Händler an der Frankfurter Börse
Marktbericht

Märkte stabilisieren sich Hält die Ruhe an den Börsen?

Stand: 21.09.2021 22:29 Uhr

Nach dem Ausverkauf zu Wochenbeginn haben sich die Aktienmärkte heute stabilisiert. Einige Anleger nutzten die Gelegenheit zum Einstieg. Doch die Ruhe könnte sich als trügerisch erweisen - wegen Evergrande und der Fed.

Sowohl in New York als auch in Frankfurt, wo der neue DAX 40 seinen ersten Tagesgewinn erzielen konnte, haben die Anleger die Sorgen um eine Ausweitung der Krise des Immobilienriesen Evergrande beiseite geschoben - zumindest zwischenzeitlich. Nach den heftigen Verlusten vom Vortag hat sich die Lage an den weltweiten Aktienmärkten heute weitestgehend entspannt.

Schwerer als die europäischen Börsen tat sich die Wall Street. Die wichtigsten Indizes schlossen kaum verändert. Für etwas Erleichterung sorgte, dass das chronische Defizit in der US-Leistungsbilanz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal weniger stark gestiegen war als von Analysten erwartet. In der Baubranche nahm die Zahl der neu begonnenen Wohnungsbauten zudem stärker zu als gedacht.

Der US-Leitindex Dow Jones war zunächst um rund ein Prozent nach oben geklettert, bevor er an Schwung verlor und letztendlich mit einem Verlust von 0,15 Prozent auf 33.919 Punkte aus dem Handel ging. Der breiter gefasste S&P 500 schloss bei 4354 Zählern - einem kleinen Minus von rund 0,1 Prozent. Lediglich der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,1 Prozent auf 15.028 Punkte vor.

US-Märkte bleiben nervös

Die Schieflage von Evergrande hatte die Investoren gestern weltweit aus Aktien getrieben und Erinnerungen an die Finanzmarktkrise im Jahr 2008 geweckt. Nun setzten einige jedoch darauf, dass die drohende Insolvenz des chinesischen Konzerns keine weltweiten Verwerfungen an den Finanzmärkten nach sich zieht. "Noch besteht auch die Hoffnung, dass Peking stützend eingreifen und das Schlimmste am Ende doch verhindern wird", sagte Konstantin Oldenburger, Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets.

Dass sich die Zahlungsprobleme des mit 305 Milliarden US-Dollar verschuldeten Immobilienunternehmens zu einer ausgewachsenen Krise entwickeln werde, bezweifelte auch Richard Bernstein, Chef des Vermögensverwalters Richard Bernstein Advisors. "Ich gehe davon aus, dass es eine Rettungsaktion für Anleihe- und Kreditgläubiger geben wird."

Von Ruhe kann allerdings dennoch kaum gesprochen werden. Denn die Unsicherheit an den Märkten bleibt hoch. Der Volatilitätsindex, der die Nervosität der Anleger misst, fiel nur knapp unter das am Vortag erreichte Vier-Monats-Hoch. Neben Evergrande hatten die Delta-Variante des Coronavirus und eine ganze Reihe von vorgeschlagenen Steuererhöhungen die Stimmung getrübt. Es seien mehrere Themen zusammengekommen, die zum Wochenstart zum Ausverkauf bei Aktien geführt hätten, sagte Manager Andre Bakhos von New Vines Capital. "Da der Markt nach oben marschiert ist, gibt es immer auch die Sorge, wann die Musik wohl aufhören wird."

Fokus liegt auf der Fed

Darüber hinaus bremste die morgen bevorstehende und mit Spannung erwartete Zinsentscheidung den Risikoappetit. Manche Experten fordern von der US-Notenbank Fed ein klares Signal für die Abkehr vom Krisenmodus. Ein Abschmelzen der milliardenschweren Anleihekäufe, also das "Tapering", erscheine vor dem Hintergrund des sehr kräftigen Wirtschaftswachstums und einer Inflation von mehr als fünf Prozent längst überfällig, kommentieren die Fachleute der Helaba.

Ein Zurückfahren werde aber durch Evergrande und die Blockaden in den USA viel schwieriger, sagte Stephen Miller, Anlagestratege beim Fondsmanager GSFM. In den USA gibt es heftigen Gegenwind für die Verabschiedung eines Ausgabenpakets sowie die Aufhebung der Kreditobergrenze des Finanzministeriums. Christian Scherrmann, Volkswirt bei der Fondsgesellschaft DWS, rechnet ebenfalls nicht mit wesentlichen Veränderungen. Denn die zuletzt eher moderate Erholung des amerikanischen Arbeitsmarktes und die Unsicherheit um die Delta-Variante verringerten den Druck, die Geldpolitik voreilig anzupassen.

Auch andere Börsianer erwarten, dass die wichtigste Zentralbank der Welt zwar den Grundstein für einen Abbau ihrer Stützungsmaßnahmen legen wird, die tatsächliche Ankündigung aber bis zu den Sitzungen im November oder Dezember verschoben wird. Die ultralockere Geldpolitik ist seit Jahren der wesentliche Grund für die Kursrekorde an den Aktienmärkten.

Die Anleger an der Frankfurter Börse haben die Bestürzung rund um die Zahlungsprobleme des mit 305 Milliarden US-Dollar verschuldeten Immobilienriesen Evergrande offenbar vorerst überwunden. Der DAX konnte sich nach den heftigen Verlusten fangen und ging heute mit 15.348 Zählern aus dem Handel - einem Plus von 1,43 Prozent. Damit konnte der Leitindex wieder etwas Abstand zur psychologisch wichtigen Marke von 15.000 Punkten gewinnen, der er am Vortag gefährlich nahe gekommen war.

Gestern hatte der neue DAX 40 sein Debüt mit einem Minus von 2,3 Prozent bei 15.132 Zählern verpatzt und war zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mitte Mai gefallen. Aktuell sieht es allerdings so aus, als würde sich die Lage am Markt wieder etwas beruhigen. "Der Evergrande-Schock scheint zunächst verdaut", erklärte Marktanalyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets. Noch bestehe auch die Hoffnung, dass Peking am Ende stützend eingreifen und das Schlimmste verhindern wird.

Investoren verwendeten den jüngsten Rücksetzer unter anderem für Käufe von einigen DAX-Neulingen. Etwa die Papiere des Kochboxenversenders Hellofresh zogen als größter Gewinner um 3,9 Prozent an. Mit den Anteilen von Sartorius und Siemens Healthineers verteuerten sich auch andere Aufsteiger deutlich um 3,4 beziehungsweise 2,5 Prozent. Vor allem Anleger im Reisesektor blicken in dieser Woche hoffnungsvoller in die Zukunft. Dies betrifft unter anderem die Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber, wie ein erneuter zwischenzeitlicher Kursanstieg bei der Lufthansa und starkes Plus für die Fraport-Aktien zeigte. Bessere Stimmung verbreitete die Nachricht, dass die USA vollständig geimpfte Ausländer etwa aus der EU oder Großbritannien wieder einreisen lassen wollen.

Der MDAX kam heute ebenfalls wieder voran, er beendete den Handelstag 0,53 Prozent höher bei 34 985,21 Punkten. Damit bewegten sich die hiesigen Märkte im Einklang mit der Erholungswelle in Europa. Die recht kraftvolle Gegenbewegung zeigt, dass viele Marktakteure den Standpunkt teilen, dass keine Turbulenzen wie nach der Lehman-Pleite 2008 drohen - zumindest solange es keine wesentlichen Nachrichten zur Lage von Evergrande gibt.

Zudem hat Evergrande-Chef Xu Jiayin nun versichert, der Konzern werde in der Lage sein, die Wiederaufnahme des Baus und der Produktion in vollem Umfang zu beschleunigen und das Hauptziel der "Sicherstellung der Übergabe von Gebäuden" zu erreichen, um Hauskäufern, Investoren, Partnern und Finanzinstituten eine "verantwortungsvolle Antwort" zu geben. Gestern und heute blieben die chinesischen Finanzmärkte allerdings aufgrund der Herbstfeiertage geschlossen. In den kommenden Tagen dürften Anleger mehr erfahren.

Trotz der Unsicherheit griffen die Anleger in Frankfurt auf ermäßigten Kursniveau also wieder etwas mutiger zu. Allerdings hatte sich der DAX vom Tageshoch bei knapp 15.400 Punkten schon wieder etwas entfernt, als die Gewinne an den New Yorker Börsen am Nachmittag auf der Kippe standen.

Auch das Thema Inflation hatte Märkte und Verbraucher zuletzt stark beschäftigt. EZB-Vizechef Luis de Guindos sieht den Höhepunkt des Inflationsschubs in der Eurozone im Herbst erreicht. Um den November herum dürfte die Teuerungsrate mit Werten von 3,4 bis 3,5 Prozent am höchsten sein, sagte er. Die Inflationsrate im Euroraum war im August auf 3,0 Prozent hochgeschnellt, den höchsten Wert seit rund zehn Jahren. De Guindos betonte zugleich, die Europäische Zentralbank (EZB) müsse "sehr wachsam" sein, was Überraschungen mit Blick auf mögliche Ausreißer nach oben beim Preisauftrieb betreffe.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte nun eine "Inflationsbremse" der Notenbank und einen Inflationsausgleich etwa bei den Energiepreisen. Damit zog er sich heute umgehend harsche Kritik des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, auf sich. "Es ist gefährlich und schädlich für den #Euro und damit auch für die Bürgerinnen und Bürger, wenn die Geldpolitik von #EZB und #Bundesbank im Wahlkampf instrumentalisiert wird", schrieb der Wirtschaftsexperte auf Twitter und wies zudem auf die Normalisierung nach einer zu schwachen Preisentwicklung 2020 hin. Er mahnte: "Die Politik sollte die Unabhängigkeit der Geldpolitik respektieren."

Die Ölpreise haben heute nach ihrem Kursrutsch am Vortag und einer zwischenzeitlichen Erholung wieder nachgegeben. Nachdem sie zunächst immerhin einen Teil ihrer Abschläge aufholen konnten, kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent am Nachmittag 73,77 US-Dollar. Das waren 15 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um zehn Cent auf 70,19 Dollar.

Da Erdöl als riskante Anlageklasse gilt, wurde der Rohstoff von der schlechten Marktstimmung besonders belastet. Nur vorübergehend konnte er heute vom verbesserten Umfeld profitieren. Hinzu kam der aufwertende US-Dollar, der Öl für Investoren außerhalb des Dollarraums verteuerte und die Nachfrage von dort belastete.

Die Produktionsausfälle im Golf von Mexiko durch den Wirbelsturm "Ida" wirkten noch nach, schrieben die Analysten der ANZ Bank. Außerdem griffen Stromversorger wegen gestiegener Preise für Gas und Kohle wieder verstärkt zu Erdöl.

Der Euro konnte sich dagegen nachhaltiger stabilisieren. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1724 Dollar. Gestern war sie noch auf den tiefsten Stand seit etwa einem Monat gefallen.

Der Sprachlernanbieter hat seinen geplanten Börsengang nur wenige Tage vor dem Start überraschend abgesagt. Wegen der "derzeit ungünstigen Marktbedingungen" werde der Börsengang verschoben, teilte Babble heute nach Börsenschluss mit. Als erster Handelstag war ursprünglich dieser Freitag (24. September) vorgesehen. Das Unternehmen und seine Aktionäre strebten aber weiterhin mittelfristig eine Notierung an der Frankfurter Wertpapierbörse an, hieß es nun.

In der vergangenen Woche hatte Babbel die Preisspanne für den Börsengang noch auf 24 bis 28 Euro je Aktie festgelegt. Dies entsprach einer Marktkapitalisierung von bis zu rund 1,3 Milliarden Euro. Der Vorstand rechnete damals mit einem Bruttoerlös in der Mitte der Spanne von rund 190 Millionen Euro. Das mit dem geplanten Börsengang erlöste Geld sollte in Innovation und Wachstum fließen.

Der Immobilienkonzern will bei der geplanten Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen auch die volle Kontrolle über die Deutsche-Wohnen-Tochter GSW erlangen. Vonovia macht dazu den Minderheitsaktionären ein entsprechendes Kaufangebot. Das Unternehmen wolle den GSW-Aktionären im Wege eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots den gesetzlichen Mindestpreis zahlen, teilte Vonovia am Abend in Bochum mit. Der Vollzug der Transaktion werde für Januar 2022 erwartet. Die GSW Immobilien AG gehört seit 2013 zu mehr als 90 Prozent zur Deutsche-Wohnen-Gruppe, nur noch ein geringer Teil der Aktien befindet sich in Streubesitz. Das Wohnungsunternehmen mit etwa 60.000 Wohnungen in Berlin gehörte bis 2004 dem Land Berlin und wurde dann in Zeiten leerer öffentlicher Kassen privatisiert.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will mit einer Klage die Autobauer BMW und Mercedes-Benz zum Verbrennerausstieg bis 2030 zwingen. Der Verein habe erstmals Klimaklagen gegen deutsche Unternehmen erhoben, teilte die DUH mit. Die Klageschriften wurden demnach bei den zuständigen Landgerichten in München und Stuttgart eingereicht. Der Verein fordert von BMW und der Daimler-Tochter Mercedes-Benz "den klimagerechten Umbau ihrer Unternehmen insbesondere durch eine drastische Reduzierung der CO2-Emissionen ihrer Fahrzeuge im Einklang mit den verbindlichen Regelungen des Pariser Klimaschutzabkommens und des deutschen Klimaschutzgesetzes".

Die beiden Autobauer sollen dazu unter anderem bis 2030 den Verkauf klimaschädlicher Verbrenner-Pkw stoppen. Die DUH hatte zuvor von den Autobauern eine entsprechende Unterlassungserklärung bis spätestens Montag gefordert und mit einer Klage gedroht.

Der Börsengang des weltgrößten Musiklabels Universal verlief glänzend. Beim Debüt an der Amsterdamer Börse eröffneten die UMG-Aktien heute mit 25,05 Euro - ein Plus von rund 37 Prozent zum Referenzpreis von 18,50 Euro. Damit war die Plattenfirma 46 Milliarden Euro wert und stemmte den größten Börsengang in Europa in diesem Jahr. Am Ende schlossen die Papiere bei 25,10 Euro. Der Pariser Medienkonzern Vivendi gliedert UMG aus, um Kasse zu machen.

Rund 60 Prozent wandern in die Hände von Vivendi-Aktionären. Vivendi selbst wird letztlich rund zehn Prozent halten. Universal Music setzt ähnlich wie die Konkurrenten Warner und Sony Music darauf, dass der durch Streaminganbieter wie Spotify ausgelöste Boom noch eine Weile anhält.

Der Mangel an Mikrochips und Elektronik-Bauteilen hat im Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg auch in der kommenden Woche eine deutlich gebremste Produktion und Kurzarbeit zur Folge. Wie ein Sprecher des Unternehmens am Abend mitteilte, wird in der kommenden Woche bis Donnerstag nur an der Montagelinie 3 in der Frühschicht gearbeitet. Die anderen Bänder stünden dann still. Das Unternehmen begründete den Schritt erneut mit der anhaltend eingeschränkten Liefersituation bei Halbleitern. Momentan fahre man auf Sicht, sagte der Sprecher. Die Halbleiter-Komponenten stecken in zahlreichen Elektroniksystemen und sind auch in modernen Autos an vielen Stellen verbaut.

Nachdem der der Bitcoin-Kurs in der Nacht auf Dienstag erneut absackte, ging der Markt der Kryptowährungen heute im Laufe des Tages auf Erholungskurs. Die älteste und bekannteste Digitalwährung wurde für wieder für rund 43.000 Dollar gehandelt. Zuvor war sie zeitweise um knapp acht Prozent auf ein Sieben-Wochen-Tief von 40.172 Dollar abgestürzt. Der kleinere Rivale Ethereum zog leicht an, nachdem er erstmals seit Anfang August unter 3000 Dollar gefallen war. Allerdings bleibe die Nervosität bei risikoreichen Anlagen hoch, sagten Börsianer. "Wir können noch keine sehr positive Sichtweise einnehmen, bevor wir nicht die nächsten Tage überstanden haben", sagte Matthew Dibb, Manager beim Krypto-Indexfondsanbieter Stack Funds.

Twitter will eine Investorenklage mit einer Zahlung von mehr als 800 Millionen Dollar aus der Welt schaffen. Die Anleger klagten bereits 2016 mit dem Vorwurf, der Kurznachrichtendienst habe falsche Angaben über die Wachstumsaussichten gemacht und den Markt dadurch in die Irre geführt. Twitter räume bei dem ausgehandelten Vergleich in Höhe von 809,5 Millionen Dollar (gut 690 Mio Euro) kein Fehlverhalten ein, betonte das Unternehmen.

Die Sammelklage geht auf Twitters Geschäftsprognosen aus dem Jahr 2014 zurück. Das Unternehmen hatte damals erklärt, man könne auf lange Sicht die Marke von einer Milliarde Nutzer überschreiten und mittelfristig auf 550 Millionen monatlich aktive Nutzer kommen. Später fiel die Aktie, nachdem das Wachstum deutlich langsamer ausfiel.

Der US-Mitfahrdienst nimmt den ersten Quartalsgewinn überhaupt ins Visier. Angesichts des positiven bereinigten Betriebsergebnisses (Ebitda) im Juli und August sei Uber auf dem Weg, im dritten Quartal die Gewinnschwelle auf dieser Basis zu knacken, sagte Finanzchef Nelson Chai. Das in der Corona-Krise zusammengebrochene Geschäft habe sich wieder belebt.

Chai rechnet damit, dass sich dieser Trend fortsetzt. Zudem sei die Nachfrage nach Essenslieferungen bei Uber Eats ungebrochen hoch. Konkret rechnet Uber im dritten Quartal mit einem bereinigten Betriebsergebnis zwischen minus 25 Millionen und plus 25 Millionen Dollar. Bisher hatte das Unternehmen einen Betriebsverlust von 100 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Auch der kleinere Konkurrent Lyft schreibt inzwischen schwarze Zahlen.

Der Ölkonzern Royal Dutch Shell hat für 9,5 Milliarden US-Dollar in bar ein Schiefergasvorkommen im US-Bundesstaat Texas verkauft und will sieben Milliarden Dollar davon für Aktienrückkäufe verwenden.

Der Rückkauf der eigenen Anteile laufe zusätzlich zu den bereits laufenden Programmen, mit denen Kapital an die Aktionäre fließen soll. Mit der Ölpreis-Erholung versuchen Ölkonzerne ihre Investoren zu umgarnen, indem vorher gekürzte Dividenden wieder erhöht werden und viel Geld in Aktienrückkäufe gesteckt wird. Shell hatte erst im Juli höhere Ausschüttungen an die Aktionäre angekündigt.

Kingfisher: Gewinn steigt, Aktie fällt

Anleger nutzen die Veröffentlichung der Geschäftszahlen von Kingfisher für Gewinnmitnahmen. Die Aktien des britischen Baumarktbetreibers, zu der die Ketten B&Q und Castorama gehören, fielen um 3,6 Prozent. Der Halbjahres-Vorsteuergewinn von umgerechnet 780 Millionen Euro und die angehobenen Geschäftsziele lägen über den Erwartungen, lobt Analystin Kate Calvert vom Vermögensverwalter Investec. Mit der Überwindung der Coronavirus-Pandemie werde sich die Nachfrage aber wieder normalisieren. Außerdem bleibe der Wettbewerbsdruck durch Discounter hoch.

Der chinesische Terminalbetreiber Cosco steigt als Partner des Hafenlogistikers HHLA bei einem Hamburger Containerterminal ein. Das Unternehmen Cosco Shipping Ports (CSPL) erhalte eine 35-prozentige Minderheitsbeteiligung am Terminal Tollerort, teilte die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) heute mit. Beide Seiten hätten ihre seit Anfang Juni bekannten Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen. Die Behörden müssten dem Deal aber noch zustimmen. Das China-Geschäft ist für den Hamburger Hafen eminent wichtig. Schiffe der chinesischen Reederei laufen bereits seit fast 40 Jahren das HHLA-Terminal an. Jetzt soll es zu einem bevorzugten Umschlagspunkt der Cosco-Verkehre in Europa werden. Dennoch soll es weiterhin auch anderen Reedereien offenstehen. Die HHLA-Führung verspricht sich von der Partnerschaft eine größere Planungssicherheit, um Auslastung und Beschäftigung im Hamburger Hafen zu gewährleisten.