarden in an die Inflation angepassten Preisen, wie von der Leyen erklärte. Das Geld soll helfen, die wirtschaftlichen Schäden durch die Pandemie zu bewältigen. Finanziert wird dies über Schulden, die bis 2058 gemeinsam getilgt werden sollen. Die 27 EU-Staaten hatten diese Beschlüsse in den vergangenen Wochen offiziell ratifiziert, was Voraussetzung für den Start der Schuldenaufnahme war.

Ölpreise weiter auf dem Vormarsch

Die Ölpreise haben am Dienstag zugelegt und erneut Mehrjahreshochs erreicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 73,69 US-Dollar. Das waren 83 Cent mehr als am Vortag. Mit 73,90 Dollar stieg der Brentpreis zeitweise auf den höchsten Stand seit etwa zwei Jahren.

Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 93 Cent auf 71,81 Dollar. Mit 72,03 Dollar war er zuvor auf den höchsten Stand seit Oktober 2018 geklettert. Die Ölpreise markierten damit mehrjährige Höchststände. Gestützt werden die Preise vor allem durch die Aussicht auf eine konjunkturelle Besserung und einen damit einhergehenden Nachfrageanstieg nach Erdöl und Ölprodukten wie Benzin. Das Rohölkartell Opec rechnet für die zweite Jahreshälfte mit einem kräftigen Nachfrageschub. Nicht gefragt war hingen Gold, dessen Preis sich um ein halbes Prozent auf 1857 Dollar je Feinunze ermäßigte.

Deutsche Bank stellt sich neu auf gegen Finanzkriminalität

Die Deutsche Bank will durch eine neue interne Aufstellung schlagkräftiger im Kampf gegen Finanzkriminalität werden. Vor allem die Bereiche Risikobewertung, Qualitätskontrolle und Transaktionsüberwachung würden gestärkt, erklärte Deutschlands größtes Geldhaus am Dienstag in einer E-Mail an die Mitarbeiter. "Ich bin mir bewusst, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, auch weil wir die Anforderungen der Regulatoren noch nicht überall erfüllen", führte Rechtsvorstand Stefan Simon aus, der seit Mai auch die Bereiche Compliance und Kampf gegen Finanzkriminalität bei dem Frankfurter DAX-Konzern führt.

Die Finanzaufsicht Bafin hatte erst kürzlich mehr Anstrengungen der Deutschen Bank beim Kampf gegen Geldwäsche angemahnt. Die Bank müsse "weitere angemessene interne Sicherungsmaßnahmen (...) ergreifen und Sorgfaltspflichten" einhalten, forderte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Ende April. Die Behörde ergänzte das Mandat ihres 2018 bei der Deutschen Bank eingesetzten Sonderbeauftragten.

Volkswagen will selber Batterierohstoffe beschaffen

Im Rennen um einen der vorderen Plätze in der Elektromobilität will sich Volkswagen den Zugriff auf Rohstoffe durch Kooperationen und Partnerschaften sichern. "Neben der Zellherstellung, die für uns ein neues Geschäftsfeld ist, müssen wir auch stärker in die vertikale Integration einsteigen, in die Beschaffung von Rohmaterialien, in die Absicherung von Rohmaterialien", sagte Technik-Vorstand Thomas Schmall.

Durch die eigene Beschaffung von Batterierohstoffen will Volkswagen sein ehrgeiziges Wachstum in der E-Mobilität absichern und dabei gleichzeitig erreichen, dass die Kosten der Akkus sinken. Batterie-Autos sollen für eine breite Masse von Käufern erschwinglich werden.

SAP setzt weiter auf die Cloud

Europas größter Softwarehersteller SAP will trotz kurzfristig ungünstiger Wechselkursentwicklung einen langen Atem beim schnelleren Umbau zum Cloudanbieter beweisen. Die Mittelfristprognose bis 2025 behält SAP aber bei, weil sich der jüngst noch einmal verstärkte Cloudkurs mit der Zeit auszahlen soll. Vorstandschef Christian Klein hatte im Januar ein neues Programmbündel aus der Taufe gehoben, mit dem Kunden schneller und einfacher auf die Cloudangebote des Konzerns umsteigen können.

Das erfordert zunächst mehr Investitionen in die Technik und ins Marketing, weswegen Klein bereits im vergangenen Herbst die mittelfristigen Margenprognosen kassiert und die Investoren auf eine längere Durststrecke eingestellt hatte.

LEG kauft Deutsche Wohnen-Portfolio

Die LEG-Immobliengruppe-Gruppe hat erneut ein Portfolio der Deutsche Wohnen übernommen. "Die insgesamt rund 2200 Wohnungen liegen sämtlich in Rheinland-Pfalz", erklärte der Konzern am Dienstag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Die Transaktion stehe noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden. Der Besitzübergang solle zum 31. Dezember 2021 erfolgen.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Gespräche über den Erwerb des Portfolios liefen bereits seit einigen Monaten und stünden in keinen Zusammenhang mit der geplanten Fusion der Deutsche Wohnen und Vonovia.

Lanxess setzt auf Lithium

Der Spezialchemiekonzern Lanxess ist bei seinem Projektpartner Standard Lithium als Anteilseigner eingestiegen. Ein 2019 gegebener Kredit von Lanxess wurde in knapp 6,3 Millionen Aktien sowie gut 3,1 Millionen Optionen für weitere Papiere gewandelt. Damit kommt Lanxess nun auf eine Beteiligung von rund fünf Prozent.

Lufthansa hat große Ziele

Die Lufthansa will nach der Corona-Krise wieder ähnlich profitabel werden wie in ihrem Rekordjahr 2017. Die Fluggesellschaft veröffentlichte überraschend hohe Ziele für das Jahr 2024, wenn sich der Luftverkehr weitgehend von dem Einbruch im Zuge der Pandemie erholt haben soll. Um ihre Ziele zu erreichen, will die Lufthansa ihre Kosten bis 2024 im Vergleich zu 2019 um etwa 3,5 Milliarden Euro senken.

Die Lufthansa hat zudem Vorbereitungen für eine mögliche Kapitalerhöhung angekündigt. Dazu habe man Banken mandatiert, teilte die deutsche Fluggesellschaft am Montag mit. "Vorstand und Aufsichtsrat haben noch keine Entscheidung über Umfang und Zeitpunkt einer möglichen Kapitalerhöhung getroffen", hieß es in einer Pflichtmitteilung. An der Börse schloss das LH-Papier im MDAX über drei Prozent leichter.

Commerzbank stärkt die Kapitalstruktur

Die Commerzbank hat mit einer neuen Nachranganleihe eine halbe Milliarde Euro bei Investoren eingesammelt. Das Interesse von Anlegern war groß: Das Orderbuch sei mit mehr als 1,75 Milliarden Euro mehrfach überzeichnet gewesen, teilte die Commerzbank am Dienstag mit. Durch die Emission stärke sie ihre Kapitalstruktur.

Die Anleihe ist mit 4,25 Prozent verzinst. Bei der Emission handelt es sich um eine Additional-Tier1-Anleihe (AT1), also eine Nachranganleihe. Solche Wertpapiere werden in der Regel von Banken herausgegeben. Sie funktionieren wie klassische Unternehmensanleihen, nur dass ihre Gläubiger im Falle einer Insolvenz erst später - nachrangig - bedient werden. Aufgrund ihres Risikos sind AT1-Anleihen höher verzinst. Sie haben außerdem eine unendliche oder sehr lange Laufzeit, können aber nach einer gewissen Zeit getilgt werden.

Grenke-Chefin geht

Beim Leasingspezialisten Grenke kehrt keine Ruhe ein. Gestern Abend gab das Unternehmen überraschend den baldigen Abgang seiner mehrjährigen Chefin bekannt. Antje Leminsky habe sich aus persönlichen Gründen entschieden, nach acht Jahren im Vorstand, davon drei Jahre als Vorstandsvorsitzende, das Unternehmen zum 30. Juni 2021 zu verlassen, hieß es. Mit der seit Monaten laufenden Sonderprüfung nach Vorwürfen eines Finanzinvestors habe ihr Rücktritt nichts zu tun, sagte ein Sprecher. An der Börse kommt die Nachricht nicht sonderlich gut an. Das Papier fällt deutlich.

Neuer Chef für die Aareal Bank

Die Aareal Bank hat einen neuen Vorstandschef gefunden. Der frühere Commerzbank-Vorstand Jochen Klösges (56) trete voraussichtlich am 15. September die Nachfolge des erkrankten Hermann Merkens an, teilte der im SDAX gelistete Immobilienfinanzierer überraschend am Dienstag in Wiesbaden mit. Dies habe der Aufsichtsrat einstimmig beschlossen. Merkens war Ende April wegen einer Erkrankung aus dem Vorstand ausgeschieden.

H&M mit Umsatzsprung

Der schwedische Modekonzern H&M hat im zweiten Geschäftsquartal (bis Ende Mai) seinen Umsatz im Jahresvergleich um 62 Prozent auf 46,5 Milliarden Kronen (umgerechnet 4,6 Milliarden Euro) verbessert, wie das Unternehmen in Stockholm mitteilte. Die Umsatzentwicklung sei im Zeitraum März bis Mai aber weiter von der anhaltenden Pandemie beeinflusst worden, hieß es. Zu Beginn des zweiten Geschäftsquartals seien rund 1300 Filialen vorübergehend geschlossen gewesen.

Oracle über Erwartungen

Eine starke Nachfrage nach Cloud-Diensten und Software-Lizenzen in der Corona-Krise hat dem SAP-Konkurrenten im abgelaufenen vierten Quartal einen Umsatzzuwachs beschert. Die Erlöse kletterten in den drei Monaten bis Ende Mai um acht Prozent auf 11,23 Milliarden Dollar, wie Oracle nach US-Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 11,04 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn stieg auf 4,03 Milliarden Dollar nach 3,12 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

IBM stellt europäischen Quantencomputer vor

Das Potenzial von Quantencomputern für Wissenschaft und Wirtschaft ist enorm - nun hat der auf diesem Gebiet mit führende US-Konzern IBM die erste dieser Anlagen in Europa platziert. Das hochkomplexe und ultraschnelle System wurde heute am deutschen Sitz des IT-Unternehmens in Ehningen vorgestellt und soll unter dem Dach der Fraunhofer-Gesellschaft dazu genutzt werden, die Technologie und die Anwendungsszenarien weiter zu erforschen.

Bei der Anlage handelt es sich nach IBM-Angaben um "Europas leistungsstärksten Quantencomputer im industriellen Kontext". Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete den Supercomputer in einer Videobotschaft als "Wunderwerk der Technologie". Deutschland gehöre in der Quantentechnologie-Forschung zur Weltspitze.

Mit Quantencomputern reagieren Forschung und Industrie auf die Tatsache, dass die bislang übliche Entwicklung von Hochleistungscomputern an ihre physikalischen Grenzen stößt. Quantencomputer können theoretisch um ein Vielfaches leistungsfähiger sein als herkömmliche Rechner, sie können in kürzerer Zeit also komplexere Aufgaben als konventionelle Systeme erledigen.

About You kommen für 23 Euro

Die Aktien des Hamburger Online-Modehändlers About You kosten beim morgigen Börsengang je Stück 23 Euro. Das teilte das Unternehmen mit, das damit eine Marktkapitalisierung von rund 3,9 Milliarden Euro erreicht. Der Ausgabepreis liegt etwa in der Mitte der Spanne von 21 bis 26 Euro, zu der die Aktien Investoren angeboten worden waren. Das Volumen des Börsengangs liegt bei 842 Millionen Euro.

Bike24 und Cherry geben Preisspannen bekannt

Und auch die nächsten beiden Börsenkandidaten sind in den Startlöchern. Der Dresdner Online-Fahrradhändler Bike24 will noch im Juni auf das Frankfurter Börsenparkett. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde die Preisspanne für den Börsengang auf 15 bis 19 Euro je Aktie festgelegt. In diesem Bereich käme Bike24 auf einen Börsenwert zwischen 662 und 812 Millionen Euro.

Der bei Computerspielern beliebte Tastaturhersteller Cherry hat die Preisspanne für seinen geplanten Börsengang auf 30 bis 38 Euro je Anteilsschein festgelegt. Auf dieser Basis würde die Marktkapitalisierung bei 729 bis 923 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen in München mit.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Juni 2021 um 20:35 Uhr.