Wall Street New York
Marktbericht

Abwartender Handel Die Wall Street schnauft durch

Stand: 05.05.2021 22:29 Uhr

Nach dem Ausverkauf an der Nasdaq vom Vortag ließen es die US-Anleger heute ruhiger angehen. Denn eine alte Bekannte hat für viel Nachdenklichkeit gesorgt.

An der Wall Street waren die Anleger heute damit beschäftigt, Aussagen der amtierenden Finanzministerin und Ex-Notenbankchefin Janet Yellen einzuordnen. Diese hatte gestern überraschend ausgesprochen, was so mancher wohl schon länger befürchtet.

Denn nach ihren Worten sind womöglich höhere Zinsen nötig, um ein Überhitzen der US-Wirtschaft im Zuge der massiven Investitionsprogramme von Präsident Joe Biden zu verhindern. Später relativierte Yellen ihre Aussagen, aber die Reaktion der Märkte war eindeutig. "Der Geist ist jetzt erst einmal aus der Flasche," meint NordLB-Experte Tobias Basse.

US-Finanzministerin Janet Yellen | REUTERS

Bild: REUTERS

Nasdaq kann Anfangsgewinne nicht verteidigen

Aktienmärkte reagieren bekanntlich verschnupft, wenn es um mögliche Zinserhöhungen geht. Vor allem die Technologiebörse Nasdaq hatte gestern gelitten, lasten höhere Zinsen doch besonders auf den hochbewerteten Tech-Firmen und ihren Refinanzierungskosten.

Die Nasdaq hat sich heute nicht wirklich von Yellens Aussagen erholt, auch wenn diese sie später nicht als Wunsch an die Notenbank verstanden wissen wollte, die Zinsen zu erhöhen. "Einige ihrer Aussagen wurden von Anlegern offenbar fälschlicherweise als Aufforderung an die Fed zu Zinserhöhungen interpretiert", sagte James Athey, Manager beim Vermögensverwalter Aberdeen Standard.

Trotzdem gingen anfängliche Gewinne im Handelsverlauf wieder verloren. Am Ende stand ein Tagesverlust von 0,37 Prozent auf 13.582 Punkte auf dem Laufband. Der Auswahlindex Nasdaq 100 gab 0,3 Prozent nach und schloss bei 13.503 Punkten.

Besser hielten sich die Standardwerte, der Leitindex Dow Jones schnitt mit einem moderaten Tagesgewinn von 0,3 Prozent auf 34.230 Punkte am besten ab. Der breiter aufgestellte S&P-500-Index, in dem sowohl Technologie- als auch Standardaktien enthalten sind, stieg leicht um 0,1 Prozent auf 4167 Punkte.

Gegenbewegung treibt DAX wieder über 15.000 Punkte

Wie zerronnen, so gewonnen. Der DAX hat anders als die New Yorker Börse am Mittwoch einen Großteil der Vortagesverluste wieder aufgeholt. Er schloss am Ende eines festen Handelstages bei 15.170 Punkten und legte damit 2,1 Prozent zu. Das sind über 300 Punkte mehr als gestern.

Das Hin und Her zeigt, wie nervös die Anleger derzeit sind - trotz einer bisher robust verlaufenden Berichtssaison. Aber die guten Ergebnisse der Unternehmen sind im Vorfeld bereits überwiegend eingepreist worden und sorgen nur noch bei größeren Abweichungen von den Erwartungen für weitere Aufschläge - wie heute bei den herausragenden Geschäftsergebnissen der Deutschen Post.

Tagessieger Covestro

Insgesamt setzen auch hierzulande, wie in den USA, die Anleger wieder stärker auf zyklische Aktien in Erwartung einer deutlichen Erholung der Wirtschaft nach der Krise. Tagessieger waren Covestro, die über fünf Prozent zulegten. Auch BASF und VW (in Erwartung der morgigen Quartalszahlen) legten überdurchschnittlich zu. Bergab ging es hingegen mit den deutschen Technologieaktien Infineon und Delivery Hero, die am DAX-Ende standen.

Euro kämpft um die 1,20

Die europäische Gemeinschaftswährung pendelt im US-Handel weiter um die psychologisch wichtige Marke von 1,20 Dollar, die zwischenzeitlich auch kurz unterschritten wurde. Zinsanhebungsfantasien in den USA geben dem Dollar gegenüber dem Euro tendenziell Auftrieb. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2005 (Dienstag: 1,2021) US-Dollar fest.

Solide ADP-Daten

Fundamentalen Rückenwind bekommt der Greenback heute vom Arbeitsmarkt. In der US-Wirtschaft hat sich der Stellenaufbau in der Privatwirtschaft deutlich beschleunigt. Im April sei die Zahl der Beschäftigten im Monatsvergleich um 742.000 gestiegen, teilte der private Arbeitsmarktdienstleister ADP heute in Washington mit. Der Zuwachs ist der höchste seit September 2020.

Analysten hatten mit 850.000 neuen Stellen allerdings einen noch stärkeren Anstieg erwartet. Vor allem im Dienstleistungssektor geht es bergauf, wo viele Arbeitsplätze wegen Corona verloren gegangen waren. Mit dem Fortschreiten der Impfungen entspannt sich die Lage nun wieder etwas. Am Freitag werden die offiziellen Arbeitsmarktdaten der Regierung erwartet.

Euro-Unternehmen in guter Stimmung

Die Unternehmensstimmung in der Eurozone hat sich im April weiter aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex von Markit stieg gegenüber dem Vormonat um 0,6 Punkte auf 53,8 Zähler, wie das britische Forschungsinstitut heute mitteilte. Die Erstschätzung wurde leicht nach oben korrigiert. Mit über 50 Punkten signalisiert die Kennzahl Wirtschaftswachstum. Sowohl in der Industrie als auch unter Dienstleistern besserte sich die Stimmung.

Bei den deutschen Dienstleistern machten sich zuletzt aber die Corona-Restriktionen bemerkbar. Der Einkaufsmanagerindex fiel im April um 1,6 auf 49,9 Punkte, wie Markit am Mittwoch mitteilte. Erst ab einem Stand von 50 signalisiert das an den Finanzmärkten stark beachtete Barometer ein Wachstum.

Ölmarkt sehr fest

Die an den Aktienmärkten so gefürchteten Inflationseffekte könnten am ehesten vom Rohstoffmarkt kommen. Dort rechnen die Investoren mit einem starken Wiederanspringen der Konjunktur, was die Preise und damit Inflationssorgen treibt. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet mittlerweile wieder fast 70 Dollar und auch die Notierungen für die US-Leichtölsorte WTI ziehen kräftig an.

Delivery Hero unter Druck

Rund vier Prozent verloren die Aktien des DAX-Neulings Delivery Hero. Nach Agenturmeldungen verkauft eine Gruppe von Fonds nach dem starken Lauf der Papiere während der Corona-Pandemie einen rund 1,2 Milliarden Euro schweren Anteil. Der Platzierungspreis je Aktie soll bei 123,10 Euro liegen, hieß es auf dem Parkett.

Post-Ergebnisse schieben Aktie an

Die Aktie Gelb hat sich heute erstmals über die 50-Euro-Marke geschoben. Der Logistikkonzern profitiert weiter vom in der Corona-Krise gestiegenen Paketaufkommen und hat zum Jahresauftakt ein Rekordergebnis verbucht. Der Umsatz von Januar bis Ende März stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 22 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) hat sich auf 1,9 Milliarden Euro mehr als verdreifacht und damit das stärkste Auftaktquartal für das Unternehmen markiert. Unter dem Strich erwirtschaftete die Post im ersten Quartal einen Konzerngewinn von 1,2 Milliarden Euro.

Merck wächst weiter

Das Papier von Merck konnte anfängliche Gewinne hingegen nicht halten und litt unter Gewinnmitnahmen. Gestern Abend hatte der Chemie- und Pharmakonzern starke Zahlen und einen besseren Ausblick vorgelegt. Die Merck KGaA erwartet für das laufende Jahr nun einen Umsatzzuwachs von sechs bis elf Prozent auf 18,5 bis 19,5 (2020: 17,5) Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Im ersten Quartal wuchsen die Umsätze um sechs Prozent auf 4,63 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) schnellte um 29 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro nach oben.

Heidelbergcement ist zuversichtlich

Der Baustoffkonzern Heidelbergcement zeigt sich nach einem starken Auftaktquartal weiter zuversichtlich für das laufende Jahr. "Wir sehen eine anhaltend starke Nachfrage im privaten Wohnungsbau und im Bereich Infrastruktur in allen Regionen", sagte Unternehmenschef Dominik von Achten am Mittwoch nach Börsenschluss bei Vorlage der Quartalsbilanz.

Insbesondere die von vielen Regierungen aufgelegten Konjunkturprogramme zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung dürften sich kurz- und mittelfristig positiv auf die Bautätigkeit und damit auf den Absatz von Heidelbergcement auswirken. Die Jahresziele für das Gesamtjahr bestätigte der DAX-Konzern. HeidelbergCement hatte bereits Mitte April Eckdaten zum Auftaktquartal vorgelegt.

Der Umsatz kletterte um 1 Prozent auf 3,96 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen stieg um ein Drittel auf 538 Millionen Euro. Rechnet man Konslidierungs- und Währungseffekte heraus, dann legten beide Kennziffern etwas stärker zu. Zum Ergebnis unter dem Strich machte der Konzern zunächst keine Angaben.

Auch Stellantis im Chipmangel

Beim Opel-Mutterkonzern Stellantis hat der globale Chipmangel in der Autoindustrie die Produktion im ersten Quartal gebremst. Es seien dadurch rund 190.000 Autos weniger produziert worden als geplant, erklärte der weltweit viertgrößte Autobauer am Mittwoch. Das habe die Absatzerholung im Vergleich zu dem von der Corona-Krise geprägten Vorjahresquartal gebremst, sodass die Auslieferungen nur um elf Prozent auf 1,57 Millionen Fahrzeuge zulegten. Der Absatz von Opel/Vauxhall lag nach Daten des europäischen Autoverbandes ACEA von Januar bis März auf dem Vorjahresniveau mit gut 106.000 Fahrzeugen.

Container-Nachfrage hilft Maersk

Die dänische Reederei hat ihren Umsatz wegen der höheren Nachfrage nach Containern deutlich gesteigert. Die hohe Nachfrage habe zu Engpässen geführt, was Frachtpreise auf Rekordhöhen getrieben habe, sagte Firmenchef Soren Skou in einer Mitteilung. Im ersten Quartal stieg der Absatz um 30 Prozent gegenüber der Vorjahresfrist, wie das Unternehmen vorläufige Zahlen bestätigte. Die Firma kündigte außerdem Aktienrückkäufe in Höhe von fünf Milliarden Dollar sowie eine Beschleunigung ihres derzeitigen Aktienrückkauf von 1,6 Milliarden Dollar an.

Siemens Energy wird profitabler

Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat seinen Gewinn im zweiten Geschäftsquartal kräftig gesteigert. Das angepasste operative Ergebnis (Ebita) belief sich mit 197 Millionen Euro auf mehr als das Doppelte des Vorjahreszeitraums (88 Millionen), wie der Hersteller von Turbinen für Windräder, Kohle- und Gaskraftwerke am Morgen mitteilte. Beim Umsatz musste der DAX-Neuling allerdings einen Rückgang um 4,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro hinnehmen. Das Unternehmen führte dies auf negative Währungseffekte und einen niedrigeren Auftragseingang in früheren Quartalen in der Sparte "Gas and Power" zurück.

Zalando hebt die Jahresprognose an

Der Online-Modehändler aus dem MDAX hebt die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2021 an. Gründe seien das außergewöhnlich starke und profitable Wachstum im ersten Quartal 2021, anhaltend hohes Wachstum im zweiten Quartal und ein stabiler Ausblick für das zweite Halbjahr, teilt das Unternehmen mit.

Zalando erwartet für 2021 ein Umsatzwachstum von 26 Prozent bis 31 Prozent auf 10,1 bis 10,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 400 bis 475 Millionen Euro. Zuvor hatte Zalando ein Umsatzwachstum von 24 Prozent bis 29 Prozent und ein bereinigtes Ebit zwischen 350 bis 425 Millionen Euro für 2021 angepeilt. Der Vorstand habe außerdem ein Aktienrückkaufprogramm beschlossen. Die Gesellschaft werde eigene Aktien zu einem Gesamtkaufpreis von bis zu 200 Millionen Euro erwerben, jedoch nicht mehr als 20 Millionen Aktien.

Rational an der MDAX-Spitze

Die Quartalszahlen von Rational sind heute an der Börse gut angekommen. Die Anteilscheine des Ausrüsters für Großküchen setzten sich an die Spitze des MDAX der mittelgroßen Börsentitel und legten dabei fast 13 Prozent zu. Nach Umsatzrückgängen im Januar und Februar habe die Kennziffer im März kräftig zugelegt, schrieb Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank. Auch die Profitabilität sei im ersten Quartal deutlich höher gewesen als vom Unternehmen zuvor angedeutet.

Morphosys besser als erwartet

Morphosys hat im vergangenen Quartal mehr umgesetzt als am Markt erwartet worden war. Gleichzeitig rutschte das Biotechunternehmen in die roten Zahlen, wie aus einer am späten Mittwochabend veröffentlichten Mitteilung des MDAX-Unternehmens hervorgeht.

Demnach sank der Konzernumsatz um 81 Prozent auf 47,2 Millionen Euro. Experten hatten 3 Millionen Euro weniger auf dem Zettel gehabt. Im Quartalsumsatz enthalten sind 12,9 Millionen Euro an Umsätzen für das Krebsmittel Monjuvi sowie 11,6 Millionen Euro Tantiemen aus dem Schuppenflechtemittel Tremfya. Das operative Ergebnis lag im ersten Quartal bei minus 29,6 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Morphosys noch einen Gewinn von 203,5 Millionen Euro erzielt.

Mehr Prämien für Hannover Rück

Der Rückversicherer aus dem MDAX konnte im ersten Quartal seinen der Nettogewinn um knapp zwei Prozent auf 305,9 Millionen Euro, steigern. Die Bruttoprämien wuchsen um fast zwölf Prozent. Bei den Neuverhandlungen der Verträge zum 1. April habe man im Schnitt Preiserhöhungen von 5,0 Prozent durchgesetzt, das Prämienvolumen stieg um 7,4 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet die Hannover Rück weiterhin mit einem Nettogewinn zwischen 1,15 und 1,25 Milliarden Euro.

Freenet gut gestartet

Der Telekommunikationsanbieter Freenet ist besser in das Jahr 2021 gestartet als erwartet. Zwar musste das Unternehmen aus dem MDAX im ersten Quartal beim Umsatz Federn lassen und erlöste mit 619,2 Millionen Euro gut 4,6 Prozent weniger als noch im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwochabend in Büdelsdorf mitteilte. Das lag vor allem am fehlenden Absatz mit Telefonen und Tablets, weil Geschäfte aufgrund der Corona-Maßnahmen zwangsläufig geschlossen werden mussten.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 4,4 Prozent auf 108,8 Millionen Euro. Vor allem die Nachfrage nach dem Streamingdienst waipu.tv bleibe unverändert hoch, hieß es. Der freien Barmittelzufluss (Free Cashflow) stieg nahezu gleich stark auf 59,5 Millionen Euro. Bei beiden Werten schnitt Freenet besser ab, als Analysten auf dem Zettel hatten.

Hugo Boss operativ positiv

Der Modekonzern schrammte im ersten Quartal dank Kosteneinsparungen an einem Verlust vorbei und verbuchte operativ (Ebit) ein positives Ergebnis von einer Million Euro nach einem Minus von 14 Millionen vor Jahresfrist. Florierende Geschäfte in China und im Onlinehandel grenzten das Umsatzminus auf zehn Prozent ein. Wegen der Unwägbarkeiten wagte der Vorstand keine präzise Jahresprognose. Er rechnet mit einer schrittweisen Erholung und einem positiven Ebit im zweiten Quartal.

Bilfinger-Übernahmeverhandlungen wohl gescheitert

Die Gespräche über eine Übernahme des Industriedienstleisters Bilfinger durch die französische Altrad-Gruppe sind Kreisen zufolge gescheitert. Die Mannheimer hätten nach monatelangem Zerren ein Angebot als zu niedrig abgelehnt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. So seien die Verhandlungen bereits in der vergangenen Woche ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Für die im SDAX notierte Bilfinger-Aktie ging es daraufhin deutlich ins Minus.

Gerüchte über das Interesse des Unternehmens an Bilfinger waren seit Februar ein Thema gewesen. Bloomberg zufolge war Altrad bereit, 34 Euro pro Bilfinger-Aktie zu zahlen, was das Mannheimer Unternehmen mit etwa 1,5 Milliarden Euro bewertet hätte. Das soll der Gegenseite aber zu wenig gewesen sein.

Auto1 ersetzt Grenke im SDAX

Im SDAX kommt es zu einem außerplanmäßigem Wechsel. Aufgrund der Verletzung von Basiskriterien wird der Leasingkonzern Grenke aus dem SDax genommen, wie die Deutsche Börse mitteilt. Nachrücker sei der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1. Diese Änderungen würden zum 10. Mai 2021 wirksam. Der nächste Termin für die planmäßige Überprüfung der Dax-Indexfamilie ist der 3. Juni 2021.

Bei den Basisverletzungen geht es um die Vorschriften zur Veröffentlichung testierter Geschäftsberichte. Zur Zeit laufen bei dem Unternehmen Sonderprüfungen, nachdem die Bilanzierung von Grenke kritisiert worden war. Ende April hatte das Management den Abschluss in Aussicht gestellt. Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin ließ das Zahlenwerk des Konzerns durchleuchten. Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.

Vollständig geprüfte Zahlen will Grenke am 21. Mai vorlegen und dabei mit dem Geschäftsbericht auch über die vertiefte Untersuchung durch den regulären Buchprüfer KPMG berichten. Für den Erhalt der Indexnotierung kommt dies aber zu spät.

Kanada lässt Biontech-Impfstoff für 12-15-jährige zu

Kanada hat als erstes Land weltweit den Corona-Impfstoff von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Supriya Sharma vom kanadischen Gesundheitsministerium sprach am Mittwoch in Ottawa von einem "bedeutenden Meilenstein" im Kampf gegen die Pandemie. Daten einer klinischen Studie in den USA mit rund 2000 Kindern und Jugendlichen hätten ergeben, dass der Impfstoff für sie genauso sicher sei wie für Erwachsene. Bei den geimpften Kindern seien keine Covid-19-Erkrankungen aufgetreten, fügte Sharma hinzu. Die Nebenwirkungen wie Schmerzen im Arm, Schüttelfrost oder Fieber seien ähnlich wie bei Erwachsenen gewesen. Die BioNTech-Aktie legt an der Nasdaq deutlich zu.

Trumps Facebook-Konto bleibt gesperrt

Das Facebook-Aufsichtsgremium hat die Sperre des früheren US-Präsidenten Donald Trump bei der Online-Plattform vorübergehend bestätigt. Das sogenannte Oversight Board aus unabhängigen Experten erklärte am Mittwoch aber, Facebook müsse den Fall innerhalb von sechs Monaten erneut prüfen. Der abgewählte Präsident war nach der gewaltsamen Kapitol-Erstürmung in Washington vom 6. Januar von Facebook verbannt worden. Die Facebook-Aktie reagiert kaum.

GM verdient trotz Chipproblemen prächtig

General Motors ist trotz der globalen Chip-Krise mit einem Gewinnsprung ins neue Jahr gestartet. Dank der Nachfrage nach hochmargigen SUVs und Pickups, denen der größte US-Autobauer angesichts der Knappheit von Halbleitern bei der Produktion den Vorrang gab, stieg der Nettogewinn im ersten Quartal auf drei Milliarden Dollar von nur 294 Millionen Dollar im Vorjahr, wie GM am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz sank hingegen auf 32,5 (Vorjahr: 32,7) Milliarden Dollar. Der Autohersteller rechnet für 2021 weiter mit einem bereinigten Vorsteuergewinn am oberen Ende der bisher in Aussicht gestellten Spanne von zehn bis elf Milliarden Dollar. Die Chipkrise könnte den Gewinn in diesem Jahr um bis zu zwei Milliarden Dollar schmälern, bekräftigte GM.

Uber reduziert Verluste

Der Taxi-Konkurrent Uber ächzt weiter unter der Corona-Krise, hat seinen Verlust zu Jahresbeginn aber deutlich verringert. In den drei Monaten bis Ende März verbuchte Uber unter dem Strich ein Minus von 108 Millionen Dollar (90,0 Mio Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Nettoverlust fast drei Milliarden Dollar betragen. Allerdings profitierte das Ergebnis diesmal von einem hohen Sondererlös durch den Verkauf von Ubers Roboterauto-Sparte.

Das Hauptgeschäft mit Fahrdienstvermittlungen litt weiter stark unter der Pandemie, hier nahmen die Erlöse um 65 Prozent ab. Eine wichtige Stütze bleibt in der Krise die Liefersparte um den Essensbringdienst Uber Eats, die ein Wachstum von 230 Prozent erreichte. Insgesamt sanken die konzernweiten Umsätze um elf Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Uber-Chef Dara Khosrowshahi zeigte sich trotz des deutlichen Rückgangs zufrieden und betonte, dass sich das Geschäft schon ganz gut erholt habe.

Peloton ruft nach Todesfall Laufbänder zurück

Nach dem Tod eines Kindes ruft der Fitnessgerätehersteller Peloton in den USA ein Laufband-Modell zurück. Die Verbraucherschutzbehörde CPSC warnte am Mittwoch, "Erwachsene, Kinder und Tiere" könnten unter das Laufband Tread+ gezogen und dabei verletzt oder getötet werden. Kunden sollten die Nutzung des Heimtrainers sofort einstellen und Peloton für eine Rücksendung und Rückerstattung des rund 4300 Dollar (3600 Euro) teuren Fitnessgerätes kontaktieren. Betroffen sind rund 125.000 Geräte. Dia Aktie bricht nach der Nachricht an der Nasdaq ein und verliert über 14 Prozent.

Software-Firma Suse will an die Börse

Der Börsengang des Nürnberger Softwareunternehmens Suse soll im besten Fall mehr als 1,3 Milliarden Euro einbringen. Die für ihre Programme für das Linux-Betriebssystem bekannte Firma will selbst zwischen 542 und 592 Millionen Euro mit dem Verkauf von neuen Aktien erlösen und damit Schulden reduzieren. Daneben will der vor drei Jahren eingestiegene schwedische Finanzinvestor EQT Kasse machen. Bis zu 41,1 Millionen Suse-Aktien können von Donnerstag (6. Mai) an bis zum 17. Mai in einer Preisspanne von 29 bis 34 Euro gezeichnet werden, wie der Börsenaspirant am Mittwoch mitteilte. Das Debüt an der Frankfurter Börse ist für den 19. Mai geplant.

In der Preisspanne käme das 1992 gegründete Unternehmen auf einen Börsenwert von 4,9 bis 5,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Unternehmenswert von rund sechs bis sieben Milliarden Euro - einschließlich Schulden. EQT hatte gut zwei Milliarden Euro gezahlt. Mit rund 2000 Mitarbeitern setzte Suse zuletzt eine halbe Milliarde Dollar um, bei einer operativen Umsatzrendite von 40 Prozent.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Mai 2021 um 12:00 Uhr.