Wall Street New York
Marktbericht

Rekordhoch im S&P 500 USA auf Wachstum programmiert

Stand: 01.04.2021 22:02 Uhr

Geht es nach der Börse, scheint die Corona-Krise nur noch ein Relikt aus der Vergangenheit. In Amerika setzen die Anleger ganz auf den Aufschwung. Das treibt auch unseren DAX auf Rekordniveau.

Getrieben von der Aussicht auf das billionenschwere Konjunkturprogramm der Regierung von Präsident Joe Biden sowie den zunehmenden Impferfolgen, haben die amerikanischen Aktienmärkte in New York am Gründonnerstag Fahrt aufgenommen. Vor allem Technologieaktien setzten ihren jüngsten Erholungskurs fort, nachdem sie zuletzt im Schatten der Standardwerteindizes gestanden hatten.

S&P-500-Index über 4000 Punkte

Überstrahlt wurde die New Yorker Börse heute vom breit aufgestellten S&P-500-Index, der erstmals die Marke von 4000 Punkten übersprang und um 1,1 Prozent vorrückte auf 4019 Punkte. Sein Rekordhoch markierte der Benchmark-Index nur knapp darüber bei 4020 Punkten. Gerade für institutionelle Anleger und Investmentfonds gilt der S&P-500 als Maßstab für die Wertentwicklung. Er gilt als das eigentliche Herz der amerikanischen Aktienmärkte.

Zweifellos waren es die Tech-Aktien, die maßgeblich zur Bestmarke beitrugen. Denn die Technologiebörse Nasdaq knüpfte an ihr erfolgreiches Comeback an und legte erneut kräftig zu. Der Composite-Index schloss bei 13.480 Punkten um 1,7 Prozent höher, der Auswahlindex Nasdaq 100 rückte 1,8 Prozent auf 13.329 Punkte vor. Da konnte der Leitindex Dow Jones nicht mithalten, der zwar auch um rund ein halbes Prozent zulegte auf 33.153 Punkte, aber hinter der Dynamik der Tech-Aktien zurückblieb. Immerhin, bis zum Rekordhoch bei 33.259 Zählern ist es auch im Dow nicht mehr weit.

Rückenwind vom Bondmarkt

Gestützt wurde vor allem die Nasdaq heute aber auch durch fallende Anleiherenditen. Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihe sank auf 1,68 Prozent, nachdem sie jüngst bei 1,77 Prozent ihr Zwischenhoch markiert hatte. Am Markt hieß es, mit dem von Joe Biden angekündigten Infrastrukturpaket seien nun weitere Maßnahmen des US-Präsidenten bekannt und die Grundzüge als auch der ungefähre Umfang lägen im zuvor bekannten Rahmen. Zins- und Inflationsängste wurden damit zurückgedrängt, bleiben aber trotz aller gegenwärtigen Konjunktureuphorie drohend über dem Markt.

"Die Eine-Million-Dollar-Frage ist aber, wie sich die Inflation entwickelt", gab Portfoliomanagerin Geraldine Sundstrom vom Vermögensverwalter Pimco zu bedenken. "Wird sie sich aufschaukeln oder auf ein komfortables Niveau zurückfallen?" Genau diese Frage wird sich auch die Notenbank Federal Reserve stellen, wobei sie bereit ist, bis zu einer Normalisierung am Arbeitsmarkt höhere Inflationsniveaus weitestgehend zu tolerieren. Einen ganz ähnlichen Kurs fährt übrigens auch die EZB, auch wenn die Begründung nicht so eng mit dem Arbeitsmarkt, sondern mit allgemeinen Konjunkturstimulanzen verbunden ist.

Arbeitsmarkt noch nicht sauber

Apropos Arbeitsmarkt: Schwächere wöchentliche Daten vom Arbeitsmarkt wurden an der Börse heute zwar kaum zur Kenntnis genommen, der Jobmarkt bleibt aber weiter die größte Unbekannte im Erholungsszenario der Wall Street. Derzeit ergibt sich ein gemischtes Bild. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung lagen heute bei 719.000 um 61.000 höher und auch über den Analystenerwartungen von 675.000.

Ein Rückschlag, nachdem am Vortag die Daten des privaten Arbeitsvermittlers ADP für den März besser als erwartet ausgefallen waren. Morgen veröffentlicht die Regierung den offiziellen März-Arbeitsmarktbericht, die Börse ist allerdings geschlossen. Am Ostermontag wird in den USA übrigens wieder gehandelt, während die meisten europäischen Handelsplätze noch geschlossen bleiben.

DAX auf Rekordjagd - keine Zeit für Osterruhe

Bei einem so dynamischen US-Handelsgeschehen ließen sich auch die heimischen Anleger am Gründonnerstag trotz einer sich stetig verschärfenden Corona-Lage nicht lumpen und kauften nochmal kräftig am Aktienmarkt ein. Der DAX, der im Wochenverlauf erstmals die Marke von 15.000 Punkten überwunden hatte, setzte seinen Rekordlauf fort und schloss bei 15.107 Punkten, ein Tagesgewinn von gut 0,6 Prozent. Das war nur knapp unterhalb des abermaligen Rekordhochs bei 15.110 Punkten.

"Sollte der Markt vor dem langen Wochenende sein Niveau halten können und Gewinnmitnahmen in großem Stil ausbleiben, wäre dies eine weitere Bestätigung dafür, dass das Ende der Hausse noch lange nicht erreicht ist", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

Tagessieger Delivery Hero

Unter den Einzelwerten im DAX legten Delivery Hero am stärksten zu und waren damit Tagessieger. Der südafrikanische Großaktionär Naspers hat seinen Anteil an dem Unternehmen von rund 20 Prozent auf knapp ein Viertel aufgestockt. Ansonsten gingen die Gewinne quer durch alle Branchen. MTU Aero, die beiden Immobilienaktien Vonovia und Deutsche Wochen, aber auch RWE waren gefragt. Lediglich Bayer gaben knapp ein Prozent nach und standen am Indexende. Daimler wurden heute mit Dividendenabschlag (1,35 Euro) gehandelt.

Auch Deutschland profitiert

Für Außenhandelspräsident Anton Börner ist Joe Bidens Mega-Vorhaben eine gute Nachricht: "Waren und Dienstleistungen 'Made in Germany' genießen in den USA nach wie vor ein hohes Ansehen", sagt der Chef des Lobbyverbands BGA. "Die Impulse, die von diesem enormen Konjunkturpaket ausgehen, werden in Deutschland mit Sicherheit spürbar sein." Profiteure dürften Bereiche wie der Automobil- und Maschinenbausektor sein, erwartet Chefökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank.

Euro erholt sich

Der Euro hat sich bisher nach jüngsten Kursverlusten stabilisiert. Am Nachmittag wird die Gemeinschaftswährung mit 1,1772 Dollar gehandelt und damit höher als am Vorabend. Am Vortag war der Euro noch bis auf 1,1704 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1746 (Mittwoch: 1,1725) US-Dollar fest.

Gestützt wurde die Gemeinschaftswährung durch starke Konjunkturdaten aus der Eurozone. Der Einkaufsmanagerindex des Forschungsunternehmens IHS Markit erreichte im März den höchsten Wert seit Umfragebeginn vor knapp 24 Jahren. Die Industrie der Eurozone boome, erklärte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Allerdings gibt es weiterhin erhebliche Probleme mit Lieferengpässen und steigenden Einkaufspreisen.

Auch in Deutschland ist die Stimmung in der deutschen Industrie laut Markit trotz der Pandemie so gut wie nie zuvor. Der Einkaufsmanagerindex ist im März um 5,9 Punkte auf 66,6 Punkte gestiegen. Das ist klar über der Grenze von 50 Punkten, die Wachstum von wirtschaftlicher Schrumpfung trennt. Schwächere Daten kamen allerdings vom deutschen Einzelhandel, der unter dem Lockdown im Februar gelitten hat.

US-Industrie: "Zustand der Euphorie"

Die US-Industrie wächst so kraftvoll wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Einkaufsmanager-Index stieg im März auf 64,7 Punkte von 60,8 im Februar, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Dies ist der höchste Wert seit Ende 1983. Analysten hatten lediglich mit einem leichten Anstieg auf 61,5 Punkte gerechnet.

"Die Stimmung in der US-Industrie steigert sich immer mehr in einen Zustand der Euphorie", konstatierte LBBW-Analyst Elmar Völker. Verantwortlich dafür sei das Zusammentreffen mehrerer günstiger Faktoren: "Das jüngst beschlossene Konjunkturpaket weckt Hoffnungen auf einen Nachfrageschub, zudem fallen angesichts der stark gesunkenen Corona-Infektionszahlen in den USA immer mehr Restriktionen für Wirtschaft und Konsumenten weg", erläuterte der Experte.

Opec+ erhöht Fördermengen

Ein wichtiges Thema sind heute die Beratungen der OPEC+ über die Ölfördermengen. Das Ölkartell Opec und seine zehn Partnerländer wollen nach Angaben der russischen Agentur Interfax wieder mehr Öl fördern. Für die Monate Mai, Juni und Juli werde die aus 23 Staaten bestehende Öl-Allianz Opec+ ihre Produktion steigern, vereinbarten laut Interfax die Energieminister der Länder bei einer Online-Konferenz am Donnerstag. Im Mai und Juni sollen 350.000 Barrel (je 159 Liter) am Tag mehr gefördert werden als aktuell. Im Juli solle die Steigerung mehr als 400.000 Barrel am Tag betragen. Die Ölpreise drehten trotz der Erhöhung der Fördermenge deutlich ins Plus.

Gold erholt sich etwas

Nach dem schwärzesten Jahresauftakt seit 39 Jahren steigen Anleger wieder bei Gold ein. Das Edelmetall verteuerte sich um über ein Prozent auf 1729 Dollar je Feinunze, nachdem es im ersten Quartal insgesamt zehn Prozent an Wert verloren hatte.

Biontech-Impfstoff hilft auch gegen Südafrika-Variante

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer schützt nach Angaben der beiden Unternehmen wirksam auch vor der südafrikanische Virusvariante. Dies sei das Ergebnis einer Studie, bei der die Daten von Teilnehmern an klinischen Tests in Südafrika bis zu sechs Monate nach der Injektion ausgewertet wurden, teilten die Hersteller am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung in Mainz und New York mit.

"In Südafrika, wo derzeit die Virusmutante B.1.351 vorherrscht, zeigte der Impfstoff eine 100-prozentige Schutzwirkung vor einer Covid-19-Erkrankung", erklärten die Unternehmen. An den Tests der sogenannten klinischen Phase 3 in Südafrika nahmen den Angaben zufolge 800 Menschen teil. Dabei seien neun Fälle von Covid-19 aufgetreten, alle in der Placebo-Gruppe - also in der Gruppe, die keinen Impfstoff erhielt. Insgesamt hätten Phase-3-Tests mit mehr als 44.000 Teilnehmern in mehreren Ländern gezeigt, dass der Impfstoff "sieben Tage bis sechs Monate nach der zweiten Impfdosis mit einer Wirksamkeit von 91,3 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung schützt", hieß es weiter.

Telekom setzt auf Glasfaser

Mit Glasfaser bis in die Wohnung will die Deutsche Telekom deutlich mehr Haushalten schnelles Internet ermöglichen als bisher. Entsprechende Pläne bekräftigte Konzernboss Tim Höttges am Donnerstag in Bonn auf der Online-Hauptversammlung der Telekom. Bis Ende 2024 sollen diese Anschlüsse in 10 Millionen deutschen Haushalten verfügbar sein. "Die Zukunft heißt Glasfaser", sagte Höttges.

Für 2020 zahlt der Bonner Dax-Konzern erneut nur die Mindestdividende von 60 Cent je Anteilsschein und begründet dies mit Kosten im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss der US-Tochter T-Mobile US mit dem kleineren Konkurrenten Sprint. Dies sorgte bereits vorab für Kritik von Aktionärsvertretern.

VW kauft in China von Tesla Verschmutzungsrechte

Volkswagen kauft in China Insidern zufolge Verschmutzungsrechte von Tesla. Um die immer strengeren Emissionsvorschriften der Volksrepublik einzuhalten, seien VW und sein chinesischer Joint-Venture-Partner FAW die Vereinbarung mit dem US-Elektroautobauer eingegangen, hieß es. Der Wolfsburger Autobauer wollte sich zu den Informationen nicht konkret äußern. Man wolle die Vorschriften in China zwar aus eigener Kraft erfüllen, werde aber wenn nötig auch Verschmutzungsrechte kaufen, erklärte VW nur. Von Tesla war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Im Kampf gegen die Luftverschmutzung hat China ein Art Zertifikatesystem eingeführt. So werden der Bau von Elektroautos oder effizienterer Motoren mit Gutschriften belohnt, während die Herstellung spritschluckender Fahrzeuge das Emissionskonto belastet. Zwar bringt Volkswagen auch in China immer mehr Elektromodelle auf den Markt, doch bislang sind vor allem SUVs und Limousinen mit Verbrennermotoren bei den Kunden beliebt.

Henkel überrascht positiv

Im DAX-Bereich laufen die Aktien des Konsumgüterherstellers Henkel leicht überdurchschnittlich. Die Aussicht auf überraschend hohe Erlöse im ersten Quartal ist dabei die treibende Kraft. In den ersten drei Monaten dürften die Erlöse Henkel zufolge organisch und bereinigt um Wechselkurseffekte stärker zulegen als von Analysten im Schnitt erwartet.

Infineon im Branchensog nach oben

Nach einem optimistischen Ausblick des US-Chipkonzerns Micron legten sich die Investoren Halbleiterwerte in die Depots. Davon profitieren auch die Anteilsscheine des Chipherstellers Infineon.

VW in USA so gut wie seit 2012 nicht mehr

Volkswagen bleibt dank seiner SUV-Offensive auf dem US-Markt im Aufwind - im ersten Quartal kletterten die Verkaufszahlen erneut kräftig. In den drei Monaten bis Ende März wurde das Unternehmen nach eigenen Angaben vom Donnerstag 90.853 Neuwagen mit dem VW-Logo bei US-Kunden los, 21 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Vor allem die Nachfrage nach den Stadtgeländewagen Atlas und Tiguan blieb hoch und sorgte dafür, dass Volkswagen im März seinen verkaufsstärksten Monat seit 2012 in den USA erreichte. Bereits im Vorquartal hatte VW auf dem US-Markt um elf Prozent zugelegt, insgesamt sank der Absatz im Corona-Jahr aber um zehn Prozent. Die Sportwagentochter Porsche steigerte den Absatz im Jahresvergleich sogar um über 44 Prozent.

Lufthansa will das Kapital erhöhen

Die Lufthansa bereitet ihre Aktionäre auf eine milliardenschwere Kapitalerhöhung zur Rückzahlung der erhaltenen Staatshilfen vor. Bei der Hauptversammlung am 4. Mai sollen die Anteilseigner grundsätzlich einer Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 5,5 Milliarden Euro zustimmen, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Einladung zu dem Aktionärstreffen hervorgeht. Vorstand und Aufsichtsrat sollen diese Ermächtigung bis zum 3. Mai 2026 nutzen können.

Der Emissionserlös soll vor allem in die Rückzahlung der Hilfsgelder fließen, die der Konzern in der Corona-Krise vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) bekommen hat. Die Aktionäre sollen bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht erhalten, allerdings soll der WSF auch Stille Einlagen gegen neue Lufthansa-Aktien eintauschen können. Lufthansa-Papiere gaben im MDAX nach.

Commerzbank kommt beim Umbau voran

Die Commerzbank treibt den angekündigten Abbau Tausender Stellen voran. Der "sozialverträgliche Abbau" von 1700 Vollzeitstellen bis Ende 2021 sei über ein Freiwilligenprogramm mit dem Gesamtbetriebsrat vereinbart worden, teilte der Frankfurter MDAX-Konzern am Donnerstag mit. Die Commerzbank hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern bis Ende 2024 von zuletzt knapp 40.000 auf 32.000 zu verringern.

Für Abfindungen und weitere Kosten für den Konzernumbau, der Einschnitte im deutschen Filialnetz sowie bei den Auslandsstandorten vorsieht, wird die Bank den Angaben zufolge im ersten Quartal des laufenden Jahres Aufwendungen in Höhe von rund 470 Millionen Euro buchen. Die Gesamtkosten für den bis 2024 laufenden Konzernumbau hatte die Bank mit 1,8 Milliarden Euro veranschlagt.

Stühlerücken im Aufsichtsrat

Bei der Bank werfen zudem Insidern zufolge drei weitere Aufsichtsräte das Handtuch. Nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Chefkontrolleur Hans-Jörg Vetter und dem Rückzug des ehemaligen HSBC-Deutschlandchefs Andreas Schmitz wollen auch die Aufsichtsratsmitglieder Victoria Ossadnik, Rainer Hillebrand und Tobias Guldimann aus dem Gremium ausscheiden.

Als Grund für die Rücktritte wurde in Medienberichten die Unzufriedenheit mit der Rolle des Großaktionärs Bund genannt. Die Bundesregierung ist seit der Finanzkrise mit gut 15 Prozent an der zweitgrößten deutschen Privatbank beteiligt und ist ihr größter Anteilseigner. Das Bundesfinanzministerium wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Hedgefonds bedrängt die Aareal Bank

Der Hedgefonds Petrus Advisers erhöht den Druck auf die Aareal Bank. Der Investor verlangt nach Angaben der Aareal, dass die Bank drei von acht Aufsichtsratsvertretern austauscht, darunter die Chefin des Gremiums. Petrus Advisers habe die Bank darüber sowie über eine Anteilserhöhung auf 9,8 Prozent der Stimmrechte informiert, hieß es zudem. Der Hedgefonds drängt seit mehr als einem Jahr auf Änderungen bei dem SDAX-Konzern. So forderte Petrus die Abspaltung der IT-Tochter Aareon. Die Aareal Bank verkaufte 2020 zumindest einen Minderheitsanteil an Aareon, und zwar an den Finanzinvestor Advent.

Analyst wirbt für Heidelberger Druck

Eine Kaufempfehlung des Investmenthauses Stifel mit einem Kursziel von 1,50 Euro gibt den Papieren von Heidelberger Druck kräftigen Auftrieb. Das Unternehmen sei als Marktführer bei Bogenoffset-Druckmaschinen gut positioniert für eine Erholung von der Corona-Krise, erklärte der Analyst Daniel Gleim. Mit weiteren Optimierungsmaßnahmen könnten zudem Kosten gesenkt werden.

Windeln.de braucht dringend Geld

Der Versender von Babyartikeln steckt in Kapitalschwierigkeiten und braucht dringend frisches Geld. Das Unternehmen gab in einer Pflichtmitteilung bekannt, mehr als die Hälfte des Grundkapitals sei durch Verluste aufgezehrt worden. Nun will das Unternehmen Geld durch eine weitere Kapitalerhöhung einnehmen - und prüft alternativ dazu Finanzierungsmöglichkeiten durch chinesische Geldgeber. Seit dem Börsengang 2015 ging es mit der Aktie fast stetig bergab, inzwischen hat das Unternehmen seinen Börsenwert fast völlig eingebüßt. In der vergangenen Woche hatte Finanzchef Nikolaus Weinberger überraschend sein Amt aufgegeben.

Atos-Aktie bricht ein

Im französischen Leitindex CAC 40 bringen Ungereimtheiten in der Konzernbilanz die Aktien des IT-Dienstleisters Atos massiv unter Druck. Laut dem Unternehmen haben Wirtschaftsprüfer Fehler in der Rechnungslegung 2020 bei US-Geschäftseinheiten des Konzerns gefunden.

Xiaomi will Autos bauen

Der im Westen vor allem als Smartphone-Anbieter bekannte chinesische Elektronikkonzern Xiaomi geht unter die Autobauer. In den kommenden zehn Jahren sollen dafür zehn Milliarden Dollar investiert werden. Gründer und Konzernchef Lei Jun will die Führung der neuen Tochter selbst übernehmen. Xiaomi wurde vor allem als Smartphone-Anbieter groß, baut inzwischen aber alle möglichen Elektronikprodukte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. April 2021 um 07:35 Uhr.