Schild "Nasdaq" | REUTERS
Marktbericht

Abflauende Zinsängste Die Nasdaq erholt sich

Stand: 26.05.2021 22:26 Uhr

An der New Yorker Börse kam bei den Anlegern am Mittwoch vor allem für Tech-Aktien wieder etwas Kaufinteresse auf. Die Nasdaq machte Boden gut, denn Zinssorgen traten in den Hintergrund.

Während Standardwerte am Mittwoch kaum verändert aus dem Handel gingen, gab es an der Technologiebörse Nasdaq moderate Zuwächse. Der Leitindex Dow Jones bewegte sich kaum und schloss bei 34.323 Punkten, ein Mini-Tagesgewinn von 0,03 Prozent. Der S&P-500-Index, der sowohl Tech-Aktien als auch Standardwerte enthält, legte leicht zu um 0,2 Prozent auf 4195 Punkte.

Am besten schnitt die Nasdaq ab, die am Ende 0,6 Prozent gutmachte und bei 13.738 Punkten schloss. Auch der Auswahlindex Nasdaq 100 rückte um 0,3 Prozent vor auf 13.702 Punkte. "Die Leute realisieren, dass ein Großteil der Inflation vorübergehen und nur eine moderate Teuerung dauerhaft sein wird", sagte Thomas Hayes, Manager beim Vermögensverwalter Great Hill. Vor allem die Technologiewerte hätten unter den jüngsten Zinserhöhungsängsten gelitten. Nun deckten sich Anleger wieder mit diesen Papieren ein.

Zentralbanker rund um den Globus spielten das Risiko steigender Preise herunter, hieß es allerdings aus dem Handel. Die Frage ist, wie lange die Fed und andere Zentralbanken die stimulierende Geldpolitik beibehalten können, wenn die Wirtschaftsdaten weiterhin Preisdruck zeigen.

Amazon im Fokus

Unter den Einzelwerten sorgte das Papier des Onlinehändlers Amazon für Interesse. Amazon will für 8,45 Milliarden Dollar das traditionsreiche Filmstudio MGM kaufen, wie vor der Börseneröffnung bekannt wurde. Das MGM-Studio mit dem berühmten Löwen-Logo hat rund 4000 Filme im Portfolio, neben den James-Bond-Agententhrillern auch Hollywood-Klassiker wie "Ben Hur", "Rocky" und "RoboCop".

Amazon bringt mit dem Kauf des berühmten Studios seine Ambitionen im Film- und Streaming-Sektor voran. Amazon hat mit Amazon Studios bereits eine Filmproduktionsgesellschaft und veröffentlicht auf seiner Streaming-Plattform Amazon Prime Video Serien und Filme. Das Unternehmen hielt heute seine virtuelle Hauptversammlung ab. Die Aktie konnte anfangs höhere Gewinne an der Nasdaq nicht verteidigen und schloss nur leicht im Plus.

DAX-Anleger kriegen kalte Füße

Nur kurz haben es die Börsenbullen heute versucht, wieder mehr Höhenluft zu schnuppern. Der DAX war im frühen Geschäft bis auf 15.541 Punkte gestiegen, rutschte danach aber wieder ab und schloss letztlich im Minus. Am Ende gab der deutsche Leitindex 0,1 Prozent nach und ging bei 15.450 Punkten aus dem Handel. Die Optimisten täten zwar ihr Bestes, die Aufwärtsdynamik aufrecht zu erhalten, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. "Sie haben aber Schwierigkeiten, die Kurse auf Rekordniveau zu bringen."

Auch wenn derzeit die Ideen für weitere Kurssteigerungen fehlen, bleibt der Index in Reichweite seines Rekordhochs bei 15.568 Zählern und damit auf höchstem Niveau. Gestützt wird der Markt weiter von der Aussicht auf einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung nach der Krise. Dafür spricht die nunmehr auch in Europa stärker in Gang gekommene Impfkampagne bei gleichzeitig guter Stimmung in der Wirtschaft.

Widerstand bei 15.500 Punkten

Gleichwohl zeige sich im DAX das Niveau bei 15.500 Punkten wieder einmal als widerspenstiger Kursbereich auf, erklärte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect. Bereits zweimal, Mitte April und in der Vorwoche, war der Leitindex hier nicht weitergekommen. "Die Marktteilnehmer scheinen jenseits der Marke von 15.500 Punkten Höhenangst zu bekommen", fuhr Lipkow fort.

Zumal aus den USA kommend das Inflationsgespenst über den Märkten hängt, auch wenn sich führende US-Notenbanker zuletzt überwiegend für eine Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik der Notenbank Federal Reserve ausgesprochen haben. Unmittelbar scheint also aus den USA kein Ungemach zu drohen, dem sich die europäischen Märkte dann natürlich nicht entziehen könnten. Dies, obwohl die Wirtschaftserholung in Europa hinter der in den USA zurückhängt, von der EZB also bis auf weiteres erst recht nichts zu erwarten sein dürfte.

EZB bleibt expansiv

Genau dies wurde von EZB-Notenbank-Direktor Fabio Panetta heute bestätigt. Die Bank werde das Tempo ihrer billionenschweren Notfall-Anleihenkäufe im Kampf gegen die konjunkturellen Folgen der Corona-Pandemie derzeit noch nicht drosseln. "Aus meiner Sicht rechtfertigen die Bedingungen, die wir heute sehen, es nicht, die Geschwindigkeit der Käufe zu verringern", sagte Panetta der Nachrichtenagentur Nikkei in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview.

So lange sich die US-Notenbank nicht bewege, werde auch die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer bisherigen Geldpolitik festhalten, sagte Anlagestratege Max Kettner von der HSBC Bank. Sie wolle nicht ihren Fehler von 2011 wiederholen, als sie der Fed mit Zinserhöhungen vorgegriffen habe. Im anschließenden Konjunkturzyklus habe die Euro-Zone den USA beim Wachstum hinterhergehinkt.

Vonovia-Deutsche Wohnen bleibt Gesprächsthema

Gesucht waren unter den Einzelwerten im DAX heute beide Immobilienwerte, Deutsche Wohnen und Vonovia. Die geplante Übernahme von Deutsche Wohnen durch Vonovia war weiter ein großes Thema an der Börse. Die Commerzbank hat Deutsche Wohnen nach dem neuen Übernahmeversuch durch Vonovia von "Buy" auf "Hold" abgestuft, das Kursziel aber von 54 auf 56 Euro angehoben. Vonovia habe mit der Zustimmung des Managements und des Aufsichtsrats zwei in der Vergangenheit hohe Hürden genommen, schrieb Analyst Tom Carstairs in einer Studie.

Insgesamt hielten sich Gewinner und Verlierer im Leitindex etwa die Waage. Neben den Immobilienaktien setzten Deutsche Post ihren Lauf fort und gehörten erneut zu den größten Gewinnern. Am Ende standen MTU Aero aber auch Deutsche Bank vor der morgigen Hauptversammlung.

Euro fällt unter 1,22 Dollar

Der Euro hat seine anfangs nur moderaten Verluste im Verlauf ausgebaut und verliert im US-Handel gegen den Dollar derzeit 0,5 Prozent bei einem Kurs von 1,2195 Dollar. Noch gestern war der Euro mit 1,2266 Dollar auf den höchsten Stand seit Jahresbeginn gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2229 (Dienstag: 1,2264) Dollar fest. Nennenswerte Konjunkturdaten standen heute nicht auf der Agenda.

Die US-Währung profitiert zum einen von ihrer Funktion als Reservewährung. Hintergrund war die etwas vorsichtigere Stimmung an den Aktienmärkten, die den Dollar als Absicherung lukrativer erschienen ließ. Im Kurs für den Greenback sind aber auch hartnäckige Spekulation darüber enthalten, dass die Notenbank alsbald zumindest anfangen könnte darüber zu diskutieren, die Wertpapierkäufe zurückzufahren.

Zuletzt hat sich der Vize-Chef der Bank, Richard Clarida, entsprechend geäußert. Wie aus den Protokollen der April-Sitzung der Notenbank hervorgeht, denkt eine Reihe von Währungshütern bereits laut über das Thema nach. Der Beginn einer solchen Diskussion steht allerdings unter dem Vorbehalt einer schneller als zuletzt verlaufenden Erholung am Arbeitsmarkt, so dass die Märkte nicht unmittelbar mit einer solchen Diskussion rechnen.

Die Währungshüter haben auch signalisiert, dass mit dem Beginn der Debatte über das Bond-Programm keinesfalls zeitnah mit konkreten Schritten zum Abschmelzen der Anleihenkäufe zu rechnen ist. Dies machte nun auch die Chefin des Notenbankbezirks San Francisco, Mary Daly, im Gespräch mit dem Sender CNBC deutlich: "Wir reden darüber, über ein Abschmelzen zu sprechen. Ich möchte, dass jeder weiß, dass es nicht darum geht, jetzt etwas zu tun."

Der chinesische Yuan ist unterdessen zum Dollar auf den höchsten Stand seit knapp drei Jahren gestiegen. Am Markt wurde darauf verwiesen, dass die chinesische Notenbank derzeit keine Anstalten mache, dem Kursanstieg entgegenzutreten. Chinas Währung hat in den vergangenen Monaten von der konjunkturellen Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach der Corona-Krise profitiert.

Bitcoin erholt sich

Am Kryptomarkt kann sich die Hauptwährung Bitcoin weiter von dem Tief der vergangenen Tage erholen. Am späten Nachmittag kostet ein Bitcoin rund 1,3 Prozent mehr bei etwas über 38.700 Dollar. Fallende Anleiherenditen machen derweil das Gold attraktiver. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 1904 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). "Auch einige Zentralbanken haben offenbar ihre Kaufzurückhaltung abgelegt", sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. "Zusammen mit der erwartet höheren Konsumenten- und der wieder anziehenden Investmentnachfrage sollte dies dem Goldpreis Auftrieb geben."

Ölpreis im Aufwind

Die Ölpreise haben am Mittwoch etwas zugelegt. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 68,89 US-Dollar. Das waren 24 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 18 Cent auf 66,25 Dollar. Die Ölpreise knüpften so an die jüngsten Anstiege an.

Seit dem vergangenen Freitag ist der Preis für US-Öl um etwa sieben Prozent und der Preis für Nordsee-Öl um rund sechs Prozent gestiegen. Die Ölpreise waren am Mittwoch zeitweise gefallen. Die in den USA stärker als erwartet gefallen Rohöllagerbestände stützten die Preise jedoch zuletzt. Die Vorräte sanken in der vergangenen Woche laut US-Energieministerium im Vergleich zur Vorwoche um 1,7 Millionen Barrel auf 484,3 Millionen Barrel. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 1,0 Millionen Barrel gerechnet. Auch die Benzin- und Destillatebestände gaben nach.

Weniger Strafe für VW und BMW?

Die EU-Kommission senkt offenbar die Strafe gegen die Autobauer BMW und Volkswagen wegen Absprachen bei der Abgasreinigung deutlich. Die Kommission habe den Vorwurf fallen gelassen, dass sich die Firmen bei der Technik zur Reinigung von Ottomotoren abgestimmt hätten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Eine Entscheidung solle noch vor der Sommerpause getroffen werden. BMW hatte vergangene Woche erklärt, dass sich der Konzern auf eine geringere Strafe einstellt und seine Rückstellungen für das erwartete Bußgeld deutlich reduziert.

Audi will Lamborghini behalten

Audi will seine italienische Luxus-Sportwagenmarke Lamborghini nicht verkaufen. Die Schweizer Quantum-Gruppe kündigte am Mittwoch an, den Sportwagenhersteller übernehmen zu wollen und eine strategische Partnerschaft mit dem VW-Konzern anzustreben. Nach Berichten der Zeitschriften «Autocar» und «Automobilwoche» bietet die Gruppe zusammen mit dem Londoner Finanzinvestor Centricus 7,5 Milliarden Euro.

Eine Audi-Sprecherin sagte am Mittwoch: "Uns liegt kein Angebot vor, und Lamborghini steht nicht zum Verkauf." Darüber gebe es auch keinerlei Diskussion im Konzern. Lamborghini hat im vergangenen Jahr 7430 teure SUV- und Sportwagen verkauft, 1,6 Milliarden Euro erlöst. Die Marke leiste einen «wichtigen Beitrag zur Profitabilität» von Audi, hieß es. Lamborghini arbeitet an einem E-Auto mit Radnabenmotoren und Nano-Energiespeichern, die sich in die Karosserie integrieren. Statt schwerer Batterien sollen Superkondensatoren den Strom liefern.

Nutzfahrzeuge verkaufen sich besser

In der EU sind im April mehr Nutzfahrzeuge zugelassen worden als im Vorjahr. So wurden in dem Monat mit 171.283 knapp 180 Prozent mehr Fahrzeuge registriert als im April 2020, das teilte der europäische Branchenverband Acea mit. Damit erholte sich der Nutzfahrzeugmarkt weiter und stieg den dritten Monat in Folge. Allerdings kamen im Vorjahresmonat die Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise erstmals voll zum Tragen. Die größten Zuwächse erzielten Italien, Spanien und Frankreich. Mit einem Plus von gut 60 Prozent trug Deutschland ebenfalls kräftig bei.

Bayer-Vorschlag zu Glyphosat in USA erneut gescheitert

Ein US-Richter hat den Vorschlag Bayers für den Umgang mit künftigen Klagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup zurückgewiesen. Teile von Bayers Plänen seien "klar unvernünftig", hieß es in einem sechsseitigen Beschluss, mit dem Richter Vince Chhabria in San Francisco den Antrag auf Genehmigung am Mittwoch zurückwies. Damit hängt ein wichtiger Teil des milliardenschweren Vergleichs des Leverkusener Konzerns in den USA wegen der angeblichen krebserregenden Wirkung von Glyphosat in der Schwebe.

Bayer hat sich bereits verpflichtet, rund 125.000 anhängige Klagen mit Zahlungen von insgesamt bis zu 9,6 Milliarden Dollar beizulegen, es geht aber noch um das komplizierte Thema möglicher Klagen von Menschen, die erst in der Zukunft krank werden. Nachbbörslich verloren Bayer-Aktien deutlich.

Der Richter hatte bereits vergangene Woche Zweifel an den schon einmal nachgebesserten Plänen anklingen lassen. Bayers Vorschlag sieht bisher unter anderem einen Fonds vor, aus dem mögliche künftige Kläger in den kommenden vier Jahren Kompensationszahlungen erhalten sollen.

Delivery Hero verkauft Balkan-Geschäft

Der Essenslieferdienst aus dem DAX trennt sich von seinen Balkan-Aktivitäten. Der spanische Konkurrent Glovo kaufe das Geschäft in Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Montenegro, Rumänien und Serbien sowie Vermögenswerte in Kroatien, teilte das Unternehmen mit. Glovo ist bereits in allen sechs Ländern aktiv und legt rund 170 Millionen Euro für die Operationen auf den Tisch. Delivery Hero peilt in dem margenarmen Geschäft stets die Marktführerschaft an, was offenbar in der Balkanregion schwer erreichbar war.

RWE plant Windpark in Norwegen

Der Energiekonzern RWE will zusammen mit den Partnern Equinor und Hydro REIN einen großen Windpark auf hoher See in der norwegischen Nordsee errichten. Die Unternehmen haben dazu bereits einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. "Wir werden unsere 20-jährige Erfahrung und Expertise in der Offshore-Windindustrie mit der Kompetenz unserer Partner Equinor und Hydro bündeln", erklärte die Vorstandschefin von RWE Renewables, Anja-Isabel Dotzenrath.

K+S gefragt nach Sanktionsankündigungen gegen Belarus

Aktien des Kasseler Kaliherstellers K+S sind in Anbetracht der im Raum stehenden Sanktionen der EU gegen Belarus gefragt. Denn die geplanten neuen EU-Sanktionen gegen das Land wegen der erzwungen Landung einer Passagiermaschine sollen unter anderem die für die Devisenbeschaffung des Landes wichtige Kali-Industrie treffen. In diesem Wirtschaftsbereich seien vor allem Staatsunternehmen der früheren Sowjetrepublik aktiv, erklärten EU-Diplomaten am Mittwoch in Brüssel.

BioNTtech-Lieferungen verzögern sich

Biontech liefert zunächst weniger Corona-Impfdosen als zugesagt. Das Mainzer Unternehmen habe die Liefermenge für die kommenden beiden Wochen reduziert, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die ausgefallenen Dosen würden allerdings Ende Juni zusätzlich geliefert und damit ausgeglichen. "Die Lieferzusage für das laufende Quartal wird eingehalten", betonte das Ministerium. Auf die zugesagte Liefermenge für die Länder hätten die Anpassungen keine Auswirkung, sie erhielten die angekündigten Mengen für die Impfzentren. Die anstehenden Zweitimpfungen in den Arztpraxen seien ebenfalls gesichert.

Biontech erklärte die Verzögerungen mit Schwankungen im Produktionsablauf. Die Qualitätskontrolle einer Charge könne schon mal eine Woche mehr oder weniger dauern als ursprünglich angedacht, erklärte eine Sprecherin. Dies sei nichts Ungewöhnliches. Während dieser Zeit könne die Produktion nicht weiterlaufen.

Kering fährt Puma-Anteil weiter zurück

Der französische Luxuskonzern Kering trennt sich vom größten Teil seines verbliebenen Aktienpakets an Puma. Der Eigentümer von Marken wie "Gucci" und "Yves Saint Laurent" warf am Mittwochabend 8,9 Millionen Puma-Aktien auf den Markt, die über Nacht bei institutionellen Investoren untergebracht werden sollen, wie Kering ankündigte. Das Paket hat zum Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch von 93,60 Euro einen Wert von 833 Millionen Euro. Im Geschäft von Lang & Schwarz fielen Puma nach der Ankündigung um drei Prozent.

Der ehemalige Puma-Mehrheitseigentümer Kering hält noch rund 9,9 Prozent an dem Sportartikel-Konzern aus Herzogenaurach und reduziert die Beteiligung mit der Platzierung auf vier Prozent. Der Streubesitz von Puma steigt damit auf 66,7 Prozent. Knapp 29 Prozent liegen bei Artemis, der Familienholding des Milliardärs Francois-Henri Pinault, die auch Großaktionär von Kering ist.

Weniger Gewinn für Marks & Spencer

Die Auswirkungen der Corona-Lockdowns haben dem britischen Einzelhandelskonzern sinkende Gewinne im abgelaufenen Geschäftsjahr beschert. Das Vorsteuerergebnis sank in dem Anfang April beendeten Bilanzjahr 2020/21 um 88 Prozent auf 50,3 Millionen Pfund (58,1 Millionen Euro), wie Marks & Spencer mitteilte. Analysten hatten mit 43 Millionen Pfund allerdings noch weniger erwartet. Netto rutschte das Ergebnis ins Minus auf 209,4 Millionen Pfund nach einem Gewinn von 67,2 Millionen im Vorjahr. Während die Verkäufe von Kleidung um über 31 Prozent zurückgingen, kletterte der Lebensmittelverkauf um 1,3 Prozent.

Easyjet erwartet guten Sommer

Der Chef der britischen Billig-Airline Easyjet, Johan Lundgren, sieht für den anstehenden Sommer in Europa geringe Bedenken bei Reisen wegen der indischen Variante des Corona-Virus. Er glaube nicht, dass wegen der indischen Variante der Sommer ruiniert werde, so Lundgren bei einer Online-Veranstaltung der Industrie. Die jüngsten Hinweise zeigten, dass die Impfstoffe gegen die indische Mutante effektiv seien.

Shell zu drastischer CO2-Senkung verurteilt

Ein Gericht in Den Haag verpflichtete das Unternehmen am Mittwoch zu mehr Klimaschutz und ordnete konkrete Reduktionsziele bis 2030 an. Das Urteil könnte wegweisend für weitere globale Klagen gegen Großkonzerne sein, um diese zum Klimaschutz zu verpflichten. Shell trage mit seinem Geschäft zu den "schlimmen" Folgen des Klimawandels für die Bevölkerung bei und sei "verantwortlich" für enorme Mengen an ausgestoßenen Treibhausgasen.

Der niederländisch-britische Konzern sowie seine Zulieferer müssten daher die eigenen CO2-Emissionen bis 2030 um 45 Prozent verglichen mit dem Jahr 2019 reduzieren, hieß es in dem Urteil. "Shell muss diese Entscheidung sofort umsetzen", ordnete das Gericht an. Shell sprach von einem "enttäuschenden" Urteil und erwog, in Berufung zu gehen.

Ford investiert massiv in E-Autos

Ford weitet unter dem Druck schärferer Klimavorgaben seine Investitionen in die Elektrifizierung massiv aus. Der zweitgrößte US-Autobauer kündigte am Mittwoch an, die Ausgaben für neue Elektroautos und die Entwicklung von Batterien bis 2030 um mehr als ein Drittel auf über 30 Milliarden Dollar zu steigern. Bisher waren 22 Milliarden Dollar eingeplant. Nach Ansicht von Analysten muss der Konzern aus Dearborn bei der Elektrifizierung aufholen, um nicht von anderen Autobauern abgehängt zu werden. US-Marktführer General Motors hat angekündigt, die Produktion bis 2035 komplett auf E-Autos umzustellen.

So weit geht Ford nicht: Der Konzern, der bei E-Autos in Europa mit Volkswagen zusammenarbeitet, peilt bis zum Ende des Jahrzehnts bei batteriegetriebenen Fahrzeugen einen Anteil von 40 Prozent seines weltweiten Absatzes an. Das Unternehmen hatte jüngst den vollelektrischen SUV Mustang Mach-E auf den Markt gebracht und plant die Einführung je einer elektrischen Version des Transporters Transit und des Pickup-Bestsellers F-150. "Das ist unsere größte Chance für Wachstum und Wertschöpfung seit Henry Ford mit dem Model T begann", erklärte Konzernchef Jim Farley.

Gamestop-Rally bringt Hedgefonds wieder in Schwierigkeiten

Alles schon mal dagewesen. Die jüngste Kursrally bei Gamestop und AMC bringt Hedgefonds erneut in die Bredouille. Einige müssten ihre Wetten auf einen Kursverfall bei dem Videospiele-Händler und der Kinokette auflösen, weil sich die Verluste türmten, sagte Ihor Dusaniwsky, Geschäftsführer der Analysefirma S3 Partners. Derzeit seien allein bei Gamestop etwa 11,6 Millionen Anteilsscheine oder ein Fünftel aller ausgegebenen Aktien in solchen Geschäften gebunden. Davon seien eine Million in der vergangenen Woche hinzugekommen. Bei AMC sehe es ähnlich aus.

Die Papiere von Gamestop und AMC gewannen am Mittwoch jeweils knapp 20 Prozent, nachdem sie am Dienstag ähnlich stark zugelegt hatten. Getrieben wurde die Hausse erneut von positiven Kommentaren in einschlägigen Internet-Foren. "Kleinanleger versuchen sich gegenseitig davon zu überzeugen, mehr Aktien zu kaufen", sagte Analyst Joseph Feldman vom Anlageberater Telsey. Befeuert wurde der Optimismus Experten zufolge unter anderem von Spekulationen, Gamestop wolle in das Geschäft mit NFTs einsteigen. Mit diesen "Non-fungible Token" können digitale Objekte wie Bilder, Musikstücke oder auch Grundstücke in virtuellen Spielewelten als Original gekennzeichnet und damit handelbar gemacht werden.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 26. Mai 2021 um 07:11 Uhr.