Händler an der New Yorker Börse | picture alliance / Xinhua News A
Marktbericht

Allzeithoch beim Dow-Jones-Index Wall Street bleibt auf Rekordjagd

Stand: 29.12.2021 22:31 Uhr

Auch am vorletzten Handelstag des Jahres bleiben die US-Börsen die Lokomotive des Aktienmarktes. In New York kletterten die Kurse auch heute noch einmal. Dagegen ließ der Schwung beim DAX deutlich nach.

Der Schwung der vergangenen Tage ließ an der Wall Street heute nach. Dennoch schaffte der Dow-Jones-Index durch einen kleinen Schlussspurt in der letzten Handelsstunde ein weiteres Rekordhoch, er beendete den Handel 0,2 Prozent höher bei 36.489 Punkten. Auch der S&P 500 verbuchte mit Gewinnen, von 0,1 Prozent ein neues Allzeithoch. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss unverändert.

Hoffnung auf geringere Auswirkungen von Omikron

Weiterhin werden am Aktienmarkt in den USA die Auswirkungen der Omikron-Welle sondiert. Allerdings steigt bei vielen Investoren die Zuversicht. "Der Markt geht davon aus, dass Omikron nur einige Sektoren der Wirtschaft treffen wird", so etwa Luiz Pacheco vom Vermögensverwalter Brainvest. Entsprechend gering werde die Belastung für Aktien aus den übrigen Branchen erwartet. Solange das öffentliche Leben wegen der Pandemie nicht wieder komplett heruntergefahren werde, werde die Wirtschaft weiter wachsen, meinte Gary Black, Partner beim Fondsanbieter Future Fund Active ETF.

DAX verbucht klare Verluste

Im europäischen Handel lasteten Sorgen wegen der herannahenden Omikron-Welle stärker auf den Märkten. Der DAX verlor bis zum XETRA-Schluss am Nachmittag rund 0,7 Prozent auf 15.852 Punkte, der erste Tagesverlust in dieser Woche. Die Marke von 16.000 Punkten, die am Vormittag noch zum Greifen nah war, wurde damit erneut verpasst. Geringe Handelsumsätze prägten das Bild. Viele große Investoren haben sich bereits für dieses Börsenjahr verabschiedet. Seit Jahresbeginn steht beim deutschen Leitindex allerdings ein Kursplus von rund 16 Prozent zu Buche. Damit könnten alle Marktteilnehmer gut leben, kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect.

Euro steigt auf Mehrwochenhoch

Die Gemeinschaftswährung drehte im Tagesverlauf überraschend gegen den US-Dollar aufwärts und gewann bis zum späten Abend auf 1,1370 Dollar bis zu einem Cent hinzu. In den vergangenen Wochen hatten Zinsanhebungsfantasien den Dollar deutlich gestärkt. Am Devisenmarkt blieb auch der Verfall der türkischen Lira gegenüber Euro und Dollar das wichtigere Thema. Anhaltende Inflationssorgen drückten die türkische Währung weiter nach unten. Die Lira hatte in der Vorwoche nach Staatsgarantien für Spareinlagen und Notenbank-Interventionen rund 50 Prozent zugelegt, ist aber seit mehreren Tagen wieder auf Talfahrt.

Öl und Gold im Minus

Am Rohstoffmarkt verzeichneten die Ölpreise einen weiteren leichten Rückgang, nachdem die Notierungen zuletzt wegen gestiegener Konjunkturhoffnungen stark geklettert waren. Auch die Nachricht von sinkenden Rohöl-Lagerbeständen in den USA konnte den Trend nicht umkehren. Die Ölvorräte sind laut Energieministerium auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten gefallen. Hoffnungen auf eine schnellere Bewältigung der Omikron-Welle ließen heute auch einige Gold-Investoren Positionen abbauen. Der Preis für die Feinunze des Edelmetalls fiel bis zum Abend auf 1790 Dollar, den tiefsten Stand seit einer Woche. Gold wird oft als "Krisenwährung" am Kapitalmarkt genutzt.

Geringe Kursausschläge bei DAX & Co.

Keine großen Kursschwankungen gab es heute auf dem deutschen Börsenparkett bei den Einzelwerten. Aktien des Spezialchemiekonzern Brenntag und des Dialyse-Spezialisten FMC verbuchten die größten Kursgewinne. Daimler und die T-Aktie waren im Leitindex die klarsten Verlierer.

Infineon erwartet weiteren Chipmangel

Auch bei der Aktie des Halbleiter-Konzerns aus München gab es heute Verluste. Die Infineon-Kunden müssen sich wohl weiterhin auf eine Chip-Knappheit einstellen. "Die Lieferengpässe werden deutlich in 2022 hineinreichen und könnten sogar bis Ende des Jahres anhalten", sagte Infineon-Vertriebsvorstand Helmut Gassel dem "Handelsblatt". Die verstärkte Digitalisierung im Zuge der Corona-Pandemie und wacklige Lieferketten machen Chips weltweit zu einem knappen Gut. Mit einem Nachlassen der Nachfrage ist Gassel zufolge sei auf absehbare Zeit nicht zu rechnen.

BMW schafft neue Stellen

Auf den Stellenbau der vergangenen Jahre folgt bei dem Autokonzern nun ein Aufstocken der Belegschaft. BMW will nächstes Jahr bis zu 6000 zusätzliche Stellen schaffen - vor allem in Deutschland. Vorstandschef Oliver Zipse sagte dem "Münchner Merkur", BMW habe seine Werke auf die E-Mobilität vorbereitet und erwarte 2022 weiteres Wachstum beim Absatz. "Deswegen werden wir im nächsten Jahr unsere Mitarbeiterzahl um bis zu fünf Prozent erhöhen." BMW beschäftigt derzeit gut 120.000 Mitarbeiter. Ein Grund für den wachsenden Personalbedarf sei die hohe Nachfrage nach den neuen Elektromodellen.

Börsenaufsicht bestraft die Deutsche Bank

Bußgeld für das Frankfurter Bankhaus: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat die Deutsche Bank zu einem Bußgeld in Höhe von 8,66 Millionen Euro verdonnert. Damit werden Verstöße der Bank gegen die Referenzwerte-Verordnung geahndet. Deutschlands größtes Geldhaus habe es "zeitweise" versäumt, Maßnahmen gegen die Manipulation des Zinssatzes Euribor umzusetzen. Der Euribor ist der Zinssatz, zu dem Banken einander Anleihen in Euro gewähren. Der Wert wird täglich neu festgesetzt.

Plant Samsung eine Mega-Übernahme?

Der südkoreanische Mischkonzern Samsung denkt laut einem Medienbericht über die Übernahme des US-Biotechunternehmens Biogen nach. Wie die Zeitung "Korea Economic Daily" berichtete, könnte Biogen bei einer Transaktion mit rund 42 Milliarden Dollar bewertet werden. An der US-Technologiebörse Nasdaq sprangen Biogen-Aktien nach dem Bericht im späten Handel um elf Prozent in die Höhe. Samsung hatte im August mitgeteilt, in den nächsten drei Jahren fast 206 Milliarden Dollar investieren zu wollen. Das Geld soll in die Bereiche Biopharmazie, Künstliche Intelligenz, Halbleiter und in die Roboterindustrie fließen.

Ticketverkäufer CTS hofft auf Veranstaltungen

Der Ticketvermarkter und Konzertveranstalter CTS Eventim hofft auf eine Rückkehr zur Normalität bei Musik- und Show-Events im Frühjahr. "Wir glauben, dass wir unsere vielen Festivals und auch große Open-Air-Tourneen wie die von Ed Sheeran durchführen können", so Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das sei auch dringend nötig, kämpfe die Veranstaltungsbranche wegen der Corona-Pandemie doch seit zwei Jahren ums Überleben. Mit den derzeit geltenden starken Kapazitätsbeschränkungen lohnten sich Veranstaltungen nicht. Immerhin ist Besserung in Sicht. Zu Weihnachten 2020 lag der Kartenverkauf 95 Prozent unter dem Niveau von 2019, in diesem Jahr 2021 seien es 'nur' 60 Prozent Minus, so Schulenberg.

Telefonica beendet 3G in Deutschland

Der Mobilfunkstandard 3G ist in Deutschland Geschichte: Der Netzbetreiber Telefónica mit seiner Marke O2 kündigte an, am Donnerstag seine letzten 300 Standorte mit der auch UMTS genannten Technologie abzuschalten. Die freiwerdenden Frequenzen will das Unternehmen für den schnelleren Nachfolger 4G einsetzen. Die Konkurrenten Vodafone und Deutsche Telekom hatten den veralteten 3G-Standard bereits beendet. Vor gut zwei Jahrzehnten war 3G stark begehrt: Eine im Jahr 2000 durchgeführte Auktion von UMTS-Lizenzen spülte dem Staat rund 50 Milliarden Euro in die Kassen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Dezember 2021 um 07:35 Uhr.