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Marktbericht

Deutliche Gewinne Die Wall Street meldet sich zurück

Stand: 20.07.2021 22:30 Uhr

Nach dem Ausverkauf des Vortages hat die Wall Street in einer kraftvollen Gegenbewegung wieder zugelegt. Schnäppchenjäger trieben den Markt. Dem DAX gelang dies nur sehr bedingt.

War was? Was eine kraftvolle Gegenbewegung bedeutet nach einem Ausverkauf, zeigte heute mal wieder die Wall Street. Anders als hierzulande, wo die Anleger insgesamt viel zögerlicher reagierten, legten die großen Indizes allesamt deutlich zu und holten dabei nicht nur einen Teil, sondern den Großteil ihrer gestrigen Verluste wieder auf.

Allen voran der Leitindex Dow Jones, der über 1,6 Prozent zulegte, nachdem es gestern 2,1 Prozent bergab gegangen war, als Konjunkturängste und Corona-Sorgen auch den US-Markt erfasst hatten. Der Dow Jones war dabei erstmals seit Ende Juni unter die Marke von 34.000 Punkten gefallen, und auch die Technologiewerte waren von dem Sog der Angst erfasst worden - wenn auch nicht ganz so deutlich. Der Dow schloss heute bei 34.511 Punkten und bleibt damit in Reichweite seines Rekordhochs von 35.092 Punkten, das er noch am Freitag, kurz vor dem Beginn des Ausverkaufs, ganz knapp verfehlt hatte.

An der Nasdaq ging es schlussendlich 1,57 Prozent bergauf auf 14.498 Punkte, auch der Auswahlindex Nasdaq 100 erholte sich deutlich auf 14.728 Punkte, ein Tagesgewinn von 1,23 Prozent. Der breiter aufgestellte S&P-500-Benchmark-Index rückte um 1,52 Prozent auf 4323 Punkte vor.

US-Analysten mahnen zur Ruhe

Unterdessen halten die Experten der US-Bank JPMorgan die Angst der Investoren vor einem möglicherweise schon bald nahenden Ende der Konjunkturerholung von der Pandemie für überzogen. In den USA speise sich die anhaltende Erholung der Wirtschaft aus dem sich aufhellenden Arbeitsmarkt, immer noch finanziell gut ausgestatteten Konsumenten und gesunden Fundamentaldaten der Unternehmen. Zudem könnten sich die Märkte weiter auf die Rückendeckung durch die Notenbanken verlassen, argumentieren die Analysten.

Die jüngsten Wachstumsdaten aus den USA und Asien deuten ihrer Ansicht nach weniger auf einen Abwärtstrend hin, sondern vielmehr auf eine nachhaltigere Entwicklung. Sie erhöhten daher das Ziel für den S&P 500 Index zum Jahresende von 4400 auf 4600 Zähler.

IBM hebt die Stimmung

Für neue Zuversicht unter den Investoren sorgten gute Quartalszahlen von IBM. Die Aktien setzten sich mit einem Gewinn von zwischenzeitlich bis zu 4,8 Prozent an die Spitze des Dow. Die Aktie konnte das hohe Niveau am Ende aber nicht halten und fiel im Verlauf zurück. Das Computer-Urgestein legte dank starker Nachfrage nach Cloud-Software und IT-Services im vergangenen Quartal überraschend deutlich zu und erzielte das stärkste Wachstum seit rund drei Jahren. Analysten stellten jedoch infrage, ob das Unternehmen das hohe Wachstumstempo durchhalten kann.

Wall Street hebt den DAX noch ins Plus

Mitten in der Ferien-Sommerzeit ist der Aktienmarkt derzeit nichts für schwache Nerven. Der DAX holte heute einen Teil der heftigen Verluste des Vortages wieder auf, schwankte dabei allerdings stark. Gestern war der deutsche Leitindex um 2,6 Prozent eingebrochen und hatte damit den seit Ende Mai anhaltenden Seitwärtstrend nach unten verlassen.

Heute ging der Index letztlich bei 15.216 Punkten aus dem Handel, ein Tagesgewinn von 0,55 Prozent. Nachdem der DAX seine Anfangsgewinne bis zum Nachmittag wieder abgegeben und dabei sogar leicht ins Minus gerutscht war, erholte er sich im Sog einer freundlichen Wall Street-Eröffnung zum Handelsschluss wieder.

Corona- und Konjunktursorgen bleiben präsent

Hintergrund der etwas überraschend gekommenen Schwächephase war und ist die Rückkehr der Corona-Krise - und damit verbunden wieder verstärkte Konjunktursorgen. Fakt ist, dass die hochansteckende Delta-Variante des Virus derzeit trotz der laufenden Impfkampagnen weltweit weiter vorrückt. Das sorgt für Verunsicherung, vor allem Reise- und Freizeitaktien brechen immer wieder ein, wenn sich die Fallzahlen erhöhen.

Da größere Verkaufsaufträge in der umsatzarmen Urlaubszeit auf eine geringere Aufnahmebereitschaft der Märkte treffen, kann es zudem schnell zu größeren Verwerfungen kommen. Schnäppchenjäger jedenfalls haben sich heute im Gegensatz zu den US-Märkten auch nur selektiv blicken lassen, die Grundstimmung bleibt eher zögerlich und nervös.

HeidelbergCement gefragt

Unter den Einzeltiteln gingen Gewinne und Verluste quer durch alle Branchen. RWE setzten ihren Negativlauf nach der Flutkatastrophe in Westdeutschland fort und waren einer der größten DAX-Verlierer. Bauwert HeidelbergCement profitierte als Tagessieger von einem positiven Analystenkommentar. In der Branche dürfte das erste Halbjahr stark ausgefallen sein, weshalb die Markterwartungen nochmals steigen dürften, schrieb eine Analystin der US-Bank JPMorgan.

Alles normal, oder steckt mehr dahinter?

Thema des Tages hierzulande war heute natürlich die Aufarbeitung des gestrigen Einbruchs. Die Ausbreitung der Delta-Variante dürfte für Einige nicht der einzige Grund gewesen sein. "Im bisherigen Jahresverlauf befürchteten Investoren eine Überhitzung der Weltwirtschaft", sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets.

"Nun herrscht Sorge, dass das Wachstum seinen Höhepunkt vielleicht schon überschritten hat, während die Preise weiter steigen." Das Stagflationsgespenst gehe um. Mit "Stagflation" bezeichnen Experten eine stagnierende Wirtschaft bei gleichzeitig anziehender Inflation.

Andere Marktbeobachter sehen die Lage nicht so dramatisch. Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com, mahnte zur Besonnenheit. Die Aktienrally seit den ersten erfolgreichen Tests von Corona-Impfstoffen und der Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten im vergangenen November sei gekennzeichnet von Kursrücksetzern. Dabei seien bei einem Minus von rund fünf Prozent stets Schnäppchenjäger in den Markt zurückgekehrt und hätten den Börsen neuen Schwung verliehen. Es sei riskant, darauf zu wetten, dass es diesmal anders komme.

Krisenwährung Dollar

Am Devisenmarkt bliebt der Dollar wie stets in unruhigeren Zeiten gesucht, im Gegenzug fiel der Euro zurück. Belastet wurde der Euro heute primär durch die durchwachsene Stimmung an den Aktienmärkten. "Die Ausbreitung der Delta-Variante dämpft den Konjunkturoptimismus", kommentierte You-Na Park-Heger, Devisenexpertin bei der Commerzbank. "Es ist zu befürchten, dass der Sommerblues noch eine Weile anhält."

Die Gemeinschaftswährung wird im US-Handel wieder etwas höher gehandelt bei 1,1784 Dollar, bleibt aber leicht im Minus. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1775 (Montag: 1,1766) Dollar fest. Profitiert von der hohen Unsicherheit hat auch der japanische Yen, der ebenfalls als sichere Alternative gesucht wird. Er legt zu allen wichtigen Währung zu. Konjunkturdaten, die am Devisenmarkt eine größere Rolle spielen könnten, stehen am Dienstag nur wenige an.

Erzeugerpreisdaten aus Deutschland belegten den anhaltend hohen Preisauftrieb, sorgten an den Märkten aber nicht für größere Kursbewegung. Für gewerbliche Produkte stiegen sie um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten mit 8,4 Prozent gerechnet, nachdem die Steigerungsrate im Mai noch bei 7,2 Prozent gelegen hatte

Zahlen vom US-Häusermarkt fielen uneinheitlich aus. Während die Baugenehmigungen im Juni deutlich rückläufig waren, stiegen die Neubaubeginne stark an. Analystenerwartungen wurden bei beiden Werten deutlich verfehlt.

Ölpreise drehen ins Plus

Bei anderen Anlageklassen geht es nach schwächerem Start im Verlauf tendenziell wieder nach oben. Nordseeöl der Sorte Brent kostet am Abend etwas über 69 je Barrel (159 Liter), ein Plus von rund 0,8 Prozent. Es bleibt aber knapp zehn Dollar unter seinem Jahreshoch. Die OPEC+, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, hatte sich am Wochenende auf eine Ausweitung der Fördermengen zwischen August und Dezember um zwei Millionen Barrel pro Tag geeinigt. Der Bitcoin notiert unter der Marke von 30.000 Dollar, hat seine Verluste mittlerweile aber auch etwas eingegrenzt.

Robuste Anleihen

Die Investoren nehmen auch den Anleihemarkt wieder ins Visier. Die Kurse der US-Papiere stiegen zunächst, fielen dann aber mit dem steigenden Aktienmarkt wieder zurück. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt damit derzeit aber bei niedrigen 1,21 Prozent. Zum Vergleich: Das bisherige Jahreshoch der Rendite lag bei fast 1,78 Prozent.

Die deutsche Umlaufrendite fiel heute von minus 0,43 Prozent am Vortag auf minus 0,47 Prozent, wie die Deutsche Bundesbank in Frankfurt mitteilte. Auch die Kurse deutscher Bundesanleihen legten am Dienstag erneut merklich zu. Sie hatten sich im Gefolge der neuen Corona- und Konjunktursorgen zuletzt schon erholt.

Münchener Rück fest auf Kurs

Die Münchener Rück sieht sich auch nach der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands auf Kurs. Allein im zweiten Quartal habe sich der Gewinn auf rund 1,1 (Vorjahr: 0,58) Milliarden Euro fast verdoppelt, teilte der weltgrößte Rückversicherer am Dienstag mit. Dabei schlugen die neuen Corona-Ausbrüche, die vor allem in Indien und Südafrika viele Tote forderten, offenbar stärker zu Buche als die Unwetter Ende Juni und Anfang Juli, die in Europa zu Hagel und Überschwemmungen führten.

Zu den Schäden nach den Sturzfluten in Westdeutschland, die in die Milliarden gehen dürften, äußerte sich die Münchener Rück nicht. Dafür sei es deutlich zu früh, sagte ein Sprecher. Sie zeigte sich aber zuversichtlich, den angepeilten Nettogewinn von 2,8 Milliarden Euro in diesem Jahr zu erreichen. Nach sechs Monaten steht sie bereits bei 1,7 Milliarden Euro.

Mit dem Milliardengewinn im zweiten Quartal übertraf die Münchener Rück auch die Schätzungen der Analysten, die ihr im Schnitt 300 Millionen Euro weniger zugetraut hatten. Das trieb die in den vergangenen Tagen gebeutelte Aktie um über zwei Prozent.

VW steigert auch E-Auto-Verkäufe

Der VW-Konzern hat in der ersten Jahreshälfte seine Verkäufe von Elektromodellen im Verhältnis deutlich stärker ausgebaut als die Auslieferungen insgesamt. Von Januar bis Juni gingen weltweit knapp 171.000 Autos mit einem reinen E-Antrieb an die Kunden, wie das Unternehmen am Dienstag berichtete. Das entspricht einem Plus von 165 Prozent, im ersten Halbjahr 2020 waren es gut 64.000 E-Autos. Der Anteil der E-Autos an allen Auslieferungen lag damit bei 3,4 Prozent. Bei den Plug-in-Hybriden zählte die VW-Gruppe etwas mehr als 171 000 Verkäufe - etwa eine Verdreifachung.

Am vergangenen Freitag hatten die Wolfsburger schon ihre Gesamtzahlen zur Jahresmitte 2021 vorgelegt. Die Summe der gut fünf Millionen ausgelieferten Fahrzeuge liegt um rund 28 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr. Gemessen am Volumen reiner E-Autos lag der Heimatmarkt Europa bei VW mit über 128.000 ausgelieferten Modellen in der ersten Jahreshälfte vorn. In den USA waren es 18.500 Neuwagen. Für den wichtigsten Automarkt China meldete der Konzern innerhalb der letzten sechs Monate 18.300 verkaufte Elektrofahrzeuge.

Vonovia kommt bei Deutsche Wohnen voran

Der Wohnungskonzern Vonovia kann immer mehr Aktionäre des Konkurrenten Deutsche Wohnen von seinem rund 18 Milliarden Euro schweren Übernahmeangebot überzeugen. Die Gesamtzahl der für die Mindestannahmeschwelle der Offerte zu berücksichtigenden Deutsche-Wohnen-Aktien habe am Montagabend rund 31,03 Prozent des Grundkapitals betragen, teilte Vonovia mit. Ende Juni waren es noch rund 18,43 Prozent gewesen. Die erste Frist für die Annahme des Übernahmeangebots endet am 21. Juli um 24 Uhr. Vonovia muss auf mehr als 50 Prozent der Anteile kommen. In der Regel wird der Löwenanteil der Aktien zum Ende der Frist angedient.

Chipmangel trifft BMW

Der Chipmangel macht dem Autobauer BMW zu schaffen. In fast allen deutschen Werken, im Mini-Werk im britischen Oxford sowie bei Auftragsfertigern komme es in dieser und in der kommenden Woche zu Produktionsausfällen, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Betroffen seien die Werke Regensburg, Dingolfing, Leipzig, Oxford sowie die Produktionsstätten von Magna Steyr und VDL. Mehr als 10.000 Autos könnten deswegen derzeit nicht produziert werden. Zum Teil gelte Einschichtbetrieb, zum Teil werde nur an einzelnen Tagen gearbeitet.

Gewinnsprung bei K+S

Der Düngemittelhersteller K+S hat sein operatives Ergebnis im zweiten Quartal mehr als verdoppelt. Das operative Ergebnis (Ebitda) sei von April bis Juni nach vorläufigen Zahlen auf rund 110 Millionen Euro von 52,7 Millionen Euro vor Jahresfrist geklettert, teilte das Kasseler Unternehmen am Dienstag mit. K+S profitierte dabei von höheren Preisen sowie einer gestiegenen Nachfrage sowohl aus der Landwirtschaft als auch von seinen Industriekunden. Aussagen zur Prognose machte der Konzern nicht, der vollständige Halbjahresbericht soll am 12. August veröffentlicht werden.

K+S hatte erst im Mai nach einem starken Jahresauftakt seine Ergebnisprognose für 2021 erhöht. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Ebitda aus dem fortgeführten Geschäft von 500 bis 600 Millionen Euro nach zuvor 440 bis 540 Millionen.

ProSiebenSat.1 mit höherer Prognose

Zu den stärkeren Werten im MDAX zählt ProSiebenSat.1. Der Medienkonzern hat seine Prognose für das laufende Jahr erneut erhöht. Der Umsatz soll im laufenden Jahr bereinigt um Portfolioänderungen um neun bis elf Prozent auf 4,4 bis 4,5 Milliarden Euro steigen. Zuvor hatte der Konzern 4,25 bis 4,45 Milliarden in Aussicht gestellt. Auch beim Ergebnis will ProSiebenSat.1 besser abschneiden als bisher geplant. Das bereinigte operative Ergebnis soll nun bei rund 820 Millionen Euro plus/minus 20 Millionen Euro liegen (zuvor: 750 Millionen bis 800 Millionen Euro), was im Mittel 16 Prozent mehr wäre als im Vorjahr. Der Konzern hatte bereits im Mai seine Ziele angehoben.

Sixt wieder gut unterwegs

Beim Autovermieter Sixt erholen sich die Geschäfte in Europa im Zuge der Lockerungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. So konnte das Unternehmen im zweiten Quartal spürbar zulegen. Der operative Konzernumsatz sei von 225,8 Millionen auf 498 Millionen Euro gestiegen, teilte Sixt am Dienstag anhand vorläufiger Berechnungen mit. Beim Konzernergebnis vor Steuern kehrte der Autovermieter wieder in die Gewinnzone zurück und erreichte voraussichtlich etwa 78 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal war ein Verlust von 117,7 Millionen Euro angefallen.

Nach der ersten Jahreshälfte traut sich der Konzern nun auch eine Prognose für das Gesamtjahr zu. Für 2021 geht Sixt von einem Anstieg des operativen Konzernumsatz auf 1,95 Milliarden bis 2,10 Milliarden Euro aus, nach 1,52 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Vorsteuerergebnis soll zwischen 190 Millionen und 220 Millionen Euro liegen. 2020 hatte das Unternehmen aus fortgeführten Geschäftsbereichen einen Verlust von 81,5 Millionen Euro verbucht. Analysten gehen Sixt zufolge bislang von einem Vorsteuerergebnis von im Schnitt 187 Millionen Euro aus. Die Umsatzprognose liege dagegen im Rahmen der Erwartungen.

Carl Zeiss Meditec empfohlen

Nach einer Kaufempfehlung haben die Papiere von Carl Zeiss Meditec ihre Rekordjagd heute fortgesetzt. Analyst Aliaksandr Halitsa von Hauck & Aufhäuser hat sein Kursziel von 180 auf 215 Euro erhöht. Er begründete sein Entscheidung mit einem "neuen Profitabilitätsniveau", auf das das Unternehmen zusteuere. Dank des dynamischen Umsatzwachstums rechnet der Experte damit, dass über dieses Geschäftsjahr hinaus eine operative Marge von mehr als 20 Prozent gehalten werden kann.

Remy Cointreau verdoppelt Umsatz

Die Wiedereröffnung von Hotels und Gaststätten wie auch die anhaltend hohe Nachfrage nach hochwertigem Cognac in den USA und China haben Remy Cointreau einen Umsatzsprung beschert. Die Erlöse des dem Spirituosenherstellers schnellten im ersten Quartal des Bilanzjahres 2020/21 um 95,3 Prozent auf rund 293 Millionen Euro. Der Vorstand erwartet "ausgezeichnetes" erstes Halbjahr. Allerdings gebe es Belastungen durch Währungseffekte zwischen 16 und 20 Millionen Euro.

Alstom beschleunigt seine Geschäfte

Der französische Technologiekonzern hat nach der Fusion mit der Bombardier-Zugsparte im ersten Quartal des Bilanzjahres 2021/22 kräftig zugelegt. Der Umsatz erreichte 3,7 Milliarden Euro nach pro forma 2,8 Milliarden im Vorjahr. Der Auftragseingang erreichte 6,4 (Vorjahr: 3,06) Milliarden Euro. Vor Jahresfrist hatte allerdings die Corona-Pandemie die Geschäfte belastet.

Volvo könnte schneller wachsen

Der schwedische LKW-Bauer hat im zweiten Quartal seine Erlöse um knapp ein Viertel auf 90,6 Milliarden Schwedische Kronen gesteigert. Das bereinigte operative Ergebnis schnellte auf 9,7 (Vorjahr: 3,27) Milliarden Kronen. Analysten hatten mit 9,8 Milliarden Kronen gerechnet. Der weltweite Chipmangel macht Volvo zu schaffen, die hohe Nachfrage zu bedienen.

UBS verdient deutlich mehr

Die Schweizer Großbank UBS hat im zweiten Quartal vor allem von der Vermögensverwaltung profitiert. Unter dem Strich stand ein Gewinn von gut zwei Milliarden US-Dollar und damit 63 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die UBS in Zürich mitteilte.

Easyjet mit deutlicher Erholung

Die britische Fluggesellschaft Easyjet hat von April bis Juni vom Abbau der Reisebeschränkungen und der zunehmenden Reiselust profitiert. Die Kapazitäten waren mit 60 Prozent des Vorkrisenniveaus ausgelastet, wie Easyjet am Dienstag mitteilte. Zum Jahresauftakt lag diese noch bei 17 Prozent. Der Umsatz stieg im dritten Quartal des Bilanzjahres 2020/21 auf rund 213 Millionen Pfund nach 7,2 Millionen vor Jahresfrist.

Netflix enttäuscht

Der Streaming-Riese Netflix hat mit seinen Serien und Filmen im zweiten Quartal nur wenige neue Nutzer anlocken können. In den drei Monaten bis Ende Juni nahm die weltweite Anzahl der Abonnenten lediglich um 1,5 Millionen auf insgesamt gut 209 Millionen zu, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Auch die Prognose für das laufende Vierteljahr fiel mit 3,5 Millionen erwarteten neuen Kunden relativ mager aus. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit deutlichen Kursabschlägen.

Die Pandemie habe zu einer ungewöhnlichen Verzerrung der Zahlen geführt, erklärte das Unternehmen nun. Dabei lief das Quartal für Netflix finanziell betrachtet weit besser als vor einem Jahr. Der Nettogewinn stieg um fast 90 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro) und die Erlöse wuchsen um 19 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar. Dass diesmal nicht mit den ganz großen Blockbustern zu rechnen war, war aufgrund pandemiebedingter Produktionsprobleme eigentlich schon klar gewesen. Doch beim Ausblick hatten Analysten mehr erwartet. Netflix steht zudem unter hohem Konkurrenzdruck, etwa durch den Hollywood-Giganten Walt Disney

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Juli 2021 um 16:00 Uhr.