Nasdaq Leuchtreklame
Marktbericht

Nasdaq rutscht ab US-Tech-Aktien verlieren an Glanz

Stand: 04.05.2021 22:24 Uhr

In New York bringen sich die Anleger für den kommenden Aufschwung in Stellung. Da sind Zykliker gefragt, die mehr und mehr in der Gunst der Börse stehen. Tech-Aktien müssen da zurückstehen.

An der New Yorker Börse war es heute kein guter Tag für die hochbewerteten Technologieaktien. Denn die Nasdaq schnitt in einem insgesamt schwächeren Marktumfeld deutlich schlechter ab als die Standardwerte. Der Composite-Index lag am Schluss um 1,88 Prozent im Minus bei 13.633 Punkten. Auch der Auswahlindex Nasdaq 100 gab in etwa der gleichen Größenordnung nach und schloss bei 13.544 Punkten. Allerdings konnten die Indizes im späten Geschäft noch etwas Boden gut machen.

Besser hielten sich der Leitindex Dow Jones und der breiter aufgestellte S&P-500-Index, in denen allerdings die Technologieaktien ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. So sind Apple und Microsoft große Schwergewichte im Leitindex und beide Aktien verloren heute deutlich. Am Ende schaffte es der Dow sogar noch leicht 0,06 Prozent ins Plus und ging bei 34.133 Punkten aus dem Handel. Der S&P-500 verlor 0,7 Prozent und beendete den Handel bei 4164 Punkten.

Zinsängste lasten auf den Tech-Aktien

Die schwergewichtigen US-Technologiekonzerne seien während der gesamten Pandemie ein zentraler Bestandteil der soliden Wertentwicklung von Portfolios gewesen, nun müsse aber darauf geachtet werden, sie nicht zu stark zu gewichten im Vergleich zum Gesamtmarkt, sagte Investmentexperte Mark Haefele vom Vermögensverwalter UBS Global Wealth Management. "In einem Umfeld beschleunigten Wachstums bevorzugen wir weiterhin zyklische Sektoren und Sektoren wie Finanzen und Energie."

Themenwechsel an der Börse also, so scheint es in Anbetracht des sich immer deutlicher abzeichnenden Wirtschaftsaufschwungs - der gleichzeitig aber auch Inflations- und Zinsängste mit sich bringt, von denen der Technologiesektor besonders betroffen ist.

Die stürmische Entwicklung ist unter anderem am schnellen Impftempo in den USA festzumachen. Bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli sollen 70 Prozent der Erwachsenen in den USA nach den Vorstellungen von US-Präsident Joe Biden mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten haben. 160 Millionen Menschen sollen bis zum Nationalfeiertag vollständig geimpft sein, wie US-Regierungsvertreter am Dienstag sagten.

DAX fällt unter 15.000 Punkte

Lange hat sich der DAX gewehrt, diesmal aber konnte der deutsche Leitindex die wichtige Unterstützungsmarke bei 15.000 Punkten nicht mehr verteidigen. Nach einem noch einigermaßen stabilen Handelsstart ging es vor allem am Nachmittag deutlicher bergab und endgültig unter die 15.000-Punkte-Marke. Am Ende eines schwachen Handelstages schloss der DAX bei 14.856 Punkten, ein empfindlicher Verlust von 2,5 Prozent.

Die Luft ist raus

Auch gute Unternehmensergebnisse halfen nicht, denn bereits im Vorfeld der Berichtssaison war die Erwartungshaltung hoch gewesen. Die Börse aber braucht weitere positive Überraschungen, um auf das derzeit hohe Niveau weiter draufzusatteln. Zumindest kurzfristig sind diese aber trotz solide laufender Berichtssaison nicht in Sicht, so dass die Anleger (immer noch üppig vorhandene) Gewinne mitnahmen.

Immerhin hat der DAX seit Jahresbeginn über 1100 Punkte oder mehr als acht Prozent zugelegt. "Die Luft ist raus. Das deutet darauf hin, dass eine Konsolidierung unmittelbar bevorsteht", sagte ein Händler.

Zwischen Saisonalität und Inflationsängsten

Mit dem Start in den Monat Mai breche eine saisonal schwächere Jahreszeit für die Börsen an, fasste Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets, zusammen. "Viele der positiven Erwartungen, auf denen die Rally der vergangenen Monate fußte, sind tatsächlich eingetreten. Jetzt fangen Anleger an, Gewinne mitzunehmen."

Die momentane Schwächephase des deutschen Leitindex ist also zumindest saisonal nicht ungewöhnlich. Nach einem gutem Jahresstart ist der Mai oft ein Zeitpunkt, an dem die Bullen inne halten und Gewinne vom Tisch nehmen. Laut den Experten der Landesbank Hessen-Thüringen ist es sogar beachtenswert, wie beharrlich sich der DAX in den vergangenen Wochen oberhalb der 15.000er-Marke hielt.

Renditen in Bewegung

Aber es ist nicht nur die Saisonalität, die die Anleger umtreibt, das wäre zu einfach. Mit der Vision eines kräftigen Wirtschaftsaufschwungs voraus steigen vielmehr auch hierzulande die Rentenrenditen und Zins- und Inflationsängste verstärken sich. Die derzeit wohl größte Achillesferse der Börse, die ansonsten weiter in Liquidität ertrinkt. Auch Analyst Thomas Altmann verweist auf weiter steigende Kapitalmarktzinsen. 30-jährige Bundesanleihen haben zum Wochenbeginn zeitweise so hoch rentiert wie zuletzt im Juli 2019. Heute gab es jedoch eine leichte Gegenbewegung am langen Laufzeitenende.

Die Lockerung der Pandemie-Restriktionen in den USA und Großbritannien nehme Fahrt auf, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Europa holt bei den Massen-Impfungen rasch auf und wird im Sommer ein ähnliches Niveau erreichen." Dies schüre die Hoffnung auf eine Normalisierung des Lebens.

Nur Verlierer im DAX - Merck erhöht nach Börsenschluss die Prognose

Alle 30 DAX-Werte schlossen im Minus, auch Tagessieger Telekom, Eon und BASF, die lange Zeit leicht im Plus gelegen hatten, rutschten noch moderat ins Minus. Empfindliche Verluste nach negativen Analystenkommentaren gab es für die Aktie des Darmstädter Pharmakonzerns Merck, die zuvor allerdings sehr gut gelaufen war, aber auch beim Tagesverlierer Infineon. Bei Merck gab es negative Analystenkommentare nach der jüngsten Rally. Goldman Sachs bestätigte vor den eigentlich für die kommende Woche terminierten Quartalszahlen seine Verkaufsempfehlung, die Bank of America senkte ihre Empfehlung auf "Neutral" von zuvor "Kaufen" bei einem unveränderten Kursziel von 155 Euro.

Merck erhöht die Prognose

Ob die Experten ihre Einschätzungen wohl aufrecht erhalten können? Nach Börsenschluss erhöhte Merck überraschend die Prognose für das laufenden Geschäftsjahr und legte auch Eckdaten für das erste Quartal vor. Das Unternehmen erwartet für das laufende Jahr nun einen Umsatzzuwachs von sechs bis elf Prozent auf 18,5 bis 19,5 (2020: 17,5) Milliarden Euro. Bisher war nur von einem "starken organischen Wachstum die Rede".

Nach einem starken ersten Quartal werde die Nachfrage auch im Verlauf des Jahres hoch bleiben, hieß es weiter. Das soll sich auch im operativen Ergebnis niederschlagen. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) soll auf 5,4 bis 5,8 (5,2) Milliarden Euro steigen. Das wäre ein Zuwachs von bis zu elf Prozent. Bisher hatte das Unternehmen von einem hohen prozentual einstelligen bis niedrig zweistelligen Ebitda-Plus gesprochen.

Im ersten Quartal wuchsen die Umsätze um sechs Prozent auf 4,63 Milliarden Euro, das bereinigte Ebitda schnellte um 29 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro. Ein guter Start also für die neue Merck-Vorstandschefin Belen Garijo, die ihr Amt erst kürzlich angetreten hat. Das komplette Zahlenwerk für das erste Quartal soll wie geplant am 12. Mai vorgelegt werden.

Infineon enttäuscht Anleger

Auch eine Reihe guter Unternehmensergebnisse aus dem ersten Quartal konnten Anleger nicht zu Käufen ermutigen. Aktien von Infineon weiteten ihre deutlichen Verluste aus und verloren als schwächster DAX-Wert rund 5,9 Prozent. Der Chiphersteller hatte einen Umsatzanstieg um drei Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gemeldet. Damit lag der Halbleiter-Spezialist im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Vor allem im besonders wichtigen Automobilgeschäft konnte Infineon klar zulegen. Das operative Ergebnis lag im zweiten Geschäftsquartal mit 470 Millionen Euro allerdings vier Prozent unter dem Wert des Vorquartals. Unter dem Strich stand ein Konzernüberschuss von 203 Millionen Euro nach 256 Millionen Euro ein Quartal zuvor.

Vonovia steigert Ergebnis deutlich

Ebenfalls im Minus schlossen die Aktien von Deutschlands größten Immobilienkonzern. Im ersten Quartal 2021 legte das operative Ergebnis bei DAX-Mitglied Vonovia im Jahresvergleich um 14,1 Prozent auf 382,9 Millionen Euro zu. Die Miete erhöhte sich in den ersten drei Monaten im Schnitt auf 7,18 Euro pro Quadratmeter - das waren 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zum Zuwachs trugen vor allem modernisierte Wohnungen bei.

Hellofresh und Teamviewer unter Druck

Auch die Aktien von Hellofresh und Teamviewer wurden trotz eigentlich guter Quartalszahlen abgestraft. Der Anbieter von Kochboxen hat die Zahl seiner Kunden im ersten Quartal auf 7,3 Millionen gesteigert. Das entspricht einem Plus von 75 Prozent zum Vorjahresquartal. Der Umsatz von Hellofresh kletterte um 116 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro und lag damit im Rahmen der Mitte April veröffentlichten vorläufigen Zahlen. Das bereinigte Betriebsergebnis erhöhte sich sogar um 152 Prozent auf 159 Millionen Euro.

Teamviewer wächst weniger stark als zu Beginn der Corona-Krise. Im ersten Quartal legten die abgerechneten Umsätze währungsbereinigt um 26 Prozent auf 146,6 Millionen Euro zu. Im vergangenen Jahr lag das Plus im Jahresschnitt noch bei 44 Prozent. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) kletterte von Januar bis März um 22 Prozent auf 90 Millionen Euro.

T-Mobile US über Erwartungen

Besser als erwartet berichtete die US-Telekomtochter T-Mobile US nach Börsenschluss in New York. Der Umsatz lag im ersten Quartal bei 19,76 Milliarden Dollar, Experten hatten im Schnitt 18,92 Milliarden erwartet. Deutlich besser als prognostiziert fiel auch der bei 0,74 Dollar je Aktie liegende Gewinn aus. Die Erwartungen lagen nur bei 0,57 Dollar. Die T-Mobile-Aktie legt nachbörslich gut drei Prozent zu und macht damit ihren Tagesverlust komplett wieder wett.

Euro gedrückt - US-Handelsbilanzdefizit steigt

Der Marke von 1,20 Dollar kommt der Euro am Mittag bedrohlich nahe. Die Gemeinschaftswährung wird im späten Geschäft bei 1,2011 Dollar rund 0,4 Prozent schwächer gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2021 (Montag: 1,2044) US-Dollar fest.

Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist im März derweil wegen der kräftig steigenden Binnennachfrage auf ein Rekordniveau gestiegen. Die Importe übertrafen die Exporte um 74,4 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Das sind 5,6 Prozent mehr als im Vormonat.

Ökonomen gehen davon aus, dass das Handelsdefizit in den kommenden Monaten weitere Rekordhöhen erreichen könnte. Grund dafür ist, dass die US-Binnenkonjunktur auch wegen des schnellen Impffortschrittes brummt und dadurch verstärkt importiert wird. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt der weltgrößten Volkswirtschaft in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von mehr als sechs Prozent voraus. Industrie-Auftragsdaten für den März stiegen im Monatsvergleich um 1,1 Prozent, lagen damit aber leicht unter den Erwartungen.

Ölpreise ziehen an

Auch am Ölmarkt steigen die Preise. Investoren setzten auf eine anziehende Reisetätigkeit in den westlichen Industrienationen, sagte Analyst Ash Glover vom Brokerhaus CMC. Auch fortschreitende Impfungen in den USA und nun auch in Europa sorgen für Zuversicht am Ölmarkt. Das stärkt die Hoffnung auf weniger Beschränkungen des öffentlichen Lebens, mehr wirtschaftliche Aktivität und eine höhere Erdölnachfrage.

Die Rohstoffexperten der Commerzbank verweisen auf Großanleger, die an den Finanzmärkten auf weiter steigende Preise setzten. Ein Barrel Öl der US-Sorte WTI kostete rund 1,3 Prozent mehr als am Vortag. Die Feinunze Gold notiert bei 1776 Dollar ein knappes Prozent leichter.

Deutsche Bank stärkt Kapitalbasis

Die Deutsche Bank will nach Angaben vom Dienstag Wertpapiere ausgeben - sogenannte AT1-Anleihen, die als Instrumente des zusätzlichen Kernkapitals anerkannt werden. Die Emission gleiche teilweise negative Auswirkungen auf die Kapitalposition aus, die sich aus bestimmten aufsichtsrechtlichen Veränderungen ergäben und für das zweite Quartal 2021 erwartet würden, teilte die Bank mit. Angestrebt wird ein Volumen von mindestens 500 Millionen Euro. Die Aktien verlieren etwas stärker als der Markt.

Nissan steigt bei Daimler aus

Nach Renault steigt auch der japanische Autobauer Nissan beim Konkurrenten Daimler aus. Nissan kündigte am Dienstagabend an, rund 16,4 Millionen Daimler-Aktien über Nacht bei institutionellen Investoren zu platzieren. Das entspricht dem kompletten Anteil der Japaner von gut 1,5 Prozent an dem Stuttgarter Autobauer. Das Paket hat zum Xetra-Schlusskurs vom Dienstag einen Marktwert von fast 1,2 Milliarden Euro. Daimler schlossen mit 72,41 Euro knapp 2,7 Prozent leichter. Erst im März hatte Renault sich von einem gleich großen Daimler-Aktienpaket getrennt.

Woowa-Alteigentümer trennen sich von Delivery-Hero-Aktien

Die Alteigentümer des südkoreanischen Lieferdienstes Woowa werfen nach der Übernahme durch Delivery Hero einen Teil ihrer dafür erhaltenen Aktien auf den Markt. Die Investoren Altos, Hillhouse, Goldman Sachs, BonAngels, Greenspring und Naver wollten über Nacht zusammen 9,8 Millionen Aktien des Berliner Essens-Lieferdienstes bei anderen Investoren platzieren, teilten die begleitenden Banken am Dienstagabend mit. Insiderkreise berichten über einen Preis von 123,10 Euro.

Delivery Hero hatte erst vor kurzem grünes Licht für die 5,7 Milliarden Euro schwere Übernahme des südkoreanischen Marktführers Woowa bekommen. Für dessen bisherige Eigentümer war der Verkauf an die Berliner ein noch besseres Geschäft als gedacht. Sie hatten ausgehandelt, einen Großteil des Kaufpreises in Aktien bezahlt zu bekommen - und diese haben ihren Wert seither mehr als verdoppelt, weil die Lieferdienste in der Pandemie boomten. Die Woowa-Eigentümer hielten zuletzt nach Angaben der Banken rund zehn Prozent an Delivery Hero. Knapp vier Prozent wollen sie nun verkaufen.

Lufthansa-Aktionäre stimmen für Kapitalerhöhung

Auf der Hauptversammlung der Lufthansa haben Vorstand und Aufsichtsrat versucht, Zuversicht für eine Bewältigung der Corona-Krise zu verbreiten. Gründe zum Optimismus seien schnelle Impffortschritte, der wieder vorhandene Zugang zum Kapitalmarkt sowie die Motivation der Mitarbeiter für einen Neustart, sagte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley heute.

Die Lufthansa kann derweil bis zu 5,5 Milliarden Euro frisches Geld durch die Ausgabe neuer Aktien einsammeln: Die Aktionärinnen und Aktionäre stimmten am Dienstag bei der virtuellen Hauptversammlung mit großer Mehrheit für eine entsprechende Kapitalerhöhung, wie der Konzern mitteilte. Vorstandschef Carsten Spohr warb bei den Anteilseignern um Zustimmung für einen Vorratsbeschluss. Vor allem die stillen Einlagen des Bundesrepublik will die Lufthansa wegen der mittelfristig hohen Kosten eigentlich nicht ziehen. Spohr sagte: "Wenn wir die Wahl haben, finanzieren wir uns lieber beim Kapitalmarkt als beim Steuerzahler."

Metro schreibt Verluste wegen Corona

Die Einschränkungen für Gastronomie und Tourismus in der Corona-Krise haben den Großhändler Metro in die Verlustzone gerissen. Unter dem Strich und nach Minderheiten schrieb der Düsseldorfer Konzern im zweiten Quartal einen Verlust von 131 Millionen Euro, im Halbjahr belief sich das Minus auf 32 Millionen Euro, wie Metro am Dienstag mitteilte.

Metro hatte bereits die Ziele für das Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende September) zusammenstreichen müssen, weil viele Regierungen in Europa in der Corona-Krise die Einschränkungen des öffentlichen Lebens länger beibehalten als von den Düsseldorfern erwartet. Der Konzern versorgt viele Kunden aus der Gastronomie und Hotellerie mit Lebensmitteln.

Osrams Börsentage sind gezählt

Bei der Übernahme des deutschen Lichtspezialisten Osram durch den Sensorhersteller AMS schlagen die Österreicher ein neues Kapitel auf - für die Börsengeschichte der Münchener wird es das letzte sein. AMS bietet den verbliebenden Osram-Aktionären 52,30 Euro je Anteilsschein. Diese haben voraussichtlich vom 21. Mai bis zum 18. Juni Zeit, das Angebot anzunehmen, teilte AMS am Dienstag mit. Derzeit liegen noch etwa 28 Prozent der Osram-Aktien nicht in den Händen von AMS.

AXA kommt in die Spur

Der französische Versicherer Axa hat seine Einnahmen in seinen bevorzugten Geschäftsfeldern gesteigert. Mit insgesamt 30,7 Milliarden Euro fiel der Umsatz zwar um drei Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor, wie der Allianz-Rivale am Dienstagabend in Paris mitteilte. Auf vergleichbarer Basis - also bei gleichem Geschäftszuschnitt und stabilen Währungskursen - entsprach dies jedoch einem Zuwachs von zwei Prozent. Die 2020 hart von der Pandemie getroffene Firmenkundensparte XL sei auf gutem Weg, im Gesamtjahr ihr Ertragsziel von 1,2 Milliarden Euro zu erreichen, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 1,4 Milliarden angefallen war, teilte das Unternehmen mit.

Zudem konnten die Axa-Fonds frische Kundengelder im Umfang von 13 Milliarden Euro einsammeln. Sowohl im Schaden- und Unfallgeschäft mit Geschäftskunden als auch in der Krankenversicherung sei das Geschäft auf vergleichbarer Basis gewachsen, sagte Finanzchef Etienne Bouas-Laurent. Bei Lebensversicherungs-- und Sparverträgen sank der Umsatz hingegen um.

BioNTech-Aktien zeitweise gefragt

In den USA steht die Zulassung des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren Berichten zufolge kurz bevor. Die Arzneimittelbehörde FDA prüfe einen entsprechenden Antrag des US-Pharmakonzerns Pfizer und könnte Anfang kommender Woche grünes Licht für eine Notfallzulassung für diese Altersgruppe geben, berichtete der Sender CNN. Die Aktien der deutschen Biotechfirma stiegen zunächst kräftig, bevor die allgemeine Marktstimmung sie mit nach unten riss.

Impfgeschäft lässt bei Pfizer die Kassen klingeln

Das boomende Impfgeschäft mit dem deutschen Partner BioNTech sorgt derweil beim US-Pharmariesen Pfizer für gute Laune. Der New Yorker Konzern hob sein Jahres-Umsatzziel für den zusammen mit BioNTech entwickelten Covid-Impfstoff auf 26 Milliarden Dollar an von zuvor 15 Milliarden. Dabei geht das Management davon aus, dass in diesem Jahr 1,6 Milliarden Impfdosen ausgegeben werden. Insgesamt soll der Konzernumsatz 2021 auf 70,5 bis 72,5 Milliarden Dollar in die Höhe schnellen. Anfang des Jahres hatte Pfizer noch erwartet, bis zu 61,4 Milliarden Umsatz zu erreichen - was auch schon ein Zuwachs von 47 Prozent gewesen wäre.

Im ersten Quartal 2021 stiegen die Erlöse und das Nettoergebnis im Konzern um 45 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar beziehungsweise 4,9 Milliarden. Allein mit dem Covid-Vakzin verbuchte Pfizer einen Umsatz von 3,5 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 3,28 Milliarden. Pfizer-Chef Albert Bourla rechnet mit anhaltenden Einnahmen aus dem Vakzin. "Basierend auf dem, was wir derzeit beobachten, glauben wir, dass die Nachfrage nach dem Covid-19-Impfstoff dauerhaft sein wird wie bei den Grippeimpfstoffen", sagte er. Die Pfizer-Aktie hält sich gegen den Markt besser und war zwischenzeiitlich sogar leicht im Plus.

Ebay denkt über den Bitcoin nach

Die Internet-Handelsplattform Ebay erwägt die Einführung von Zahlungen mit Digitalgeld wie Bitcoin. "Wir sehen uns weiter nach anderen Möglichkeiten wie Kryptowährungen um", sagte Vorstandschef Jamie Iannone am Montag (Ortszeit) dem Finanzsender CNBC. Ebay habe sein Zahlungsspektrum bereits erweitert und akzeptiere mittlerweile etwa Apple oder Google Pay, weiteren Alternativen stehe das Unternehmen stets aufgeschlossen gegenüber.

300 neue Stellen bei Opel

Der Autobauer Opel steigt in die Serienproduktion von leichten Nutzfahrzeugen mit Brennstoffzelle ein. Bis Ende 2023 sollen in einer Kleinserie rund 2000 Transporter in Rüsselsheim mit der Technologie ausgerüstet werden, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller der Wirtschaftsplattform "Business Insider" (Dienstag). Das Opel-Stammwerk bei Frankfurt ist das Brennstoffzellen-Kompetenz-Zentrum des neu formierten Stellantis-Konzerns.

Im Opel-Stammwerk Rüsselsheim sollen gleichzietig noch im laufenden Jahr 300 weitere Beschäftigte in die Produktion eingebunden werden. Der Mutterkonzern Stellantis bereite für diesen Herbst die Einführung einer zweiten Schicht in dem Werk vor, teilte der Autohersteller am Dienstag mit. Die zusätzlichen Stellen in der Fertig- und Endmontage sollen demnach "intern mit Beschäftigten aus Bereichen besetzt werden, die nicht ausreichend ausgelastet sind".

Qiagen verdient an Corona

Bereits gestern Abend hat TecDAX-Mitglied Qiagen Einblick in seine Geschäfte gegeben. Das Biotechunternehmen hat im ersten Quartal Ergebnis und Umsatz gesteigert. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) sei um 94 Prozent auf 0,66 Dollar geklettert. Der Konzernumsatz stieg um 52 Prozent auf 567,2 Millionen Dollar. Das Unternehmen übertraf damit seine Ziele für den Umsatz und den bereinigten Gewinn je Aktie. Das Geschäft mit Produkten für Covid-19-Tests brummte. Qiagen bestätigte seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2021, der ein Wachstum des Konzernumsatzes um 18 bis 20 Prozent und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,42 bis 2,46 Dollar vorsieht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Mai 2021 um 07:35 Uhr.