Händler arbeiten mit Atemschutzmasken an der New York Stock Exchange
Marktbericht

US-Märkte im Wartemodus Die Spannung steigt

Stand: 27.04.2021 22:21 Uhr

An der Wall Street ließen die Anleger heute Vorsicht walten. Vor wichtigen Unternehmenszahlen und der Zinssitzung der Notenbank hieß die Devise abwarten. Auch der DAX schloss etwas leichter.

Spätestens nach der heutigen Schlussglocke beginnt in den USA die heiße Phase der Berichtssaison. Laut Frank Wohlgemuth von der National-Bank berichten im Wochenverlauf fast ein Drittel der 500 im marktbreiten S&P-Index gelisteten Unternehmen über ihre jüngste Geschäftsentwicklung.

Für Spannung war also gesorgt. Denn am Abend nach Börsenschluss standen unter anderem die Quartalsberichte der Google-Mutter Alphabet, von Microsoft, dem Halbleiteranlagenhersteller Texas Instruments, Starbucks und Visa auf dem Programm. Es folgen Apple am Mittwoch und Amazon am Donnerstag. "Gerade bei den sehr hoch bewerteten Tech-Schwergewichten schauen die Investoren besonders genau hin, ob die Bewertungen durch operative Erfolge gerechtfertigt erscheinen", betonte Wohlgemuth.

Auch auf die Fed wird gewartet

Um die Spannung perfekt zu machen steht am Mittwoch auch noch die Zinssitzung der Notenbank Federal Reserve im Fokus der Börse. Ab 20:00 Uhr unserer Zeit wird die Bank ihre Beschlüsse präsentieren. Die meisten Marktbeobachter rechnen damit, dass die Währungshüter ihre lockere geldpolitische Linie bekräftigen werden.

"Wir warten auf Aussagen, wie es in den nächsten sechs bis zwölf Monaten weitergeht", sagte Kim Forrest, Chef-Anlegerin des Vermögensverwalters Bokeh mit Blick auf die Fed. "Das wird die Stimmung an den Märkten prägen."

Märkte schließen leicht im Minus

Ähnlich wie an den europäischen Märkten haben die Anleger in New York sich auch heute vor den anstehenden Großereignissen nicht mehr aus der Deckung getraut. Bereits zum Wochenstart konsolidierte sich die Börse auf hohem Niveau und auch heute war das nicht anders.

Konkret schlossen alle großen Aktienindizes moderat im Minus und blieben damit in engen Bandbreiten. Standardwerte hielten sich dabei etwas besser. Der Leitindex Dow Jones ging bei 33.984 Punkten nahezu unverändert aus dem Handel. Beim breiter aufgestellten S&P-500-Index gab es am Ende ein Miniminus von 0,02 Prozent auf 4186 Punkte. Der Index hatte erst gestern bei 4194 Punkten knapp ein neues Rekordhoch markiert.

Etwas stärker fielen die Abgaben an der Technologiebörse Nasdaq aus, die um 0,34 Prozent nachgab auf 14.090 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 schloss bei 13.960 Punkten um knapp ein halbes Prozent niedriger.

Gewinnsprung bei Alphabet

Fast schon spektakulär fielen die Zahlen der Suchmaschine Google aus, die nach Börsenschluss veröffentlicht wurden. Dessen Werbegeschäft läuft in der Corona-Pandemie auf Hochtouren. Der Umsatz der Konzernmutter Alphabet stieg im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 55,3 Milliarden Dollar. Der Schub spiegele die erhöhte Online-Aktivität der Verbraucher wider, sagte Finanzchefin Ruth Porat. Beim Gewinn gab es einen Sprung von 6,8 auf 17,9 Milliarden Dollar oder 26,29 Dollar je Aktie. Analysten hatten nur 15,64 Dollar auf ihren Zetteln. Entsprechend deutlich ging es nachbörslich um über vier Prozent mit der Aktie bergauf.

Bei Google, wo nach wie vor praktisch das gesamte Alphabet-Geschäft läuft, stiegen die Erlöse aus dem Suchmaschinengeschäft um 30 Prozent auf knapp 32 Milliarden Dollar. Die Videoplattform Youtube steuerte gut sechs Milliarden Dollar bei - rund 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Cloud-Geschäft stieg der Umsatz um 46 Prozent auf gut vier Milliarden Dollar.

Bei den "anderen Wetten" von Alphabet - zukunftsträchtigen Geschäftsideen wie selbstfahrende Autos oder Lieferdrohnen - stiegen die Umsätze um rund 47 Prozent auf 198 Millionen Dollar. Zugleich legten auch ihre operativen Verluste von 1,12 auf 1,14 Milliarden Dollar zu.

Microsoft legt kräftig zu

Microsoft profitiert weiter vom Fokus auf Cloud-Dienste - aber auch von der erhöhten PC-Nachfrage und der Popularität von Videospielen in der Corona-Krise. Der Software-Riese steigerte den Umsatz im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 41,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg um 44 Prozent auf 15,46 Milliarden Dollar, wie Microsoft nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte.

Das Cloud-Geschäft wuchs dabei im Ende März abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal um 23 Prozent auf gut 15 Milliarden Dollar. Die Sparte, zu der unter anderem das Geschäft mit der PC-Branche und der Spielekonsole Xbox gehören, steigerte die Erlöse um 19 Prozent auf 13 Milliarden Dollar. Dabei sprang der Xbox-Umsatz um 34 Prozent hoch - die genaue Höhe nennt Microsoft nicht.

Obwohl die durchschnittlichen Analystenerwartungen mit den Zahlen übertroffen wurden, fällt die Aktie nachbörslich zurück. Offenbar hatten einige Investoren mit noch deutlicheren Steigerungen gerechnet.

Gute Geschäfte für Texas Instruments

Der Chipkonzern hat die Umsatzerwartungen für das erste Quartal übertroffen und rechnet auch für das laufende Vierteljahr mit guten Geschäften. Der Infineon-Rivale mit Sitz in Dallas gab nach Börsenschluss einen Umsatz von 4,3 Milliarden Dollar nach 3,3 Milliarden im Vorjahreszeitraum bekannt. Experten hatten einen Anstieg auf fast vier Milliarden Dollar erwartet. Der Nettogewinn stieg auf 1,75 Milliarden Dollar. Der Konzern gilt als Branchenbarometer, weil der Konzern Chips für eine Vielzahl von Produkten herstellt.

Die TI-Aktie gab nachbörslich zunächst 2,4 Prozent nach, denn der Ausblick kam nicht gut an. Der Konzern rechnet für das laufende Quartal nämlich nicht wie einige Analysten mit einer steigenden Nachfrage nach seinen Produkten im Vergleich zum abgelaufenen Quartal.

DAX-Anleger lassen sich nicht locken

Der deutsche Leitindex DAX hat sich auch den zweiten Tag in Folge kaum von der Stelle bewegt und folgte damit der Tendenz an der Wall Street. Der Index ging am Ende bei 15.249 Punkten um 0,3 Prozent etwas leichter aus dem Handel. Anleger wagten sich vor weiteren Unternehmenszahlen aus dem US-Technologiesektor sowie der Zinssitzung der US-Notenbank weiterhin nicht aus der Deckung. Besonders die Berichte der großen Tech-Schwergewichte werden mit Spannung erwartet. Können die Zahlen die hohen Erwartungen erfüllen, das fragen sich die Anleger nicht nur in Frankfurt.

Die Stimmung an den Börsen sei von Unsicherheit geprägt, schrieb Analyst Pierre Veyret vom Handelshaus Activtrades. Verkaufen will aber auch niemand, so dass der DAX auf hohem Niveau bleibt. Zeitweise rutschte der deutsche Leitindex heute um 0,7 Prozent auf 15.186 Punkte, konnte seine Verluste dann aber eingrenzen.

Die meisten der 30 DAX-Werte gingen mit Verlusten aus dem Handel, Tagesverlierer waren Delivery Hero und Heidelbergcement. Gegen den Trend im Plus behaupteten sich Deutsche Bank als Tagesbester vor den morgigen Quartalszahlen.

Dollar bleibt im Seitwärtstrend

Der Euro lief auch heute wie schon seit Tagen zwischen 1,20 und 1,21 US-Dollar seitwärts. Dies, nachdem er zuvor gegen den Greenback deutlich angezogen hatte. Der seit Anfang April zu beobachtende Aufwärtstrend beim Euro hatte die Gemeinschaftswährung am Montag bis auf 1,2117 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Ende Februar gehievt. Nun spricht Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger von einer "Verschnaufpause". Schließlich hole die Eurozone beim Thema Impfen gegenüber den USA auf. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2088 (Montag: 1,2085) US-Dollar fest. Im US-Handel wird er bei 1,2088 Dollar gehandelt.

US-Renditen ziehen an

US-Anleihen gaben derweil nach und knüpften damit an ihre jüngsten Verluste an. Derzeit erweist sich die insgesamt weiterhin robuste Stimmung am US-Aktienmarkt als Belastung für die Festverzinslichen. Derweil werfen die am Mittwoch erwarteten geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank (Fed) bereits ihren Schatten voraus. Trotz der anziehenden Wirtschaft haben Notenbankvertreter bisher keine Signale für eine Rückführung der geldpolitischen Unterstützung gegeben. Sollte die Fed ihre Linie bestätigen, könnten die Anleihen erst einmal unter Druck bleiben. Die Rendite stieg heute auf über 1,61 Prozent.

Stimmung der US-Konsumenten steigt

Fundamental gab es heute Rückenwind für den Greenback. Die Stimmung der US-Konsumenten ist im April auf das höchste Niveau seit 14 Monaten gestiegen. Das Barometer für die Verbraucherlaune kletterte auf 121,7 Punkte von revidiert 109,0 Zählern im März, wie das private Institut Conference Board am Dienstag zu seiner Umfrage mitteilte.

Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf 113,0 Punkte gerechnet. Die Verbraucher sehen ihre aktuelle Lage und auch die Aussichten günstiger als zuletzt. Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie hat US-Präsident Joe Biden ein 1,9 Billionen Dollar schweres Hilfsprogramm in die Spur gesetzt, wodurch Millionen Amerikaner staatliche Einmalschecks in Höhe von 1400 Dollar erhielten.

Stabiler Ölmarkt

Mit Erleichterung reagieren Rohöl-Anleger auf die Beibehaltung der Förderpolitik der Ländergruppe Opec+. Insidern zufolge haben sich die großen Exportländer darauf geeinigt, die Produktionsquoten wie vereinbart ab Mai anzuheben. Das für Mittwoch geplante Treffen der Minister sei abgesagt worden. Anfängliche stärkerer Avancen konnte der Ölpreis nicht verteidigen.

Rohstoffexperten der Commerzbank gaben in einem Marktkommentar jedoch zu bedenken, dass die Ausweitung verfrüht sein könnte. Sie verweisen auf die teils sehr angespannte Corona-Lage in Ländern wie Indien, Japan oder der Türkei. All diese Länder sind große Ölimportländer. Dem steht jedoch die kräftige Konjunkturerholung in anderen großen Nachfrageländern wie den USA oder China gegenüber. Die Aussichten für die Erdölnachfrage sind damit mit großer Unsicherheit behaftet.

Bayer-Aktionäre üben Kritik

Die Aktionäre von Bayer brauchen einen langen Atem: Die Übernahme von Monsanto beschäftigt sie mittlerweile im fünften Jahr, und es ist weiter offen, wann der Pharma- und Agrarchemiekonzern endlich einen Schlussstrich unter die Glyphosat-Klagewelle in den USA ziehen kann. "Bayer muss die Klagerisiken und Altlasten von Monsanto abschließend in den Griff bekommen", forderte Janne Werning von der Fondsgesellschaft Union Investment anlässlich der virtuellen Hauptversammlung am Dienstag.

Für die Produkthaftungsverfahren zu Glyphosat in den USA erwartet Firmenchef Werner Baumann derzeit Gesamtkosten für vorgesehene Vergleiche bestehender Klagen von bis zu 9,6 Milliarden US-Dollar. Für Regelungen zukünftiger Klagen rechnet er mit etwa zwei Milliarden Dollar, wie er bekräftigte. "Wir sind fest entschlossen, die Rechtsstreitigkeiten so schnell wie möglich in einem vernünftigen Rahmen beizulegen." Die Fondsgesellschaft Deka hatte angekündigt, den Bayer-Vorstand auf der Hauptversammlung nicht entlasten zu wollen, für sie ist der Konzern nur noch ein "Schatten seiner selbst". Der Leverkusener DAX-Konzern will eine Dividende von 2,00 Euro ausschütten.

Neuer Chef bei Beiersdorf

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf tauscht seinen Chef aus. Vincent Warnery (52) übernehme den Vorstandsvorsitz zum 1. Mai, teilte der MDAX-Konzern am Dienstag in Hamburg mit. Warnery gehöre dem Beiersdorf-Vorstand seit Februar 2017 an und verantworte bisher den Geschäftsbereich Pharmacy & Selective mit den Marken Eucerin, Hansaplast und La Prairie sowie das Nordamerikageschäft. Der bisherige Konzernchef Stefan De Loecker (53) scheide "einvernehmlich" zum 30. Juni aus dem Vorstand aus, hieß es weiter.

Bei Hypoport klingelt die Kasse

Der Finanzdienstleister hat im Auftaktquartal Gewinn und Umsatz gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich verglichen mit dem Vorjahr um 15 Prozent auf zwölf Millionen Euro, wie das im SDAX notierte Unternehmen mitteilte. Der Umsatz verbesserte sich um sieben Prozent auf 108 Millionen Euro.

Das Wachstum basiere auf dem Erfolg der transaktionsbasierten Plattformgeschäftsmodellen in der Immobilienfinanzierung. Temporär dämpfend wirkten dagegen pandemiebedingte Umsatzrückgänge im Ratenkreditgeschäft sowie Verschiebungen ins zweite Halbjahr 2021 aufgrund neuer Fördersystematik im Firmenkundengeschäft.

Wird Hella verkauft?

Die Aktien des Autozulieferers Hella springen nach einem Bericht über Verkaufspläne der Eignerfamilie nach oben. Laut "Manager Magazin" erwägt die Familie Hueck den Verkauf ihres 60-prozentigen Anteils an dem im MDAX gelisteten Scheinwerferhersteller.

Stratec hebt seine Prognose an

Der Diagnostik-Spezialist Stratec hat im ersten Quartal seinen Umsatz um 27 Prozent auf 72 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Für das Umsatzwachstum machte Stratec unter anderem die anhaltend hohe Nachfrage nach molekular- sowie immundiagnostischen Lösungen verantwortlich. Die operative Ergebnismarge sprang von 13,6 auf 22,3 Prozent. Für das Gesamtjahr ist das Unternehmen nun optimistischer.

Befesa fällt in Ungnade

Das Recycling-Unternehmen Befesa hat zum Jahresauftakt ein Rekordergebnis erzielt und rechnet auch im Gesamtjahr mit hohen Zuwächsen. Als Grund für den Anstieg nannte der Vorstand eine Kapazitätsauslastung auf Vorkrisenniveau und "vorteilhafte" Marktpreise. "Befesa ist wieder voll zurück auf Kurs", so Firmenchef Javier Molina. Dennoch ist die Börse nicht zufrieden.

Flatexdegiro von Empfehlung angetrieben

Im SDAX laufen die Aktien des Onlinebrokers Flatexdegiro überdurchschnittlich. Ein Kursziel von 160 Euro hatte der Analyst Benjamin Kohnke von Keefe, Bruyette & Woods ausgerufen. KBW gehört zum US-Investmenthaus Stifel. Der Onlinebroker habe sich in Europa in eine exponierte Position gebracht, die ein herausragendes Wachstumsprofil ermögliche, so Kohnke.

Funkwerk deutlich verbessert

Der Anbieter von Kommunikations- und Sicherheitstechnik Funkwerk hat das vergangene Jahr mit Gewinn abgeschlossen. Trotz gravierender Auswirkungen der Pandemie habe das Unternehmen ein solides Wachstum erzielt und sei im vergangenen Jahr ohne Kurzarbeit ausgekommen, teilte Funkwerk mit. Der Konzernumsatz stieg demnach um vier Prozent auf 99 Millionen Euro. Unter dem Strich steht 2020 ein Gewinn von 13,6 Millionen Euro und damit fünf Millionen mehr als ein Jahr zuvor.

Befreundete Banken empfehlen Vantage Towers

Nach einer Reihe von Studien liegen die Papiere des Börsenneulings Vantage Towers deutlich im Plus. Die Marktbeobachter sind mit Kurszielen bis zu 35 Euro optimistisch. Allerdings gehörten Morgan Stanley, Barclays, Jefferies, die Deutsche Bank und Goldman Sachs auch zum Konsortium, die Vantage für Vodafone an die Börse brachten. Üblicherweise hält man dann den Papieren auch nachher die Stange, erklärte ein Börsianer.

Trendwende bei BP

Der britische Ölkonzern BP will nach einem überraschend deutlichen Gewinnsprung zum Jahresstart im zweiten Quartal eigene Aktien im Wert von 500 Millionen US-Dollar zurückkaufen. Der bereinigte Überschuss erreichte im ersten Quartal 2,63 Milliarden Dollar, was mehr als dreimal so viel ist wie im Vorjahreszeitraum.

HSBC verdient deutlich mehr

Die britische Großbank HSBC hat im ersten Quartal ihr Vorsteuerergebnis um 79 Prozent auf 5,78 Milliarden Dollar verbessert. Analysten hatten im Schnitt nur mit 3,35 Milliarden Dollar gerechnet. Die Bank profitierte dabei unter anderen von Einsparungen und einer besseren Einschätzung beim Blick auf mögliche Kreditausfälle.

Auch UBS von Archegos belastet

Die schweizerische Großbank UBS hat im ersten Quartal trotz eines hohen Verlusts wegen der Pleite des US-Hedgefonds Archegos mehr verdient als ein Jahr zuvor. Der Überschuss legte um 14 Prozent auf 1,8 Milliarden US-Dollar zu. Die Belastung aus dem Hedgefonds zog den Überschuss der UBS noch um 434 Millionen Dollar nach unten. Allerdings kam das Geldhaus bei Archegos deutlich glimpflicher davon als seine heimische Rivalin Credit Suisse, die infolge einer Milliardenbelastung sogar in die roten Zahlen gerutscht war.

Novartis kein Pandemie-Gewinner

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat im vergangenen Quartal weiterhin unter der Pandemie gelitten. So wurde die Nachfrage nach Arzneien gegen Haut- und Augenkrankheiten beeinträchtigt, ebenso litt die auf Nachahmermedikamente spezialisierte Tochter Sandoz in einigen Bereichen. Zum Jahresstart legte der Umsatz dank positiver Währungsseffekte im Vorjahresvergleich um ein Prozent auf 12,4 Milliarden Dollar zu. Ohne diese Effekte musste Novartis aber Einbußen von zwei Prozent hinnehmen. Unter dem Strich verdiente der Konzern 2,06 Milliarden Dollar, das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr.

Apple lässt die Nutzer entscheiden

Darf eine App meine Aktivitäten im Netz beobachten oder nicht? Diese Frage können Nutzerinnen und Nutzer eines iPhone, iPad oder Apple TV künftig selbst entscheiden: Apple gibt seinen Kunden als erster Smartphone-Anbieter eine einfache Möglichkeit, das Nachverfolgen ihres Verhaltens quer über verschiedene Apps und Websites zu stoppen. Apple feiert das neue Betriebssystem als Sieg für den Datenschutz. Online-Konzerne wie Facebook und Medienunternehmen, die von Online-Werbung abhängig sind, sehen dagegen das freie Internet in Gefahr. Verbraucherschützer begrüßen die von deutschen Wirtschaftsverbänden kritisierte Datenschutzfunktion im neuen Betriebssystem iOS 14.5 von Apple

Starbucks erhöht die Prognose - Aktie fällt trotzdem

Die weltgrößte Café-Kette Starbucks hat ihre Jahresziele nach einem Gewinnsprung im jüngsten Quartal angehoben. In den drei Monaten bis Ende März verdoppelte Starbucks den Nettogewinn im Jahresvergleich auf 659,4 Millionen Dollar (545,5 Mio Euro), wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erlöse kletterten um gut elf Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2021 stellte Starbucks einen Umsatz zwischen 28,5 Milliarden und 29,3 Milliarden Dollar in Aussicht, was einer leichten Anhebung gegenüber der bisherigen Prognose entspricht. Auch beim Gewinn wurde der Ausblick erhöht.

Anleger reagierten zunächst dennoch enttäuscht auf die Zahlen und ließen die Aktie nachbörslich fallen. Der am Finanzmarkt stark beachtete flächenbereinigte Absatz legte zwar - angetrieben von boomenden Verkäufen in China - um deutliche 15 Prozent zu. Allerdings hatte die Pandemie im Vorjahreszeitraum auch sehr stark belastet. Analysten hatten im Schnitt mit noch stärkerem Wachstum gerechnet.

Amgen enttäuscht

Das Pharmaunternehmen hat im ersten Quartal einen Gewinn- und Umsatzrückgang unter anderem wegen der Coronavirus-Pandemie erlitten, die weiter Arztbesuche einschränkt. Der Umsatz fiel um vier Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar, wie der US-Konzern nach Börsenschluss mitteilte. Experten hatten dagegen einen leicht höheren Umsatz von 6,26 Milliarden Dollar erwartet. Der angepasste Gewinn je Aktie fiel zwölf Prozent auf 3,70 Dollar, die Vorhersage lag hier bei 4,04 Dollar. Das kalifornische Unternehmen mit Sitz in Thousand Oaks senkte zudem seine Jahresprognose für den Gewinn je Aktie. Amgen-Titel verloren im nachbörslichen Handel zunächst mehr als zwei Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. April 2021 um 07:35 Uhr.