Schild "Nasdaq" | REUTERS
Marktbericht

Nachlassende Zinssorgen Nasdaq wieder auf Rekordkurs

Stand: 22.06.2021 22:29 Uhr

In New York sind Zinsängste heute abgeflaut, was vor allem der Technologiebörse Nasdaq zugute kam. Eine Aktie stand dabei besonders im Fokus der Wall Street.

Es bleibt dabei - die Wall Street ist derzeit für die Anleger ein Wechselbad der Gefühle. Zinsängste wechseln sich mit neuem Konjunkturoptimismus ab und sorgen für Bewegung auf dem Parkett. Dabei stand anders als gestern heute weniger die Parkettbörse im Hauptinteresse, als vielmehr die Technologiebörse Nasdaq.

Sie erreichte im Handelsverlauf bei 14.269 Punkten ebenso ein Rekordhoch wie der Auswahlindex Nasdaq 100, der seine Bestmarke bei 14.288 markierte. Am Ende schlossen die Indizes beide höher, der Composite-Index auf 14.253 Punkte um 0,8 Prozent, der Auswahlindex um 0,9 Prozent auf 14.270 Punkte. Beim Leitindex Dow Jones, der gestern noch fast 600 Punkte oder fast 1,8 Prozent vorgerückt war, ging es heute nicht so stürmisch zu. Er schloss bei 33.945 Punkten um 0,2 Prozent höher. Der S&P-500-Index ging bei 4246 Punkten aus dem Handel, ein Zuwachs von einem halben Prozent.

Powell sieht Wirtschaftserholung

Obwohl der Tenor der Ausführungen von Notenbank-Chef Jerome Powell vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses zur Corona-Politik der Notenbank im Kern bereits im Vorfeld veröffentlicht worden war, wurden diese trotzdem mit Spannung aufgenommen.

Trotz der rasant gestiegenen Inflation in den USA wird die Notenbank laut Powell Geduld bewahren. Die Preisanstiege seien wie die Daten vom Arbeitsmarkt und beim Wirtschaftswachstum Ergebnis der "ungewöhnlichen Situation" in der abklingenden Pandemie, sagte er. Die Notenbank werde die Zinsen nicht präventiv aus Furcht vor einer einsetzenden Inflation erhöhen, betonte er. Er blieb damit bei seinem Mantra, dass der aktuelle Preisdruck nur vorübergehend sei.

Der Fed-Chef geht zudem davon aus, dass der Arbeitsmarkt im Laufe des Jahres deutliche Fortschritte machen wird. Die Fed hat die Richtung vorgegeben, dass sie die monatliche Dosis ihrer Geldspritzen in Höhe von 120 Milliarden Dollar so lange beibehalten will, bis erhebliche Fortschritte bei Preisstabilität und Beschäftigung erreicht sind.

Gut eine Woche nachdem die Federal Reserve wieder höhere Zinsen in Aussicht gestellt hatte, gieren die Märkte nach jeder noch so kleinen Informationen aus der Notenbank - das Thema eines sich ändernden Zinsregimes in absehbarer Zeit und deren Ausgestaltung bleibt derzeit bestimmend.

Microsoft erstmals mehr als zwei Billionen Dollar schwer

Unter den Einzeltiteln fielen Microsoft auf, die 1,1 Prozent zulegten auf 265,51 Dollar und dabei im Verlauf auch ein Rekordhoch knapp darüber markierten. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens wurde es damit heute mit mehr als zwei Billionen Dollar bewertet. Die Aktie ist sowohl im Leitindex Dow Jones als auch an der Nasdaq vertreten. Im Dow waren Nike und Home Depot prozentual die größten Gewinner.

DAX hängt sich an die Wall Street und schließt im Plus

Im späten Geschäft haben sich die Anleger am heimischen Aktienmarkt doch noch etwas aus der Deckung gewagt. Der DAX ging nach zunächst schwächerem Handelsverlauf noch mit einem moderaten Tagesgewinn von 0,2 Prozent auf 15.636 Punkte aus dem Handel. Das Tagestief hatte am späten Vormittag noch bei 15.518 Punkten gelegen. Wieder einmal zeigte sich dabei der überragende Einfluss der US-Märkte auf die heimische Börse. Der Index folgte nämlich schlicht einer sich im Verlauf erholenden Wall Street. Das Tageshoch lag knapp zehn Punkte höher.

Jerome Powell im Fokus

Für größere Bewegungen hat es darüber hinaus aber heute nicht gereicht. Denn wieder mal blickten auch die heimischen Investoren nach Washington, wo Fed-Chef Jerome Powell am Abend vor dem Kongress Rede und Antwort stand. Es ist das derzeit alles überragende Thema an den Weltbörsen, nachdem die Fed zuletzt eine Wende des Zinsregimes ab 2023 in Aussicht gestellt hat.

"Die US-Notenbank spielt mit den Märkten das berühmte Spiel mit Zuckerbrot und Peitsche", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Das Wechselspiel zwischen eher lockeren geldpolitischen Versprechen und Hinweisen auf eine straffere Geldpolitik dürfte auch über die kommenden Monate anhalten."

Euro zieht an

Auch am Devisenmarkt ist der weitere Kurs der Fed natürlich ein Thema, hat doch der Euro nach dem jüngsten Zinsentscheid der Fed Boden eingebüßt. Aktuell handelt die Gemeinschaftswährung im US-Handel etwas höher bei 1,1941 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1894 (Montag: 1,1891) US-Dollar fest.

Im Tagesverlauf standen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm, die den Markt auch kaum bewegten. Die Stimmung der Konsumenten im Euro-Raum hat sich dabei im Juni erneut aufgehellt. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen stieg zum Vormonat um 1,8 Punkte auf minus 3,3 Zähler und damit zum fünften Mal in Folge, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten der EU-Kommission hervorgeht.

US-Hausverkäufe sinken wegen steigender Immobilienpreise

Der Eigenheimabsatz in den USA ist hingegen den vierten Monat in Folge gefallen und mangelndes Angebot treibt die Preise auf Rekordhöhen. Die Verkäufe bestehender Häuser sanken im Mai zum Vormonat um 0,9 Prozent auf eine bereinigte Jahresrate von 5,80 Millionen, wie der Immobilienmakler-Verband NAR am Dienstag mitteilte.

In der Corona-Krise drängt es Amerikaner verstärkt an den Stadtrand oder sogar aufs Land. Das erhöht die Nachfrage, die wiederum das Angebot übertrifft - was letztlich zu steigenden Preisen führt. Das Angebot wird auch durch Lieferengpässe und Materialmangel am Bau zusätzlich gebremst und sorgt vielerorts für einen Preiskampf. Der durchschnittliche Preis für eine Bestandsimmobilie hat binnen Jahresfrist um 23,6 Prozent angezogen: Er kletterte im Mai auf den Rekord von 350.300 Dollar. Ökonomen befürchten zwar keine Blase, aber die stark steigenden Preisen könnten auf die allgemeine Inflation durchschlagen.

Bitcoin zwischenzeitlich unter 30.000 Dollar

Die Schwächephase des Bitcoin hält an, der Markt bleibt aber hochvolatil. Die nach Marktwert größte Digitalwährung fiel im Verlauf unter die runde Marke von 30.000 US-Dollar. Auf der Handelsplattform Bitstamp fiel die Notierung sogar unter 29.000 Dollar. Das war der tiefste Stand seit Ende Januar. Am Abend hat sie sich aber wieder auf etwas über 31.000 Dollar erholt.

Verglichen mit seinem Rekordhoch von Mitte April bei 65.000 Dollar hat sich der Bitcoin-Kurs aber mehr als halbiert. Auch andere Internetwährungen wie die Nummer zwei Ether haben zuletzt deutlich an Wert verloren. Als Auslöser für den jüngsten Kursrutsch gilt der rigorose Regulierungskurs der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft China.

Dem Land sind privatwirtschaftliche Digitalwährungen wie Bitcoin schon länger ein Dorn im Auge. Die Volksrepublik erschwert daher die Produktion und den Handel. China arbeitet seit längerem an einer eigenen Kryptowährung, dem Digital-Yuan. Die Arbeiten gelten als weit fortgeschritten.

Covestro besonders gefragt

Die Covestro-Aktie lag unter den Einzelwerten im DAX mit deutlichem Abstand an der Spitze. Aus Sicht der US-Investmentbank Morgan Stanley unterschätzen viele Investoren das Gewinnpotenzial des Kunststoffkonzerns. Wie Analyst Charles Webb in einer Studie schrieb, ist die Nachfrage in der Branche nach wie vor stark. Der Analyst erhöhte sein Kursziel für die Aktie von 67 auf 70 Euro und bestätigte seine Einstufung "Overweight".

Der Deutschen Bank droht Ungemach

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte einem Medienbericht zufolge von der Deutschen Bank höhere Kapitalpuffer für riskante Kredite verlangen. Nach monatelangen Gesprächen im Hintergrund sei die EZB als Aufsicht in dieser Angelegenheit auf das Frankfurter Geldhaus zugekommen, berichtete die Agentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Die Deutsche Bank könne die höheren Kapitalanforderungen noch vermeiden, wenn sie entsprechende Risiken verringere, bevor die EZB Ende des Jahres ihre Auflagen für 2022 festlege. Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Die Deutsche Bank teilte auf Anfrage mit, sie äußere sich grundsätzlich nicht zu Gesprächen mit ihrer Aufsicht. Zu den in dem Bericht genannten "leveraged loans" erklärte ein Sprecher, sie seien ein wichtiges Geschäft für viele Geldhäuser, darunter auch für die Deutsche Bank. Das Institut betreibe ein umsichtiges Risikomanagement im Einklang mit den regulatorischen Auflagen. Aktien der Deutschen Bank gaben heute im DAX nach.

Amazon setzt auf Robo-LKW

Amazon rüstet sich für eine Zukunft mit selbstfahrenden Lastwagen. Der weltgrößte Online-Händler bestellte beim Start-up Plus mindestens 1000 Systeme, mit denen herkömmliche Sattelschlepper automatisiert werden können. Amazon sicherte sich auch die Möglichkeit, rund ein Fünftel der kalifornischen Firma zu übernehmen, wie Plus in der vergangenen Nacht mitteilte.

BMW will sparen

Der Autobauer BMW bleibt angesichts der Pandemie und teurerer Rohstoffe auf Sparkurs. "Wir werden bis 2025 die Produktionskosten pro Fahrzeug um 25 Prozent senken - gemessen an dem Niveau von 2019", sagte Produktionschef Milan Nedeljkovic dem "Handelsblatt". Dabei sollen Software zur besseren Planung von Herstellungsprozessen, eine schlankere Logistik sowie eine bessere Auslastung der bestehenden Werke helfen.

Verbrennermotoren von Audi nur noch bis 2033

Audi will bis zum Jahr 2033 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr herstellen. Bis 2033 werde die Produktion der letzten Verbrenner auslaufen, teilte Unternehmenschef Markus Duesmann am Dienstag mit. Ab 2026 werde Audi nur noch elektrische Modelle neu auf den Weltmarkt bringen. Die VW-Tochter aus Ingolstadt beschleunige damit ihren Umstieg auf Elektromobilität, sagte Duesmann auf einer Konferenz der Stiftung Klimaneutralität in Berlin.

Biontech will flexibel sein

Biontech geht von einer Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs auch gegen die zuletzt aufgetretenen Virus-Varianten aus. "Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Anpassung unseres Impfstoffs an kursierende Varianten notwendig ist", sagte Vorstandschef Ugur Sahin am Dienstag auf der Online-Hauptversammlung des Unternehmens. Biontech arbeite an flexiblen Verfahren in den Bereichen Technologie, Produktion und Zulassung.

Das Wissen über neue Varianten des Sars-Cov2-Virus nehme stetig zu, sagte Sahin weiter. Es sei zu beobachten, dass die Immunität von Geimpften mit der Zeit nachlasse und neue Varianten entstünden. "Ich gehe davon aus, dass eine dritte Impfung für die Auffrischung der Immunität von einem hohen Wert sein könnte", erklärte der Biontech-Chef. "Allerdings wissen wir noch nicht, wann und wie oft eine Auffrischimpfung erforderlich sein wird."

Nach Sahins Worten planen des Mainzer Unternehmen und der US-Partner Pfizer in diesem Jahr eine Produktionskapazität von drei Milliarden Corona-Impfdosen. Im nächsten Jahr soll diese Zahl noch einmal gesteigert werden. Mindestens 50 Prozent davon will Biontech selbst produzieren. Biontech-Papiere waren im europäischen Handel gefragt und legten deutlich zu. An der Nasdaq legen sie zur Stunde ebenfalls fast drei Prozent zu.

Großauftrag für Siemens Healthineers in USA

Die Medizintechnik-Tochter von Siemens verbündet sich für zehn Jahre mit dem gemeinnützigen Gesundheitsdienstleister Prisma Health im US-Bundesstaat South Carolina. Im Zuge dieser "Value Partnership" rüstet Siemens Healthineers Kliniken mit seiner ganzen Palette an Medizintechnik aus. Zudem soll ein "Intelligence Insights Center" entstehen - mit dem Ziel, die Gesundheitsversorgung voranzubringen. Es sei der größte dieser Art von Großaufträgen, den Healthineers in den USA bisher geschlossen habe, erklärte Amerika-Chef David Pacitti. Zum genauen Volumen sei Stillschweigen vereinbart.

Varta beliefert Porsche

An der Spitze im MDAX liegt die Varta-Aktie. Das Unternehmen hat Porsche als Kunden für Hochleistungsbatterien gewonnen. Der Batteriekonzern beliefert den Sportwagenbauer künftig mit der so genannten V4Drive-Batterie, sagte ein Sprecher des Unternehmens dem "Handelsblatt" auf Anfrage. Zu Details habe sich das Unternehmen nicht äußern wollen. Porsche habe weder bestätigen noch dementieren wollen.

RTL will in den Niederlanden mit de Mol fusionieren

Die RTL-Group will in den Niederlanden ihr Mediengeschäft mit John de Mols Medienunternehmen Talpa Network fusionieren. Damit sollen sie in dem Land zu einem stärkeren Konkurrenten von internationalen Streaming-Riesen werden. Die Pläne, die Mediengeschäfte zusammenzuführen, gab die RTL Group am Abend bekannt.

Der Abschluss der Transaktion werde für die erste Jahreshälfte 2022 erwartet. Wettbewerbsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Damit will RTL einen ähnlichen Weg gehen wie in Frankreich. Dort ist eine Fusion der privaten Sendergruppen M6 und TF1 geplant. Die RTL Group hält an M6 Anteile.

Nordex empfohlen

Eine Kaufempfehlung beflügelt Nordex. Die französische Großbank Societe Generale hat den Wert von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel auf 27 Euro belassen. Bei den Aktien der europäischen Windkraftanlagenhersteller sei zu viel Pessimismus mit Blick auf Inflationsängste, die Corona-Pandemie und logistische Herausforderungen eingepreist, schrieb Analyst Rajesh Singla in einer Studie.

Pierer will bei Leoni aufstocken

Der österreichische Leoni-Hauptaktionär will seinen Anteil an dem fränkischen Automobilzulieferer aufstocken. Die Pierer Industrie AG kündigte am frühen Abend ein Kaufangebot für bis zu knapp zehn Prozent des Aktienkapitals an dem Spezialisten für Bordnetze an. Der Angebotspreis liegt mit 12,50 Euro pro Aktie unter dem Kurs, den die Leoni-Aktie vor Vorlage des Angebots erreicht hatte - der lag bei 13,40 Euro. Trotz des mauen Angebots legten die Anteilscheine zu. Die KTM-Mutter Pierer hält derzeit rund 15 Prozent an dem Industriekonzern Leoni, der in den letzten Jahren kontinuierlich an Marktwert verloren hat.

Drägerwerk traut sich mehr zu

Stärkster SDAX-Titel ist auch am Nachmittag die Drägerwerk-Aktie. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Konzern stellt für 2021 nach bislang guten Geschäften einen geringeren Umsatzrückgang in Aussicht als bisher befürchtet. So erwartet der SDAX-Konzern jetzt nur noch einen währungsbereinigten Rückgang der Erlöse um zwei bis sechs Prozent. Bisher hatte Drägerwerk mit einem Abfall von sieben bis elf Prozent gerechnet. Auch bei der Marge des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) wird Drägerwerk optimistischer. Sie soll nun bei acht bis elf Prozent liegen, nachdem das Unternehmen zuvor fünf bis acht Prozent erwartet hatte.

Warmer Geldregen für Gamestop

Der US-Videospielhändler Gamestop, den eine außergewöhnliche Kursrally in die Schlagzeilen brachte, hat mehr als eine Milliarde Dollar mit einem Aktienverkauf eingenommen. Das lange kriselnde Unternehmen profitiert damit weiter von der Kampagne der im Internet organisierten Kleinanleger, die zum Jahresbeginn den Aktienpreis steigen ließ.

Gamestop verkaufte in den vergangenen Wochen fünf Millionen Anteilsscheine für insgesamt knapp 1,13 Milliarden Dollar (946 Mio Euro). Das Geld soll für "Wachstumsinitiativen" und zur Stärkung der Bilanz verwendet werden. Die Aktie kostete noch Anfang Januar weniger als 20 Dollar - und stieg dann binnen weniger Wochen auf in der Spitze knapp 350 Dollar, bevor eine Talfahrt einsetzte. Aktuell kostet die Aktie rund 210 Dollar.

Gamestop steckte mit seinen Läden eigentlich schon länger in der Krise, dann eröffnete der Kursaufschwung dem Unternehmen neue Möglichkeiten. Nun will die Firma sich vom angestaubten Geschäftsmodell einer klassischen Einzelhandelskette verabschieden und zu einem modernen Technologie-Anbieter für Online-Gamer werden.

Bike24 kommt zu 15 Euro

Der Online-Fahrradspezialist Bike24 hat die letzte Hürde auf dem Weg zu seinem Börsengang gerade so genommen. Der Preis für die angebotenen Aktien sei auf 15 Euro je Papier festgelegt worden, teilte das auf Fahrräder, Fahrradzubehör und -bekleidung spezialisierte Unternehmen am Dienstagabend in Dresden mit. Damit wurde nur das untere Ende der zuvor angegebenen Preisspanne erreicht, die bei 15 bis 19 Euro gelegen hatte.

Insgesamt seien 21,5 Millionen Aktien bei institutionellen Investoren platziert worden, hieß es. Davon stammen 14,8 Millionen hauptsächlich aus dem Bestand des aktuellen Mehrheitseigentümers, einer mit dem europäischen Riverside Fonds verbundenen Gesellschaft. Vom Gesamt-Bruttoerlös in Höhe von 322 Millionen Euro erhält Bike24 mit 100 Millionen Euro weniger als ein Drittel. Das Geld will das Unternehmen den Angaben zufolge in die weitere Beschleunigung seines internationalen Wachstums stecken.

Mister Spex kosten 23 bis 27 Euro

Der Börsengang des Online-Optikers Mister Spex wird bis zu 405 Millionen Euro schwer. Das Berliner Unternehmen will bis zu 15 Millionen Aktien zu einem Preis zwischen 23 und 27 Euro verkaufen, wie Mister Spex mitteilte. Davon fließen 225 bis 264 Millionen Euro an das 2007 gegründete Unternehmen selbst. Die Aktien können von morgen an bis 30. Juni gezeichnet werden, das Debüt an der Frankfurter Börse ist für den 2. Juli geplant.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in der Börse am 22. Juni 2021 um 07:35 Uhr.